Allegorien und Personifikationen im Roman

  
Das / Heimweh / von / Heinrich Stilling. / - / - / [Bd. ... Motto ...]
Marburg, / in der neuen akademischen Buchhandlung.
– 1794 [bis] 1796.
  
  
 
  
Bereits Alexander Vömel, Johannes Landenberger und auch Martina Maria Sam geben ein solches Verzeichnis der Sinnbilder nach dem „Schlüssel zum Heimweh“.
  
 
Die hier vorliegenden web-sites ergeben mit diesem ergänzten und ergänzenden Verzeichnis zusammen einen guten Eindruck und einen guten Überblick über den wichtigen Roman.
  
 
Hinweise zu Berichtigungen, Verbesserungen und Ergänzungen nehme ich gern entgegen!
  
Im folgenden Text finden sich die Personen in der ungefähren Reihenfolge ihres Auftretens. Die Nummerierung ermöglicht eine gewisse Kürze des Textes.
  
 
  
 
  
  
  
  
  
 
 
 
  
Band 1
  
          1          Christian Eugenius von Ostenheim          Der Held des Romans. Sein Bundesname: Eugenius = der Wohlgeborene. Ein ehrlich strebender Christ; im weiteren Sinn ist seine Bedeutung auch: die wahre Kirche Christi.
  
          2          Ernst Gabriel von Ostenheim          Vater des Eugenius. Gabriel = meine Kraft ist Gott. Er ist die vorbereitende Gnade,
  
          3          Mutter des Eugenius          Die mütterliche, göttliche Vorsehung. Ordnerin auch der äußeren Verhältnisse der Menschen.
  
          4          Urania Sophia von Edang          Braut und spätere Gattin des Eugenius. – Urania: die Himmlische, Beiname der Venus, Muse der Astronomie. – Sophia: Weisheit. – Edang = Gnade. himmlische Wahrheit und/oder göttliche Weisheit. Gnade Gottes durch Christus. – Theosophie: (vermeintliche) Gottesweisheit, höheres Wissen von Gott; Richtung, welche durch unmittelbare Berührung mit Gott Einsichten erhält und zu haben behauptet; Geisterseherei. – Ihr Bruder ist Theodor Josias von Edang (s. u. 8 c).
  
          5          Herbst          Absterbende Sinnlichkeit. – Siehe im Register Herbst, Abend usw.
  
          6          Eine ruinierte Felsenburg          Der geistige Tempel Gottes auf Erden; „die heilige [aber unsichtbare] christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen“.
  
          7          Mond und Mondschein          Die vom geistigen Licht erhellte Vernunft. – Vgl. Mond = Verstand; siehe Lukas 2, 52.
  
          8          Felsenmänner          Geistliche Gnadengaben, die aus der Offenbarung Gottes im Menschenherzen quellen – alle göttlichen und damit unerschütterlichen Wahrheiten.
  
          8 a          Der graue Mann          Das ist: Ernst Uriel von Ostenheim. – Das Gewissen oder die züchtigende Gnade.
  
          8 b          Ambrosius          Im Gasthaus der Anonymus. Ambrosius = der Unsterbliche. Gehilfe des grauen Mannes Also: Die gütige, ordnende Hand der Vorsehung, die allzeit bereit ist, die Wirrnisse des Menschengeschlechts zu ordnen. Er bahnt die Wege zu guten Handlungen.
  
          8 c          Theodor Josias von Edang          Der große Morgenländer und Bruder der Urania. – Die heiligende, himmlische Gnade.
  
          8 d          Elias, der orientalische Gesandte          Ein Helfer der heiligenden Gnade oder besser: deren ausführende Hand.
  
          8 e          Trevernau          Anagramm „Trevernau“ = Vertrauen. Das unerschütterliche Vertrauen auf Gottes väterliche Führung
  
          9          Hans Ehrlich          Diener des Eugenius. Die irdisch-weltliche Gesinnung, das natürlich-weltliche Denken, die praktische Vernunft. – Später Timotheus.
  
