Verzeichnis der Primärliteratur  

  
  
  
  
  
  
 1965 ff.– Jung-Stillings wissenschaftliche Schriften als Hochschullehrer, als Mediziner und als Erzähler (darin allg. Hinweise und Lexika)
  
Die Werke Jung-Stillings sind in der chronologisch geordneten Darstellung seines Lebens und unter den Werken bereits zum Teil (mit Literatur) genannt.
 
 
Anläßlich der Ausgabe der deutschen Literatur auf Mikrofiche nach dem Taschen-Goedeke sind im folgenden Text diese Angaben gemacht worden, damit schnell auf die Primärliteratur zugegriffen werden kann. Zugleich wurden Ergänzungen angefügt. Weitere Ergänzungen habe ich unter den Quellen abgedruckt.
 
"Hat jemand einen Druck, der in die Bibliographie gehört, jedoch fehlt, oder von der beschriebenen Ausgabe in irgend einer Hinsicht abweicht, so soll er sich dessen freuen, aber weitherzig sein und mir den Fund mitteilen zum Nutzen der großen Gemeinde der Sammler und der Gelehrten."
                                        Ernst Schulte-Strathaus, 1912 [1913, S. (IV)]
 
 
Auch auf dieser web-Seite ist nicht alles von Jung-Stilling aufgeführt! Auf Nachfrage bin ich gern bereit, Auskunft zu geben.- Eine tabellarische, ausführlichere Auflistung findet sich hier.
"Bibliothek der Deutschen Literatur" (Axel Frey [Bearb.:] Bibliothek der Deutschen Literatur. Bibliographie und Register. Mikrofiche Ausgabe nach Angaben des Taschengoedeke. Eine Edition der Kultur-Stiftung der Länder im K. G. Saur Verlag. München usw.: Saur 1995. ISBN 3-598-50100-5 bzw. –53763-8 = BDL). Jetzt mit Supplement (auch vier Angaben zu Jung-Stilling).
Zu Jung-Stilling siehe man die überholten Bibliographien usw. unter „Literatur“.
 
Auch das, was hier auf den Seiten fehlt und das, was nicht aufgeführt ist, findet sich im Jung-Stilling-Archiv und -Dokumentationszentrum, Lennestadt (zumeist in Kopie oder mit Standortnachweis, als Scan und/oder Voltext). 
  
  
Jung-Stilling verfaßte in seinem Leben zwölf Lehrbücher, wovon das letzte zumeist nicht hinzugerechnet wird, da es sich "nur" um ein Lehrbuch für Mädchen einer Erziehungsanstalt handelt: 
  
1. Grundlehre sämtlicher Cameralwissenschaften, Lautern 1779 (2003)
2. Lehrbuch der Forstwissenschaft, Lautern 1781, 1782
3. Lehrbuch der Landwirthschaft, Leipzig 1783 (2009)
4. Lehrbuch der Fabrikwissenschaft, Nürnberg 1785
5. Lehrbuch der Handlungswissenschaft, Leipzig 1785, ²1799 (1995)
6. Lehrbuch der Vieharzneykunde, Heidelberg 1785, 1787
7. Anleitung zur Cameral-Rechnungs-Wissenschaft, Leipzig 1786 (1990)
8. Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft, Leipzig 1788 (1970)
9. Lehrbuch der Finanz-Wissenschaft, Leipzig 1789 (1978)
10. Lehrbuch der Cameral-Wissenschaft oder Cameral-Praxis, Marburg 1970
11. System der Staatswirthschaft, Marburg 1792
12. Lehrsätze der Naturgeschichte für Frauenzimmer, Karlsruhe 1816 (vollständiger Text unter den Texten)
 
[13. Lehrsätze der Technologie für Frauenzimmer
 (noch im November 1816 bzw. Februar 1817 geplant, aber nicht mehr erschienen).]
 
(In Klammern das Jahr des Neudrucks bzw. Faksimiles. - Downloads vieler Werke sind möglich; vgl. z. B. hier und hier.)
 
Ebenfalls werden nicht seine Ausführungen in der Zeitschrift "Der Volkslehrer" – z. B. das Goldene Buch (siehe hier) – berücksichtigt. Man findet die entsprechenden Texte hier unter den Quellen. (Alles als Volltext und Scannung vorhanden.)
    
 

1772 bis 1779  

 
 
1772
Jung wird mit einer Arbeit über das Eisengewerbe im Siegerland zum Dr. med. in Straßburg promoviert; er disputiert am 1772-03-24 und erhält in Abwesenheit am 1773-04-22 den akademischen Grad. Der Text seiner in lateinischer Sprache abgefassten Arbeit findet sich mit Kommentar unter diesem URL. - Sein für den Promotionsvorgang notwendiger Lebenslauf in lateinischer Sprache trägt das Datum 1773-04-05. - Vgl. unter 1773.
 
 
1772
Jung verfasst eine "Physisch-Chymische"-Arbeit zum Thema: "Quaenam est vaporum letiferorum in cavernis nonnullis prope acidulas natura?" Vielleicht lässt sie sich noch auffinden.
 
 
1773
Ase=Neitha. / Eine Orientalische Erzählung.
Inhalt der Erzählung ist eine Ausschmückung der Genesis 41, 45 berichteten Stelle über Joseph und Asnath. Zuerst erschienen in "Der / Teutsche Merkur.", hrsg. von Christoph Martin Wieland (1733-1813).
Jacobi war es, der nach Hans Wahl "den Verfasser in die Literatur überhaupt einführte".
Neudruck mit einer Einleitung hrsg. von Wilhelm Müller-Müsen in Siegerland - Eine Schriftenreihe [Bd.] IV. Ein Schneidergesell aus Grund ... Johann Heinrich Jungs erste Schritte als Schulmeister und Schriftsteller - Neue Beiträge zur Stilling-Forschung – (In Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatkunde und Heimatschutz). Kreuztal-Westf.: Jung-Stilling-Verlag (1948, 74 S.), Einleitung S. 31-37 und Text ebd. S. 39-52.
Den vollständigen Text der "Ase=Neitha", an dem Zeitgenossen die gesuchte Schreibweise der ägyptischen Namen (nach einem Wörterbuch) kritisierten, findet man als Faksimile unter diesem URL und als Text hier unter den Texten.
Unbekannt war bisher, dass diese Erzählung bereits im Jahr 1774 nachgedruckt wurde.
  
 
1773
Der vollständige Text der Promotionsschrift findet sich unter den hier abgedruckten Quellen. - Mehrere deutsch- und französischsprachige Rezensionen konnte ich feststellen. - Vgl. unter 1772. - Jung selbst übersetzte seine Promotionsschrift  1777 (gedruckt 1779) in die deutsche Sprache; der Text findet sich hier. - Der schon damals berühmte Professor Johann Beckmann (1739-1´811) in Göttingen gab in einer Fußnote eine kurze, lobende Rezension; siehe dazu unter diesem Link den mir freundlicherweise überlassenen Text von: Karl Heinrich Stamm: Johann Heinrich Jung (Jung-Stilling) in Rezensionen und Werken des Göttinger Ökonomen Johann Beckmann.
 
 
1775
In seiner Lebensgeschichte (S. 614) nennt Jung-Stilling die
"Abhandlung über die Forstwirthschaftliche Benutzung der Gemeinwaldungen im Fürstenthum Nassau-Siegen", die ihm den Ruf an die Kameral Hohe Schule in (Kaisers)Lautern eingetragen habe.
Es handelt sich hierbei um die falsch zitierte Schrift:
"J. H. Jungs / Staatswirthschaftliche / Anmerkungen / bei / Gelegenheit der Holznüzung / des Siegerlandes.“; publiziert in den "Bemerkungen / der / Kuhrpfälzischen / physikalisch=ökonomischen Gesellschaft, / vom Jahre 1775. / – / [Vignette] / – / Lautern, / im Verlage der Gesellschaft. / – / 1779."    
  
 
1775
Die Schleuder eines Hirtenknaben, BDL, ISBN 3-598-51363-1, Supplement, Fiche 20085/067.
In: Friedrich Nicolai. Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker. Kritische Ausgabe. Mit 22 Illustrationen. Hrsg. v. Bernd Witte. Stuttgart: Reclam (1991. ISBN 3-15-008694-9) = Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8694, findet sich S. 576-578 ein Nachdruck der Seiten 13-19 von Jung-Stillings "Schleuder".
Den vollständigen Text finden Sie wie eine kritische Gegenschrift unter den Texten.
In diesem Werk äußert sich Jung-Stilling erstmals über den Islam, die Muslime, die Mohammedaner; siehe dazu ausführlich hier nebst der dort abgedruckten Erzählung „Selim und Irene“.
  
1775
Jung-Stilling veröffentlicht in den Frankfurter gelehrten Anzeigen zwei Rezensionen. Die eine rezensiert das Werk von Hellmann aus Magdeburg über die Star-Operationen, die zweite (nun von mir festgestellte) ein religiöses Werk, das eigentlich unter dem Titel "Ein Zimmermanns Handlanger, von Liebesenthusiasten und der allerfreyesten Republik der einsamen. Kiriath Sepher der Freymäuerinnen D. M. 7275" erscheinen sollte." [Kiriath Sepher : vgl. Richter 1, 12.]  - Die beiden Texte finden sich hier. Siehe ausführlich dazu hier.
   
1776
Die Theodicee des Hirtenknaben erscheint. - Ebenso erscheint der Aufsatz "Anmerkungen über das Handlungs=Genie" Adolph Clarenbach; der Aufsatz wird 1781 in die französische Sprache übersetzt.
Ebenso erscheint als Raubdruck mit geringen Änderungen im Text:
 Die Schleuder / eines / Hirtenknaben / gegen den / Hohnsprechenden Philister / den Verfasser / des / Sebaldus Nothanker / von / Johann Heinrich Jung, / Doctor der Arzneygelehrtheit in Elberfeld. / [Vignette: Paar mir großen Hüten auf Insel.] / - [Linie fett/mager 69 mm] / 1776.
 
1776
 

Jung-Stilling veröffentlicht den Aufsatz

„Beschreibung / der / Nassau=Siegenschen Methode / Kohlen zu brennen / mit physischen Anmerkungen begleitet / Von / Johann Heinrich Jung. / - / Vorbericht.“, der ein „romantisches Bild der Köhlerei“ (Moser) entwirft.

Der Aufsatz stößt auf vernichtende Kritik von Johann Philipp Becher (vgl. hier):

„Ich mache es mir zur Pflicht, bei dieser Gelegenheit anzufüren, daß die von Hrn. Prof. Jung gelieferte Beschreibung des Siegenschen Kolenbrennens, welche in den Bemerkungen von 1776 am Schluß derselben eingerückt ist, alles enthalte, was man über diesen Gegenstand sagen mußte, mithin vollständig sei. Man stattet ihm hiermit vollen herzlichen Dank dafür ab. Der Verf. ist hier in seinem Fache; - Erzälungen, Eindrücke der Natur, dadurch erregte Empfindungen, - weiß niemand besser als er vorzutragen. Wer kann die Schilderungen seiner ehemaligen Situation ohne Rürung lesen! Die Beschreibung des Gewitters - ist furchtbar majestätisch -. Der angenehme Aufenthalt im Walde, wie malerisch, wie reizend ist solcher nicht geschildert! Ja man empfand selbst das genossene Vergnügen des Verf. in den stillen, friedfertigen Hütten der Köler.  Denn Na-

tur! nichts übertrift deine kunstlose Schönheiten, und die Allgewalt deiner Reize; und glücklich ist derjenige, der sie zu genießen weiß! - Man dachte sich so ganz den frommen Eberhard Jung, wie er sein AbendLied sang, seine Milch mit SeelenRuh aß, noch einmal um seine einsame Hütte ging, die lezten Tritte des rauschenden Wildes hörte, und dann auf seinem MoosLager entschlief.
Wie sehr wäre zu wünsche, daß man von den übrigen Abhandlungen ein gleiches Urteil hätte fällen können! Volles Lob, voller Beifall, sollte dem Verf. gewiß nicht vorenthalten werden. Allein bei seiner Beschreibung des Siegenschen Berg= Hütten= und CommerzWesens, hat er diesen nicht erndten mögen. Es felte ihm hier an Kentnissen, und an Ueberblick des Ganzen.“

Der Aufsatz ist aber so wichtig, dass er bereits 1781 in die französische Sprache übersetzt wird und noch 1788 mit Beigabe des (leicht veränderten) Kupfers wieder gedruckt wird. Es heißt hier einleitend:

 
„Die Nassau=Siegensche Methode, Kohlen zu brennen, ist nach Hrn. Prof. Joh. Heinr. Jung (welcher unter den Kohlen=Brennern erzogen ist,) [S. 95:] Beschreibung (*), folgende. […]“

 

Zu Jung-Stillings Aufsätzen in den "Bemerkungen der Kurpfälzischen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft" siehe man die Zusammenstellung unter diesem URL. - Vgl. dazu ausführlich hier.

 
1776
Die große Panacee wider die Krankheit des Religionszweifels; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14518.
  
1777
Jugend [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben; siehe unter Werk. – Siehe das Projekt Gutenberg unter diesem URL. – Hinweise zur Ausgabe finden sich unter den Werken.] - BDL, ISBN 3-598-51363-1, Supplement, Fiche 20414/68. -
Siehe zur gesamten Lebensgeschichte ausführlich mit weiteren Verweisen hier. - Neu: Als Hörbuch im MP3-Format erschienen mit der ISBN 978-3-941324-03-9; siehe hier.  - Zu "Joringel und Jorinde" siehe man hier. (Überetzung in die französische und englische Sprache hier.) - Zur Geschichte vom Großvater und Enkel (Kump/Trog für den Großvater) siehe man hier. - Zur Sprache der "Jugend" im Zusammenhang mit dem Pietismus siehe man hier.
 
Jung-Stilling, Johann Heinrich. Les Années de jeunesse de Heinrich Stilling. Une histoire vraie. Traduit de l’allemand par Yves Wattenberg pour les éditions Premières Pierres. Saint Maurice: Éditions Premières Pierres 2012. ISBN 978-2-913534-11-7. (Incl. gekürzter Jünglingsjahre [Véronique Gentil].) – Siehe http://www.premieres-pierres.fr/auteurs/jungstilling.html.
 
Wieland schreibt nach erscheinen der „Wanderschaft“:
"Stillings Wanderschaft beschließt ein Buch, das mehr wie ein Werk der Natur als der Kunst zu betrachten ist, woran diese eigentlich keinen Antheil hat, das aber sowol wegen des Interesse einer individuellen, höchstsonderbaren Geschichte, als wegen der aufrichtigen, Herzgewinnenden Sprache des Gefühls und der Wahrheit, die es fast durchaus spricht, unter den schätzbarsten Produkten unserer Zeit seine Stelle immer behaupten wird."
1778 erschien die folgende Rezension (eine von vielen; vgl. hier.):
„Henrich Stillings Jugend. Eine wahrhafte Geschichte. Berlin und Leipzig bei G. J. Deker 1777. 8° S. 168. mit einem Titelkupfer von Chodowieki. =
Lieber Eberhard Stillings Alter! so wie die Geschichte izt da liegt, es müssen dann noch mehrere Theile dazu kommen. Der Leser wirds zugeben, wenn ich ihm sage, daß Heinrich erst S. 53 geboren, und dann von den übrigen Bogen vieles mit Dortchens Tod, des Joringel und der Jorinde kläglicher Geschichte und mit dem Falle des Alten angefült wird. Eigenentlich wird erst S. 98 von seiner Erziehung die Rede. Doch ich zanke nicht gern über Titel. Jeder mag den Schild aushängen, den er wil.
Die Geschichte selbst ist übrigens nicht unrecht entweder erfunden und erzählt, oder wenn sie wahr ist, nacherzählt. Sie stelt eine ehrliche, rechtschaffene, gesunde und fleißige Landmansfamilie in ihrer Glükseligkeit dar. Es ist eine von den Schriften, von denen der Kunstrichter weder mit besonderer Wärme noch Kälte – weder viel contra, noch zu viel pro sprechen kan.
Die Quadratur des Zirkels S. 46 hätte vielleicht von Johan St. unberührt bleiben können. Auch wars nicht nöthig, daß Henrichs Vater gerade krumbeinicht war, S. 23. noch viel weniger hätten wirs dem Verf. übel genommen, wenn er uns verschwiegen hätte, daß Margrethe am Tauftage ihres Enkels ein sehr feines weißes Hemd, ihr Brauthemd, angezogen hat, S. 59. und daß Henrich in der Florenburger Kirche getauft worden ist S. 53. Uebrigens aber ist das wol brav, daß die Geschichte lokal zu seyn scheint.
Von Henrichs Erziehung, die also, weil das Buch den Titel davon hat, als eine Hauptsache anzusehen ist. giebt der Verf S. 97 folgg., diesen Bericht: ‚Der Vater, Wilhelm St. (er war Schulmeister und Schneider, hatte aber jenes zu seyn, eine Zeitlang nach dem Tode seiner Frau unterlassen) ‚stund um vier Uhr auf, und fieng an zu arbeiten; um sieben wekte er seinen Henrichen, (war das nicht zu spät, wenigstens im Sommer?) und beim ersten Erwachen erinnerte er ihn freundlich an die Gütigkeit des HErrn, der ihn die Nacht durch von seinen Engeln bewachen lassen. Danke ihm dafür, mein Kind, sagte Wilhelm, indem er den Knaben ankleidete. War dieses geschehen, so muste er sich in kaltem Wasser waschen, und dann nahm ihn Wilhelm bei sich, schlos die Kammer zu, und fiel mit ihm vor dem Bette auf die Kniee, „und betete mit der grösten Inbrunst des Geistes zu Gott (einen Tag so herzlich, als den andern? – und überhaupt ist dieses, und einiges des folgenden nicht zu mechanisch?) wobei ihm die Trähnen oft häufig zur Erde flossen. Dann bekam der Junge sein Frühstük, welches er mit einem Anstand und (einer) Ordnung verzehren muste, als wenn er in Gegenwart eines Prinzen gespeiset hätte. (Wozu das?) Nun dufte er ein kleines Stük im Catechismus lesen, und vor und nach auswendig lernen, auch war ihm erlaubt, als anmuthige und einem Kinde begreifliche Geschichtchen, theils geistliche, theils weltliche zu lesen, als da war: der Kaiser Octavianus mit seinen Weibe und Söhnen, die Historie von den vier Heymondskindern, die schöne Melusine und dergleichen. Wilhelm erlaubte dem Knaben niemalen, mit andern Kindern zu spielen, sondern er hielt ihn so eingezogen, daß er im siebenten Jahre seines Allers noch keine Nachbarskinder (wie ist das möglich?) wol aber eine ganze Reihe schöner Bücher (zum Exempel den Kaiser Octavianus mit seinem Weib und Kindern, die schöne Melusine u. s. w.) kante. Daher kam es denn, daß seine ganz« Seele anfieng sich mit Idealen zu belustigen. Seine Einbildungskraft ward erhöht, weil sie keine aundern Gegenstände bekam, als idealische Personen und Handlungen. Die Helden aller Romanzen, deren Tugenden übertrieben geschildert wurden, sezten sich unvermerkt als so viele nachahmenswürdige Gegenstände in seinem Gemüthe fest, und die Laster wurden ihm zum größesten Abscheu. (Und das war alles Würkung jener Romanzen? Warum fängt man dann nicht an, die Kinder aus der Melusine zu bilden, wenn dergleichen Sächelchen den grösten Abscheu vor dem Laster erregen?) Doch aber weil er beständig von Gott und frommen Menschen reden hörte, so wurbe er unvermerkt in einen Gesichtspunkt gestelt, aus dem er alles beobachtete. Das erste, wornach er fragte, wenn er von jemand etwas las oder hörte, bezog sich auf seine Gesinnung gegen Gott und Christum. – Am Nachmittage von zwo bis drei Uhr ober auch etwas länger lies ihn Wilhelm in den Baumhof und Geisenberger Wald spatzieren; er hatte ihm daselbst einen Distrikt angewiesen, den er sich zu seinen Belustigungen zueignen, aber über welchen er nicht weiter ohne die Geselschaft seines Vaters hinaus gehen durfte. Diese Gegend war nicht größer, als Wilhelm aus seinem Fenster übersehen konte, damit er ihn nie aus den Augen verlieren möchte. War die gesezte Zeit um, oder wenn sich auch ein Nachbarskind Heinrichen von weitem näherte, so pfif Wilhelm, und auf dieses Zeichen war er den Augenblik wieder bei seinem Vater.
Diese Gegend Stillings Baumhof und ein Stük Waldes, der an den Hog gränzte, wurde von unserem jungen Knaben (nun freilich es giebt auch alte) täglich bei gutem Wetter besucht und zu lauter idealischen Landschaften gemacht. Da war eine egyptische Wüste, in welcher er einen Strauch zur Höhle umbildete, in welche er sich verbarg und den heiligen Antonius vorstelte, betete auch wol in diesem Enthusiasmus recht herzlich. In einer andern Gegend war der Brun der Melusine; dort war die Türkei, wo der Sultan und seine Tochter, die schöne Marcebilla, wohnten, da war auf einem Felsen das Schlos Montalban, in welchem Reinold wohnte, u. s. w. Nach diesen Oertern walfahrtete er täglich, kein Mensch kan sich die Wonne einbilden, die der Knabe daselbst genos; sein Geist flos über, er stammelte Reimen, und hatte dichterische Einfälle. So war die Erziehung dieses Kindes beschaffen bis ins zehnte Jahr. Eins gehört noch hierzu. Wilhelm war sehr scharf &.’ – Genug um die Erziehungsmethode Wilhelm St. kennen zu lernen!“
  
1777 - 1778
Arbeiten Jung-Stillings über das Siegerländer Eisengewerbe erscheinen und provozieren einen Streit mit Johann Philipp Becher (1752-1831); siehe dazu detailliert hier und unter unter den Texten hier sowie hier!
Bereits 1784 heißt es dann von Jung-Stilling: „Der Heßische Bergbau bekam seinen Schriftsteller in Herrn Cancrinus, der Thüringische in Herrn Baumer, der Schlesische in Volkmann, der Würzburgische in Beringern, der Naußausiegische in Herrn Professor Jung.“
 
Erst im Jahr 1779 wird Jungs Aufsatz "Geschichte des Nassau=Siegenschen Stahl= und Eisengewerbes" gedruckt. Es ist dies nach seinen eigenen Worten "eine getreue Copie meiner ehemaligen Dissertation" aus dem Jahr 1772. Da sich der Text derselben auf meiner web-site befindet, sei auch dieser Text hier kommentiert nachgedruckt.
 
