1781       Es erscheint von Batsch, August Johann Georg Karl

„Oden [,] / Lieder und Gesänge / von / August Johann Georg Karl Batsch. / [Vignette] Nebst einem Lied auf das Klavier gesezt / von Hrn. Eulenstein zu Weimar. / [Schmucklinie] / Nürnberg, verlegts A. G. Schneider, 1781.“

Batsch schickt S. 81 voraus die

„Anmerkung.

Aus herzlich guter Meinung sezz‘ ich drey Lieder meines Freundes her, weil ich selbst nicht mehrere besizze, welche eine eigne Sammlung ausmachen könnten: Ich thu‘ es ohne Geheiß und Erlaubniß, indem ich theils glaube, mir es nicht verzeyhen zu können, wenn ich herzliche Lieder, und bessere, da ich sie doch mittheilen könnte, meinen Lesern vorenthielte: theils weil ich hoffe, es werde mir mein Freund vergeben, wenn ich ohne sein Wissen einige gute Seelen damit zu erfreuen suchte; da er selbst in diesem Punkte zu streng ist, und mir‘s nie würde erlaubt haben. Möchte ihn doch nur ein stiller, redlicher Dank ermuntern, sein edles Herz den Brüdern mitzutheilen!“

S. 82-83 „An Stilling.“

An Stilling.

–––––

Oft, wenn in banger Mitternacht

Der Jüngling einsam irret,

Kein Stern den Pfad ihm heller macht,

Auf dem er sich verwirret;

Dann wünscht er, Stilling, deinen Muth,

Und deines festen Glaubens Gluth.

 

Entfernt vom mütterlichen Heerd–

Von treuer Freunde Liebe;

Mit siebenfachem Gram beschwert,

Von tausend Zweifeln trübe,

Fleht er um deine Freudigkeit

Und stille Gottgelassenheit.

 

Schon lange suchte er ein Herz,

Das so, wie deines, wäre;

Ward oft getäuscht - mit bitterm Schmerz

Zurückgescheucht in leere

Und öde Selbstgenügsamkeit,

Die selten nur ihm Trost verleiht.

                        o

[S. 83:]

O Stilling, wär‘ ich doch bey dir!

An dein Herz wollt‘ ich sinken,

Die Thränen lüften, welche mir

Im dürren Auge blinken.

Dann würde leichter mir der Pfad

An deiner Hand, durch deinen Rath.

 

Verlassen, ganz allein irr‘ ich,

Von manchem Gram durchwühlet.

Wenn jede Creatur um mich

Den Reiz der Schöpfung fühlet;

So denk‘ ich traurig: ich allein

Sollt bang‘ auf Gottes Schöpfung seyn?

 

Doch wenn die kühle Mitternacht, -

Der Mond mit Silberschleyer

Die Erde deckt; alsdann erwacht

Das Herz und athmet freyer;

Dann flüstert mir ein Engel zu:

Für dich auch giebts noch eine Ruh!

 

Da stehst du, Stilling, ganz vor mir

Und sprichst: Gott wirds versehen!

Und plözlich sprech‘ ich dann mit dir:

Der Herr wirds wohl versehen!

Dann faß‘ ich, Stilling, deinen Muth,

Und deines festen Glaubens Gluth.

 

1795 Streit zwischen ihm und Medicus

August Johann Georg Karl Batsch, geb. Jena 29.10.1761, gest. ebd. 29.9.1802; Studium der Medizin; 1787 außerordentlicher Professor der Medizin; 1792 ordentlicher Professor der Philosophie in Jena; wirkte als Botaniker.

Eylenstein, Johann Friedrich Adam; siehe Der Teutsche Merkur. Vom Jahre 1779; Nr. 10, Umschlag S. (4); seine Anzeige „Weimar, den 16ten October 1779.“damals „substit. Organist bey der Stadt= und Hauptkirche“. – Ernst Ludwig Gerber: Historisch=Biographisches Lexicon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Dilettanten, Orgel- und Instrumentenmacher, enthält. Erster Theil A – M. Leipzig: Johann Gottlob Immanuel Breitkopf, 1790, Sp. 389-390 (5 Zeilen). Gerber, Ernst Ludwig  GERBER:Ton – S. 73 verweist der „Musikalischer Almanach für Deutschland auf das Jahr 1789. = Leipzig im Schwickertsche Verlage.“ [1788]: „Eulenstein (– –). s. / Eylenstein (J. F. A); Lieder von beliebten Dichtern Deutschlands, mit Begleitung, des Claviers Weimar, 1782 Querfol.“ –

Schneider, Adam Gottlieb (1745-1815)

Rez.: Adelung, Johann Christoph: „Allgemeines Verzeichniß neuer Bücher mit kurzen Anmerkungen und einem gelehrten Anzeiger“, Bd. 6, Stück 4, 1781, S. 280, Nr. „422. Oden, Lieder und Gesänge von August Johann Georg Karl Batsch. Nebst einem Lied auf das Klavier gesetzt von Herrn Eulenstein zu Weimar. Nürnberg, verlegts, A. G. Schneider, 1781. 9 B. in 8. (ohne das in Kupfer gestochene Lied.)       10 gr.    

Der Gedichte in dieser Sammlung sind 60 gröstentheils reimlos und von etwas hohen Schwung, durchgehends ernsthaft, und, wären die Gedanken wichtiger und gedrängter, vortreflich.“