          10          Der Wirt          Der alte Adam, der durch lange Gewohnheit in seinen Neigungen festgewurzelt und unbeweglich geworden ist.
  
          11          Der Advokat          Der natürliche Leichtsinn. Er ist Anwalt aller Vergehungen und Untugenden, aller Laster Fürsprecher.
  
          12          Der Amtmann          Die Leidenschaft der Herrschsucht und der Wollust.
  
          13          Der Sekretär          Die teuflische Raffiniertheit, Schlangenlist (vgl. Genesis 3, 1).
  
          14          Der Kaufmann          Die Gewinnsucht.
  
          15          Der Kapitän          Der natürliche Edelmut; s. u. 93.
  
          16          Levi Hildesheimer          Handelsjude, später Christian genannt (S. 631). Die Schlangenklugheit, die der Christ ohne Falschheit besitzen soll (vgl. Mt 10, 16: „seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch“).
  
          17          Gerold          Das natürliche Vertrauen auf Gott
  
          18          Frau Gerold (Geroldin)          Der natürliche Trieb zur Menschenliebe. (Endsilbe –in z. B. auch in Bernauerin usw.)
  
                    Reinheim          Heim = Haus voller Reinheit
  
          19          Ein alter schweizer Wiedertäufer          Er lebt in einem fränkischen Bauernhaus. Er verkörpert den seligmachenden Glauben der Herzenseinfalt. – Vgl. Beldergau (44).
  
          20          Geheimrat Lichtenberg          Der erleuchtende Geist, der im Buchstaben der heiligen Schrift verborgen liegt.
  
          21          Ein Knabe am Weg          Die Unschuld als richtige Wegweiserin der Vorsehung.
  
          22          Ein Mann am Weg          Die sinnliche Vernunft. Er ist ein falscher, Trugschlüsse machender Wegweiser.
  
          23          Ein Jäger          Der vergnügungssüchtige Leichtsinn. Er versucht, sinnliches Vergnügen einzufangen.
  
          24          Der Verwalter (Hofmann) und Pächter der Eitelburg          Fleischlicher Freisinn.
  
          25          Die Weltdamen Frau von Eitelberg und ihre Tochter          Sie versinnbildlichen Eitelkeit und deren Tochter, die eitle Ehre (eitel: nichtig; gefallsüchtig, prahlerisch usw.).
  
          26          Das Pferd des Eugenius          Das Vertrauen auf die Leitung der Vorsehung in allen – auch den kleinsten - Vorfällen. – S. u. 50.
  
          27          Der sterbende Pfarrer Gerhard zu Fronheim          Das Bild des reinen, gottergebenen Herzens.
  
          28          Maria, die Tochter des Pfarrers Gerhard          Die göttliche Gelassenheit; Die Gemütsverfassung ist ruhig und aufmerksam.
  
          29          Forscher          Das Genie des großen Mannes zur Erkenntnis göttlicher und natürlicher Geheimnisse. – Vielleicht ist Johann Kaspar Lavater (1741-1801) hier das Vorbild.
  
          30          Die verschiedenartigen Talente der Wahrheit suchenden Gesellschaft          
  
          30 a          Antonius Merk/Merck          Der Zeichenmeister, das ruhige, forschende philosophische Genie. – Als der Kopte ein philosophischer, aber bewährter Christ. – Antonius = der Unschätzbare.
  
          30 b          Schüler          Bildhauer. Er verkörpert die vom Schöpfer in seine Seele gelegten Talente/Fähigkeiten.
  
          30 c          Lichthold          Der Maler. Er verkörpert die vom Schöpfer in seine Seele gelegten Talente/Fähigkeiten.
  
          30 d          Gottfried          Der Philosoph. Er versucht die Wahrheit der Religion mit den Weisheiten der Vernunft richtig und logisch zu verbinden. – Vielleicht ist Johann Gottfried Herder (1744-1803) hier das Vorbild.
  
