Back to Top
 
 
 

 

geb. Minden (Hann. Münden) 12.10.1760,

gest. Neudietendorf 18.08.1850

 

 

Ihre Autobiographie vom 22.12.1825 ist in deutscher und französischer Sprache erhalten; ebd. ein Nachwort der Friederike und der Gemeinde.

  

19jährig verlobte sie sich mit dem damaligen Universitätsprediger, späteren Superintendenten zunächst in Göttingen, dann in Gifhorn Georg Hermann Richerz (geb. Lübeck 1.04.1756, gest. Münden 7.07.1791). „La parfaite analogie de nos sentiments, surtout en matière religieuse, avait seule amenè cette union". Die Ehe wurde dann am 7. Januar 1783 geschlossen; den kränkelnden Ehemann nahm Hofrat Zimmermann in Hannover in Behandlung. Dieser erklärte ihn zwar für krank mit langer Lebensmöglichkeit, aber für unheilbar. Die Badekuren in Selters und Pyrmont führten dann aber doch zu einer Genesung. Erneute Krankheiten wurden durch die Nachricht des Konsistorialrates Koppe übertönt, der die Wahl zum Superintendenten in Gifhorn überbrachte. Nach dem Tode des Ehemannes lebte sie in Münden, mit der Herausgabe des dritten Bandes seiner Predigten beschäftig. In ihrer Seelennot griff sie zu Lavaters „Handbibel für Leidende“. Die Lektüre führte dann zu einem umfangreichen Briefwechsel mit ihm. Bei größer werdenden Problemen innerhalb der Familie erhält sie einen Brief von Jung, den sie bis dahin nicht kannte. Auf ihrer Reise nach Braunschweig logierten Jung und Gattin mehrere Tage bei ihr in Minden. Nach der erfolgen Einladung reiste Julie mitten im Winter nach Marburg, um bei Jungs zu wohnen. Acht Wochen wohnte sie hier und hörte Jungs klagen, dass sie sich nicht genug um die beiden jüngsten Kinder, den beiden 2- und 5jährigen mädchen, kümmern könnten, sie nicht wegen seiner Arbeit und ihrer Krankheit entsprechend mit dem Heiland bekannt machen könnten. Julie bot sich zur Erzieherin an. Julie drängte den Jungs ein Kostgeld auf und man schloß einen Freundschaftsbund auf ewig. Hier lernte Julie erstmals durch Jung die Brüdergemeine kennen. Zunächst reiste sie aber nach Erfurt und dann mit einer dortigen Freundin nach Neudietendorf zur Brüdergemeine. Nach der Teilnahme an den Feierlichkeiten zum13. August reiste sie wieder zurück nach Marburg. Sie folge dann bei Jungs Ruf durch denn Großherzog von Baden der Familie nach Heidelberg. Während Jungs Schweizer-Reise ging sie nach Marburg zurück, logierte mit den beiden Mädchen bei der Tante von Jungs Gattin (Duising) und geriet dabei in die Aufruhr durh die Franzosen, die von den Bauern in Marburg bekämpft werden sollten. Kaum war die Gefahr durch die Franzosen beseitigt worden, so erkrankten die Kinder und Tante Duising verstarb. Über Gießen reiste sie zurück nach Marburg, dann mit Jungs nach Karlsruhe und kurte in Baden. Schließlich muß sie sich um ihre Friederike kümmern, die hinterlassene jüngste Tochter ihrer Schwester, die sie in Marburg annimmt. Mit diesem Kind zieht sie dann nach Neudietendorf. Seit dem 17.05.1809 ist sie Gemeindeglied dort.

 

Das Geburtsdatum ist angegeben in Jung-Stillings Merkbuch (LG S. 696; vgl. S. 529 : 749, 779 u. ö.), fehlt jedoch in der Edition Schwinge (S. 343, Anm. 1); in Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller ist das Fragezeichen S. 368 nach Richerz zu streichen, s. ebd. S. 171, Anm. 506.

Vgl. DBA 273, 39.

 

Schulz, Günter: Henrich Nicolaus Achelis im Briefwechsel mit Johann Caspar Lavater. - In: Bremisches Jahrbuch. Hrsg. v. d. Historischen Gesellschaft zu Bremen (Mitglied der Wittheit zu Bremen) Bd. 49, Bremen: Schünemann 1964, S. 134-175; S. 137, Anm. 3.

 

 

Sie hatte geehelicht: Georg Hermann Richerz, seit 1788 Superintendent zu Gifhorn im Hannöverischen, geb. Lübeck 1.04.1756, gest. Münden 7.07.1791.

(Nachruf in: Friedrich Samuel Mursinna: Leben und Charakter berühmter und edler im Jahr 1791 verstorbener Männer. Halle: Trampe 1793, Nr. 12, S. 117-122.)

 

Seit 1746 wird der Gerichtsschreiber Ludwig Börries Eicke als Moringischer Beamter

 

(S. 28 in: Johann Gabriel Domeier: Die Geschichte der Churfürstl. Braunschweig-Lüneburgischen Stadt Moringen und des umliegenden Amts dieses Namen, Göttingen: Univ.-Druckerei 1753.) und als Bürgermeister von Münden in: Königl.-Grossbrittannischer und Churfürstl.-Braunschweig-Lüneburgscher Staatskalender: auf das ... Jahr Christi, worin das Staats-Verzeichniss der königlichen Regierungen und übrigen hohen Civil- und Militair-Bedienten in den deutschen Ländern nebst einem genealogischen Verzeichniss aller ... 1779, S. 52;

 

 

und als Bürgermeister und Lizent-Kommissar ebd.

 

(S. 46 und 178 in ebd. Jg. 1784)

 

genannt.

 

 

Über ihren Vater Ludwig Börries Eike, geb. Neustadt am Rübenberg 16.09.1722, erfährt man etliche Nachrichten in

 

Hamberger/Meusel Bd. 1, 1783, S. 387 und Bd. 2, 1796, S. 179