1804  erscheint von Joseph Rohrer (geb. Wien 1769, gest. ebd. 21.09.1828) das Werk:

 

Versuch über die jüdischen Bewohner der österreichischen Monarchie. [Vignette] Wien [: Kunst- und Industrie-Comptoir] 1804.

 

Hier wird Jung in einen Zusammenhang gestellt, in den er nicht gehört.

 

Vgl. Karl Hugelmann in ADB 29, 1889, S. 64-68, wo das Werk so beschrieben wird: „Nach mündlicher Ueberlieferung soll R. selbst gerade das Werk über die Juden für die bedeutendste seiner Arbeiten gehalten haben; in der Vorrede hat er wenigstens ausdrücklich die Absicht betont, ein treues Gemälde des Judenvolkes zu liefern, und sich für schuldlos erklärt, wenn der lichten Partien weniger seien als der dunkleren.“

 

Die Rezension zeigt, warum Jung hier falsch eingeordnet ist:

 

„Neue A‪nnalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes“, hrsg. von einer Gesellschaft innländischer Gelehrten, 2. Jg., 2. Bd. (= Band 12), Heft Dezember, Wien: Anton Doll 1808, S. 252-256; hier heißt es S. 252, Sp. 1: „In ältern Zeiten schlug man die Juden physisch todt, um ihnen ihr Geld abzunehmen; und in den neuesten Zeiten sucht so m ancher Skribler sie moralisch todt zu erklären, (denn was läßt sich nicht alles durch einen Federzug – beweisen wohl nicht, aber diktatorisch – hinschreiben) um es ihnen wieder zu geben.“ – S. 255, Sp. 2: „So spricht er z. B. S. 133 als selbst gehörte Aussage von Wirthsleuten, von einem Rabbiner, was Maimon S. 135 von einem Prediger sagt, und S. 135 schwätzt er ein Langes und Breites von einem Reiseabentheuer, was, wie man sieht, nur Fiction ist, und nur dazu dienen soll, um dasjenige wörtlich abzuschreiben, was Maimon S. 138 über das kabalistische Buch Rasiel erzählt. Doch nicht allein wo er als Philosoph, Historiker, Theolog gelten will, sondern auch da, wo er als Kameralist sich brüstet, hat er mit seltner ihm eigener Freyheit andere Schriftsteller ausgeschrieben.“

 

Bei Rohrer heißt es S. 135-136:

 

„Also weiß denn doch der Jude, wenn er seine cabbalistische Weisheit in der Klemme sieht, schulmäßig zu distinguiren, um sein Ansehen zu retten. Ich würde allerdings den galizischen Juden, welche hölzerne Häuser haben, rathen, nach dem Vorschlage des Herrn von Aken, die Balken und das Holzwerk in den Häusern mit Alaun und Vitriolwasser zu bestreichen, um sie dadurch vor Feuer zu verwahren, welche Einrichtung schon in mehrern schwedischen Orten besteht. Allein freylich hat der Abergläubige wenig Sinn für Wahrheiten, innerhalb der bloßen Vernunft. Herr Hofrath Jung spricht unter andern in seinem ersten Hefte der staatswirthschaftlichen Ideen, von den feuerfesten Strohdächern der Nassau=Siegenschen Hütten und Hämmer, vermittelst eines Ueberzuges vom Ziegelthone, oder Lehm. Aber auf Schriften ähnlicher Art hat noch kein Oberrabbine [sic] den Stempel der Bewährtheit gedruckt. Uiberhaupt kann man den Cabbalisten nicht genug den Vorwurf machen, daß ihr Hang alles Geheimnißreiche inne zu werden, endlich den Geschmack für alle offen liegenden Kenntnisse, welche aus tagtäglicher Erfahrung abgezogen sind, zerstöre.“

 

Zitiert werden von Rohrer:

 

Franz Joachim von Aken (geb. Örebro 7.07.1738, gest. ebd. 23.06.1798; ehel. 21.05.1770 Sophie Elisabeth Kuhlmann, T. d. Henrich Kuhlmann in Norrköpping). – F. J. von Aken: Kurze Abhandlung von der beßten Weise der Feuerlöschung mit dazu eingerichtetem Feuer=Geräthe und nöthiger Feuer=Ordnung. A. d. Schwed. übers. m. Anm. v. C[hristian]. E[hrenfried]. Weigel. Berlin, Stralsund und Greifswald: Gottlieb August Lange 1798, S. 161 in § 4: „Wer sein Haus aufs Beßte gegen Feuersbrünste sichern will, läßt unfehlbar nicht allein alle Balken, sondern auch alles Holzwerk im Sparrwerke, u. s. w., ein, oder mehrere, Male mit Alaun= und Vitriol=Wasser überstreichen, welches schon an mehreren Orten, hier im Reiche, mit aller Sorgfalt ausgeübt worden ist.“

 

„Salomon Maimon’s Lebensgeschichte. Von ihm selbst geschrieben und hrsg. v.  K[arl]. P[[hilipp]. Moritz. In zwei Theilen. – Berlin, 1792, bei Friedrich Vieweg dem ältern.“ [sic], S. 138.