          31          Ein echter Kapuziner          Er ist ein (brauchbares) Werkzeug der Vorsehung.
  
          32          Ein verkappter (= falscher) Kapuziner          Eine Idee, die man (irrtümlicherweise) für geistig hält
  
                    Der Löwe mit den Flammenaugen          Die böse Lust, bzw. der innere Führer, der zum Verderben führt.
  
                    Der Nachtvogel          Die Lust, die man mit den Augen einfängt.
  
                    Der starke Geharnischte          Die Verzweiflung.
  
                    Die Witwe          Die geschäftige und fruchtbare Menschenliebe. – Vgl. 18, 94.
  
          33          Frau von Traun auf Bilenitz          Anagramme: Traun = Natur, Bilenitz = Leibniz (Gottfried Wilhelm Leibniz, 1646-1716). – Die Modephilosophie, die sich auf Vernunftschlüsse und Naturwissenschaft stützt. (Dazu die Anmerkung im „Schlüssel zum Heimweh“ S. 181.) Die falsche Aufklärung. In höherer Allegorie dann der falsche Prophet, der dem großen Tier in der Apokalypse (= Offenbarung des Johannes) den Weg bereitet. – Die Empörung der Finsternis gegen das Licht, der Vernunft gegen die Offenbarung, der Selbstsucht gegen die Selbstverleugnung.
  
          34          Neumodische Geistliche (mit einer Tendenz zum Jesuitismus).          
  
          34 a          Stubinger          Jesuit.
  
          35 b          Arno          Jesuit.
  
          36          Fräulein von Nischlin          Anagramm: Nischlin = sinnlich. – Die verfeinerte Sinnlichkeit, der geistige Luxus und die falsche Aufklärung, je in höchster Ausführung.
  
          37          Der Einsiedler in der Nikolauskapelle          Die (äußerliche) bürgerliche Zucht und Ehrbarkeit. – Nikolaus = Volkssieger, Volkssieg.
  
          38          Ein bedrängter Hirte          Der wahre geistliche Lehrstand. – Der kleine Haufen der wahren Gläubigen, die unter dem Druck des Zeitgeistes leben (müssen).
  
          39          Kunigunde, seine Frau          Die Gemeinde des Herrn. – Kunigunde = die Stammeskriegerin, die Stammesherrin.
  
          40          Der alte Schwiegervater          Der allgemeine Kirchenglaube.
  
                    Husar          Der Aufklärer à la mode, nach der Mode.
  
          41          Kol Koree          Die Stimme des Rufers in der Wüste. Auch: Das innere göttliche Wort, das dem Vollvertrauenden zuteil wird. – Vgl. Trevernau (8 e).
  
          42          Saphienta          Anagramm: Saphienta = Phantasie. – Die phantastische (fromme) Schwärmerei in allerlei Magie und Geheimwissenschaften, Vorspiegelung gewisser Geheimnisse und geheimer Ordensverbindungen.
  
          43          Mehrere Räuber im Räuberloch          Die Gespenster einer wilden Phantasie, die Schrecken und Furcht einjagen und den Menschen in Verzweiflung stürzen können, der sich gegen diese Phantome nicht mit den Waffen des Vertrauens schützt. – (Vgl. Schiller: Leicht beieinander wohnen die Gedanken …)
  
                    Die alte und hässliche Frau          Die sinnliche Vernunft. – Vgl. 22.
  
 
  
Band 2
  
           1                    
  
          2                    
  
          3                    
  
          4                    
  
          8                    
  
          8 c                    
  
          8 a                    
  
          44          Basilius Beldergau          Anagramm: Beldergau = der Glaube. – Der königliche und wahre Glaube. – Basilius = der Königliche.
  
          8 e                    
  
          45          Makarius          Die sophistische (spitzfindig, verfänglich, trügerisch) Darstellung und deren Widerlegung, als ob die Religion in letzter Hinsicht nur Sittenlehre sei, und das Heil aus der Tugend komme. – Der Held für Jesu Sittenlehre. – Makarios =der Glückselige.
  