1778 
Es erscheint:
"Oeffentlicher Anschlag / bei dem / Antritte des Lehrstuhles / der praktischen Kameralwissenschaften / auf der / Kameral Hohen Schule / zu Lautern. / Von / D. Johann Heinrich Jung, / öffentlichen ordentlichen Lehrer der Landwirthschaft, Technologie, / Handlungswissenschaft und Vieharzneikunst daselbst; Mitglied / der Kurfürstl. ökonomischen Gesellschaft. / - / Lautern, / auf Kosten der Kameral Hohen Schule / - / 1778."  
Bisher unbekannt: Nur wenig gekürzt und eingeleitet nachgedruckt am 19. Dezember 1778, S. 456-460 in einem süddeutschen Intelligenzblatt.  
  
Ein weiterer Nachdruck als:  
Von / den Vorteilen, / die den Fürsten durch die ausübenden / Kameralwissenschaften zufliesen. / Eine Einladungsschrift / bei dem Antritte des Lehrstuhles der ausüben- / den Kameralwissenschaften auf der hohen Kameral- / schule zu Lautern, von J. Heinrich Jung neube- / rufenen Lehrer der Landwirthschaft, der Kunst- Hand- / lungswissenschaft und Vieharzneikunst daselbst.  
erschien in Bd. 2, 1779, H. 1, 1778, S. 49-66 in den:  
„Rheinische Beiträge / zur / Gelehrsamkeit. / 1tes Heft. Den 1. Jenner 1779. / - / Vorlesungen / bei der / öffentlichen Sitzung der kurpfälzischen deutschen / Gesellschaft. / Mannheim den 29. Brachmonat 1778. / Eröffnungsrede / von Herrn von Stengel.“  
 
Dann erneut nachgedruckt 1781 als: 
Johann Heinrich Jung, / D., der Landwirthschaft, Technologie, Handlungs= / wissenschaft und Vieharzneikunst ordentlichen offentlichen [sic] / Lehrer auf der Kameral Hohen Schule zu Lautern, / und der ökonomischen Gesellschaft daselbst / ordentlichen Mitgliede, / öffentlicher Anschlag / bei dem / Antritte des Lehrstuhles / der / praktischen Wissenschaften. / - / Im December 1779. / - /   
S. 105-126 in:  
Sammlung / kleiner / Schriften / der / Kameral=Hohen Schule / zu / Lautern. / - / Die [sic] seit 1775 bis 1781 erschienen sind. / [Vignette] / - / Erstes Bändchen. / - / Mannheim und Lautern, / im Verlage der ökonomischen Gesellschaft, und in Com= / mißion der neuen Hof= und akademischen / Buchhandlung, 1781.  
  
Kommentierter und gekürzter Nachdruck S. 15-26, Anm. dazu S. 26-39 in:  
Johann Heinrich Jung: Wirtschaftslehre und Landeswohlstand. Sechs akademische Festreden. Herausgegeben, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen v. Gerhard Merk. Berlin: Duncker & Humblot (1988. ISBN 3-428-06447-X.) – Anm. 2 ist in Bezug auf die „Litteratur= / und / Theater=Zeitung. / - / No. XXIV. / - / Berlin, den 12. Juni 1779.“, wo sich S. 372-380 als Nachdruck aus den Rheinischen Beiträgen zur Gelehrsamkeit vom Jahr 1779, Heft 4, der Artikel „Antwort auf den im vorigen Stück befind= / lichen Auszug eines Briefes über Stillings Wanderungen vom Verfasser / derselben. *)“ findet, falsch.
 
1778
Jünglings-Jahre; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13489. [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben. – Projekt Gutenberg. s. o.] - Zu Rezensionen siehe hier.
  
1778
Wanderschaft. BDL, ISBN 3-598-51363-1, Supplement, Fiche 20085. [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben. – Projekt Gutenberg, s. o.] - Zu Rezensionen siehe hier.
Wieland schreibt nach erscheinen der „Wanderschaft“:
"Stillings Wanderschaft beschließt ein Buch, das mehr wie ein Werk der Natur als der Kunst zu betrachten ist, woran diese eigentlich keinen Antheil hat, das aber sowol wegen des Interesse einer individuellen, höchstsonderbaren Geschichte, als wegen der aufrichtigen, Herzgewinnenden Sprache des Gefühls und der Wahrheit, die es fast durchaus spricht, unter den schätzbarsten Produkten unserer Zeit seine Stelle immer behaupten wird."
  
1779
Jung-Stilling beginnt mit dem Schreiben von Erzählungen im sog. "Kurpfälzischen Kalender". Die Texte sind vollständig abgedruckt unter Quellen. – Zu Jung-Stilling als "Kalendermann", als Erzähler, siehe man hier
 
1779
Jung veröffentlicht den "Versuch einer Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften"; 1780 anerkannten auch die Franzosen dieses Werk, wenn es in der Rezension heißt:
„Versuch einer grundlehre saemtlicher cameralIwissenschaften, &c. C'est-à-dire, Essai d'un livre élémentaire de toutes les sciences camérales, à l'usage des leçons dans l'université camérale électorale de Lautern. Par M. le docteur Jean-Henri Jung, professeur pub. ord. d'économie rurale, d'économie commerciale, & de médecine vétérinaire. In-8°. A Lautern, 1779. Ce livre, quoiqu'élémentaire & peu étendu, sera, sans contredit, d'une très-grande utilité à tous ceux qui veulent s'initier dans l'art dont il s'agit. Il est divisé en trois parties, dont la premiere est consacrée aux besoins d'un état, aux productions, aux arts, aux manufactures, au commerce, à la tenue des registres. Dans la seconde, l'auteur s'occupe de toutes ces considérations dans leur rapport à un citoyen; & dans la troisieme, des vues politiques relativement à l'état."
  
1779
Geschichte des Herrn von Morgenthau (Roman); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 44, Fiche 19336. - Der im gleichen Jahr erschienene Nachdruck (Berlin und Leipzig) kam tatsächlich in Tübingen bei Schramm und Franck heraus.
  
 

1780 bis 1789

  

1780 
Nicht von Jung-Stilling stammt (siehe auch unter "Falsch ist ..."):
"Ueber / die Art / Verbesserungsvorschläge / abzufassen. / - [50 mm; 4 mal: 10 + 5 + 15 + 15 mm] / in der offentlichen [sic] Senats=Versammlung den 9ten / Wintermonat abgelesen. / - [4 x 14 mm = 60 mm] / In welcher zugleich / Herr Johann Heinrich Jung, / D. Professor der Landwirthschaft, Technologie, Handlungs= / Wissenschaft und Vieharzeneikunde, auch Mitglied der / Kurfürstlichen ökonomischen Gesellschaft / als Dekan für das Jahr 1780 bekannt gemacht, / - [3 x 15 mm = 45 mm] / Auch die Geseze der Hohen Schule vorgelesen worden sind. / - [Schmucklinie 109 mm] / Lautern, auf Kosten der Kameral Hohen Schule 1780.
Diese "Verbesserungsvorschläge" von Friedrich Casimir Medicus/Medikus (1736-1808) reichen bis S. 24, auf dieser beginnt die "Schlußrede / des Herrn Dekans.", diese stammt dann tatsächlich von Jung-Stilling.
 
Nicht von Jung-Stilling stammt:
"Ueber den Flachsbau des Oberamtes Lautern. In der öffentlichen Senats-Versammlung den 9ten Wintermonat abgelesen. In welcher zugleich Herr Johann Heinrich Jung, ... als Dekan für das Jahr 1780 bekannt gemacht. Lautern: Kameral Hohe Schule 1780; 28 S."
Verfasser ist tatsächlich Friedrich Casimir Medicus/Medikus (1736-1808), wie schon Reiner Ullrich vermutete.
  
1781
Geschichte Florentins von Fahlendorn (Roman); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13489-13490.
Siehe auch zur Romanfigur des Muzelius:
H[ans].-J[oachim]. Feix: Johann Philipp Henrich Muzelius. Pfarrer in Neuwied 1751-1754. Ein Rufmord und seine Folgen. - In: Heimatjahrbuch des Kreises Neuwied 1992, S. 68-70.
 
1781
(bis 1784) Die Zeitschrift "Der Volkslehrer" erscheint und wird 1790 (s. d.) und 1990 in einer Auswahl ediert. - Der Inhalt wird hier detailliert aufgeführt. (Der gesamte Text aller Jahrgänge liegt mit Kommentar druckfertig vor):
"Das Goldene Buch", bisher nicht nachgedruckt, aber für das "Lehrbuch der Landwirthschaft" aus dem Jahr 1783 nicht ohne Bedeutung, findet sich unter diesem Link.
Johann Heinrich: Gesellschaftliche Mißstände. Eine Blütenlese aus dem „Volkslehrer“. Neu herausgegeben, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von Gerhard Merk. Berlin: Duncker & Humblot (1990. ISBN 3-428-06782-7.)
Johann Heinrich: Gesellschaft [,] Leben und Beruf. Geschichten aus dem „Volkslehrer“. Herausgegeben, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von Gerhard Merk. Berlin: Duncker & Humblot (1990. ISBN 3-428-06916-1.)
Siehe auch verschiedene Texte aus dem Volkslehrer unter den Texten! Rezensionen usw. hier. - Verschiedene Nachdrucke und Übersetzungen sind bekannt.
 
Christian August Wichmann (1735-1807) sieht die Sprache des Volkslehrers ähnlich wie Lavater in dem bekannten Brief an Jung-Stilling. Er schreibt 1784: 
„Ein Buch, das der Bauer nicht bezahlen kann, muß er ungelesen und ungenutzt lassen. – So hätte vor einigen Jahren das Wochenblatt für den gemeinen Mann *) so wohl wegen seines mannichfaltigen lehrreichen Innhaltes, als wegen der allgemein verständlichen Schreibart seines Verfassers, eine gar nützliche Schrift für den Landmann werden können, wenn es nicht dem immer geld=armen Landmanne zu theuer gewesen wäre. […] 
So ein Buch konnte auch wohl der so genannte Volkslehrer, eine neue Monatschrift *), werden, wenn der Ankauf desselben dem Bauer nicht eben so schwer gemacht, und der wichtige Innhalt nicht vielleicht durch einen Vortrag verdorben worden wäre, der dem Bauer schon deßwegen nicht gefallen konnte, weil dieser seine eigene Sprache wohl noch in dem Munde des Puppen=Komödianten gern hören mag, aber in dem gedruckten Buche dessen, der sein Lehrer seyn will, eben diese Sprache selbst am ersten ekelhaft findet. Der Bücherschreiber, der ihn unterrichten will, muß ihm ein edler und ehrwürdiger Mann, auch ins einer Sprache bleiben; simpel und verständlich muß diese Sprache seyn, aber nie gemein, nie bäurisch=schwatzhaft: sonst verachtet er den Schriftsteller, lacht über dessen noch so gut gemeinten Rath, und macht sich nichts aus dem Buch. Aber drey Groschen für das Stück von 4 kleinen Bogen sind an sich schon kein Kauf für den Landmann. Diese Monatschrift ist also auch nicht in die Hände des Volkes gekommen.“
 
  
1781
Der "Versuch / eines Lehrbuches / der / Forstwirthschaft" erscheint. – Siehe dazu hier.
 
1781
Fälschlich (!) wird für dieses Jahr das "Lehrbuch / der / Finanz= Wissenschaft." genannt. Siehe dazu hier!
 
1783
Lebensgeschichte der Theodore von der Linden (Roman); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 113490-13491.
 
1783
Es erscheint: "Versuch eines Lehrbuchs / der / Landwirthschaft / der ganzen bekannten Welt / in so fern / ihre Produkten in den Europäischen Handel kommen. / - / Den Vorlesungen / auf der / Kurpfälzischen Kameral=Hohenschule zu Lautern gewidmet, / - / von / Dr. Johann Heinrich Jung, / öffentlichem ordentlichem Professor daselbst. / [Vignette: Familie – Eltern und 4 Kinder im Garten unter Büschen und Felsen, links Hütte; links im Vordergrund Krug] / - / Leipzig / in der Weygandschen Buchhandlung / 1783."
Siehe hier
Der "Versuch eines Lehrbuchs der Landwirhschaft der ganzen bekannten Welt in so fern ihre Produkten in den Europäischen Handel kommen" erscheint. Das Inhaltsverzeichnis des Werks findet sich hier. - Im Jahr 2009 ist erschienen ein "Neudruck in Antiquaschrift besorgt von der Jung-Stilling-Gesellschaft e. V., Siegen", Postfach 10 12 72, 57203 Kreuztal, ISBN 3-928984-29-2.(XIX, 1-441 S.; S. 427-441 ein Sachregister, das das von Jung-Stilling (S. 427-456) gegebene ersetzt. - Unter sichtlichem Bemühen, seitengenau und textgetreu zu sein, fehlen jegliche Anmerkungen und auch Hinweise auf die zwei (vom Titelblatt verschiedenen) Ausgaben sowie darauf, dass es einen leicht veränderten (mit vier Anm. vers.) Nachdruck der sechsseitigen Vorrede in: Johann Heinrich Jung: Aus Wirtschaft und Gesellschaft. Ausgewählte kleinere Abhandlungen. Hrsg. u. m. Anm. vers. v. Gerhard Merk. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1992. - ISBN 3-928984-02-0.) = Jung-Stilling-Schriften Bd. 3, S. 97-103, gibt. - Ein „flüchtiges Durchblättern“ (S. (VI)) macht nicht die Bedeutung des Werks klar, das Krünitz, Funke und Riem lobend nennen und das Johann Simon Kerner (1755-1830) zur Grundlage eines seiner Werke machte und nach dem man in Heidelberg 1788/89 auf der Universität las.
   
1784
Theobald oder die Schwärmer (teilweise autobiographischer Roman); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 113491-13492. – Zum Roman und seinem Motto „Mittelmaß die beste Straß“ siehe hier.
Es ist von mir ein kommentierter Arbeitstext des Romans erstellt und an ausgewählte Personen weitergegeben worden, damit eine kritische Ausgabe herausgegeben werden kann. Etwaige an der Mitarbeit Interessierte sollten sich melden.
Eine vorläufige Version der beiden Bände findet sich hier.
 
Siehe unter 1785 Jung-Stillings Rede vom 10. November 1784.
 
 
1784
Nicht von Johann Heinrich Jung-Stilling, sondern von Johann Heinrich Jung: Über Reliquien. Siehe ausführlich dazu hier! Der Text aber dennoch unter BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 26, Fiche 11863 vorhanden.
 
1785
Es erscheint im Druck:
"Einige wichtige Bemerkungen / über / das Studium / der / Staatswirthschaft, Nebst dem Beweiß, / daß auch / die Vieharzneykunde / wesentlich dazu gehöre. / - / Von / D. Johann Heinrich Jung. / - / Vorgelesen den 10 November 1784." – In: "Vorlesungen / der / kurpfälzischen physikalisch=ökonomischen / Gesellschaft. / - / Von dem Winter 1784 bis 1785. / - / [Vignette] / Erster Band. / mit [sic] einer Kupfertafel. / - / Mannheim, / in der neuen Hof= und akademischen Buchhandlung. / 1785.
(S. 3-4: "Antritsrede." S. 4-23: "Ueber das Studium / der Staatswirthschaft."; S. 24-38: "Ueber das Studium / der Vieharzneikunde.") – Neudruck in den 1988 (s. d.) erschienenen akademischen Reden "Wirtschaftslehre und Landeswohlstand" S. 137-158, Anm. S. 158-163.
 
Nach diesem Aufsatz erscheint ebenfalls 1785 das
"Lehrbuch / der / Vieharzneykunde / von / Dr. Johann Heinrich Jung, / ordentlicher öffentlicher Professor / zu Heidelberg. / - / Erster Theil / welcher / die Physiologie und Pathologie / enthält. / [Abb.: GP im Wappenschild, das Hermes hält] / Heidelberg, / bey den Gebrüder Pfähler. / - / 1785."
(Enthält 739 Paragraphen ; Band 2 erschien 1787.) – Siehe dazu hier das Register über beide Bände.
   
Die "Dillenburgischen Intelligenz=Nachrichten" zeigen in ihrer Nummer 36 vom 4. September 1779, Sp. 574, an in der Rubrik "Aus anderen Ländern. / Vorlesungen auf der Kameral Hohen= / schule in Lautern im Winter halben / Jahre 1779 - 1780. [...] Die Vieharzneikunst wird Herr Professor Jung nach Erxlebens Vieharzneikunde Nachmittags von 4 – 5 vortragen."1769 erschien bei Dieterich in Göttingen und Gotha eine "Einleitung in die Vieharzneykunst" und 1771 ebd. der "Praktische Unterricht in der Vieharzneykunde" von Johann Christian Polykarp Erxleben (geb. Quedlinburg 22. Juni 1744, gest. Göttingen 18. August 1777; vgl. dazu Allgemeine deutsche Bibliothek Bd. 13, 2. Stück, S. 509 f.)
  
In der "Allgemeine[n] / deutsche[n] / Bibliothek. / [Vignette] / Des neun und sechzigsten Bandes / erstes Stück. / - / Mit Röm. Kaiserl. Königl. Preußl. Churfürstl. Sächßl. und Chur= / Brandenburg. allergnädigsten Freyheiten. / = / Berlin und Stettin, / verlegts Friedrich Nicolai 1786." liest man S. 88, von "Ek." unterzeichnet, innerhalb der Rubrik "Kurze Nachrichten":
"Da sich das Erxlebensche Handbuch vergriffen, so ist ein Buch von einem berühmten Verfasser, von dem sich nichts schlechtes erwarten lässt, sehr willkommen. Wir empfehlen es daher allen denen, welche sich der Vieharzneykunst widmen wollen, als ein höchst unentbehrliches und gründliches Werk, und erwarten den zweyten Theil mit Verlangen."
Siehe auch:
H(einrich). Nolting: Dr. med. Johann Heinrich Jung-Stilling. Ein Professor für ‚Vieharzneykunde' des 18. Jahrhunderts. - In: vet, 5. Jahrg. 1990, H. 12, S. 43-47. [= Vortrag gehalten am 8. September 1990 auf dem 24. Kongreß für Geschichte der Veterinärmedizin in Karlsruhe. Mit 1 Porträt Jung-Stillings (wohl nach Gundlach), Titelblatt von "Einige wichtige Bemerkungen / über / das Studium / der / Staatswirthschaft" und dem Titelblatt der "Vieharzneikunde" von 1787.]
 
Siehe ebenso unter 1795.
 
1785
Es erscheint   
"Versuch / eines / Lehrbuchs / der / Fabrikwissenschaft / zum Gebrauch Akademischer Vorlesungen. / Von / D. Johann Heinrich Jung / Professor zu Heidelberg. / [Verlagsvignette] / - [engl. Linie] / Nürnberg, / in der Grattenauerischen Buchhandlung, 1785".
 
Siehe dazu ausführlicher hier.
 
  
Vgl. dazu z. B. Hans-Erhard Lessing: Technologen an der Universität Heidelberg. – In: Semper apertus. Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1386-1986. Festschrift in sechs Bänden. Band II Das neunzehnte Jahrhundert 1803-1918. Hrsg. v. Wilhelm Doerr in Zusammenarbeit mit Otto Haxel, Karlheinz Misera, Hans Querner, Heinrich Schipperges, Gottfried Seebaß, Eike Wolgast. Berlin usw.: Springer (1986), S. 105-133, hier S. 114-117. 1787.
 
1785
Es erscheint eine Übersetzung (mit Beigabe des lateinischen Textes) von: 
Virgils/Vergils Georgicon; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7832.
 
1786
 
Es erscheint eine unerlaubte Neuausgabe des Volkslehrers (1781 f.), die Jung nicht akzeptieren wollte. Die Herausgeber leiten ein:

Kleine Vorrede zu dieser Auflage von Seiten der Herausgeber.

Das Büchelchen, meine lieben guten Leute! wovon ihr alle Monat eins bekommen solt, und das so nach und nach zu einem hübsch dicken Buch anwachsen wird, dies Büchelchen hat also ein gelehrter und wie ihr sehen werdet, überaus gutherziger Mann, Namens Jung, vor einigen Jahren im Reiche herausgegeben. Seine Absicht war dabei, daß, nachdem so vieles Gute für höhere und aufgeklärtere Stände geschrieben wird, auch etwas für euch da sey, welches euch richtiger denken und gesitteter machen sollte. In dieser Rücksicht hat er das ganze Werk so faßlich als möglich geschrieben.

Da wir nun gesehen haben, wie viel Gutes es auch bei Euch stiften könnte, wenn Ihr so was deutliches und unterrichtendes in eurer Sprache in die Hände bekämet, womit ihr Euch statt eines unnützen Geschwätzes die langen Winterabende unterhalten könntet, so haben wir uns entschlossen, dies Buch im Böhmischen und im Deutschen für Böhmen insbesondere auflegen zu lassen. Wir wünschten sehr, es Euch unentgeltlich geben zu können. Aber Druckkosten und Papier kommen alle Monate über 400 f. zu stehen, und das können wir doch auch nicht so gleich wegschenken. – Wir geben es euch also um das, was es uns selbst kostet, und suchen daran keinen Gewinn, wie die Buchhändler, die von so was leben müssen. Wenn eine jede Gemeinde nur eins hält, welches sie gemeinschaftlich lesen kann, so ists genug, und das kostet nicht über 36 kr. des Jahrs, vielleicht noch weniger, wenn mehr gekauft wird. Diese Auslage wird für vermöglichere Gemeinden unbedeutend seyn. Was aber die ärmeren Gemeinden betrifft, so wird wohl jeder wohlhabende Obrigkeit so gut seyn, ihnen die 36 kr. selbst zu spendiren, wenn Ihr sie darum schön bittet; es ist dies ein größeres gutes Werk, als oft das Almosengeben. Und so werdet Ihr viele schöne und gute Sachen lernen, besonders wenn sich eure Geistlichkeit und eure Schulmeister die Mühe nehmen, das Buch mit euch zu lesen und Euch das, was Euch dunkel wäre, zu erklären.

