Jung-Stillings "Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums", 1805 bis 1816 erschienen, hat bisher noch keine umfangreichere Würdigung gefunden. Vielleicht verhilft dieses Verzeichnis dazu.
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis der einzelnen Jahrgänge
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
Innerhalb des BDL, ISBN 3-598-51363-1, finden sich in Box 44, Fiche 19336-19340 diese Texte des "Taschenbuchs" auf Mikrofiche.
 
 
 
Umfangreich informiert über dieses Periodikum das Kapitel 5 in der Arbeit von
Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (1994. - ISBN 3-525-55816-3. - Zugl. Theol. Diss. Mainz 1993.) = Arbeiten zur Geschichte des Pietismus i. A. der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus hrsg. v. K[urt]. Aland, E[rhard]. Peschke u. G[erhard]. Schäfer Bd. 32. (M. 1 Porträt Jung-Stillings; 372 S.), S. 265-306
 
S. 266 in Anm. 6 ist durch Gerhard Schwinge selbst zu ergänzen "die zweite Frau (seit 1807) Friederike geb. Katz von Bürgermeister …".
 
Das Kapitel 5 hat den Inhalt:
 
Taschenbuch für Freunde des Christenthums, 1805-1816 – unterhaltsame und lehrreiche Erbauungsschrift für das gebildete Publikum
 
1. Der biographische und zeitgeschichtliche Hintergrund: Die Karlsruher Jahre 1807-1817. Jung-Stillings Beziehungen zum Karlsruher Hof und zur gehobenen Gesellschaft
 
2. Entstehung, Zielgruppe und Absicht des "Taschenbuchs"
 
3. Wiederkehrende Rubriken und literarische Formen
 
4. Aschenbergs "Taschenbuch" (1798-1806) und Jung-Stillings Mitarbeit an ihm
 
5. Die Rätsel in Jung-Stillings "Taschenbuch" und ihr zeitgeschichtlicher Kontext
 
6. Das Versepos "Chrysäon" (1809-1812) und sein literaturgeschichtlicher Kontext
 
  
Da bis heute ein genaues Inhaltsverzeichnis des "Taschenbuchs" fehlt, so sei es hier für die zwölf Jahrgänge von 1805 bis 1816 gegeben!
 
Jahrgang 1, 1805:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [eL 28 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1805. / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / Stilling. / Kurbadenscher Hofrath zu Heydelberg. / - [eL 52 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
Kupfer: Karl Friedrich von Baden. - Gemalt von Seelz, gestochen von Schlemmer.
 
F: 58 x 100 (103) mm. Bogensign.: S. (3) "A 2", S. 157 "K".
 
S. (1) = Titelblatt – S. 159, S. 160 vakat.
 
S. (2) Motto
 
S. (3)-6: "Vorbericht." zur Hrsg. eines solchen Taschenbuchs unterz. S. 6: "Heydelberg, 26. Febr. / 1804."
 
S. 7: "Bestimmung merkwürdiger Zeitpuncte."
 
S. 8: "Diesjährige Finsternisse."
 
S. 9-20: das Kalendarium
 
S. (21)-81: Rätsel und Sprüche für jeden Tag des jeweiligen Monats.
 
S. 82-99: "Berichtigung / zweyer scheinbaren Unrichtigkeiten in der / biblischen Zeitrechnung."
 
S. 100-109: "Bemerkungen / über die heilige Siebenzahl."
 
S. 110-115: "Der Morgenstern." ("Wie der Stern dort huldreich lächelt,") 12 Strophen
 
S. 116-130: "Merkwürdige / und / wahrhafte Geschichte / eines armen Bauernknaben."
 
S. 131-141: "An den Erlöser." ("Anbätung Dir! du Weltregent!") 16 Strophen
 
S. 142: Obwohl er wie im grauen Mann keine fremden Texte drucken will, hier eine Ausnahme:
 
S. 143-159: "Eine Frau, / wie es wenige giebt, / oder / das Bild eines vollkommenen Weibes. / (Eine wahre Geschichte.)" – Geheimrätin Cranz geb v. Savigny aus Zweibrücken, gest. 12.1775; S. 159 unterz.: "den 20sten Febr. / 1804. / S. E. B. geb. E."
 
S. 160 vakat.
 
 
Jahrgang 2, 1806:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [eL 29 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1806. / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / Stilling / Kurbadenscher Hofrath zu Heidelberg. / - [eL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
Jung-Stilling im Brief vom 29. Oktober 1805: Im Taschenbuch auf 1806 steht S. 23 ein infamer Druckfehler, der zu korrigieren ist: Statt Heyrathsgefühl muß es Heymathsgefühl heißen.
 
Kupfer: Carl Landgraf zu Hessen-Cassel, Schlemmer.
 