          46          Athanasius Weisenau          Anagramm: Weisenau = weine aus. – Athanasius = der Unsterbliche. Das Bild der beruhigenden bleibenden Gewissheit des Glaubens, die tiefe Seelenruhe. [Einmal unterzeichnet sich Jung-Stilling mit "Weisenau"; siehe Edition Schwinge S. 559.]
  
                    Weisenaus Stiefeltern          Einbildungskraft und sinnliche Vernunft.
  
          8 b                    
  
          29                    
  
          30 a                    
  
          30 b                    
  
          30 d                    
  
          47          Abukar          Später Abukar=Kaleb. – Der nackte, von allem Genuss entblößte Glaube. – Der stoische Glaube. – Abu (arab.) = in Zusammensetzungen „Vater“, ´Kara (türk.) = schwarz. (Kar und Wandel = Ersatz und Strafe für einen zugefügten Schaden.)
  
          48          Abdollam          Später Abdollam=Josua. – Der uneigennützige (und uninteressierte) Heldenmut zum Kampf. – Abd (arab.) Knecht; Dolab (türk.) Kasse einer Moschee. Dollman/Dolman (ungar.) ungarischer Rock, Husarenwams.)
  
          9                    
  
          16                    
  
          33                    
  
          36                    
  
          49          Bellefond          Der literarische, sogenannte aufgeklärte Modegeist. Aufklärung à la mode. – Belle (frz.) = schön; Fond = Hintergrund, Grund(lage).
  
          50          Das arabische Pferd          Das Vertrauen auf die (allerspeziellste) Leitung der Vorsehung. – S. o. 26.
  
          51          Konstantinopel          Ein Bild der Zerstörung, welche die verdorbene Natur des Menschen in dessen Seele hervorgebracht hat. Damit die gänzliche Vernichtung aller Eigenliebe.
  
          52          Smyrna          Das Bild vom Zustand der christlichen Kirche in der Gegenwart.
  
          53          Ägypten/Egypten          Zustand der Seele unter der Vorherrschaft der Vernunftweisheit oder Philosophie. Reich der Dienstbarkeit unter dem Despotismus der uralten, mittleren und neueren Vernunftweisheit oder Philosophie. – Drei Pyramiden bei Gize: Cheops, Chefren und Mykerinos. – Tag in Ägypten: Die heutige Aufklärung
  
          54          Alexandria          Die Schule der Weltweisheit. Die Schule der Weltweisheit ist durch den Geistigen Luxus verödet und zerrüttet.
  
          55          Theben          Die uralte, reine (lautere) Quelle der Vernunftweisheit.
  
          56          Pyramiden          Symbole der verschiedenen (mannigfaltigen) alten philosophischen Systeme. – Die Einweihungspyramide ist das psychologische Lehrgebäude, die wahre Seelenlehre.
  
                    Lampe          Die mathematische Lehrart, die philosophische Untersuchung.
  
                    Der Abstieg in die Tiefe          Man sucht Erkenntnisse in der Tiefe der eigenen Existenz und im innersten Grund seiner eigenen Seele.
  
          57          Kanopus/Kanopen          Kanopen = dickbauchige Tonkrüge. Die Kanopusfigur bedeutet, dass der Mensch, der nur eine gut entwickelte Vernunft besitzt, aber mit seinem Herzen und Gemüt noch nicht wiedergeboren oder geistig geboren ist, erst ein Halbgeborener (halbgeborener Kreuzritter) ist, ihm fehlt noch die zweite Hälfte, um ein vollkommener Mensch nach dem Ebenbilde Gottes zu sein. Der Vernunftmensch im Naturzustand.
  
          58          Die einköpfige Anubisfigur          Anubis = altägypt. Gott, Grenzwächter und -schützer sowie Seelenführer, Sohn des Osiris und der Nephthys. – Diese Figur bedeutet die volle Wachsamkeit und Treue der Vernunft auch in geistigen Dingen; nicht nur das Gefühl allein darf entscheiden. Vernünftige Wachsamkeit und treue Aufmerksamkeit auf die Stimme der Wahrheit.
  