 

Jung beginnt damit, Beiträge zu einem "Idioticon vom Herzogthum Berg" zu sammeln. Diese Beiträge werden 1792 in einem Wörterbuch veröffentlicht. Die Beiträge Jungs dazu finden sie nebst Kommentar auf dieser Seite. 
 
1787
Umzug nach Marburg. - Siehe dazu unter 2007 und im Lebenslauf.
 
1787
Es erscheint das   
"Lehrbuch / der / Vieharzneykunde / von Dr. Johann Heinrich Jung, / ordentlicher öffentlicher Professor / zu Heidelberg. / - / Zweyter Theil / welcher / die Medizinische Materie und Clinick / enthält. / [Vignette Format: 63 x 36 mm; Sonne und Putte in Blumenranke] / - / Heidelberg / bey den Gebrüder Pfähler, / - / 1787."
(Enthält die Paragraphen 740-1428, Band 1 erschien 1785; eine zweite Auflage 1795.)
 
1787
Es erscheint die
Jubelrede über den Geist der Staatswirtschaft; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13492 (Neuausgaben vorh.; siehe unter Werk.)    
 
1787
Es erscheinen anonym die
 
"Blicke in die Geheimnisse der Natur=Weisheit denen Herren von Dalberg Herdern und Kant gewidmet -- Berlin und Leipzig,gedruckt bey George Jacob Decker. 1887," Sie werden hier nachgedruckt. Zu Jung-Stilling und Kant siehe man passim auf dieser web-site und die Einleitung dort.
Zu diesem „Alchemistic-mystical nonsense.” (Erich Adickes [1866-1928]) kannte man bisher nur zwei lange Rezensionen (siehe beim Nachdruck). Zwei kurze aus dem Jahr 1787 seien hier wiedergegeben:
a) „Blicke in die Geheimnisse der Naturweisheit [... ]. Was S. 68-77 über das Pflanzenreich geschwäzt wird, ist ein so elendes verworrenes unverständliches Geschreibsel, als nach Rec. Bedünken die ganze Schrift. Dieß zum Frommen der Leser, die allenfalls noch nicht wissen, was unter dem hochtrabenden – zwar schon zimlich deutlich anzeigenden, wes Geistes Kind es sey – Titel verborgen stecke!“
  
b) „Blicke in die Geheimnisse der Natur=Weisheit – den Herren von Dalberg, Herndern und Kant gewidmet. Berlin 1787. 8. 156 S. Eine höhere speculativische Naturwissenschaft, Cosmologie, Dynamik, Psychologie, Pneumatologie, Theologie; philosophisch System. Der Flug ist ein wenig hoch! Wer mit fliegen kann der fliege mit. Ich bleibe hienieden! Sehr gelehrt sieht dies Buch aus, wie alle Werke der Art!“
 
 
1788-1798
Es erscheinen "Die Erzählungen des Bauernfreunds."  im "Hessen=Casselischen Calender". Die bisher unbekannten Texte finden Sie unter diesem Link.
 
1788
"Eickels Verklärung" erscheint.
Handschriftlich hat sich erhalten:
Eickels Verklärung / Eine Scene / Aus der Geisterwelt / Zum freundschaftlichen Andenken / von / Jung / 1788. / ManuParLui zu Auferhaltung
Im Druck erschien:
Eickels / Verklärung / eine Scene / aus der Geister Welt. / Zum freundschaftlichen Andenken / von / Johann Heinrich Jung. / - / - / - / Elberfeld / bey C. W. Giesen, Buchhändler. / 1788.
Als weiterer Druck ist bekannt:
Sammlung / einiger / Predigten / wegen ihrer Gründlichkeit und / geistlichen Erfahrungen aufgeschrieben / und zum Druck befördert / von / ungenannten Freunden. / [Vignette: Doppel (Post)Horn mit Blüten] / Zweyte verbesserte Auflage. / = / Elberfeld / bey Christian Wilhelm Giesen, Buchhändler. / 1788.
Darin:
VI. / Eickels / Verklärung / eine Scene / aus der Geister Welt. / Zum freundschaftlichen Andenken / von / Johann Heinrich Jung / der Weltweisheit und Arzneygelahrtheit Doctor, Churpfäl= / zischer Hofrath, und der Staatswirtschafts ordentlicher / Professor in Marburg.
Dionysius Eickel, 1723-1788; imm. Duisburg 5. März 1744 (Bremensis); war 1756 ff. reformierter Pastor zu Elberfeld; er ehelichte Anna Sophia Henrietta Kürten, die im Alter von 77 Jahren im Jahr 1810 in Ronsdorf starb. –
Siehe den Text nach diesem Predigtband im Projekt Gutenberg (s. o.) und vgl. auch unter den Texten.
 
1788
Es erscheint das
Lehrbuch / der / Staats=Polizey= / Wissenschaft / Von Johann Heinrich Jung / der Weltweisheit und Arzneygelehrtheit Doctor, und / öffentlicher ordentlicher Lehrer der Oeconomie, Finanz= / und Cameral=Wissenschaft zu Marburg. / - / Leipzig, / in der Weidmannischen Buchhandlung / 1788.
Die Einleitung zu diesem Lehrbuch ist eine ausführliche autobiographische Darstellung von Jungs Leben. Sie wurde von einer zeitgenössischen Zeitschrift separat unter dem Titel aufgelistet:
„Jung, Joh. Heinr., Doct. zu Marburg, Methode wie sein Vater ihn erzogen hat, daß er sich in alle Schicksale des Lebens finden lerne; und Beurtheilung dieser Methode.“
 
Diverse Nachdrucke und Faksimiles dieses Vorworts " Meine Geschichte als Lehrer der Staats= / wirthschaftlichen Wissenschaften, / statt einer Vorrede." sind vorhanden; zum eigentlichen Inhalt des Lehrbuchs siehe hier das Inhaltsverzeichnis der einzelnen Paragraphen.
Zu Jung-Stillings Erwähnung von Jonathan Swift siehe hier.
 
1788
Zwei Artikel in den „Stats=Anzeigen / = / gesammelt und zum Druck befördert / von / August Ludwig Schlözer“ loben den Fürsten Johann Ludwig von Sayn-Wittgenstein. Jung-Stilling berichtet besonders von dem Fall des Zainschmieds Wiegel im Arfelder Hammer, dessen Prozeß zu den beklagten Artikeln führte.
Die Texte Jung-Stillings in den Staatsanzeigen finden sich hier.
 
1789
Häusliches Leben; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7837-7838 [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben. – Projekt Gutenberg, s. o.] - Eine interessante Rezension dazu erschien in diesem Jahr:
"Berlin und Leipzig. Bey Rottmann: Henrich Stillings häusliches Leben. Eine wahrhafte Geschichte. 1789. 8. 275 Seiten, mit Stillings Porträt. Den Stillingsfreunden wird diese Fortsetzung von Stillings Lebensgeschichte sehr willkommen seyn. Sie schließt sich ganz genau an Stillings Wanderschaft (Berlin, 1778) an. Diese endet mit Stillings, oder des Hrn Hofraths Jung, Abzug von der Universität Strasburg, und gegenwärtige Fortsezung beginnt mit seiner unglücklichen Laufbahn als praktischer Arzt in Schönenthal (Elberfeld), und geht bis zu seiner Anstellung in Marburg. Den Charakter der Stillingischen Romane trägt auch diese Fortsezung aufs getreueste. Auch hier kommen wunderbare Gebetserhörungen (z. B. S. 35. 101. 138), Thränen, Kämpfe, und unüberschwengliche Leiden vor, deren der gute Mann vielleicht weniger gehabt hätte, wenn er seiner Vernunft, die ihn nach S. 4 zu gewissen Zeiten sehr plagte, der er aber, nach seiner Versicherung, kein Gehör gab, sondern nur glaubte, würklich mehr Gehör gegeben hätte. Wir hoffen, er werde nun besser mit ihr stehen, sollte auch gleich die arme Vernunft, wie er S. 268 behauptet, in diesem Thal der Irrwische und Schatten noch gewaltig in den Kinderschuhen herumstolpern. S. 94 bereut es Stilling, gegen den Nothanker geschrieben zu haben. Grosses Lob ertheilt er S. 29 den Brüdern Vollkraft (Jakobi) und herrliche Züge kommen hin und wieder von dem edeln Göthe [sic; Goethe] vor. So ließ er z. B. Stillings Geschichte ohne Stillings Wissen drucken und überraschte ihn mit dem Honorarium auf die angenehmste Art, da seine Noth würklich am höchsten war. – Sonderbar ist in diesem Büchlein die Vermischung wahrer und falscher Namen, so daß es z. B. wunderlich lautet, wenn man liest: Die Cameralschule sey von Rittersburg (Lautern) nach Heidelberg verlegt worden. Uebrigens hat uns auch diese Fortsetzung (wahrscheinlich der Schluß der ganzen Geschichte) wieder sehr viel Vergnügen gemacht. Man kann sie nicht aus der Hand legen, ohne dem Verf. dafür zu danken und herzlich gut zu seyn. Wer die Geschichte dieses sonderbaren Mannes, der erst Schneider, Schulmeister, Comtoirbedienter, Hofmeister, und Arzt war, und nun Professor und Hofrath ist, kurz und ohne das reizende Gewand des Romans lesen will, dem empfehlen wir die Vorrede von Jungs Lehrbuch der Staats=Polizey=Wissenschaft, Leipzig, 1788."
 
1789
Lehrbuch der Finanz-Wissenschaft: Siehe die falsche und hier korrigierte Angabe, dass es bereits 1781 erschienen sei und den Nachdruck der Ausgabe von 1789 unter 1978.
 
 

1790 bis 1799

 

1790
Es erscheint das 
Lehrbuch der Cameral-Praxis; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14518-14519. - Der Verlag Krieger kündigt für die Herbstmesse 1806 eine neue, vermehrte Auflage an.
1790 
 
Jung-Stilling veröffentlicht: Über eine neue Ziegelstreich-Maschine. - Es ist dies „Eine gemeine Stampfmühle mit unbeschlagenen hölzernen Stampfern, welche sehr nahe an einander stehen, damit sie den Thon recht gut durchzukneten vermögen.“ (1825 nach 1804/05) Der Aufsatz wurde später nachgedruckt als „Beschreibung und Abbildung einer bequemen Maschine zum Ziegelstreichen“.
Bereits 1787 – also drei Jahre vor der Publikation – schrieb man: „Fleißige Mischung aber und länger fortgesetzte Bearbeitung dieser Materien kann allein leicht die Ziegel noch so fest machen, als sie, weniger bearbeitet werden würden. Der Herr Professor D. J. H. Jung schlägt dazu eine Stampfmühle vor.“
 
   
Jung hatte nämlich zuvor schon geschrieben:
"[…] muß ich meinen eigenen Vorschlag zu Verbesserung der Ziegelfabrick mittheilen.
Das Treten des Thons von Thieren und Menschen ist immer zu weitläuftig, und zu kostbar: warum sollte ein Stampfwerk, wo eine Daumwelle hölzerne Stampfen in einen Trog hebt, und fallen läst, nicht die beste Würkung thun? Der Thon wird mässig mit Wasser befeuchtet, und in den Trog gethan; wenn er gnug durchknettet und zäh gnug ist, so nimmt man ihn heraus, und sezt frischen ein; um das Anhängen an die Stampfen zu verhüten, streut man zuweilen feinen Sand.
Zum Streichen kan Wynblads [Carl Wijnblad, 1705-1768] Vorrichtung angewendet werden; oder auch mein folgender Vorschlag: Ein langer Tisch hat auf beyden Seiten, handhohe Leisten, zwischen diesen liegt ein hölzernes Gitter, dessen Latten die Dicke, und dessen Fächer die Grösse eines Ziegels haben; der Thon wird über das Gitter verbreitet und eine schwere Walze darüber hergezogen, diese drückt den Thon in das Gitter, wodurch dann auf einmal so viel Ziegel gestrichen werden, als Fächer  in dem Gitter sind; hinter der Walze her, schiebt man ein scharfes Brett über das Gitter, und schneidet so den Thon glatt weg, der sich auf das Holz desselben angedrückt hat: so wird man wenigstens 40 bis 48 Ziegel in ein paar Minuten streichen können." 
Nebenbei: Im selben Jahr 1790 wurde der Aufsatz an einem anderen Ort nachgedruckt.
 
Siehe hier.
 
 
1790
Das Gedicht auf seine dritte Eheschließung erscheint als vierseitiger Druck (mit leichten Änderungen im Text im Vergleich zur Lebensgeschichte, hrsg. Benrath S. 467-469).
 
1790
Jung veröffentlicht die Erzählung "Ein merkwürdiger Traum.", die später im Christlichen Menschenfreund - verändert und mit dem Jahr 1788 versehen - abgedruckt wird.
  
1790
Der Stadtbuchdrucker Johann Speck in Lauingen beginnt mit dem Nachdruck des Volkslehrers (s. 1781) in 18 Heften, und macht ihn damit für Katholiken brauchbar. Denn: "Er lehrt ohne Geschrey, Unterhält mit Würze, Macht aufmerksam auf die Wege der Fürsehung, Und erbaut in Liebe."   
  
1791
Methode den grauen Staar zu heilen; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7838; Neudruck unter Quellen. –
Siehe auch seine Operationsberichte, hrsg. 1992 von Gerhard Berneaud-Kötz (zu diesem hier)!
Zur Anzahl der Operationen siehe hier!)
Siehe auch die Begriffserklärung [Star = Bezeichnung verschiedener Augenkrankheiten] unter diesem Link: Grauer Star, Erläuterungen von Dr. W. Bockelmann (Augenarzt und Journalist).
  
1791
Herausgeben werden von Jung-Stilling die
"Abhandlungen / des / Staatswirthschaftlichen Instituts / zu Marburg. / [Siegel des Instituts mit Jahreszahl 1789] / - / Mit einer Kupfertafel. / - / Offenbach / bei Ulrich Weiß und Carl Ludwig Brede / 1791." (Texte siehe hier.)
XXVIII, 232 S. – Darin die Vorrede S. 1-28 von Jung-Stilling und S. 108-126: "Bemerkungen über das Nomocratische System / von Johann Heinrich Jung." -
Mit der Eröffnungsrede für das Staatswirtschaftliche Institut in Marburg am 7. Mai 1790 erschien dieses Werk; eine Ausgabe mit der Jahreszahl 1790 konnte mittlerweile eingesehen werden (GV (alt) Bd. 1, S. 188: "{Hrsg.: Carl Wilhelm Robert; Johann Heinrich Jung-Stilling.} Offenbach: Ulr. Weiss u. Carl Ludw. Brede 1790. 8°."). –
Neuausgabe: "Olms Neue Medien: Deutsche Zeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. Microfiche-Volltext Verfilmung".
 
 
Die Ausgabe von 1790 nennt noch den Namen des Kupferstechers: Gundlach. - Hier die Ankündigung in einem Verlagsprospekt:
 
 
 
1791
Teile der Lebensgeschichte und aus dem "Volkslehrer" der Artikel über den Schierling werden in der Schweiz nachgedruckt.
  
1792
Ein Teil von Jung-Stillings Aufsatz „Bemerkungen / über die wichtigsten Theile / der / Gewerbepolizei. / Von / D. Johann Heinrich Jung. / - / Vorgelesen den 14. Hornung 1787.“ wird in der Schweiz nachgedruckt.
  
1792
Es erscheint - neben den Beiträgen Jungs zu einem "Idioticon vom Herzogthum Berg" (siehe 1786) - die
Grundlehre der Staatswirtschaft. - Siehe 1978 den Reprint.
.Noch 1799 wird für das in diesem Jahr erschienene Werk so geworben:
"Jung, D. J. H., die Grundlehren der Staatswirthschaft, ein Elementarbuch für Regentensöhne, und alle, die sich dem Dienst des Staats und der Gelehrsamkeit widmen wollen, gr. 3 fl. 45 kr.
Dieses Werk, das sachverständige Gelehrte bisher mit ihrem Beyfall gekrönt haben, kam an die Stelle des 1779 zu Lautern edirten Versuchs einer Grundlehre sämtlicher Cameralwissenschaften, das schon lange nicht mehr zu haben, und auch sehr unvollständig war. Zur beschleunigten Herausgabe desselben veranlaßte der Aufenthalt des durchl. Erbprinzen von Hessen, der die Vorlesungen darüber mit anhörte. Es ist in demselben alles aufgenommen, was zur Bildung eines Mannes und zu den Kenntnissen dessen, der die Staatswissenschaft studiren will, nothwendig gehört. Die philosophische Naturgeschichte ist ihrer wichtigen Folgen wegen und weil sie im Grund die eigentliche Ontologie der Staatswirthschaft ist, besonders hier weitläuftiger als bisher geschehen ist, abgehandelt worden, welchcs auch Kenner vorzüglich gebilliget haben. Das ganze Werk zerfällt nach einer Einleitung in Haupttheile. Der erste Theil enthalt die Gewerbwissenschaften. Zum ersten Abschnitt desselben gehört die Production, und dahin 1) philosophische Naturgeschichte; 2) Metallwirthschaft; 3) Forstwirthschaft; 4) Landwirthschaft; jede dieser vier Nummern mit ihren besondern Paragraphen Den zweiten Abschnitt des ersten Theils macht die Fabrikation aus, und hieher gehört 1) allgemeine Technologie; 2) Fabrikwissenschaften mit den nöthigen Abtheilungen; 3) Handlungswissenschaft mit ihren Abtheilungen. Der zweite Haupttheil handelt von den Regierungswissenschaften, 1r Abschnitt: Staatspolizey mit dem dazugehörigen; 2) Finanzwisscnschaft; 3) Nomocratie. Diese generelle Inhaltsanzeige kann jedem schon einen Begriff von dem Umfang der in diesen Grundlehren abgehandelten Materien geben.“
   
1793
Über den Revolutions-Geist; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14519; siehe auch hier zu dieser Schrift! - 1797 werden die die Pressefreiheit bezüglichen Passagen nachgedruckt (S. 6, 56 = hier S. 115-117). 
  
Im Januar erschien der Aufsatz „Vorschlag zu zweckmäßiger Erleichterung des Selbstunterrichts in Sprachen, sonderlich der Lateinischen.“ in der Deutschen Monatsschrift. Sein Text findet sich hier, auch wenn Jung-Stiling nachweislich nicht (!) der Autor ist (siehe unter "Falsch ist ...").

  

1794
Heimweh und Schlüssel dazu erscheinen. (Vgl. in der chronologisch geordneten Darstellung unter 1794 und 1796. – Zum Straßburger Exemplar des "Schlüssels" siehe man unter Orte.) - Der vierte Band wurde 1796 (zeitweilig) verboten.
Alle Informationen zum "Heimweh"– auch zum Neudruck und zum Begriff "Heimweh", Register, Inhaltsangaben usw. – finden sich hier!
   
Ebenso verfasst Jung-Stilling am 7. Dezember des Jahres den "Entwurf eines Plans und der Regeln des Teutschen Gelehrten-Bundes zur Aufrechterhaltung der Christlichen Religion und der Teutschen Reichsverfassung."
Wegen seiner Bedeutung ist der Text auf dieser Seite nachgedruckt.
 
Im Jahr III des neuen französischen Kalenders (1794/95) wird Jungs Roman "Florentin von Fahlendorn" (1781-1783) unter dem Titel "Florentin et Rosine" in die französische Sprache übersetzt. Der vollständige, kommentierte Text findet sich hier.
    
1795
Es erscheint der Aufsatz „Ueber die Revolutionssucht deutscher Weiber“ in der Zeitschrift Eudämonia, der hier abgedruckt ist. (Vgl. auch hier.)
  
1795
Der graue Mann (Zeitschrift); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 19, Fiche 8384-8388. Ebenso bei "Olms Neue Medien: Deutsche Zeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. Microfiche-Volltext Verfilmung". Siehe mehr zur Zeitschrift hier!
Siehe dazu den Aufsatz von Martin Völkel unter diesem URL.
Eine kommentierte Neuausgabe ist 2007 im Verlag Traugott Bautz GmbH, 99734 Nordhausen, erschienen; ISBN 978-3-88309-395-6. Das Register dazu erschien 2009 ebenfalls im Bautz-Verlag, ISBN 978-3-88309-503-5. Korrekturen und Ergänzungen zu dieser Ausgabe finden Sie unter diesem Link.
Noch 1817 wurde diese Zeitschrift als seriöse Quelle geachtet, wenn man auch nur weniges Richtige über den Autor wusste: So heißt es im Mai 1817: (Kursivierung = falsch!)
   „The Rev. Dr. John Henry Young, well known, to the Christian world, by the conspicuous part which he took in the Germanic Bible societies, and who was for many years professor of anatomy and optics in the college of Marburgh, says in his ‘Grauer Man’, a work published about the beginning of the present century, that a professor of divinity [… = GM H. 2, 1797, S. 97 f.]. […] But when reported by such a man as Dr. Young, no one can doubt of its truth.”
 