F: 59 x 102 (104) mm; Bogensign.: S. (3) "A 2", "E16". (nahezu jedes Blatt hat hier seine Bogensign.)
 
S. (1)-179, S. 180 vakat.
S. (1): Titel
S. (2): Motto
 
S. (3)-6: "Vorbericht."; S. 6 unterz.: "Heidelberg, den 26. Febr. / 1805."
 
S. 7: "Bestimmung / merkwürdiger Zeitpuncte."
 
S. 8: "Diesjährige Finsternisse."
 
S. (9)-(20) das Kalendarium
 
S. (21)-74: Rätsel und Tagessprüche
 
S. 75-100: "Erklärung der Räthsel / vom Jahr 1805
 
S. 101-137: "Kurze Nachrichten / von / den gottseligen / und / verdienstvollen Personen, / die ich in diesem 1806ten Jahr in den Calen= / der eingerückt habe."
 
Petrus Waldus [Siehe dazu jetzt: Gerhard Schwinge: Petrus Waldus in deutschen evangelischen Sammelbiographien und Namenskalendern des 19. und 20. Jahrhunderts. Ketzer – Vorläufer der Reformation – Evangeliumszeuge. – In: Waldenserstudien hrsg. v. d. Deutschen Waldenservereinigung e. V., Ötisheim-Schönenberg Bd. 1: Beiträge zur Waldensergeschichtsschreibung insbesondere zu deutschsprachigen Waldenserhistorikern des 18. bis 20. Jahrhunderts hrg. v. Albert de Lange und Gerhard Schwinge. Ubstadt-Weiher: verlag regionalkultur 2003, S. 175-184; m. 1. Porträt Jung-Stillings nach Lips.]
 
Johann Wiclif
 
Johannes Huß/Huss
 
Johannes Taulerus
 
Thomas von Kempis
 
Dr. Martin Luther
 
Ulrich Zwingli
 
Johannes Oecolampadius
 
Philipp Melanchthon
 
Johannes Calvin
 
Menno Simons
Johann Arndt
Gottfried Arnold
Philipp Jakob Spener
 
August Hermann Francke/Franke
 
Christian Friedrich Richter
Jeanne Marie Baviere de la Mothe Guion/Guyon
François de Salignac de la Motte Fenelon/Fénélon
Carl Heinrich von Bogatzky
 
Johann Albrecht Bengel
 
Gerhard Ter Steegen/Tersteegen
 
Nikolaus Ludwig Graf und Herr von Zinzendorf und Pottendorf
 
August Gottlieb Spangenberg, Bischof der evangelischen Brüderkirche
 
Matthäus Stach, Missionarius der Brüdergemeine in Grönland
 
Johann Beck, Missionarius der Brüdergemeine in Grönland
 
Friedrich Böhnisch, Missionarius der Brüdergemeine in Grönland
 
Johann Wesley, Stifter der Methodisten in England
 
Georg Whitefield, ebenfalls Stifter der Methodistengemeinde
 
Christian Fürchtegott Gellert, Professor in Leipzig
 
Johann Caspar Lavater, Prediger in Zürich
 
S. 138-150: "Untersuchung und Beantwortung der Frage: / ob die in Ober=Egypten durch die Fran= / zosen besuchte Ruinen, und Thierkreyse, / wirklich beweisen, daß die biblische Zeit= / rechnung, folglich auch die Bibel falsch, / und die Erde viel älter sey als sie an= / giebt."
Vgl. Fabry, Jacques: Kosmologie und Pneumatologie bei Jung-Stilling. Der „theosophische Versuch“ und die „Blicke in die Geheimnisse der Naturweisheit“. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. 2006, ISBN 3-928984-28-4 = Jung-Stilling-Studien, Bd. 4.
 
S. 151-154: Gedicht ohne Titel, Gedichtanfang "Mein Heyland! mein Erlöser!"
 
S. 155-179: "Die Insel Elpion." (Gedicht)
 
 
Jahrgang 3, 1807:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / [SL 37 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1807. / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / Stilling / Kurbadenscher Hofrath zu Heidelberg. / - [eL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
Kupfer: "Der Liebenswürdigste." (= Christus). ["Bei anderen Exemplaren ein anon. Kupfer ‘Messias Jehova’."]
S. (1)-160 S.
F: 60 x 98 (103) mm; Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 157 "E7".
S. (2) Motto
 
S. (3)-61: Rätsel und Tagessprüche für die Monate.
 
S. 62-78: Erklärung der Rätsel.
 
S. 79-115: "Kurze Nachrichten / von / den gottseligen / und / verdienstvollen Personen, / die ich in diesem 1807ten Jahr in den Calen= / der eingerückt habe."
 