          59          Der dreihundsköpfige Anubis          Das Symbol des Fatalismus, der Totengräber aller frischlebendigen Tat. Er ist das starre, eiserne Schicksal: wer sich vor ihm fürchtet, auf den wartet das Grab.
  
                    Die drei Köpfe der Anubisfigur          Sie zeigen den grimmigen Gottes- und Christushass, die tobende Verzweiflung und die Selbstsucht.
  
          60          Die Horus-Statue          Horus oder Or: altägyptischer Gott, die in voller Kraft wärmende und leuchtende Sonne. – Das Symbol des Stillschweigens. Schweigen muss man, wenn man hören will. Sie ist die Stimme der Weisheit.
  
          61          Osiris-Statue          Ägyptischer Sonnengott; Bruder und Gemahl der Isis. – Die Philosophie ist nach der Ansicht ihrer Jünger ein wohltätiger König der Menschheit; aber die rein philosophische Untersuchung der Wahrheit zeigt nur unergründliche Geheimnisse. – Die praktische Philosophie.
  
          62          Isis-Statur          Isis,/Itis: Ägyptische Göttin der hervorbringenden Kraft der Erde; später Mondgöttin, Schwester und Gemahlin des Osiris. – Die von der Vernunft endlich auffindbare aber verschleierte Gottheit; das vierköpfige Symbol: Verstand, Fortschritt, Macht und Liebestätigkeit (Caritas). Die metaphysische Gottheit. Sie wird endlich von der sich selbst überlassenen, nicht von der Gottheit erleuchteten Vernunft gefunden. Sie ist das Aggregat aller sittlichen und physischen Kräfte oder der allgemeine Geist der Natur.
  
                    Die vier Gesichter der Isis (Vgl. die Symbole der Evangelien und deren Bedeutung!)          
  
                    Menschenkopf          Verstand und Weisheit
  
                    Adlerkopf          Empordrang nach dem Urlicht
  
                    Löwenkopf          Macht und Stärke
  
                    Ochsenkopf          Tätigkeit zum allgemeinen Besten.
  
                    Das Ohr aufschließen          Man erhebt den Kopf aus den Reizen der Sinnlichkeit.
  
                    Westen          Die ewige Nacht und die Grenzen der Vernunft.
  
                    Süden          Sitz des Halbgeborenen (s. 57), der Wahrheit und des Lichts
  
          63          Die vier Elemente          
  
          63 a          Erde          Die Sinnlichkeit
  
          63 b          Wasser          Die Einbildungskraft
  
          63 c          Luft          Der Verstand und Weisheit
  
          63 d          Feuer          Die Vernunft
  
                    Ein Krokodil          Die Idee der Vernichtung.
  
                    Kammer der Ruhe          Erquickung nach dem Kampf. Die tiefe Empfindung der Gewissheit, dass der Seele nun ein neues Licht aufgehen wird.
  
                    Ruiniertes Gewölbe          Die sinnliche Vernunft
  
                    Königlicher Mumienbehälter          Saal der praktischen Vernunft
  
          64          Katharinen-Kloster auf dem Berg Sinai          Die reine alte evangelische Glaubenslehre. – Der Berg Sinai ist die christliche Gesetzgebung, die wahre Gesetzgebung Gottes (vgl. Exodus 31, 18; 34, 4).
  
                    Dromedar          (Einhöckeriges Kamel) Zeichen der Stärke. – S. u. Kamel.
  
                    Der Bischof von Kahira          Symbolisiert den apostolischen Geist.
  
                    Das Alte Testament          ist das Fundament.
  
                    Das Neue Testament          ist der lebendige Tempel Gottes.
  
                    Der Konsul          Stellt die Versuchungen der falschen Aufklärung dar.
  