  
1795
Es erscheint eine zweite Auflage von Jungs "Lehrbuch der Vieharzneykunde" aus dem Jahr 1785 (s. d.) mit dem Titel:
"Lehrbegriff der theoretischen und praktischen Thierarzneykunde. Zum Behuf der Vorlesungen durchaus umgearbeitet von J[ohann]. D[avid]. Busch. Heidelberg: Pfähler 1795, 423 S. = Versuch eines Lehrbuchs der Vieharzneikunde, 2. vom Verf. genehmigte Aufl. durch Joh. Dav. Busch."
Johann David Busch, geb. Marburg 5. Juli 1755, gest. 8. April 1833, dürfte dies Werk völlig umgearbeitet haben. Auf Zureden von Jung-Stilling hatte Busch 1787 in Marburg Vorlesungen über die Tierarzneikunde begonnen. Busch "war bald der Freund dieses redlichen, frommen Mannes geworden". Auch 1797, 1799 und 1800 werden für dieses Werk genannt. – In Marburg vollendete am 4. April 1806 Busch den ersten Band seines dreibändigen Werks:
"Dr. Johann David Busch, / der Menschen= und Thierheilkunde ordentlichen Professors / und Hebammenlehrers zu Marburg, / Lehrbuch / der / Zoologie und Zootomie / für / künftige Thierärzte. / - / Zum Behuf akademischer Vorlesungen. / - / Marburg, / in der neuen akademischen Buchhandlung. / - / 1806."
Hier heißt es S. (XI):
"Vorrede. / - / Als ich vor achtzehn Jahren anfieng, Vorlesungen über die theoretische und praktische Thierheilkunde zu halten, bediente ich mich des (damals einzigen) Lehrbuches meines Freundes und ehemaligen Kollegen Jung, und den damaligen Bedürfnissen, zu einer Zeit, da es erst anfieng, in dieser Wissenschaft zu dämmern, war auch dieses Buch angemessen. Indessen beschenkte noch in dem nemlichen Jahr unser Durchlauchtigster Landesfürst unsere Universität mit einer Thierzerglie= [S. XII:] derungsanstalt, der ich seit dieser Zeit zugleich vorzustehen die Ehre hatte. Junge Leute aus den verschiedensten Ständen (mehrere Mediciner und Kameralisten ungerechnet) fiengen an, sich ausschließlich auf dieses Fach zu legen, und kamen seitdem in nicht unbedeutender Zahl auf unsere Universität, in der Absicht, sich zu künftigen Thierärzten zu bilden. Theils, wie obgedachtes Lehrbuch vergriffen war, theils, weil es zu meinem ferneren Lehrplan nicht mehr paßte, nahm ich mit Bewilligung des Verfassers, im Jahr 1795, eine gänzliche Umarbeitung desselben vor, trennte die Zootomie und Arzneimittelkunde davon, und gab über beide, in den Jahren 1796 und 1798 besondere Lehrbücher heraus, und über diese und das Jungische Lehrbuch hielt ich bisher meine thierärztlichen Vorlesungen in einem oft sehr wohl besetzten Hörsaal. Aber auch dieses Lehrbücher sind theils vergriffen, [...]".
Die "N. / 13. / Medicinisch=chirurgische Zeitung. / Erster Ergänzungsband. / - / Den [...]." 1801 rezensiert im Dezember 1797, S. 208 Jung-Stillings "Lehrbegriff der theoretischen und praktischen Thierarzneykunde", also dieses Werk. Hier heißt es zum Schluß:
"Ueberhaupt hat er [= Busch] alles, was in neueren Zeiten in diesem Fache geleistet worden, sorgfältig benutzt, und dadurch sein Lehrbuch, wenigstens nach des Rec. Urtheil, zu dem besten gemacht, das wir bis jetzt über die Thierarzneykunde aufzuweisen haben."
Siehe unter 1785.
 
  
1795
Es erscheinen die  Scenen aus dem Geisterreiche (1795, Bd. 2: 1801), deren Text schon vor dem Heimweh geschrieben war; eine zweite Auflage dieses ersten Bandes erscheint im Jahr 1800:
"Scenen / aus dem / Geisterreiche. / von / Heinrich Stilling. / Erster Band. / Zweyte vermehrte und verbesserte Auflage. / - / In meines Vaters Haus giebts viele Wohnungen. / - / Frankfurt am Main, / bei Varrentrap und Wenner / 1800."
Eine Auflage ist 1797 nicht (!) erschienen. (Für diesen ersten Band werden fälschlich als Erscheinungsjahr in der Literatur nahezu alle Jahre von 1790 an genannt: 1790, 1792, 1793, 1797, 1798, 1799. Allein das Jahr 1795 ist zutreffend! Der zweite Band erschien im Jahr 1801.)
Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Drucke findet sich unter diesem URL.
 
Eine Interpretation in niederländischer Sprache aus dem Jahr 1843 siehe hier.
 
 
1795
werden die ‚Volkslieder’ aus den ersten beiden Teilen der Lebensgeschichte nachgedruckt, und es heißt dann dazu in der Einleitung:
„Die zugegebenen Uebersetzungen ins Englische sollten vornehmlich dazu dienen, auf die übersezten vortreflichen deutschen Volkslieder aufmerksamer zu machen, und ihnen vielleicht auch im Auslande Leser zu verschaffen.“
 
Sodann werden übersetzt (vgl. auch unten unter 1821):
 
“Four ancient
Ballads,
translated from the German.
=
1. The faithleß Knight
From the German of Dr. Jung. See “Henrich
Stilling’s Jugend, “ etc. and above, p. 233.
=
 
There was a Knight rode farr away;
He had none friend, nor non money:
     His sister was fait and lovely.
‘Ah, sister, I do bid adieu:
Shalt ne’ver more see thy brother true.
I ride away in foreign land:
Give thou once more thy lilywhite hand!’
 
I spy’d, fair brother, yesterday
A fair checky bird sate on a spray
     Of our old wither’d willow.
I threw at him my ring of gold,
The ring he strait in his beak did hold;
Then t the wood he flew anone;
My ring it was for ever gone.
     Adieu! adieu! adieu!
 
‘Dear sister, bolt thy chamber-door,
And rest within for evermore;
     Let no man see thy chamber!
The Knight that rides on the coleblack steed,
Doth flowly part, and comes with speed:
But from the Knight take heed an care.
For many’ a maid he did ensnare.
     Adieu! adieu! adieu!
 
The Vorgin wept so bitterly:
The brother once more back did see,
     And greeted her so gently.
Then to her chamber gan she go,
But this Maid’s heart wa full of woe:
Before all men well love she did
The Knight who rode on the coleblack steed.
     Adieu! adieu! adieu!
 
The Knight who rode an the coleblack steed,
He was well gear’d, and richly see’d;
     He came to that dair maiden.
He came full oft’ about midnight,
And parted before morning light;
He brought her to his castle fair,
Where many other virgins where.
     Adieu! adieu! adieu!
 
She did arrive i’th’ dark night:
She saw how many’s maid this Knight
     Had stol’n and brought to shame too.
Of cooling wine she took a bowl,
And dropped in a venom foul,
Then drank it to the coleblack Knight:
Both’ eyes were darken’d with one night.
     Adieu! adieu! adieu!
 
They buried the Knight in’s castle fair,
And the Maiden near a well so clear:
     There in th’ cool graß she slumbers.
About midnight she strays around,
I’ th’ moon-shine do her sights resound;
She, clad in white, walks to and fro,
And tells the wood her endleß woe.
     Adieu! adieu! adieu! 

The gentle brother came anone,
And to the clear well is he gone:
     He saw there his fine sister.
‘Why here, dear sister? pray tell me!
Thou sigh’st so fore: what aileth shee? –
I’ ve slain myself i’th’ dark dark night,
With venom soul, and eke the Knight,
     Adieu! adieu! adieu!
 
Like a mist tgat riseth to the sky,
The Virgin thro’ the tree did fly,
     And never more was seen.
To a cloister went the Knight with speed,
And gan a holy life to lead.
There he did pray for his sister’s rest,
And that her poor soul might be ‘blest.
     Adieu! adieu! adieu!
 
2. The Mad-dog.
From the German of Dr. Jung. See “Stillings

Jünglingsjahre,” p. 104 and above, p. 264.
=
 
There sate upon a heath so green
A Shepherd old and grey: ; :
Along the wood his sheep were seen
To graze away the day.
 
The Shepherd, curb’d with eld, and tir’d.
Aside his stock did go : , :
And when the sun on mid-day fir’d,
Then was his gait so flow.
 
His daughter, young and also sheene,
His only daughter dear :, :
Of all the Virgins she was queen,
All Shepherds’ sons lov’d her.
 
But One among those shepherds all,
The faithful Pharamund : , :
This stubborn Virgin’s heart t’enthrall
He only was y-conn’d.
 
Once by a foreign herdman’s hound
This Shepherd, he was bit : , :
His flesh was sore with many’ a wound,
The blood ran down his feet.
 
Upon a day those loving Two
Did walk i’th’ green green wood : , :
They, hand in hand, went to and fro,
And doleful was their mood.
 
They both came near unto that heath,
Whereas the Father sate : , :
The sheep themselves, by God his faith!
I’th green graß mourn’d thereat.
 
On a green sod young Pharamund stoof,
And sternly star’d on her : , :
The frighted birds thro’ all the wood
Still in their nestes were.
 
With his white teeth he fell upon
His poor forsaken maid : , :
With a thousand tears the Virgin ‘gan
Implore the raging dad.
 
The Maid’s despair and loud larment
The Father understood : , :
The sighs with which her sosom’s rent,
Resounded thro’ the wood.
 
The Father, trembling an aghast,
With fault’ ring step came near : , :
But then she almost breathe’d her last;
His mind and mood did stare.
 
Th’ unhappy Youth recover’d soon,
And mourn’d his cruel deed : , :
Then sying fell to the ground anon,
And drew near Ellinor’s herd.
 
And with a thousand kisses flew
To Heav’n these loving Two : , :
Besprent with many’ a tear’s kind dew,
They flew from earthly woe.
 
Now goes He, with a broken heart,
Hiss een by sorrow dim : , :
No joy of earth may footh his smart,
No star doth rife for him.
=
 
3. The bloody Knight.
From ther German of Dr. Jung. See “Herich
Stilling’s Jugend, “ etc and above, p. 261.
=
 
Three stars there are shine o’er a king his house;
Three Virhins wer dwelling therin : , :
Their Daddy was far off, gone into the south,
On a lilly steed, well to be seen.
O stars, pray shine n more!
 
Dost spy him, the steed, and the lilliwhite steed,
Ah, sister dear, low in the vale? : , :
I spy him, my Father his lilliwhite steed,
He stately gallops in the dale
O stars, etc.
 
I spy him, the steed, but my Dad not upon:
Ah, sister dear, Daddy ist dead : , :
How my heart in the bosom with grief is
o’erflown!
And the heaven, how is it so red!
O stars, etc.
 
In stepped a Rider, in a coat red with blood,
And stood in the chamber so small : , :
Ah, bloody man, do not! pray cool thy hot mood
And stay not us fair Maids all.
O stars, etc.
 
You may no more live, you Maidens fair:
My own wife, as fair and as sheene : , :
In the garden your Father hath murdered her:
Her heart’s-blood did flow thro’ the green,
O stars, etc.
 
The Murd’rer I found in the wood so green;
His lilywhite steed I then took : , :
And pricked his heart with a knife so keen,
That he tumbled adown from the rock.
O stars, etc.
 
And thou haddest slain my Mother dear,
Thou ‘st slain her in our hollow way : , :
Ah, sister, pray cheer up, and drop not a tear,
For why we die fain on this day.
O stars, etc.
 
The man took a knife was both sharp and long,
And threw’t thro’ the Virgins their heart : , :
Each Virgin her head so dolefully hung,
And fell to the bottom with smart.
O stars, etc.
 
There flows now a rivulet limpid and clear;
Thro’ the vale it doth murmur and flee : , :
Do curb thy course, Rivulet limped and clear,
And pour thyself into the sea.
O stars, etc.
 
There slumber the Virgins together all three,
I’ th’ cool earth, without fear : , :
Thy ly there, and slumber together all three,
Till their last morn appear.
O stars, pray shine no more!
=
 
4. The Linden-tree.
From the German of Dr. Jung. See “Henrich
Stillings Jünglingsjahre. “ p. 33. and above p. 299.
=
 
At Kindelsberg, before the hall,
There stands an aged linde, O.
With many’ a bough to crisp, and tall;
It rustles in the winde, O.
 
There lies so great and broad a stone,
Full near unto that linde, O.
Is grey and with old moß o’ergrown,
Lies fast i’th’ cooling winde, O.
 
There slumbers a Virgin the dull slumber,
Who was true to her Knight, O.
Which was from the March a Count so fair;
Her life was fill’d with fright, O.
 
He went with his brother in foreign land,
T’ avenge a Knight’s soul hatred, O.
He gave the Virgin his iron hand,
Her eyes with tears were waterd, O.
 
The period fix’d was long expi’rd,
The Count did not return, O.
By fear now tir’d, by love then fir’d,
Under the linde she’d mourn, O.
 
There came a young Knight, so costly dight,
And on a black steed he rode, O
That Virgin crav’d this thruthful wight,
And firm and threatening stood, O.
 
The Virgin said: I’ll ne’er be kinde,
Nor ne’er may be thy bride, O,
When it turns dry, that fair green linde.
Then I will with thee ride, O.
 
The linden-tree was young an tall;
The Knight i’th’ land sought rounde, O.
A dry lidee-tree as young, as tall,
Untill he’ at last it founde, O.
 
He went there, when the moon did shine,
Digg’d out the fair green linde, O.
And the dry linde he set therin;
So wicked was his minde, O.
 
The Virgin rose i’th’ fair morninge,
The window was so clear, O.
The linde’s shade on’t was not playinge.
Her eye grew dim with fear, O.
 
The Virgin to the linde did hye,
And thereby weeping sate, O.
The prideful Knight again came nigh,:
Now up, and be my mate, O.
 
The Virgin said in that great pain:
I never may love thee, O!
By that fierce Knight the Virgin’s slain:
The Count, sore grieve did he, O.
 
The Count, he came on that same day,
He spied with sorrowful mood, O.
His well-belov’d Maid, wheras she lay,
By the dry linde, in her blood, O.
 
And there he made a grave so dep,
A rest-bed fpr his Love, O.
Then up and down a linde did seek,
And set it on the grave, O.
 
And a great stone he laid thereby,
That lies yet in the winde, O.
There the Virgin in good rest doth ly,
In the shade of her green linde, O.”
 
 
1797
Zu den Beiträgen in der Zeitschrift "Eudämonia" sehen Sie hier nach. - Nachdrucke anderer Texte als zu diesem von Wrede/Wreden sind vorhanden. - Zu Texten in englischer Sprache siehe auch hier.
 
 
1798 
 Nach GV alt – und anderen Hinweisen – sind bereits 1789 (nach Kayser) und dann zur Ostermesse 1796 erschienen die von Jung-Stilling herausgegebene und mit eigenen Beiträgen versehenen
Staatswirthschaftliche / Ideen. / - / Von / D. Johann Heinrich Jung, / Hofrath und Professor in Marburg. / - / Erstes Heft. / - / Marburg, / in der neuen Akademischen Buchhandlung / 1798.
(Umschlag, S. 1-126; nach S. 126 ist noch ein Verlagsprospekt angehängt. - Siehe hier den Inhalt.)
 
Bereits am 15. Juli 1796 wurde diese Schrift für die Ostermesse des Jahres angekündigt. Jedoch ist das Jahr 1798 das richtige Erscheinungsjahr – wenn nicht die einzelnen Beiträge zuvor einzeln gedruckt und dann hier zusammengefaßt worden sind.
 
Aus seinem Brief aus Marburg an Ludwig von Vincke (zu ihm vgl. hier) in Berlin vom 1797-03-29 (aufgelistet in Edition Schwinge S. 22; zur Edition siehe hier) ist nämlich zu entnehmen:
„Theuerster Freund meines Herzens! Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, daß meine Briefe kurz sein müssen, mein Wirkungskreis breitet sich unglaublich aus und wird immer gedrängter angefüllt. Daher kommt’s auch, daß ich die ‚Staatswirtschaftlichen Ideen’ noch nicht habe herausgeben können.“
So erschien diese Sammlung 1798 mit dem folgenden
Inhalt.
-
I. Forst=Verbesserungs=Anstalten in den Hessischen Staaten                    Seite 7
II. Bemerkungen über den Misbrauch des Holzes und über die Ersparung desselben                    41
III. Gedanken über die gegenwärtigen Pflichten der Regenten, ihrer Dienerschaft und ihrer Unterthanen                    56
IV. Sind die Maschinen, welche bey Fabriken die arbeitenden Hände ersparen, nützlich oder schädlich?                    76
V. Untersuchung der Frage: Ob denn der Caffee durch keine Gesetzgebende Gewalt abgeschaft werden könne? – das ist: ob er das wahre Noli me tangere sey                    92
VI. Geschichte des Königreichs Poptokotschischi aus den Annalen der Natur                    102
VII. Von der Nothwendigkeit eines Reichspolizeygesetzes über die Landwirthschaft; an die Regenten Teutschlands, und ihre bey der Reichs=Versammlung zu Regensburg angestellte Bottschafter. Von einem Teutschen, Frft. und Leipzig 1798. 40 Seiten in 8.                    118
VIII. Von den feuerfesten Strohdächern der Nassau=Siegenschen Hütten und Hämmer                    121
 
1804 wird dies Buch dann in einem anderen Zusammenhang genannt von Joseph Rohrer (1769-1828):
„Also weiß denn doch der Jude, wenn er seine cabbalistische Weisheit in der Klemme sieht, schulmäßig zu distinguiren, um sein Ansehen zu retten. Ich würde allerdings den galizischen Juden, welche hölzerne Häuser haben, rathen, nach dem Vorschlage des Herrn von Aken [Franz Joachim von Aken (geb. Örebro 7.07.1738, gest. ebd. 23.06.1798; ehel. 21.05.1770 Sophie Elisabeth Kuhlmann, T. d. Henrich Kuhlmann in Norrköpping).], die Balken und das Holzwerk in den Häusern mit Alaun und Vitriolwasser zu bestreichen, um sie dadurch vor Feuer zu verwahren, welche Einrichtung schon in mehrern schwedischen Orten besteht. Allein freylich hat der Abergläubige wenig Sinn für Wahrheiten, innerhalb der bloßen Vernunft. Herr Hofrath Jung spricht unter andern in seinem ersten Hefte der staatswirthschaftlichen Ideen, von den feuerfesten Strohdächern der Nassau-Siegenschen Hütten und Hämmer, vermittelst eines Ueberzuges vom Ziegelthone, oder Lehm. Aber auf Schriftten ähnlicher Art hat noch kein Oberrabbine den Stempel der Bewährtheit gedruckt. Uiberhaupt kann man den Cabbalisten nicht genug den Vorwurf machen, daß ihr Hang alles Geheimnißreiche inne zu werden, endlich den Geschmack für alle offen liegenden Kenntnisse, welche aus tagtäglicher Erfahrung abgezogen sind, zerstöre.“

Zur Einordnung dieses Textes siehe hier.
   
1799
Nicht von Johann Heinrich Jung-Stilling; nur die Vorrede schrieb er zu:
Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande von Johann Christian Stahlschmidt (geb. Freudenberg 3. März 1740, gest. Saarn bei Mülheim/Ruhr 1. Juni 1826 [nicht 1824; nach Steinseifer, der sich auf Kirchenbuchauszüge von Ernst Meyer beruft; begraben 4. Juni.]); BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7838-7840 (Siehe auch den Aufenthalt Jung-Stillings bei Stahlschmidt unter 1755.)
Der Text von Jung-Stillings "Vorrede. Berichtigung der gewöhnlichen Begriffe von der Mystik." diente der Einleitung zu Stahlschmidts "Pilgerreise" im Jahr 1799 und findet sich hier.
  
Warum Jung-Stilling nicht der Autor der "Pilgerreise" sein kann:
Es heißt in der Vorrede S. I: "eines noch lebenden Mannes; dessen wahre Demuth und Bescheidenheit mir verbietet, hier etwas zu seinem Lob zu sagen;" und unterzeichnet ist sie S. XXXVI mit "Marburg den 26. Jun. / 1799. / Dr. Johann Heinrich Jung." – S. 3, im 2. Brief bekennt der Autor Stahlschmidt von sich: "Ich bin im Jahr 1740. den 3ten März zu Fr…. im N.. S…..schen [Nassau-Siegenschen] geboren. Mein Vater war Landhauptmann im Fürstenthum S…. [Siegen] von acht Kindern war ich der älteste Sohn."; also: geboren am 3. März 1740 in Freudenberg in Nassau-Siegenschen, wo der Vater im Fürstentum Siegen amtete. – Auch die Gegenden, die der Verfasser aufsuchte – Indien, Amerika (wo Stahlschmidt von 1770 bis 1779 lebte und dort auch reformierter Prediger war) – schließen eine Autorschaft Jung-Stillings aus, denn Jung-Stilling war nie dort. – In der Fußnote S. 159 und S. 275 wird das "Heimweh" von Jung-Stilling zitiert, S. 159 wird gesagt: "wo dieser [sic] Autor […] schön und gut dargestellt hat."
  
Leider findet sich der Fehler der falschen Zuschreibung in fast allen Bibliographien; so z. B. in:
Gero von Wilpert und Adolf Gühring: Erstausgaben deutscher Dichtung. Eine Bibliographie zur deutschen Literatur 1600-1960. Stuttgart: Kröner (1967) = Kröners Taschenausgaben. [Jung-Stilling S. 640-643, hier Nr. 47].
  
 
Siehe auch:
Bernd Steinseifer: Johann Christian Stahlschmidt und seine "Pilgerreise". – In: Freudenberg im Zeitgeschehen (Heft 76), 30. Jg. 1990, Heft 2, S. 17, 19, 21, 23. (Gute Biographie, kurze Auszüge aus der "Pilgerreise”.)
Ulrich Bister: Tersteegensche Frömmigkeit und Stillingscher Erweckungsgeist bei Johann Christian Stahlschmidt. – In: Romerike Berge 42, 1992, H. 3, S. 13-17. [Mit Abb. der "Pilgerreise" und Vignette aus deren holländischer Übersetzung aus dem Jahr 1803.]
  
1799
Die Siegsgeschichte der christlichen Religion; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13492-13493. – Zur weiteren Information über die beiden Ausgaben des Jahres sehen Sie hier nach! Erläuterungen zum Text  finden sich hier. - Den kommentierten Text finden Sie hier. Den Text des Nachtrags aus dem Jahr 1805 finden Sie hier.
 
1799
Am 6. Juni 1799 macht Jung öffentlich Werbung für einen Marburger Hersteller von Musikinstrumenten.
    
1799
Gemeinnütziges Lehrbuch / der / Handlungswissenschaft: Siehe 1995.
 
1799  
Dass Jung-Stillings Lehrbücher nicht ohne Einfluß geblieben sind – an etlichen Universitäten wurde noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein nach seinen Werken gelehrt – zeigt beispielhaft dieser Exkurs:
1799 erscheint in einem Lexikon der ausführliche Artikel „Leinwandmanufactur“, der ausgiebig von Jung-Stillings „Lehrbuch der Fabrikwissenschaft“ aus dem Jahre 1785 Gebrauch macht. Nicht benutzt wurde also die 2. Auflage aus dem Jahr 1794! (Vgl. dazu hier.) Im Lexikon heisst es:
[S. 699:] „Auf die jetzt beschriebene Art [nach Jacobson, hier S. 691-699] verfährt der Leinweber bey Verfertigung gewöhnlicher Leinwand, in welcher keine Streifen und Muster sind. 
Me: Anm.: Johann Karl Gottfried Jacobsson (1725-1789) [sic]: Schauplatz der Zeugmanufacturen in Deutschland: das ist Beschreibung aller Leinen- Baumwollen- Wollen- und Seidenwirker-Arbeiten, vornehmlich wie sie in den Königlich-Preussischen und Churfürstlich-Brandenburgischen Landen verfertigt werden, mit allerhöchster Erlaubniß hrsg. Berlin: Mylius 1773-1176; Bd. 1 1773, Bd. 2 1774, Bd. 3 1775, Bd. 4 mit Kupfer und Register 1776. – Später zitiert die Enzykopädie Jacobson noch ausführlich. – Jung-Stilling nennt Jacobson in § 1214.  
Da es nun aber sehr leicht möglich ist, daß in dieser jetzigen Beschreibung des Leinenwebens manches noch nicht deutlich genug vorgetragen worden, so will ich hierüber dasjenige anführen, was der Herr D. und Prof. Jung in seinem Versuche eines Lehrbuches der Fabrikwissenschaft, Nürnberg 1785. S. 525 fgg. sagt.“
 
Hierauf folgen nun bis S. 703 ff. die Paragraphen 1284 bis 1293 mit zwei Anmerkungen auf S. 701 zum Paragraphen 1286:
„Der Leineweber, als Handwerksmann betrachtet, der nur einzeln für sich um Lehn arbeitet, läßt dies Spulen von seiner Frau und Kindern verrichten; (*) un Fabriken aber, (**) wo alles im Großen betrieben wird, da ist eine Spulmaschiene sehr nützlich;“
Die Anm. lauten:
(*) Viele Hausmütter überlassen dieses Geschäfte nicht dem Leinweber, sondern sie leihen sich allenfalls solche Bobinen, wenn sie keine haben, und spulen selbst mit den Ihrigen das Garn dstetarauf.            F. [= Friedrich Jakob Floerken (1758-1799)]
(*) [sic] Der Herr Professor Jung scheint keinen Unterschied zwischen Fabrik und Manufactur zu machen; – da ich ihm aber wörtlich folge, so werden die Leser hier unter dem Worte Fabrik stets das Wort Manufactur verstehen, welches eigentlich auch hier gebraucht werden müßte. Man wird darüber in dem allgemeinen Artikel Manufactur, die längst bekannten Gründe, und den Unterschied zwischen Fabriken und Manufacturen finden.            F.“
 
Jedoch: In diesem Lehrbuch schreibt Jung-Stilling am Ende des Vorworts:
„Aber Fabrickwissenschaft - Herr Professor! wissen Sie denn nicht, was für ein Unterschied zwischen Fabrick und Manufaktur ist? – O Ja! das Wort Fabricken= und Manufakturwissenschaft, war mir eben viel zu lang; und dann dachte ich; alle Welt sagt im meinen Leben Wollenfabrick, Zizfabrick, Siamoisfabrick u. s. w. und der Herr von Haller (und den werden Sie doch nicht corrigiren wollen) sagt ja gar Fabrica Corporis humani, wo doch warlich kein Fäserchen zu finden ist, das im Feuer weich gemacht, oder durch den Hammer geschmiedet worden wäre.
Mir ists indessen wohl, wie dem Taglöhner, wenn er Feyerabend, und etwas guts verrichtet hat; mich kümmert kein Kritiker, wenn nur mein Buch meinen edlen teutschen Jünglingen, und derer gebe mit Gott viele! zum nüzlichen Wegweiser auf ihrem Pfade zum Ziel dienen mag.“
Bereits 1782 schrieb Jung: „Nachdem ich nun einmal fest gesezt und angenommen habe, daß die Errichtung der Fabriken und Manufakturen (ich begreife hier alles zusammen unter dem Wort Fabrik) das einzige Mittel sei, die Landwirthschaft als das Grundgewerbe des Volkes, und mit ihr die ganze Staatswohlfahrth auf den höchsten Gipfel der Vollkommenheit zu führen“. dies in: „Bemerkungen / über den / natürlichen Standpunkt / der Fabriken. / Von / Johann Heinrich Jung.“ In: „Bemerkungen / der / Kurpfälzischen / physikalisch=ökonomischen Gesellschaft, / vom Jahre 1782. / - / [Vignette] / - / Mannheim, / in der neuen Hof= und akademischen Buchhandlung, /1784.“ S. 120.
 
Nach § 1293 gibt Floerken folgenden Einschub:
„Hier kann ich unmöglich eine Anmerkung zurück halten, die mir schon längst zum öftern eingefallen ist. Man glaubte in vorigen Zeiten, daß Kreuze, und alles was kreuzartig sey, wider Gespenster, Teufel und Consorten schütze; – eben dieses ist auch noch Grund und Glaubenssatz bey vielen Religionspartheyen, und zwar bloß darum, weil Christus am Kreuze gestorben ist; – sie suchen also in einer kreuzartigen Sache etwas Göttliches – ein gewisses Heil= und Verwahrungsmittel wider geistige und körperliche Unfälle, welches zugleich auch Glück bringen soll, und daher hat man auch allerley kreuzartige Amulete, und glaubt ganz sicher ein dauerhaftes Glück sich davon versprechen zu können. – Wenn aber die Hirten dieser Kreuzheerde, und die Armen von der Kreuzlehre gefesselten Schafe nicht nackend gehen, so wundert mich es sehr, daß sie nicht schon längst darauf gefallen, (wenn sie nicht mit Feigenblättern bekleidet sind,) daß ihre ganze Bekleidung aus vielen tausend Kreuzen bestehe; denn, es kann gar keine Leinwand, und kein Tuch gewebt werden, wo die Faden sich nicht kreuzen; – sollten also die vielen tausend Kreuze unsers Anzuges, die von den sich durchkreuzenden Faden entstehen , wohl nicht schon hinlänglich genug seyn, uns wider alle Fährlichkeit – zu schützen, ohne daß wir nöthig hätten, uns ängstlich nach noch mehreren Kreuzen umzusehen, die sogar zum Theil viel kosten? – – – Ich fahre weiter fort in der Beschreibung der Weberey des Hr. Prof. Jung.“
Es folgen nun die weiteren Paragraphen, bis Floerken dem § 1237 wiederum eine Anmerkung gibt:
„dieser Pfälchen oder Stifte sind so viel als das Stück Gänge hat, (*)“
„(*) Bey uns hat der entweder nur einen Reih= oder Riethkamm, der so breit ist, als sein Stuhl und in diesem laun er sowohl 76, als auch nur 16 Gänge ziehen. Da nun dieser Kamm bloß dazu dient, daß das Garn auch aus dem Baume in gehöriger Breite gewunden werde, so wird die Kette, z. B. bey grober Leinwand von 16 Gängen, dennoch in dem Reihkamm so vertheilt und ausgebreitet, daß die Breite der Leinwand heraus kommt. Man schlägt in dieser Hinsicht einige Zwischenräume in dem Kamme über, und lenkt alsdann den Reihkamm immer hin und her, damit keine Lücke in Hinsicht des Garnes auf dem Baume entstehe.“
 
Zwischen § 1299 uns 1300 macht Floerken den folgenden Einschub:
„Ich würde die Beschreibung von dem Weben der Leinwand, welche uns hier der Herr Prof. Jung liefert, nicht eingerückt haben, wenn er nicht einige Umstände berührte, die in der vorigen Beschreibung verändert vorgetragen waren, manches Mahl aber auch ganz von unserer Art zu verfahren, abginge, oder, wenigstens, wenn es seinen Ausdrücken nach nicht so schiene. – – So verhält es sich auch mit der vorigen Beschreibung des Aufbäumens der Kette. Da aber die Encyklopädie nicht für eine Provinz besonders geschrieben wird, so muß ich auch in der Beschreibung technologischer Dinge nicht allein die Art und Weise, wie man in andern Provinzen verfährt, beschreiben, – indem manches Mahl die Professionisten in ihren Handgriffen verschieden sind, – sondern auch ihre technologischen Benennungen beybehalten. Ob sie aber von dem gelehrten Verfasser völlig verstanden, und gehörig angebracht worden, lasse ich dahin gestellt seyn. – –
Ueberhaupt aber sehe ich mich gezwungen noch anzuführen, daß viele Herren Verfasser, die über Technologie schreiben, die Sache, welche sie beschreiben, sehr wahrscheinlich selbst nicht völlig eingesehen haben. – Ich sage dieses, es sey heilig versichert! nicht darum, um ihre Schriften verächtlich zu machen; allein deshalb kann ich nicht schweigen, weil vielfältig sich die Sachen anders verhalten, als sie solche vortragen; – ja sogar, weil der Zweck nicht ausgeführt werden könnte, wenn man so verfahren wollte, als die schwankenden Anleitungen manches Mahl sind. Beyspiele hierüber zu geben, ist hier der Ort nicht; der Künstler, der Handwerker, der Fabrikant, der Manufakturist,der Landwann, die Hausmütter und viele andere, denen solche gelehrte Sachen in die Hände fallen, wissen, daß ich recht habe. Sie kaufen manches Mahl ein Buch, um sich in ihrem Fache recht eigentlich zu belehren – und kaum haben sie einen Bogen darin durchgelesen, so sehen sie oft schon, daß der Verfasser nicht einmahl die allergewöhnlichsten Handgriffe und Grundsätze der Function kennet – daß er alles unter einander verwirret – und daß er weiter nichts zeigt, als daß er die Sache nicht verstanden , folglich eine weitere Belehrung für sie, da sie das Fach besser, als der Vefasser kennen, nicht zu hoffen sey. –
Wollten solche Verfasser aber sagen, sie schrieben nicht für die, welche die Sache schon verstehen – so handeln sie doch höchst unrecht, dem wißbegierigen Unkundigen falsche Ideen von einer Sache beyzubringen – und bloß aus dem Grunde, weil sie nur Lehrer derjenigen Sache seyn wollten, die sie nicht verstanden. So glaube ich auch hier mit vieler Wahrscheinlichkeit behaupten zu können, daß der Herr Professor Jung in diesem, seinen Vortrage den eigentlichen Kamm, welcher auch das Blatt genannt wird, die Schäfte oder Häfeln und den Rieth= oder Reihkamm, nicht allein in Hinsicht des Zweckes eines jeden Individuums, sondern vorzüglich auch in Absicht der Namen verwechselt. Deshalb habe ich im Vorigen schon die rechten Benennungen in Klammern eingeschlossen, beygefügt, verschiedenes andere aber durch Anmerkungen zu erläutern gesucht. Ich fahre aber noch etwas in Herrn P. Jungs Beschreibung fort.“
 
Der Paragraph 1301 erhält wiederum eine Anmerkung:
„und läßt nun den Ueberrest der Kette (den Drumm) in den Kämmen (Schäften) und dem Riethblatte hangen. (*)“
„(*) Hier hat der Herr Professor den Stock vergessen, dessen ich oben gedacht, welcher mit eingewebt werden muß, damit man künftig sogleich die Breite der Leinwand habe. Dieser eingewebte Stock wird mit dem Kammeund den Schäften weggelegt.            F.“
 
Nach § 1302 endet die Abschrift, und Floerken fährt fort:
„Hier wird man wieder eine Verschiedenheit finden. Ich habe oben gesagt, daß der Leinweber, so wie er durchschossen, einmal anschlägt; dieses Anschlagen hat eben keinen unmittelbaren Einfluß auf den so eben durchgeschossenen Faden, sondern einen wesentlichen und mittelbaren Einfluß auf den kurz vorher durchgeschossenen, da wenn der letzt durchschossene Faden durch einen Schlag stärker in die sich kreuzenden Kettenfaden hineingetrieben wird, diese natürlicherweise den gen Durchschußfaden desto fester umschlingen müssen, wodurch also auch eine feste Leinwand ensteht. Wird aber nach der Angabe des Hern. P. Jung verfahrenä so laßt sichs denken, daß die Leinwand sehr lose nur werden müsse. Ich will hiermit aber keinesweges behaupten, daß die Leinweber nicht auch so weben sollten; im Gegentheil glaube ich, daß solches sehr häufig geschehe, indem solches mehr schafft, und sie auf diese Weise ihr Tagelohn höher bringen, auch mehr von dem Einschlage alsdann zurück behalten können.
Von dem Schlichten redet der Hr. P. Jung nur bloß am Ende in einer Anmerkung, und sagt, daß man beym gebleichten Garne saure Milch zur Schlichte nimmt.“
 
Erst auf S. 726 greift die Enzyklopädie wieder auf Jung zurück, wenn es heißt:
 „Wie aber das Zeug geköpert oder gekipert werde, beschreibt Herr Prof. Jung a. a. O. folgender Gestalt.“
 
Nun folgen die Paragraphen 1265 bis 1275, wobei § 1274 seine Anmerkung behält. Danach schreibt der Herausgeber weiter:
„Ob nun zwar der Herr Prof. Jung hier eigentlich vom Köpern des Bandes redet, so ist die Verfahrungsart, mit dem Bande, und der Leinwand,einerley, nur daß die Leinwand breiter ist; weßhalb er auch seine Angaben auf das allgemeine Verfahren hierbey richtet, und die Handgriffe angiebet. Da der sel. Hr. Dr. Krünitz aber den Art. Drillich nach Zwillich und nicht nach Leinwandmanufactur hingewiesen hat, so kann ich, um keine Unordnung in dem Plane anzurichten, auch nicht anders, als dahin weisen. Damit man aber unterdeß, daß die Encyklopädie .diesen Artikel liefert, sich über diese Sache belehren könne, so sehe man: Schauplatz der preußischen Zeugmanufactureu &. &c. von J. C. G. Jacobson, 1 Band, S. 62 fgg.“
 

1800 bis 1820

  

1800

Um dieses Jahr herum entstand auch eine Ausgabe von „H. Stillings / sämtliche[n] / Schriften“, die mindestens 13 Bände umfaßte. Band 7 und 8 enthielten den „Morgenthau“-Roman, Bd. 12 und 13 den „Theobald“. Vielleicht waren die Bände 9-10 der „Theodore“-Roman. Jedenfalls konnte erst durch eine Notiz des Antiquariats Uwe Turszynski dieses Problem aufgegriffen werden.

 
1801
"Lavaters Verklärung" erscheint; BDL, ISBN 3-598-51363-1, 19, Fiche 8388.
 
1802
Jung-Stilling gibt heraus:
Sendschreiben / an die / Bürger Helvetiens, / von D. Johann Heinrich Jung, / Hofrath und Professor in Marburg, / sonst auch / Heinrich Stilling / genannt. / - / Winterthur, / in der Steinerischen Buchhandlung.
In seiner Zeitschrift „Der Graue Mann“, 1802, H. 12, S. 410 schreibt er dazu:
„Eben dieser Buchhändler Hermann hat auch mein Sendschreiben an die Bürger Helvetiens in Commission, der Buchhändler Ziegler in Winterthur hat es verlegt; es enthält eine Ermahnung an die Scheizer [sic; Schweizer], wie sie sich in ihrer gegenwärtigen Lage zu verhalten haben, und wie sich der Christ überhaupt, unter jeder Obrigkeit verhalten müße?“

 
Siehe den Text hier. - In einer Rezension aus dem Jahr 1802 liest man zu diesem Werk:
 
„Sendschreiben an die Bürger Helvetiens von D. Joh. Heinrich Jung, Hofr. und Prof. in Marburg, sonst auch Heinrich Stilling genannt. Winterthur, bey Steiner 1802. 1 Bog. 8.
Verschiedene Bürger Helvetiens sahen die [...] schwärmerischen Auftritte als Folgen der Lectüre der Erbauungsschriften des Hrn. Hofr. J. an. Dieß veranlaßte den Verf., der als Schriftsteller in der Schweiz ein sehr großes Publicum hat, diese irrige und beleidigende Meinung zu wiederlegen, und bey dieser Gelegenheit die Helvetier zur Eintracht und zum Gehorsam gegen die Obrigkeit zu ermahnen. Alles, was er in dieser Rücksicht den durch Partheygeist so unglücklichen Bewohnern eines von der Natur vorzüglich begünstigten Landes sagt, ist so wahr und so christlich, daß Rec. Ja und Amen dazu sagt; und das herzliche Lob, welches er diesem vom 3ten Julius 1802 datirten Sendschreiben ertheilt, ist um so unverdächtiger, da seine theologische Denkart von der des Hrn. Hofr. J., z. B. in Ansehung der Apokalypse so entfernt, wie Ost von Westen ist. - Fehlerhaft ist der Ausdruck, wenn es S. 10. heißt: ‘Der wahre Christ ist in Ansehung der Tapferkeit und des Helden= / muths, die oft sehr zweifelhaft Tugenden, und höchstens nur Tugenden des Soldaten sind, sehr gleichgültig’; denn so, wie der Satz hier ausgedrückt ist, kann er nicht als wahr gelten; aber das Folgende zeigt, daß der Verf. nur sagen wollte: Was man Tapferkeit und Heldenmuth nennt, ist oft eine sehr zweydeutige Tugend, und der wahre Christ preißt diese Eigenschaften nicht unbedingt. - Rec muß noch die Bemerkung machen, daß er den Inhalt dieses Sendschreibens viel vernünftiger und unschwärmerischer findet, als sehr vieles, was von den meisten reformirten Geistlichen in Helvetien seit 1798 gedruckt worden ist, und er hat die Ueberzeugung, daß, wenn in diesem Geiste von der helvetischen Geistlichkeit, mit vereinten Kräften, gewirkt worden wäre, der Partheygeist nicht zu dieser fürchterlichen Höhe gestiegen seyn würde; gewiß haben viele Geistliche in diesem Lande die Erbitterung der Gemüther durch ihre Vorträge und Schriften nur vermehrt, den politischen Sectengeist nur unterhalten und zur Fanatisirung des Volkes nicht wenig beygetragen. Uebrigens wünscht Rec. weder den Enrages von Aristokraten, noch den Exclusiv=Patrioten in Helvetien einen vollständigen Sieg; beide würde ihn misbrauchen und durch terroristische Maasregeln Reactionen hervorbringen, die neues Unglück über das Vaterland brächten. Er wünscht vielmehr, daß beide Partheyen gedemüthigt und durch die väterlichen Züchtigungen der Vorsehung zur Weisheit gebildet und von der Herrschsucht und Habsucht aus dem Grunde geheilt werden mögen.“
 
  
1803
bis 1807 wird in Heften "Der christliche Menschenfreund in Erzählungen für Bürger und Bauern" publiziert und mit dem "in biblischen Erzählungen" fortgesetzt (siehe unter 1808; vgl. hier).
Zu dieser Lebensgeschichte Jesu schrieb P. em. Martin Völkel seinen Aufsatz: „Die Lebensgeschichte Jesu Christi“. Jung-Stilling als Erzähler und Ausleger“. Aufgrund seines Entgegenkommens durfte ich ihn in meine web-site aufnehmen. Sie finden den Text hier.
  
1804
Lehrjahre; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 19, Fiche 8388-8389 [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben.].
  
1805
Das "Taschenbuch für Freunde des Christentums" beginnt zu erscheinen; es erscheint von 1805 bis 1816.
Weitere Informationen mit detailliertem Inhaltsverzeichnis aller Jahrgänge finden sich hier. - BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 44, Fiche 19336-19340.
 
Es erscheint eine Übersetzung der Erzählung "Der Nachtwächter und seine Tochter" in holländischer Sprache.
  
Zum Nachtrag zur Siegsgeschichte der christlichen Religion siehe man hier. Den kommentierten Text finden Sie hier.
 
Bereits 1805 erscheint für 1806:
„Twänne sentenzer för hwar månad, af hofrådet, hos nuwarande churfursten af Baden, doktor Joh. Heinr. Jung: Stilling.“
  
1806
"Kleine gesammelte Schriften" erscheinen; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13493-13494.
Vgl. unter 1805.
 
1807
Jung-Stilling veröffentlicht als Verteidigung gegen seine Kritiker (der „Siegsgeschichte“) die „Vertheidigung gegen die schweren Beschuldigungen einiger Journalisten“. Der Text findet sich hier. - Siehe dazu auch seinen öffentlichen Briefwechsel mit Benzenberg hier.
  
1808
Theorie der Geister=Kunde; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 7832-7833 [Mehrere neuere (Nach)Drucke im Buchhandel vorhanden. – Siehe auch unter Leben.]
Das Inhaltsverzeichnis des Werks findet sich hier. Ebd. werden auch weitere Links gegeben. - Der kommentierte Text findet sich hier.
  
1808
Apologie der Theorie der Geister=Kunde; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 19, Fiche 8359; zum Neudruck siehe oben unter 1808.
  
1808
Des christlichen Menschenfreunds biblische Erzählungen; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 44, Fiche 19340-19343 (siehe hier unter 1803).
 
Dankenswerterweise hat nun Martin Völkel diese „biblischen Erzählungen“ (siehe ausführlich dazu hier) von 1808 an wieder in einer Publikation der Öffentlichkeit übergeben: 
    
Jung-Stilling: die Großen der Bibel: Abraham – Mose – David. Hrsg. mit einer Einführung und mit Anmerkungen von Martin Völkel. (Saarbrücken:) Fromm Verlag (2011), ISBN 978-3-8416-0253-4; Druckwerk on demand; siehe hier und hier.  
   