                    Die Priesterweihe          Höhere geistliche Salbung mit dem Freudenöl des heiligen Geistes. Der Beruf zum königlichen Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks (= König der Geechtigkeit).
  
                    Scheich der Drusischen Wüste          Der weltliche Arm, der die Wahrheit und die Religion schützen soll
  
                    Arabische Wüste          Entfernung von jedem innern und äußern Genuss und Beraubung jeder angenehmen Empfindung.
  
                    Kleidung der Geheimboten          Das Äußere der Religion: beständige Hingabe in den Tod Christi, die immerwährende Verleugnung aller schädlichen sinnlichen Lüste und der unaufhörliche Druck des Kreuzes und die anhaltenden Proben.
  
                    König der Franzosen          Die Philosophie der allersinnlichsten Epikurismus (Epikurs [341-270 v. C.] Lehre und Lebensart; zunächst weiser Genuss der Lebensfreuden, dann Hang zu Sinnesgenüssen, zu einem wollüstigen, schwelgerischen Leben).
  
                    Das gelobte Land          Ist die allgemeine, christliche Kirche.
  
                    Jerusalem mit dem Tempel          Der geistliche Stand.
  
                    Nacht in Jerusalem          Sinnliche Triebe und alle Leidenschaften ruhen. Im Innern regt sich ein Großer und Erhabener. Die Seele ist von allem Irdischen abgeschieden.
  
                    Goldener Leuchter          Hieroglyphe des Geistes Gottes, der sich in siebenfacher Gestalt offenbart.
  
                    Vermählung des Eugenius (1) mit Urania (4)          Der Heilige Geist wird wirklich und wesenlicht mitgeteilt. Die Geisttaufe bzw. die Versiegelung durch den Geist in der Wahrheit erfolgt.
  
                    Kleid der Urania aus weißer Seide          Bild der höchsten Reinheit und Unschuld.
  
                    Sonnenorden          Licht und Wärme, Wahrheit und Liebe zum Glauben und Wohltun.
  
                    Bundeslade          Hieroglyphe des Logos und Thron Gottes
  
  
  
 Band 3
  
          4                    
  
          8 c                    
  
          2                    
  
          8 a                    
  
          8 d                    
  
          46                    
  
          45                    
  
          29                    
  
          30 a                    
  
          30 b                    
  
          30 d                    
  
          47                    
  
          48                    
  
          65          Solyma          Das Land des Friedens und der Ruhe. – Im erweiterten Sinn: Die Umgebung, die sich der „Kreuzritter“, der wahre Christ, schafft. Das Reich, in dem er lebt, das er mit seinem Geist erfüllt und nach seinem Wesen gestaltet. Das vorbildliche Zion und Kanaan, das im Leben zu verwirklichen, seine Aufgabe ist. – Praktische oder sittliche Vernunft. Unsichtbare Gemeinschaft der Heiligen.
  
          66          Yespera          Das Gewissen; der innerste tiefste Mittelpunkt im menschlichen Geist, der Thron des göttlichen Ebenbildes. Von hier gehen alle Gnadenwirkungen des heiligen Geistes aus.
  
          67          Die Philadelphier          Der Geist der Wahrsagung
  
          67 a          Kolb          Später Onesimus. Überzeugungen und Ideen, die durch den Geist der Weissagungen erzeugt sind.
  
          67 b          Weber          Später Polykarpus (= der Fruchtreiche). Überzeugungen und Ideen, die durch den Geist der Weissagungen erzeugt sind.
  
                    Gastmahl          Es zeigt beispielhaft, wie die Kreuzritter die Vorurteile der Aufklärung bekämpfen müssen. Man wird in Ansehung des Verstandes belehrt.
  
                    Abdollams (48) Erzählung          Warnungen betr. willen, Missbrauch der anvertrauten Güter und Kräfte.
  
                    Persien          Das Reich der Ur- oder Schöpfungsreligion, das durch die vielfältigen Parteien der Vernunft zerrüttet ist.
  
                    Kurdische Horden          Höchstsinnliche Epikuräer. Durch ihre Schriften verwüsten sie das Reich und rauben den friedsamen Bürgern seine Schätze an Wahrheit.
  
                    Parsen          Durch den Geist der Zeit hingerissen irren einige philosophische Gemüter in der Christenheit an der Person des Erlösers, forschen aber doch treu nach der Wahrheit, der sie auch folgen, wenn sie sie erkenne. Sie sein das Aleph/A der Menschen, und könnten auch zum Omega/O gebracht werden.
  
          68          Djemschid          Oberpriester der Parsen und die Parsen selbst: Die philosophischen Gemüter in der Christenheit
  
          30 c                    
  
          69          Russland und Sibirien          Die rohe, unkultivierte Menschenklasse, in der von Kultur und Aufklärung noch nicht erschienen ist.
  
          70          Stoll, Christian Friedrich          Später Eusebius. – Die mütterliche Vorsehung Gottes. Die mühseligen Arbeiter im wüsten Lande, wo sie dem Herrn einen Weinberg schaffen wollen.
  
          71          Stoll, Jakob/Jacob          Später Petrus. – Die mütterliche Vorsehung Gottes. Die mühseligen Arbeiter im wüsten Lande, wo sie dem Herrn einen Weinberg schaffen wollen.
  
                    Tiger          Die Leidenschaft der Herrschsucht.
  
                    Kamel          Trieb der Wohltätigkeit. – S. o. Dromedar.
  
          72          Bockhara/Bokhara          Eine Ruhestätte zwecks Einkehr im eigenen Selbst zur Selbstprüfung. Rast vor Samarkand.
  
          73          Abulgayir          Später Theodosius. (Vgl. Sir Eduard Hanley.) – Das christliche Regententalent von Gottes Gnade. – Theodosius: ein von Gott geschenkter, gegebener; „Gottesgab“. – Geheiligter Trieb zur Vervollkommnung.
  
          74          Gregorius          Der Zustand, wenn sich der Mensch als armer Sünder fühlt.
  
          75          Yadigar-Khan          Abulgayirs Vater: Sir Eduard Hanley. Die durch den Sündenfall verdorbene menschliche Natur. – Die Khans sind Schulmeister der Aufklärung.
  
          76          Jengiz Khan          Ichsucht (Egoismus) und Herrschsucht. Er ist Stammvater der Tyrannei.
  
                    Tarmashir-Khan          Später Philaletha. Der deistische Philosoph, die praktische Vernunft, der gesetzmäßige Wandel. – Seine Untertanen sind Bilder gesetzlicher und sittlicher Tugenden.
  
          77          Irene, Tochter des Tarmashir-Khan (Philaletha)          Die Moralphilosophie, edle Tugenden.
  
          78          Burga          Die Gottes- und Menschenliebe als Richtmaß wahrer Selbstliebe.
  
          79          Zuki/Zucki, die Mätresse          Die Eigenliebe in ihrer vollen Kraft.
  
          80          Abdalatif          Der tyrannische Herrschertrieb.
  
          81          Ein Beschnittener (Eunuch)          Die Verleugnung der Sinnlichkeit.
  
          82          Die zwölf Männer des hohen Rates zu Yespera          Das Tribunal. – Die Apostolischen Grundwahrheiten der christlichen Religion. – Das Gewissen.
  
          83          Gajus, der Wirt          Die Liebe, bei der man seine Wohnung nehmen muss.
  
          84          Hosching, der Parsenpriester          Der Geist der der Überlieferung getreuen getreuen Religionsfreunde, die sich um den tieferen Sinn der Religion nicht kümmern. – S. o. Parsen.
  
          85          Samarkand          Der Sitz der spekulativen Vernunft. – Versammlungsort der Erstgeborenen. Ein sandiges Gebiet, wo man nicht beständig bauen kann und wo nicht Gutes wächst.
  