Kleinere Anmerkungen sind zu machen
  
Anm. 19: 
Entgangen ist Völkel – trotz des Hinweises durch Güthling – die Restauflage des Werks im Jahre 1834, die unter dem gemeinsamen Titelblatt 
   
„Des / Christlichen Menschenfreundes / Biblische Erzählungen / Erstes Heft / Geschichte der alten Welt von der Schöpfung / bis auf die Sündfluth. / - [eL] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Großherzoglich Badischer Geheimer Hofrath. / Neue Auflage. / - [eL] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung. / 1834.“ 
   
die einzelnen Hefte mit den alten Jahreszahlen (und Titelblättern) zusammenbindet. 
   
Angekündigt war dies bereits vom Verlag Raw 1828 als „Neuer Verlag“:  
   
Ein kleiner Auszug aus den Erzählungen findet sich in 
  
„Bibliothek / der Deutschen Klassiker. / 9. Band. / Erste Lieferung. / Jung-Stilling. / Mit Porträt. / [In Bandgestaltung:] Hildburghausen Druck & Verlag des Bibliographischen Instituts [Schmutztitel = S. 1:] Bibliothek / der Deutschen Klassiker. / - / Neunter Band. [nach Porträttafel das Titelblatt:] Bibliothek / der / Deutschen Klassiker. / - / Mit literargeschichtlichen Einleitungen, Biographien und Porträts. / - / Neunter Band. / Klasische Periode. / Sechster Theil. / - / Hildburghausen. / Druck und Verlag des Bibliographischen Instituts. / 1862.“ 
  
Es handelt sich hierbei um S. 143-144: „Die Sündflut. / Mit tief empfundnem Sehnen“ = ohne Hinweis aus: „Des / Christlichen Menschenfreunds / Biblische Erzählungen / Erstes Heft.“, S. 109-112, dem Schluß des Heftes, entnommen. 
 
Ebenso fehlt ein Hinweis auf die „sämmtliche[n] Werke“ von 1842 mit den Texten der Erzählungen.. 
 
Anm. 20:  
richtig: S. 222, Anm. 17. – Ergänzt werden kann der Hinweis auf die Briefedition S. 313-314.  
  
In der graphischen Sammlung Zürich finden sich Abbildungen dazu, hergestellt von Franz Hegi. Abels Tod und Opfer Noahs waren die ersten dieser Serie nach einer Anzeige im dritten Heft des „Menschenfreund“ vom Jahr 1806.  
  
    
1810
Im Jahr 1810 gründet Amalie von Graimberg ihr Erziehungsinstitut. Für dieses Institut warb sie in Zeitungen und für dasselbe dichtete Max von Schenkendorf seine „Christlichen Gedichte“. – Aus dieser Zeit des Instituts (1810 ff.; wahrscheinlich hier 1813, da er seine Stunden um 12 Uhr beendete) stammt der in der Edition Schwinge S. 37, Z. 4 v. o. genannte Brief; Jung-Stilling unterrichtete selbst an dieser Lehranstalt und schrieb dafür auch Lehrbücher (siehe unter 1816). – Hier der erste Werbetext, der mehrfach gedruckt wurde:
 
Nachricht an Aeltern, die ihren Töchtern eine zweckmäßige Bildung außer dem älterlichen Hause wünschen.
Schon eine beträchtliche Zeit habe ich mich mit Unterricht und Bildung junger Mädchen beschäftigt, und der Erfolg davon war so, daß ich hoffen darf, in der Wahl der Mittel nicht gefehlt zu haben. Ich darf es auch in meinen nächsten Umgebungen laut sagen, daß mir Vertrauen und Liebe meiner Zöglinginnen nie gefehlt hat; und man weiß, daß sich dadurch auf junge Gemüther Alles wirken läßt. Dies und kein anderer Grund hat mich bewogen, mich ganz ihrer Bildung zu widmen, an der meine einzige Tochter Theil nehmen kann, und worin ich den meinem Gatten, dem Professor an dem hiesigen Lyceum, von Graimberg, Unterstützung finden werde. Christenthum, von den besten hiesigen Religions-Lehrern jeder Konfession, den Gemüthern eingeflößt, Uebung im Schön- und Rechtschreiben, im Kopf- und Tafel-Rechnen, zweckmäßige, gründliche Diätetik, Erdbeschreibung, zweckmäßig gewählte Natur=Geschichte, besonders genau anschauliche Bekanntschaft mit einländischcn Küchen-, Gewürz-, Arzenei- und Gift=Pflanzen, Manches aus der Naturlehrc, der Technologie und Uebung in der deutschen sowol als in der französischen Sprache, welche letztere in dem Hause gewöhnlich gesprochen, von meinem Gatten aber auch grammatisch gelehrt wird, rechne ich zu den nöthigen; Geschichte, Fabellehre, Bekanntschaft mit der deutschen und französischen, für Mädchen passenden Literatur, Zeichnen, Musik und Tanz zu der schönen Bildung. Uebung allen Arten von weiblicher Arbeit, von dem einfachsten Stricken und Nähen an bis zu der feinsten Stickerei, und in Haushaltungsgeschäften für das Nöthigste, und ich getraue mir darin Alles zu leisten, was man irgend fordern kann, weil ich in jeder weiblichen Arbeit geübt bin. Die Haushaltung wird von einer darin erfahrenen moralisch-guten Person geführt werden; bey hinlänglichen Vorkenntnissen und in reiferen Jahren werden die Zöglinginnen abwechselnd und nach Anleitung dieser Person die Haushaltung führen. Der größte Theil des Unterrichts wird von mir und meinem Gatten gegeben, das Uebrige von gutgewählten Lehrn besorgt. Die Zöglinginnen dürfen nicht jünger als 7 Jahre alt seyn, und ich möchte sie bis in das 14te oder l5te Jahr behalten, wo ihre Erziehung vollendet ist; doch hängt es von den Aeltern ab, wie lange sie ihre Töchter bey mir lassen wollen. Nur wünschte ich, daß sie nicht vor zwey Jahren weggenommen würden, weil die Aeltern selbst einsehen werden, daß ich sonst nichts versprechen kann , weil ich ungewiß bin, ob ich etwas zu leisten vermag. Außer der Uebung in Musik und im Tanzen ist der ganze Unterricht frey. Dafür, für gesunde wohlgewählte Kost mit dem nöthigen Wein, für Wohnung, Aufwartung, kurz: für alle Körperbedürfnisse außer der Wäsche, die jedoch unter der Aufsicht meiner ökonomischen Gehülfin steht, werden jährlich 500 Gulden immer ein halbes Jahr voraus bezahlt. Für ein Bett mit dem nöthigen Leinen sorgen die Aeltern, oder es wird von mir besorgt und verrechnet.
Man wendet sich desfalls in postfreyen Briefen an mich oder an den Professor von Graimberg, meinen Gatten, oder auch, wenn man nähere Erkundigung einziehen wollte, an einen von den Herren, welche die Ehre gehabt haben, meine Ankündigung durch ihr Zeugnisß in das Publikum zu begleiten. Schon haben sich einige Aeltern gemeldet; das Institut wird also sicher zu Stande kommen, ich werde aber nicht mehr als zwölf Zöglinginnen nehmen.
von Grainberg,
geborne von Budberg.
 
Mit Vergnügen bezeugen wir, daß uns die Frau von Grainberg [sic] sowohl wie ihr Gatte als treffliche Menschen, und sehr erfahren im Unterricht und Bildung der Jugend bekannt sind; daß die Frau von Grainberg schon viele Töchter gebildet hat, mehrere nach jetzt bildet, sie wie eine Mutter liebt und von ihnen so geliebt wird. Wir sind so überzeugt, daß Mädchen hier zweckmäßig gebildet werden, daß zwey unter uns ihre Töchter der edlen Frau selbst zum Unterricht schicken, und der dritte sie auch schicken würde, wenn er Töchter hätte.
Wer übrigens die Preise, besonders in dieser Residenz kennt, der wird von selbst einsehen, daß hier von keiner Finanzspekulation die Rede ist. Zu diesem Zeugnisse haben wir uns vereinigt, das Wort eines Jeden von uns mag nun in dem Kreise der Menschen gelten, die zu jedem einzelnen Zutrauen haben.
Karlsruhe, im März 1810.
[Karl Christian Ernst] Graf von Benzel=Sternau [1767-1849]
Staatsrath und Hofrichter zu Mannheim.
Dr. Jung Stilling             Dr. [Johann Ludwig] Ewald
Geheimer Hofrath           Kirchenrat
 
1811
Antwort durch Wahrheit in Liebe ... Sulzer; BDL, ISBN 3-598-51363-1: Box 17, Fiche 7833. –
Dieser Text ist bis heute wenig beachtet worden, obwohl er für Jungs Meinungen und Ansichten nicht unbedeutend ist. Er erklärt hier, warum er evangelisch/reformiert und nicht katholisch ist und warum er es niemals sein könne (wie jeder Protestant). Kaum beachtet wurde bisher seine hier geäußerte, abschließende Meinung zu Swedenborg. - Damit der Text wieder greifbar ist, habe ich ihn hier in einer ersten kommentierten Form nach dem Erstdruck wiedergegeben.
 
1819 schreibt man: „Over onderwerpen, die aan de orde van den dag zijn, krijgt het publiek altijd veel te lezen; en dat is ook zeer goed. Ondertusschen is het dan ook altijd wenschelijk, onder dat vele één werk te ontvangen, hetwelk klassiek mag heeten, en zoo veel mogelijk alles in ééns geeft. – Zoodanig een in onze dagen veel behandeld onderwerp is de strijd tussehen Katholicismus en Protestantismus, en een klassiek werk over dit onderwerp is het onderhavige, zoo wel uit hoofde van deszelfs volledigheid, als ook omdat de personen, tusschen wien deze briefwisseling voorvalt, beiden achtingwaardig en mannen van naam zijn.
[...]
Wie in liefde de waarheid wil zien handhaven en dat insgelijks leeren doen, in 't algemeen wien het om waarheid te doen is, Protestant of Katholiek, hij leze deze brieven, en zal genoeg hebben, om over Protestantismus en Katholicismus met juistheid te oordeclen.“
 
Zu Swedenborg siehe: Fabry, Jacques Johann Heinrich Jung-Stilling - Theosoph und erleuchteter Geisterseher aus dem Siegerland. – In: Offene Tore, 3, 2009, S. 1 ff.
 
Siehe zur Schrift selbst den Aufsatz von P. em. Martin Völkel: „Bemerkungen zu den Briefen Johann Heinrich Jung-Stillings und Johann Anton Sulzers über Katholizismus und Protestantismus (1810 / 1811). Eine theologiegeschichtliche Momentaufnahme“ unter diesem URL..
  
1812
"Gotthards Erzählungen" erscheinen in einem Straßburger Kalender mit dem ersten Teil.
Johann Heinrich Jung-Stilling: Erzählungen. Neu gedruckt und erschlossen von Erich Mertens. Als Dankesgabe der Jung-Stilling-Gesellschaft Alfred Marenbach in Dormagen in Freundschaft und Verbundenheit überreicht. Siegen: (Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. 2003. ISBN 3-928984-25-X.) = Jung-Stilling-Schriften, Band 9. – 122 S., 17 Abb.; enthält: Geleitwort (Gerhard Merk); Lettre-préface (Agathe Bischoff-Morales und Anny-Claire Haus); Einführung; Die Texte Jung-Stillings: a) Geschichte von Peter und Claß – 1779/80; b) Des alten Gotthards Erzählungen – 1812/13 (Der arme Leinweber); c) Des alten Gotthards Erzählungen – 1813/14. Die Schatzgräber. d) Fortsetzung der Erzehlungen des Bauernfreundes (Die Schatzgräber.) – 1791.
  
1813
"Gotthards Erzählungen" erscheinen in Fortsetzung in dem Straßburger Kalender (s. o.).
  
1814
Erzählungen; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7840-7842; auch Edition Corvey: Jung-Stilling, [Johann] Heinrich : Erzählungen. 3 Bde. Frankfurt am Main: Hermann 1814-15, 219+220+196 S. ISBN 3-628-40970-5.
Zu Jung-Stilling als Erzähler siehe man hier und passim.
  
1814
 
Zur „Religiöse Privatfeier zum Andenken an die Leipziger Völkerschlacht den 18ten Oktober 1814.“ erscheint ein umfangreicher Text mit Jung-Stillings Ode „Du, der Du auf dem Stralenthrone“. Es ist dies der Erstdruck des in der LG S. 625 ff. abgedruckten Gedichts. Der Text findet sich hier.
Ein Rezensent vermerkt dazu:
[...] Eine Ode, von Jung, auf den 18ten Octbr. vergisst Joh. 12, 47.“
(Joh 12, 47: „Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt rette.“) 
 
1814
Der von mir aufgefundene „Zuruf / eines geistlichen Israeliten / an / die Jüdische Nation. / - / - / / 1814.“ findet sich unter den Texten.
  
1814
Nicht von Jung-Stilling ist das in diesem Jahr erstmals in Ulm erschienene Werk:
"Die / sieben lezten / Posaunen oder Wehen / Wann sie anfangen und aufhören / und von den / 70 Danielischen Wochen / und / 42 prophetischen Monaten: / von der / Zahl 666 als das Mahlzeichen des Thiers; von dem / gläßernen Meer; von den zwey Zeugen; von der / Zukunft Christi, in welchem Jahr und Monat / dieselbe erfolgen soll; von dem tausend= / jährigen Reich und ewigen Evangeli= / um; Gog und Magog und jüng= / stem Gericht; aus der / Heil. Schrift bewie= / sen. / Von Heinrich Jung-Stilling. / - / Reading: / Gedruckt für Charles M'Williams. / 1820."
Nachgedruckt im Oktober 1992 Waltrop: Hartmut Spenner; 1. Aufl. in 200 Expl. ISBN 3-927718-19-X, Format 19,5 x 12, 3 cm. 207 gr.
Das Frontispiz mit einer Darstellung des Antichrists in Gestalt des siebenköpfigen apokalyptischen Tieres. Der Verfasser ist Christian Armbruster, dessen Tod die Allgemeine Literatur-Zeitung Nr. 276, Dezember 1815, Sp. 639 f. in der Rubrik "Literarische Nachrichten. 1. Todesfall." anzeigt und ihn als Verfasser des ".schwärmerischen Buchs: Die sieben letzten Posaunen, wovon in kurzer Zeit einige tausend Exempl. abgesetzt wurden" bezeichnet. –
 
Das Antiquariat Uwe Turszynski, 81476 München, nennt die Zuschreibung "wohl eine verkaufsfördernde Maßnahme des amerikanischen Verlages".
 
Jung-Stilling selbst lehnte dies Werk ab. - Äußerst scharfsinnig und akribisch hat Gerhard Schwinge nachgewiesen, dass Jung-Stilling nicht der Autor ist, ohne Jung-Stillings Ablehnung zu kennen:
Populär-Apokalyptik. Zu einem unbekannten, neu faksimilierten Jung-Stilling-Pseudepigraph. – In: Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus Bd. 18, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1992, S. 187-193.
  
1816
Es erscheinen die
Lehrsätze / der / Naturgeschichte / für / Frauenzimmer / von / Joh. Heinr. Jung gen. Stilling. / Karlsruhe / bey Gottlieb Braun. / 1816.
Wolfgang Münchow: Geschichte der Augenheilkunde. Separatdruck aus "Der Augenarzt" Band 9, 2., ergänzte und überarbeitete Aufl. Mit 243 Abb. u. 8 Tabellen. Stuttgart: Enke 1984 scheint dieses Werk im Gegensatz zu Max Geiger zu kennen und schreibt S. 451 f.:
"Er hat ein populärwissenschaftliches Werk die ‚Lehrsätze der Naturgeschichte für Frauenzimmer' 1816 beigesteuert, das aber trotz seiner Vorkenntnisse über die Augenheilkunde in dieser Hinsicht nichts von Bedeutung enthält." –
Dies war auch nicht das Ziel des Buches, denn das Werk, gedacht als Lehrbuch für das Mädchenpensionat der Frau von Graimberg (siehe unter 1810), hat dementsprechend folgendes Inhaltsverzeichnis:
 
Einleitung. §. 1 – 15.Vom Elementar=Reich. §. 16 – 113.Von der Kalkerde. §. 114 – 128.Von den Thonarten. §. 129 – 152.Von der Schwer=Erde. §. 153 – 155.Von der Talg= oder Bittersalz=Erde. §. 156 – 161.Von der Gebirgkunde. §. 162 – 176.Von den Metallen. §. 177 – 208.Von den halben oder unedlen Metallen. §. 209 – 226.Von den Erdharzen. §. 227 – 244.Von den mineralischen Salzen. §. 245 – 259.Von den Versteinerungen. §. 260 – 269.Mittelwesen zwischen dem Steinreich, dem Pflanzen=     und Thierreich. §. 270 – 275.Vom Pflanzenreich. §. 276 – 359.Von der Thierlehre. §. 360 – 422.Von den Insekten. §. 423 – 507.Von den Fischen. §. 508 – 542.Von den Amphibien. §. 543 – 586.Von den Vögeln. §. 587 – 670.Von den Wasservögeln. §. 671 – 690.Von den Säugethieren. §. 697 – 701.     Die zweyhändige Ordnung. §. 702 – 705.     Vierhändige Thiere. §. 706 – 719.     Die fliegenden Säugethiere. §. 720. 721.     Die mausartigen Thiere. §. 722 – 735.     Die Wieselarten. §. 736- 747.     Die reissenden Thiere. §. 748 – 761.     Thiere mit ungespaltenen Hufen. §. 762 – 764.     -          - gespaltenen Klauen. §. 765 – 794.Die ungeheuren Thiere. §. 795 – 800.Säugethiere mit Schwimmfüßen. §. 801 – 820.
 
Der vollständige Text findet sich unter den Quellen. Bereits 1784 hatte Jung-Stilling ein ähnliches Werk für den Bauersmann geschrieben, auch dieses findet sich unter den Quellen.
 
Man vergleiche dazu Jungs „Versuch eines Lehrbuchs / der / Landwirthschaft“ von 1783.
 
Für dieses Institut der Frau von Graimberg schrieb Max von Schenkendorf seine Christlichen Gedichte (s. d.).
  
1816
Schatzkästlein; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14519 (nur das Vorwort ist bei Nachdrucken – Neues christliche Schatzkästlein – von Jung-Stilling; die Auswahl ist dort übernommen lt. Einleitung.)  
 

 

1816

Es  erscheint in holländischer Übersetzung:

“De overwinning van den christelijken godsdienst, betoogd door eene, ten algemeenen nutte ingerigte duidelijke verklaring van den [sic] Openbaring van Joannes. Door Dr. J. H. Jung (Stilling) Groot Hertoglyk Badensch’ Geheim Hofraad uit her Hoogduitsch. [Vignette] Te Amsterdam, By J. C. Sepp en Zoon, 1816.” [S. (318):] “- Gedrukt ter bookdrukkerij van H. O. Brouwer, Torensteeg, n°. 7. te Amsterdam. –“

 

 

„De titel is bedriegelijk; men levert ons, namlijk onder denzelven, een werk, das als ‚Erster Nachtrag zur Siegsgeschichte,’“ herausgegeben wurde.

 

 
 
1817
Heinrich Stillings Alter; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14655 [Beste Ausgabe von G. A. Benrath herausgegeben; s. o.]
  
In dieser Ausgabe der LG von Benrath werden für die Ausgabe des „Alters“ zwei Ausgaben genannt. Die folgende Notiz bringt Licht in das Dunkel:
 
„Literarische Anzeigen.
Es ist uns ein Nachdruck von Stillings Alter u.s.w. zu Gesicht gekommen, welcher in den Stuttgarter Anzeigen Nr. 100 d. J. (unterm 21 Aug.) mit dem Preise von 48 Kr. von dem Buchdrucker Friedr. Herre in Stuttgart feil geboten wird. Die rechtmäßige Verlagshandlung ist die von Mohr und Winter in Heidelberg; aber jener falsche Abdruck setzt dafür Berlin und Leipzig. – Daß solches niedrige Gewerbe immer fortgetrieden wird, ist immer noch die Klage derer, die das Recht lieben. Das aber hätten wir nicht erwartet, daß ein Mensch, der auf solche Art mit fremdem Gut wuchert, auch seine Hand an die letzten Worte des frommen Stilling legen würde, und an das, was zu dessen Andenken seine Familie den Freunden zu sagen hatte. Niemand hat ihm auch erlaubt, unsere Namen auf den Titel zu setzen, und so müssen mir ihn einem Verfälscher eines Wechsels gleich setzen, der einen fremden Namen nachmacht.
Wir erwarten aber nunmehr von keinem Stillingsfreunde, daß er zu so etwas die Hand biete, und durch wissentlichen Ankauf des Nachdrucks sich fremder Sünden theilhaftig mache. Ohnehin ist so eben die wohlfeile Ausgabe in dem rechtmäßigen Verlage um 48 Kreuzer – ohne Kupfer – fertig geworden. Der Nachdrucker setzt zwar ebenfalls unten auf den Titel : „Das Kupfer wird nachgeliefert“, aber die Verlagshandlung kann nur allein dieses Versprechen halten. Denn sie bat einen vorzüglichen Kupferstecher für die treffliche Zeichnung, Stilling auf seinem Todbette vorstellend, gesucht, und theilt das Kupfer nur den Besitzern der rechtmäßigen Ausgabe – auf Schreibpapier – zu. Will etwa der Nachdrucker alsdann einen Nachstecher suchen? So müssen wir die Freunde zum Voraus bitten, sich mit dem Zerrbilde zu verschonen.
Heidelberg, den 17 August 1817.
Dr. F. H. C Schwarz,
Kirchenrath und ordentl. Prof. der Theologie.“
 
1817
"Leben und Tod eines christlichen Ehepaares" von Johann Ludwig Ewald erscheint als Nachruf. Der Text findet sich hier. - Im Dezember 1817 erschien dies auch in holländischer Sprache.
  
1818
Chrysäon, das goldene Zeitalter in vier Gesängen nebst einigen Liedern und Gedichten, von Jung Stilling auf Verlangen mehrerer Freunde besonders abgedruckt...; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7833.
Erstmals war dieser Text erschienen im Taschenbuch für Freunde des Christentums 1809, S. 127-129; 1810, S. 125-180; 1811, S. 131-178; 1812, S. 125-176. – S. 168-172: „Der Morgenstern“ im Taschenbuch 1805, S. 173-179: „An den Erlöser“, früher Taschenbuch 1805; S. 180-182 „An den Erlöser“, früher Taschenbuch 1806; S. 183-199 „Die Insel Elpion“, früher Taschenbuch 1806.
Jung-Stilling schrieb im Vorwort:
 
„Vorrede.
Ich hab’ von jeher eine Neigung zur Dichtkunst gehabt, und
in Ansehung der Imagination möchte es mir auch wohl an Anlage
nicht fehlen, allein in Ansehung des Reichthums der Sprache
fehlte es mir immer. Wenn ich Klopstocks und anderer deut=
scher Meistersänger Gedichte las, oder noch lese, so empfinde
ich meine Armuth, und das thut mir leid, denn ich spürte im=
mer einen Trieb in mir, einmal in meinem Leben ein Gedicht
auszuarbeiten, das für ein solches angenommen würde, und
auch dafür gelten könnte. Wenn hiebei irgend einem Leser einfällt:
Ei warum denn ein Gedicht? - ist das nicht vielleicht
ein Ruhmsuchtskitzel , der dem Christen , wahrlich ! nicht geziemt? -
so antworte ich endlich: Welches Menschen Werk
ist denn rein in den heiligen Augen des Herrn ? Indessen kann
ich doch so viel sagen , daß ich mir als Dichter nie Hoffnung
auf einen großen Ruf, auf einen hohen Rang unter den deutschen
Dichtern machen kann , und das aus zweierlei Gründen : ‘
Erstlich kann, mag und darf ich zu meinen Arbeiten keine andere
Materien wählen, als die zur Ehre meines Herrn und Meisters,
und zum Besten seiner Religion gereichen. Dabei ist aber
keine Ehre, kein Ruhm von dem herrschenden Geist der Zeit zu
erwarten. Zweitens hab ich auch nie Zeit gehabt, große und
berühmte Dichter zu studiren, und ihnen ihre Kunst abzulernen;
dies ist aber heut zu Tage durchaus nöthig, wenn man
nicht von der strengen, und bis zum Ueberdruß ekeln Kritik unserer
Zeit gegeißelt werden will. Ich dürfte also wohl sagen,
daß nicht Ruhmsucht, sondern auf diese Art zu vergnügen
und zu erbauen, die wahre Veranlassung zu folgendem Gedicht
ist. Mit diesem verhält es sich folgender Gestalt:
Ich fühlte in meinem Gemüth einen lieblichen Antrieb, endlich
einmal meinem so lang gehegten Wunsch zu entsprechen,
und da ich an den Werktagen keine Zeit zu so etwas habe, so
widmete ich diesem Geschäfte des Sonntags einige Stunden,
und so ist der Anfang entstanden, den ich im Verfolg zur Probe
meinem Publikum mittheile. Wenn man zufrieden damit ist,
so werde ich fortfahren, wo nicht, so lasse ich es bei diesem ersten
Versuch bewenden, und bin dann überzeugt, daß mein
Treib und mein Wunsch, ihm zu entsprechen, nie in Erfüllung
gehen soll.
Der Gegenstand, den ich hier besinge, ist groß und erhaben.
Ich wage nämlich Blicke in die Herrlichkeit des zukünftigen Reichs
Christi auf Erden , und trage dann meine Vermuthung unter
dem Bild eines Traums vor. Den Träumer selbst nenne ich
Selmar, und denke mir darunter einen heiligen Mann, der
reines Herzens, und also würdiger ist als ich. Blicke in die erhabene
Zukunft zu thun. Dieser Selmar ists auch, der im
ganzen Gedicht spricht.
Das Gedicht hat den Namen Chrysäou. Dies Wort ist
griechisch, und heißt, das goldene Zeitalter. Ich brauche
wohl nicht den Grund anzugeben, warum ich dem herrlichen
Reiche des Friedens diesen Namen beilege. Am Schluß des
ganzen Gedichts werde ich dann eine Erklärung der dunkeln
Stellen und Bilder, oder Hieroglyphen mittheilen.
Möchte auch diese Arbeit Viele aufregen, sich mit allem Ernst
zu bekehren und ritterlich zu kämpfen, um auch dereinst Theilhaber
und Unterthanen dieses Reichs zu werden.
Jung
Stilling.
 
1820
Geschichte unseres Herrn Jesu Christi und der Gründung der christlichen Kirche durch die Apostel, nebst der Zerstörung Jerusalems von Dr. Johann Heinrich Jung genannt Stilling. In vier Heften. BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 44, Fiche 19343. – Weitere Auflage im Jahr 1841. (= Wiederholung von: Der Christliche Menschenfreund.)
  
 

1821 bis 1873

 

1821
Gedichte; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 29, Fiche 13494-13495; auch Edition Corvey, ISBN 3-628-44038-6.
  
1821
In einem Aufsatz mit dem Titel “On the songs of the people of gothic, or teutonic race.” – der 1834 wiederholt wird –  liest man (ohne Bezug auf die Übersetzung von 1795):
 
“Some curious German ballads have been preserved by John Henry Jung, who was born in 1740, – a man of a very singular character, who gave to the world an account of his own remarkable life, under the title of Henry Stilling’s Biography. This individual was intended to be a charcoal burner, but chose rather to be a tailor. Having a strong love of knowledge, he instructed himself in his hours of leisure, and became candidate for the place of preceptor of a school. Failing in his attempt, he was obliged to return to his trade, from which, however, he was occasionally called to act as a private teacher in families. He became afterwards a physician, and professor, and died a privy councellor [sic] of Baden! – He was a man of a most amiable and sincere character ; and his account of his own life is supposed to be one of the most veridical works of the kind ever composed. His piety was of a fervent, out at the same time of a visionary cast. He believed in the intercourse of departed spirits with the living, and his peculiar doctrines on this subject were espoused by many people in different parts of Germany.
The following ballad, among others, is given by Jung, in his biography. A peasant, he says, told him the following story respecting it:
‘A little down there, you see the castle of Geisenberg; straight behind it there is a high mountain, with three heads, of which the middle one is still called the Kindelsberg. There, in old times, stood a castle of that name, in which dwelt knights who were very ungodly people. – God became, at length, weary of them; and there arrived late, one evening, a white little man at the castle, who announced to them that they should all die within three days: an a sign, he told them that the same night on which he spake, a cow would produce two lambs. This accordingly happened; but no one minded the prophecy, except the youngest son, the knight Siegmund, and a daughter, who was a very beautiful maiden: these two prayed day and night. The others all died of the plague, and these two were saved. Now here, on the Geisenberg, there was also a bold young knight, who constantly rode a large black horse; on which account he was always called the knight with the black horse, he was a wicked man, who was always robbing and murdering. This knight fell in love with the maiden, on the Kindelsberg, and was determined to have her; but the thing had a bad ending; I know an old song on this story. (Here he sung the song.) The affecting melody, (continues Jung) and the story itself, produced such an effect on Stilling, (Jung) that he often visited the old peasant, who sung the song to him, till he got it by heart.’
 
At Kindelsberg, on the castle high,
An antient lime-tree grows,
With goodly branches, wide outspread,
Which rave as the wild wind blows.
 
There stands a stem, both broad and tall,
Quite close this lime-tree behind;
It is grey, and rough all over with moss,
And it shakes not in the wind.
 
There sleeps a maiden the mouthful sleep,
Who to her knight was true; –
He was a noble count of the Mark,
Her case she well might rue. –
 
With her brother to a distant land
To a knight's feud he did repair;
He gave to the maiden the iron hand,
They parted with many a tear:
 
The time was now long past and gone,
The Count he came not again!
By the lime-tree foot she sat her down,
To give vent to her sorrow and pain.
 
And there to her another knight came;
A coal-black steed he was on,
Unto the maiden he kindly spoke,
And sought her heart to win.
 
The maiden said, ‘thou ahalst, I vow,
Me for thy wife ne'er have; –
When the lime-tree here shall wither'd
stand,
My heart to thee will I give!’
 
The lime-tree still was high and young,
Up-hill, and down he passed,
In search of a lime so large and so high,
Till he found it at the last.
  
Then out he went, in the moonshine bright,
And dug up the lime-tree so green,
And set the wither'd tree in its stead,
And the turf laid down again.
 
The maiden up in the morning rose,
Her window was so light;
The lime-tree shade no more on it played;
She was seized with grief and afright! –
 
The maiden to the lime-tree run,
Sat down with sorrow and pain,
The knight he came, in haughty mood,
And sought her heart again: –
 
The maiden answer'd, in distress,
‘Thou'lt ne'er be loved by me." –
The proud knight then he stabbed her dead.
The Count grieved piteously ! –
 
For he came home that very day,
And saw, in sorrowful mood,
How by the wither'd lime-tree lay
The maiden in her blood!
 
And then a deep grave did he dig,
For a bed of rest for his bride,
And besought for a lime up-hill and down,
And he placed it by her side.
 
And a great stone he also placed,
Which by the wind cannot shaken be; –
There sleeps the maiden in peaceful rest,
In the shade of the green lime tree."
 
1822
In den Niederlanden erscheint eine Ausgabe des "Heimweh"-Romans in vier Bänden (1822, 1825, 1830) mit einem Porträt Jungs. (Siehe zum Porträt und dem Gedicht darauf hier.)
  
1829
Es erscheint eine mit „Heinrich August Rottmann“ unterzeichnete Anzeige, die zum einen auf Bücher verweist, die bereits 1789 und 1804 ff. erschienen sind und von denen keine spätere Ausgabe nachweisbar ist. Zudem war Heinrich August Rottmann, der Schwiegersohn Deckers und seit 1789-01-01 Inhaber des ehem. Deckerschen Verlags und der Buchhandlung, bereits am 29.12.1827 im Alter von 73 Jahren verstorben. (Vgl. Klaus Pfeifer: Johann Heinrich Jung-Stilling und sein Verleger George Jacob Decker (1732-1799) – In: Frost, Michael (Hrsg.): Blicke auf Jung-Stilling. Festschrift zum 60. Geburtstag von Gerhard Merk. Kreuztal: verlag die wielandschmiede (1991. - ISBN 3-925498-35-4), S. 50-61, bes. S. 58.
 
 
 
1831
Zu Texten in englischer Sprache siehe auch hier.
  
1832
In sechs Teilen erscheint in vierter Auflage die Lebensgeschichte.
 
Heinrich Stillings / Jugend. / - / Eine / wahrhafte Geschichte. / - / Vierte verbesserte Auflage. / - / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters / 1832.
   S. (1)-86 +1 Bl. = 2 S. Werbung, darin Verzeichnis der Ausgabe der Werke von Jung-Stilling.
Heinrich Stillings / Jünglings=Jahre. / - / Eine / wahrhafte Geschichte. / - / Vierte verbesserte Auflage. / - / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters / 1832.
   S. (1)-112.
Heinrich Stillings / Wanderschaft. / - / Eine / wahrhafte Geschichte. / - / Vierte verbesserte Auflage. / - / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters / 1832.
   S. (1)-109 +verso und 1 Bl. = 1 S. Werbung.
Heinrich Stillings / Lehr=Jahre. / - / Eine / wahrhafte Geschichte. / - / Vierte verbesserte Auflage. / - / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters / 1832.
   S. (1)-206.
Heinrich Stillings / häusliches Leben. / - / Eine / wahrhafte Geschichte. / - / Vierte verbesserte Auflage. / - / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters / 1832.
   S. (1)-159.
Heinrich Stillings / Alter. / Noch von ihm selbst beschrieben. / Und / Lebens=Ende, / von dessen Enkel / Dr. Philos. Wilhelm Schwarz. / - / Mit / einem Nachwort / von / Dr. F. H. C. Schwarz, / Großherzoglicher Baden’scher Kirchenrath und Professor der Theologie zu / Heidelberg. / - [eL ] / Stuttgart, / bei E. Fried. Wolters. / 1832.
   S. (1-3)-4-68 +1 Bl. = 2 S. Verlagswerbung.
 

Bereits im Jahr 1831 erscheint die nebenstehende Werbung des Verlags, der sie an seine sonstigen Publikationen anbindet. Sie findet sich mit unterschiedlichen Texten:

 

Bei E. F. Wolters in Stuttgart ist zu haben:
Stillings sämmtliche Schriften.
Stillings Heimweh sammt Schlüsel, 5 Bände, 3 fl. 30 kr.
- Scenen aus dem Geisterreich, 2 Bde. 1 fl. 12 kr.
- Theorie der Geisterkunde. 46 kr.
- Theobald oder die Schwärmer, 2 Bde. 1 fl. 2 kr.
. Jugendjahre. 18 kr.
- Jünglingsjahre. 20 kr.
- Wanderjahre. 20 kr.
- Lehrjahre. 33 kr.
- Häusliches Leben. 27 kr.
- Alter, noch von ihm selbst beschrieben. 16 kr.
- Geschichte Florentins v. Fahlendorn, 3 Bde. 1 fl. 4 kr.
- Geschichte des Herrn von Morgenthau, 2 Bde. 54 kr.
- Theodore von der Linden, 2 Bde. 57 kr.
(Die ganze Sammlung zusammen genommen, kostet 9 fl. 21 kr.)
-
Apostel= und Missiona=Buch. Oder Abdias [...]

 
    
1833
Es erscheint das von Jacob Jung herausgegeben Werk:
Sendschreiben geprüfter Christen an weiland den geheimen Hofrath Jung=Stilling. - Aus dessen schriftlichem Nachlasse gesammelt und geordnet für seine Freunde. - Ein Anhang zu Heinrich Stillings Lebens=Geschichte. - Karlsruhe; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 32, Fiche 14519-14520
 
Ein (unkorrigierter) Nachdruck findet sich hier.
  
1834
Es erscheint eine Übersetzung der "Theorie der Geister-Kunde" in die englische Sprache durch Samuel Jackson, der später auch die Lebensgeschichte und andere Texte Jungs-Stillings übertrug; siehe unter 1863.
  
 
1835
Es erscheinen die
Sämmtliche Schriften; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 19, Fiche 8355-8383 (Nachdruck im Format etwas kleiner als das Original, dessen fehlerhafte Paginierung beibehalten wurde:) Johann Heinrich Jung genannt Stilling. Sämmtliche Schriften. 13 Bde u. 1 Erg.-Bd. in 8 Bdn. Vorwort v. J. N. Grollmann. Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 1835-1838, zus. 8342 S., 3 Abb. Hildesheim u. New York: Olms 1979, ISBN 3-487-06811-9.
Scannung unter diesem URL. - Heißt der Herausgeber nun J. N. oder J. U. Grollmann? Siehe dazu hier!
Zur Erscheinungsweise siehe man hier.
 
„Ergänzungs=Band [= Bd. 14] zu den sämmtlichen Schriften von Johann Heinrich Jung, genannt Stilling. - - Stuttgart. J. Scheible’s Buchhandlung. - 1838.“
S. 5 f.: „Daß bei dieser Ausgabe unter dem Begriff „sämmtliche Schriften“ nur die religiösen, nicht aber die vielen ökonomischen fallen: dessen Brauchen wir wohl nicht Erwähnung zu thun. Die ersten sind nun (unsres und Mehrerer Wissens, die dem Verewigten nahe gestanden) wirklich vollständig hier vereinigt.“ – Diese Aussage musste im Laufe der Zeit falsifiziert werden.
 
 
[Enthält nicht die wissenschaftlichen Werke. Herausgeber ist Dr. J. N. Grollmann, nicht "J. U." Grollmann! Dieser zweite Buchstabe ist schwierig auf dem Titelblatt zu lesen, die Unterzeichnung des Vorworts ergibt eindeutig "N" als Buchstabe; siehe ausführlich dazu hier. – Dieser Lesefehler auch in Bibliographien, so z. B. Gero von Wilpert und Adolf Gühring: Erstausgaben deutscher Dichtung. Eine Bibliographie zur deutschen Literatur 1600-1960. Stuttgart: Kröner (1967) = Kröners Taschenausgaben (Jung-Stilling S. 640-643, hier Nr. 76.)]
 
1835
Es erscheint von Albert Secrétan herausgegeben und übersetzt: Vie de Henri Jung-Stilling, écrite par lui-même et traduit de l’allemand sur la Quatrième édition par. Tome 1-6 in 5 Bänden. Lausanne et Neuchâtel 1835, 1839, 1840, 1841.
Das Magasin pittoresque 10, 1842, Nr. 42, S. 350, Sp. 1, schriebt dazu: « L’excellente traduction terminée depuis quelques années par un des écrivains les plus distuingués de Lausanne ** contribuera sans doute à les populariser ».
Vgl. zu Texten in französischer Sprache hier.
  
1841
Sämmtliche Werke. 12 Bände, Stuttgart: Rieger 1841-1842, eine neue vollständige (Neu-) Ausgabe erschien 1843 ff. – Beide Ausgaben unterscheiden sich auf dem Titelblatt nur durch den Schriftzug "Neue vollständige Ausgabe." zwischen den beiden Linien. - Weitere Ausgaben dieser "Sämtlichen Werke" kommen heraus, eine Autopsie zur Unterscheidung der einzelnen Ausgaben erfolgte bisher nicht. (Siehe auch unter 1860.) - Siehe dazu auch in englischer Sprache hier. -  Zu Texten in französischer Sprache hier
  
1847
Zu Texten in englischer Sprache siehe hier.
 
1855
In der Zeitschrift „G. Phillip’s und G. Görres’ Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland redigirt von Jos. Edmund Jörg. Bd. 35. München 1855, S. 33-45; 81-94; 177-199; 490-505; 709-732. veröffentlicht Friedrich Pilgram (geb. Imbach, einem Ortsteil von Bergisch Neukirchen (heute Leverkusen) 19.01.1819, gest. Monheim 21.11.1890): Mittheilungen aus protestantischen Denk= und Lebens=Weisen *). Jung=Stilling. [Die Anm. lautet: „Als Fortsetzung der unter dem Titel: ‚Quasi-katholische Glaubens= und Lebens=Ansichten protestantischer Persönlichkeiten’ in diesen Blättern erschienenen Lebensbildern.“  Dabei wird neben ausführlichen Zitaten aus der Lebensgeschichte auch Jung-Stilling gewürdigt. – Zuvor wurden behandelt: Tersteegen, Johannes Arndt, Zinzendorf.]
  
1860
 
Es erscheint:
 
Aus den Papieren einer Tochter Jung-Stillings [= Christina Elisabeth Henriette Maria Heddäus geb. Jung; 1799-1869]; BDL, ISBN 3-598-51363-1, Box 17, Fiche 7833-7834.
 

1860 erschien auch ein Band der rechts angezeigten Ausgabe. Sie ist wohl ein weiterer Druck der 1841 (s. d.) begonnenen Edition. Leider ist noch kein weiterer Band der gezeigten Ausgabe nachgewiesen worden.

  
1863
Es erscheint, verfasst von Lina Schwarz:
 
Erinnerungen / aus mündlichen Mittheilungen meiner / Eltern Schwarz: / Friedrich Heinrich Christian Schwarz, Doctor der Theologie und Philo= / sophie; Großh. Bad. Geheimen Kirchenrath und Commandeur des Zäh= / ringer Löwenordens; ordentlichen Professors der Theologie zu Heidelberg; Ritter des königlich preußischen rothen Adler=Ordens III. Classe; + 1837; / und dessen Ehefrau Johanna geb. Jung=Stilling, † 1826. / - / Als Eingang ein Auszug aus: / "Frühlingstage, / ein Besuch Jung=Stillings auf dem Lande. / - / Aufgeschrieben von deren Tochter / Lina Schwarz. / - / Heidelberg. / Im Jahr 1863. / [Verso:] Manuscript für Freunde. / Zugeeignet / meinem ältesten Bruder [d. i. Wilhelm Heinrich Elias Schwarz] / zu seinem 50=jährigen Dienstjubiläum / am 18. November 1863. 
 
 
1863
Es erscheint in einer Übersetzung von Samuel Jackson: "Glory through faith – Life of Heinrich Stilling. Plain and Gilt. Halifax: Milner & Sowerby = The Cottage Library” - Lange war nur die Anzeige im Verlagsprospekt davon bekannt.
 
Jackson, der auch Gerhard Tersteegen, Thomas von Kempen, Gottfried Menken, St. Augustin, Christian Gottlob Barth und natürlich Jung-Stilling (Theorie der Geisterkunde, Lebensgeschichte, Erzählungen …) übersetzte, ist bis heute nicht identifiziert worden. Oft ist angegeben, jedoch ist es sicherlich nicht: Samuel Macauley Jackson, 1851–1912, American Presbyterian clergyman and encyclopedist, born New York City. He was long the moving spirit of the American Society of Church History and edited its papers. Samuel Macauley Jackson kann nicht schon 1834 die “Theorie der Geiser-Kunde” überesetzt haben. – Später auch angegeben: Tulse Hill Samuel Jackson. Seine Übersetzungen sowie umfangreiche Rezensionen seiner Werke sind festgestellt. (“Samuel Jackson of Tulse Hill, South London, translated many works from German to English.“)
 
1866
Nach 1860 begann das Erscheinen der Reihe „’The Youth’s Library,’ 170 Volumes, 72-324 Pages, 18Mo.“; deren Bände erschienen zum“Price Ninepence.” Als Nr. 54 der Reihe wird genannt: „Heinrich’s Struggles“. Hierbei handelt es sich um die seltene Ausgabe:
HEINRICH STILLING ; / or, /  How The Poor Boy Became The / Great Man. / - / [Robert] Gall & Inglis. / Edinburgh: / London: / 6 Goerge Street. / 25 Paternoster Sqr.
Eine farbige Abb. zu S. 18 ist beigegeben; sie entspricht der LG S. 55: Großvater und Enkel sitzen vor der Köhlerhütte.
 
1871
erschien ohne Jahresangabe auf dem Titelblatt, aber im Vorwort auf 1871 datiert und mit 1 Kupfer (Jung-Stilling lehrt in der Schule) versehen folgende Ausgabe:
[S. 1:] Jung Stilling’s Leben. / - / Für die Jugend erzählt. / [Vignette] / Herausgegeben / von der Amerikanischen Traktatgesellschaft. / 150 Nassau=Straße, New=York. / Life of Stilling. Ger.
 