          86          Dalai Lama          Die römisch-katholische und protestantische Hierarchie.
  
          87          Hochsprung, Carl Freymund von          Später Euphronimus. – Der Satan in Gestalt des Lichtengels, die Verführung der Auserwählten zum geistlichen Hochmut.
  
          88          Kein-Long          Kaiser von China. Der weltliche Arm zum Schutz der wahren Religion durch die Toleranz (auch gegen die Machtansprüche und Herrschaftsgelüste der Dalai Lamas).
  
                    Uhr          Die durch die Geistersonne geheiligte Vernunft.
  
                    Wasserfall          Ein Bild der himmlischen Kräfte, die aus dem fernen Osten hereinströmen.
  
                    Glocke          Die durchdringende Weckstimme der in uns durch Christus wirkenden Gnade. Durch sie werden wir zu besonderen Veranlassungen, Feiern usw. vorbereitet. Den Ton der Glocke hören nur weitgeförderte Christen und Kreuzritter.
  
                    Südösten          Licht und Wärme kommen aus dieser Region.
  
                    Abumaleck, Fatime, Alberich, Hadar, Gomar, Ibrahim          Beispiele der wahren Gelassenheit.
  
  
                              
    
 Band 4
  
          89          Paraklet          Der heilige Geist, der im innersten Seelengrund des begnadeten Christen wohnt und ihn unterweist. – Der von Christus verheißene Tröster. Der Geist wohnt im innersten Seelengrunde des begnadigten Christen und Kreuzritters. – Seine Töchter verkörpern Menschenliebe und Seelenfrieden.
  
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          8 a                    
  
          8 d                    
  
          89                    
  
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          90          Eulalius Philomystes, der Alchimist          Beispiel und Erläuterung, dass die Beschäftigung mit Alchimie und das Suchen nach de Stein der Weisen für gutmütige, aber geistig minderbegabte Menschen ein Fallstrick ist, dass aber die höhere Chemie, die hermetische Philosophie, eine höher Wissenschaft für die vom Geist Gottes Erleuchteten ist.
  
          91          Rosenkreuzer          Geistige Höhen, die selten erklommen werden; die meisten stürzen beim Versuch, dieser Höhen zu erreichen, ab, und gehen elend zugrunde. Deshalb Warnung vor vermeintlicher und falscher Rosenkreuzerei.
  
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          20                    
  
          92          Die vier Statthalter in Solyma          
  
          92 a          Djemschid          Das philosophische Gemüt
  
          92 b          Johannes Ilbar-Khan          Die Selbstprüfung als sittlicher Trieb.
  
          92 c          Petrus          Die göttliche Vorsehung. – Die apostolische Wahrheit von Christus.
  
          92 d          Paulus (der heimwehkranke Pfarrer)          Der durch Leiden gereifte Christ.
  
          93          Der hessische Offizier          Später Philemon. – Der natürliche Edelmut
  
          94          Dessen Gattin (die frühere Witwe Gerold)          Der natürliche Trieb zur Menschenliebe.
  
          16                    
  
          33          Russen oder Japhetiten          Die bewährten, treuen Seelen aus dem gewöhnlichen Volk. Sie sind durch die apostolischen Wahrheiten vorbereitet und begleiten Eugenius mit Treue und Gehorsam, ohne viele Erkenntnis zu erwerben.
  
                              
  
                              
  
          95          Lüdenbeck          Seine Geschichte ist ein Beispiel, an dem der Christ lernen soll, einen klaren Blick ins menschliche Leben zu bekommen.
  
          96          Reiling          Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, zu welchen Abgründen fromme Schwärmerei führt.
  
          65                    
  
                    Usbekische Familien          Die Seelen, die aus den gesetzlichen Kirchenchristen gewonnen werden.
  
          66          Die Abendländer          Dia aus allen erweckten Gemeinschaften oder auch pietistischen Gemeinden gesammelten Bewährten und Getreuen.
  
          97          Richmut Hochsteigel          Anagramm: Geistlicher Hochmut.
  
          98          Helferich Saftey          Anagramm: Falsche Freiheyt = Freiheit.
  
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