1873
Es erscheint:
Amalie Jung / und / das Großherzogliche Fräulein=Institut / in Mannheim. / Ein Lebens= und Charakter=Bild. / - / Weimar, / Hermann Böhlau. / 1873.
  
1875
Die Universal-Bibliothek des Reclam-Verlags beginnt mit der Publikation der Lebensgeschichte von Jung-Stilling. Siehe zu diesen verschiedenen Ausgaben von NN, Max Mendheim, Otto Freiherr von Taube und Dieter Cunz hier.
  
1926
Es erscheint eine Ausgabe des "Theobald"-Romans, der gerade für diese Zeit Wegweiser, Berater und Helfer sein könnte:
[Schutzumschlag mit Klappentext vorn; Schmutztitel:] „Theobald oder Die Schwärmer [verso auf dem folgenden Bl. das Bildnis Jung-Stillings; gegenüber S. 5:] Theobald / oder / Die Schwärmer / - / Eine wahre Geschichte / von / Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / * / Mit einem Bildnis / Stillings und sieben Vollbildern / von Peter Würth [1873-1945]/ [Verlagssignet] / - / „Die Aue“, Verlag in Wernigerode“. – Einführung S. 7 f. ist unterz.: B[runo]. Keller [1857-1932], „Döbeln i. S., März 1926.“; S. 9 f. „Vorrede“, unterz. „Stilling.“, S. 11-278 Text, S. 279 „Erklärungen“, S. 280 Verlagswerbung. – In den Anm. der Fehler: Bokey = Goethe; richtig: Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819).
 
 
 

Weitere Publikationen der Werke Jung-Stillings 

  

Vgl. auch auf dieser web-site zwei Erzählungen Jung-Stillings ["Christliches Verhalten in unchristlichen Ehen"
= a) Lebensgeschichte hrsg. Benrath, S. 215 ff.;
   b) die 7. Szene der "Scenen aus dem Geisterreiche" mit dem Namen "Die Ueberraschung";
     nach Sämmtliche Schriften, Bd. 2, S. 70-74].
  
Zur Erzählung "Adelheid von der Heeß, oder das Vehmgericht." siehe man hier! – Die schöne Ausgabe von Gerhard Schwinge siehe unten 1990.
  
Zwei Balladen Jung-Stillings finden sich unter folgenden Adressen:
Es handelt sich dabei um "Der Todesbote" und die "Die Giftmörderin".
  
Zu Jung-Stilling als Erzähler siehe man allgemein auf dieser web-site!
  
 
1965
Es erscheint eine Ausgabe der "Jugend"; in dem Nachwort dazu heißt es u. a.:
Nachgedruckt wird dies, weil diese Autobiographie "exemplarisch den Übergang der Lebensbeschreibung zu einer künstlerischen Darstellung zeigt. [...] Worauf es Jung ankam, war, ein Grundgesetz in seinem Leben zu vergegenwärtigen, einen religiösen Grundtrieb, den er als eine unsichtbare, von Gott bestimmte Leitung zu der höchsten christlichen Bildung und Lebensführung, wie sie im Irdisch-Wirklichen möglich ist, verstand. Damit gewann sein Leben über das Persönlich-Individuelle hinaus einen exemplarischen Charakter. Es wurde zum Beweis von Gottes Führung, die sich seinem mühsamen Leben, ihm zunächst unbewußt, dann nach seinem entscheidenden Offenbarungs- und Bekehrungserlebnis ins Bewußtsein gerückt, wie ein inneres Formgesetz, ein organisches Prinzip eingelegt hat. […]Jung-Stillings Jugend wird exemplarisch für eine einseitige Verlagerung  zum Innerlichen, Weltfremden, zu einem Gefühlsidealismus und zu einer Geistigkeit, die sich in der Geschichte der deutschen Mentalität, obwohl aus ihr die großen Leistungen im Idealismus und in der Romantik sich entfalteten, bedenkliche Folgen gezeitigt hat. Denn diese Innerlichkeitskultur lähmte die Kraft zum Handeln in der Wirklichkeit. […]Das Resultat dieses Gehorsamsrigorismus – mußte der ‘Untertan’ um jeden Preis werden; es mußte die Willensenergien zerstören. Die Fortsetzungen von Jung-Stillings Lebensgeschichte, die ‘Jünglingsjahre’, die ‘Wanderschaft’, machen das Fragwürdige dieser Erziehung ersichtlich. Ruhelos und unbefriedigt irrt Jung-Stilling zwischen dem Schulamt und Schneiderhandwerk hin und her, überall im Widerspruch zu sich selbst, unfähig, zu erfüllen, was man von ihm erwartet, ungeschickt, sich mit der Wirklichkeit in den rechten Kontakt zu bringen. Er schwankt zwischen Selbsthochschätzung und bitteren Selbstanklagen, er quält sich mit Gefühlen der Schuld und des Versagens, tief einsam, ohne Zugang zu Gemeinsamkeiten. […] […] bis er, unterstützt von dem ihm befreundeten Markgrafen Karl Friedrich von Baden, seinen Alterssitz in Karlsruhe wählte und dort, weithin als christlicher Lehrer Lebensgesinnung, als der ‘Vater Stilling’ verehrt, 1817 starb.“
      
 
1968
Zu den Ausgaben der Lebensgeschichte im Reclam-Verlag, als Universalb-Bibliothek, hier und in den Jahren 1979, 1982, 1990, 1994 und 1997 von Dieter Cunze herausgegeben, siehe man - wie zu den vorhergehenden Ausgaben seit 1875 (Max Mendheim, Otto Freiherr von Taube) - hier.
    
1978
Es erscheint der Nachdruck:
Johann Heinrich Jung gen. Stilling: Die Grundlehre der Staatswirtschaft. Ein Elementarbuch für Regentensöhne und alle, die sich mit dem Dienst des Staats und der Gelehrsamkeit widmen wollen. Photomech. Nachdr. d. Ausg. Marburg 1792. Königstein: Scriptor 1978. 823 i. e. 923 S., Ill. = Scriptor-Reprints Sammlung 18. Jahrhundert. ISBN 3-589-15210-9.
  
1978
Es erscheint ein Faksimile:
Johann Heinrich Jung-Stilling: Lehrbuch der Finanz-Wissenschaft. Kupferstiche von S. Kalle. Faksimile-Neudruck d. Ausgabe von 1789. Wiesbaden: Betriebswirtschaftl. Verlag Gabler 1978 = Gablers Ökonomische Klassiker. ISBN 3-409-10141-1
  
1982
  Bereits 1981 wurden der Offizin Alexander Nexö in Leipzig 4,2 Tonnen Papier zur Verfügung gestellt, damit sie darauf die von Gabriele Drews edierte und mit einem Nachwort versehene Ausgabe der Lebensgeschichte drucken konnte. Ursula Wertheim (1919-2006) schrieb das notwendige Gutachten dazu, und „Aufgrund der kritischen Hinweise des Gutachtens wurden zwei Textstellen überarbeitet, zwei größere Abschnitte eingefügt sowie kleinere Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen.“
     
So erschien 1982 die Ausgabe, für die kein „Valutabedarf“ notwenig war in einer Auflage von 12.000 Exemplaren in der Reihe „Bibliothek des 18. Jahrhunderts“:
     
- / Johann Heinrich / Jung-Stilling / - / Henrich Stillings / Jugend, / Jünglingsjahre / und / Wanderschaft / - / Mit den Illustrationen / der Erstausgabe / - / 1982 / Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung / Leipzig
    
- / Johann Heinrich / Jung-Stilling / - / Henrich Stillings / Jugend, / Jünglingsjahre / und / Wanderschaft / - / Mit den Illustrationen / der Erstausgabe / - / Verlag C. H. Beck München
     
= Bibliothek des 18. Jahrhunderts. ISBN 3-406-08273-4. (Lizenzausgabe der Dieterichschen Verlags-Buchhandlung Leipzig 1982, Ausgabe f. d. Bundesrepublik, Berlin-West, die Schweiz und Österreich.)
     
Gerhard Schwinge bezeichnet S. 24 seiner Promotionsschrift das Nachwort als eine „Kombination von psychologischer Pietismus- und marxistischer Religionskritik“. (Vgl. ebd. S. 13, Anm. 3.)
    
1982
Albrecht Willert: Religiöse Existenz und literarische Produktion. Jung-Stillings Autobiographie und seine frühen Romane. Frankfurt a. M. u. Bern: Peter Lang (1982. ISBN 3-8204-5994-4; ISSN 0721-3301) = Europäische Hochschulschriften. Reihe I: Deutsche Sprache und Literatur, Bd. 471
 
1987
Es erscheint ein Lexikon: 
 
 
Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft. Hrsg. u. eingel. Berlin: Duncker & Humblot (1987. - ISBN 3-428-06172-1.) (Vgl. weitere Lexika unter 1988, 1996, 1997.)
  
1988
Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Hrsg. u. eingel. Kreuztal: verlag die wielandschmiede (1988. - ISBN 3-925498-26-5.) (Vgl. weitere Lexika unter 1987, 1996, 1997.
  
1988
Johann Heinrich Jung-Stilling: Wirtschaftslehre und Landeswohlstand. Sechs akademische Festreden. Hrsg., eingel. u. m. Anm. versehen v. Gerhard Merk. Berlin: Duncker & Humblot (1988. ISBN 3-428-06447-X.)
  
1989
Johann Heinrich Jung-Stilling. Tägliche Bibelübungen. Hrsg. v. Gustav Adolf Benrath. Giessen u. Basel: Brunnen (1989. ISBN 3-7655-5751-X.) 480 S., 3 Abb.
 
Reinhard Arhelger: Jung-Stilling - Genese seines Selbstbildes. Untersuchungen zur Interdependenz von Religiosität, Identität und Sozialstruktur zur Zeit der ‘Jugend’. Frankfurt/Main, Bern u. New York: Lang (1990. ISBN 3-631-42310-1, ISSN 0721-3301. Ursprgl. phil. Diss Gießen 1989 m. d. T.: ‘Erwählung’. Analyse einer pietistischen Sozialisation am Beispiel von Jung-Stillings ‘Jugend’.) = Europäische Hochschulschriften. Reihe I. Deutsche Sprache und Literatur. Bd. 1187.
  
1990
Es erscheint ein Neudruck einer Schrift Jung-Stillings aus dem Jahre 1782:
(Johann Heinrich Jung-Stilling:) Beweis für den Bürger und Landmann, daß der Kaffee für die Gesundheit, für die Haushaltung und für das ganze Land ein höchstschädliches Getränk sei. [...] Nunmehro aber zum 250. Geburtstag des weitbelobten Herrn Verfassers [...] erneut zum Druck gebracht [...] durch Dr. Gerhard Merk, [...]. (Siegen, Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. 1990.)
Vgl. dazu: Karl Heinrich Stamm: Zur Geschichte des Kaffees im Fürstentum Oranien-Nassau im 18. Jahrhundert. Wilhelm V. und Jung-Stilling als Verbündetet im Kampf gegen den Kaffee. – In: Dillenburger Blätter. Mitteilungen des Geschichtsvereins Dillenburg e. V. 16, 1999, Nr. 28, S. 32-57. [M. 5 Abb., darunter zwei zum Kaffee, Wilhelm V., Jung-Stilling und Preuschen.]
Siehe den bereits 1782 nachgedruckten und mit Kommentar versehenen Text hier.
  
1990
Ulrich Ummen gibt heraus:
Unter den Sternen des Morgenlandes. Orientalische Erzählung. Marburg/Lahn: Francke 1990. 97 S. ISBN 3-88224-821-1. Neuauflage des Bändchens von Hermann [sicher richtig: Wilhelm] Müller-Kreuztal aus dem Jahre 1947 im "Jung=Stilling=Verlag W. Schmidt . Kreuztal (Westf.)"
Enthält sechs Erzählungen aus den Sämtlichen Schriften Bd. 12 und 13: S. 7-17: Die beiden Brüder; S. 18-28: Elauban; S. 29-46: Die Königstochter; S. 47-56: Der Weg zum Thron; S. 57-70: König Josua; S. 71-92: Sulamith. - 92 S. Text, S. 93 Nachwort.
  
1990
Es erscheint:
Johann Heinrich Jung-Stilling. Herr, zeig mir stets die rechte Spur. Geistliche Erzählungen und Gedichte. Zum 250. Geburtstag des 'Patriarchen der Erweckung' ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Lahr-Dinglingen: St.-Johannis-Druckerei C. Schweickhardt (1990. ISBN 3-501.00953.4) = Telos-Bücher Bd. 615. Telos-Taschenbuch.
[Das Zitat im Titel stammt aus dem "Grauen Mann" 15. Stück, 1804, S. 131, wo das Gedicht das Heft einleitet.
 
Inhalt: Auch eine heilige Familie, Sämtliche Schriften Bd. 12, S. 5-16; Die edlen Jünglinge, Sämtliche Schriften Bd. 12, S. 69-75; Die beiden Brüder, Sämtliche Schriften Bd. 12, S. 17-28; Sämtliche Schriften Bd. 10, S. 132-135; Schreiben eines reisenden Juden, Sämtliche Schriften Bd. 12, S. 432-448; Bibelübung vom 17.10.1796; Sämtliche Schriften Bd. 13, S. 282; Sämtliche Schriften Bd. 13, S. 235-238; Sämtliche Schriften Bd. 13, S. 282-283; Sämtliche Schriften Bd. 13, S. 251-253.]
    
1990
In einer neuen Ausgabe erscheint:
Johann Heinrich Jung-Stilling. Über den Geist der Staatswirtschaft. (Vortrag gehalten den 7ten November 1786 als die Universität zu Heidelberg ihr viertes Jubiläum feierte.) Neudruck der Ausgabe Mannheim: Hof- und Akademische Buchhandlung 1787. Hrsg. u. m. e. Nachwort v. Reinhard Düchting. Heidelberg: Manutius 1990. 45 S., Ill. ISBN 3-925678-18-2.
1990
Auswahledition zum "Volkslehrer" von 1781 bis 1784. – Siehe oben unter 1781 (; der kommentierte Volltext aller Jahrgänge liegt mir vor).
    
1992
Nach der Handschrift werden Jung-Stillings Protokolle seiner Operationen herausgegeben:
Johann Heinrich Jung-Stilling. Geschichte meiner Staar Curen und Heylung anderer Augenkrankheiten hrsg. sowie mit einer Einführung und Anmerkungen versehen v. Gerhard Berneaud-Kötz. (Vorwort v. Gerhard Merk.) Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1992. ISBN 3.928984-06-3). 154 S., 13 Abb., 3 Tabellen.
 
 
1993
Nach der Handschrift wird von Anneliese Wittmann herausgegeben:
Johann Heinrich Jung-Stilling. Briefe eines reisenden Schweizers über die Einrichtung der Pfälzischen Fruchtmärckte hrsg. v. einem Pfälzischen Patrioten. Aus der Handschrift übertragen und mit Anm. vers. v. Anneliese Wittmann. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1993. ISBN 3-928984-07-1) = Jung-Stilling-Schriften Bd. 6.
  
1994
Es erscheint:
Johann Heinrich Jung-Stilling. Mehr Wohlstand durch besseres Wirtschaften. Hrsg. u. eingel. v. Gerhard Merk. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1994. ISBN 3-928984-08-X).
Darin der Neudruck von Jung-Stillings Werken "Landwirthschaftliche / Geschichte / einiger / niederländischen Provinzen. / Von / D. J. H. Jung. / -", 1779; "Bemerkungen / Ueber [sic] den Einfluß der Städte, Dörfer und Bauernhöfe auf die Gewerbe / des Volks. / Von / D. J. H. Jung.", 1782; "Bemerkungen über den / Forstwirthschaftlichen Zustand / einiger Aemter / im Herzogthume Berg. / von [sic] Johann Heinrich Jung.", 1780; "Über / die Nassau=Siegensche / hölzerne Löffel=Manufaktur / zu / Helberhausen, / von / Johann Heinrich Jung.", 1780; "Bemerkungen über den Mißbrauch des Holzes, und über die Ersparung desselben", 1798.
  
1995
Es erscheint neu:
D. Johann Heinrich Jung / gemeinnütziges Lehrbuch / der / Handlungswissenschaft / Nachdruck / der zweiten Auflage / von 1799 / Mit einer Einleitung / Jung-Stilling / Werdegang eines / Kameralwissenschaftlers / aus dem Zeitalter / der bürgerlichen Selbstfindung / von / Dr. Klaus Friedrich Pott / Wirtschaftsverlag Bachem / Köln 1995 = Schriften zur Geschichte / der Betriebswirtschaftslehre [S. II:] Schriften zur Geschichte / der Betriebswirtschaftslehre / Herausgegeben von / Prof. Dr. Fritz Klein-Blenkers / o. Prof. an der Universität zu Köln / NR. 10.
1996
Klaus Pfeifer (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Medizin. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1996. - ISBN 3-928984-18-7.) (Vgl. weitere Lexika unter 1987, 1988, 1997.) – Siehe im folgenden Jahr!
  
1997
Reidmar Egidi (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Forsten. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1997. - ISBN 3-928984-17-9.) (Vgl. weitere Lexika unter 1987, 1988, 1996.)
  
1998
Es erscheinen u. a.: 
Martin Hirzel: Lebensgeschichte als Verkündigung. Johann Heinrich Jung-Stilling, Ami Bost, Johann Arnold Kanne. Göttingen: Vadnenhoeck & Ruprecht (1998, ISBN 3-525-55817-1) = Arbeiten zur Geschichte des Pietismus Bd. 33.
   
Erich Mertens (Hrsg.):] Johann Heinrich Jung-Stilling. Rede über den Werth der Leiden. Neu gedruckt und erschlossen von Erich Mertens. Als Dankesgabe der Jung-Stilling-Gesellschaft Wolfgang Rasch in Wiesbaden in Freundschaft und Verbundenheit überreicht. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1998. ISBN 3-928984-20-9.) = Jung-Stilling-Schriften Bd. 7.
  
1999
Klaus Goebel: Literarische Ortsbeschreibung. zu Jung-Stillings Erzählung "Auch eine heilige Familie". – In: Geschichte im Wuppertal, hrsg. v. Bergischen Geschichtsverein, Abtlg. Wuppertal 8, 1999, S. 19-23; S. 23-29 der Text der Erzählung.
[S. 20 Porträt Jung-Stilling nach Archiv Klaus Goebel = Aloys Kessler (1777-1820) nach Johann Heinrich Dannecker (1758-1841) nur Porträt-Oval.]
  
2002
Es erscheint die grundlegende Ausgabe:
Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. v. Gerhard Schwinge. Giessen und Basel: Brunnen ([August] 2002, ISBN 3-7655-9405-9); 637 S., S. 2 Porträt Jung-Stillings nach Lips; Faksimile des Briefes vom 1813-12-29 S. 378; Brieftexte S. 67-600, Register S. 619-637). – Siehe dazu Ergänzungen und Korrekturen hier.
   
2003
Es erscheint:
Erich Mertens (Hrsg.):) Johann Heinrich Jung-Stilling: Erzählungen. Neu gedruckt und erschlossen von Erich Mertens. Als Dankesgabe der Jung-Stilling-Gesellschaft Alfred Marenbach in Dormagen in Freundschaft und Verbundenheit überreicht. Siegen: (Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. 2003. ISBN 3-928984-25-X.) = Jung-Stilling-Schriften, Band 9.
122 S., 17 Abb.; enthält: Geleitwort (Gerhard Merk); Lettre-préface (Agathe Bischoff-Morales und Anny-Claire Haus); Einführung; Die Texte Jung-Stillings: a) Geschichte von Peter und Claß – 1779/80; b) Des alten Gotthards Erzählungen – 1812/13 (Der arme Leinweber); c) Des alten Gotthards Erzählungen – 1813/14. Die Schatzgräber. d) Fortsetzung der Erzehlungen des Bauernfreundes (Die Schatzgräber.) – 1791.]
 
2004
Erminio Morenghi: Jung-Stilling. Quarza di vita. Una figura eclettica della Germania tra Settecento e Ottocento. Parma: Monte Universitá Parma Editore S. r. l. 2004 = Facoltá di Lettere e Filosofia Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere, ISBN 88-88710-73-6, 175 S., Frontispiz: Jung-Stilling nach Lips; Leseblatt. - Vgl. hier.
 
2004
Es erscheint der kommentierte Nachdruck von Oberlins Übersetzung einiger der "Szenen aus dem Geisterreiche"
Petra Mertens-Thurner: Jean-Frédéric Oberlin et Jean Henri Jung dit Stilling – Les « Scènes de L’Empire des Esprits ». Préface de Jacques Fabry. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (2004. – ISBN 3-928984-26-8. – [VIII, 9-198 (+ 2) S., 20 Abb.) Vorworte von Gerhard Merk und Gustave Koch.]
  
2005
Es erscheint eine Ausgabe nach der LG:
Johann Heinrich Jung-Stilling / Schweizer Reisen / (1801-1802) / Mit einer Einführung / von Klaus Bergdolt / Verlag Huber [verso:] ISBN 3-456-84334-8 (C) 2005 für diese Ausgabe: Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern.
(Ein Buch für Bibliophile in Papier, Druck usw. - Ergänzungen ergeben sich aus dieser web-site.)
 
2007
Es erscheint der kommentierte Nachdruck:
Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling: Der Graue Mann eine Volksschrift. Nach den Erstdrucken herausgegeben und kommentiert von Erich Mertens und Martin Völkel. Bd. 1-4. Nordhausen: Traugott Bautz GmbH 2007. (ISBN 978-3-88309-395-6.) [1776 S.] - Der Registerband erscheint 2009 im Bautz Verlag, ISBN 978-3-88309-503-5.
Siehe auch auf dieser web-site zur Übersicht und auf dieser zur Einführung in die Zeitschrift!
  
2007
Es erscheint frei erfunden, aber unterhaltsam, eine Darstellung von Jung-Stillings Marburger Zeit.
Nicole Vogel: Licht in Marburgs Gassen : Aus dem Leben von Jung-Stilling. Historischer Roman. (Marburg:) Francke (2008. – ISBN 978-3-86827-024-2.
 
 
2008 ff. - Siehe unter diesem Link. (Dort ist auch noch ältere Literatur genannt.)