Jakob Böhme
 
Richard Baxter
 
Franz Bacco von Verulam
 
Jane Leade
 
Antoinette Bourignon
 
John Pordage
 
Johann Jakob Rambach
 
Johann Rist
 
Paul Gerhard
 
Johann Hermann
 
Nicolaus Hermann
 
Friedrich Adolph Lampe
 
Johann Bunian/Bunyan
 
Johann Caspar Schade
 
Johann Amos Comenius
 
Daniel Ernst Jablonsky
 
Johannes Milicz oder Militsch
 
Ernst der Fromme, Herzog von Sachsen-Gotha
 
Veit Ludwig von Seckendorf
 
Zacharias Ursinus
 
Caspar Olevianus
 
Caspar Cruciger
 
Johann Bugenhagen
 
Justus Jonas
 
Martinus Bucerus
 
Johanna Gray
 
Eduard VI. von England
 
Johannes Knox
 
Elisabeth Rowe
 
Georg der Gottseelige, Fürst zu Anhalt
 
S. 116-119: "Noch nähere und bestimmtere Gründe, daß / die in Ober=Egypten, durch die Franzo= / sen entdeckte Thierkreyße, ganz und gar / nichts gegen die biblische Zeitrechnung be= / weisen."
 
S. 120-125: "Christentugend." eingesandt von einer Dame "J. R. geb. E."; evtl. = Julie Richerz geb. Eicke? Zu ihr siehe hier.
 
S. 126-160: "Schreiben eines reisenden Juden aus der / Vorzeit." – Jg. 1808 korrigiert S. (2) hier S. 126, letzte Zeile: statt Augustus zu Pferd lese man Tiberius!

In einem noch ungedruckten Brief vom 1808-01-27 (nicht in der Brief-EDITION) sagt Jung-Stilling, dass dieser Text in der Hauptsache Faktum sei, denn er beruhe auf einem ehemals in der Familie von Dalberg vorhandenem Original. Durch Kriegseinwirkung sei er abhandengekommen, die Familie Dalberg habe ihm jedoch davon berichtet.

Jung-Stillings Schrift ist nicht zu verwechseln mit der Broschüre des Pfarrers Heinrich Ernst Teuthorn (geb. Voehl 9., n. A. 8-09-1733, gest. Biedenkopf 5.01.1783; oft anonym oder unter Pseudonym wie „Abraham Ben Zodok/Zadok“ (z. B. 1781). Jung-Stilling wertet in: Der Graue Mann, Heft 3, 1797-09, S. 206: „in welchem auf eine treffende Art der Geist dieser Zeit, und seine gefährliche Würkungen ironisch dargestellt werden. Auch ▫ das ist ein Wort zu seiner Zeit.

Merk––würdiges

a) Im Jahr 1842 erschien in Zürich das Werk „„Erinnerungen eines Christen zur Beherzigung für alle, die gern Jesum gefällig sein wollen, oder: kurzer Bericht über das Leben Wirken und seel. Ende des Carl Joseph v. Campagne“. Dort liest man S. 13: « „Weit entfer wnt, eine neue Sekte zu stiften oder Proselyten zu machen, ging sein Bestreben nur dahin, im Sinn des reinen Christenthums allen Menschen die Jesusliebe entgegen zu halten, die sich seiner so liebevoll angenommen, zuerst durch ein unermüdetes Verlangen, einen Gott gefälligen Wandel zu führen, für seine und aller Menschen Noth zu bitten, und jeden Hungernden nach dem Brod des Lebens von dem mitzutheilen, was ihm selbst im Erdenleben zum theuersten Schatz geworden. Um dieser Ursache willen nahm er sich auch der 1800 von Herr Jänike in Berlin gestifteten Missionsschule mit reichlichen Beiträgen thätig an. Da es ihn jederzeit sehr in Anspruch genommen, wenn vom Glauben an das Erlösungswerk durch Christum etwas vorkam, so hatte er auch für eine kleine Schrift: „Schreiben eines reisenden Juden aus der Vorzeit", welche ihm damals zu Handen [sic] gekommen, großes Interesse, und ließ sie drucken, wobei er gegen 400 Stück an Juden anbringen konnte, und ungefähr 1500 in den Lazarethen und andern Anstalten zu vertheilen [S. 14:] Gelegenheit hatte *).“ Die Anmerkung lautet: „*) Im verflossenen Jahr 1840 ist diese Schrift an zwei Orten neu aufgelegt worden, nämlich in Kurhessen und in Tuttlingen im Würtembergischen.“ [sic]

b) 1884 nimmt „F.“ in im Zürich erscheinenden „Evangelisches Wochenblatt“ dies auf. Elise Flury (1864-1932) ist es sicherlich, die hier schreibt: von Campagne wollte „‘jedem nach dem Brod des Lebens Hungernden von dem mitzutheilen, was ihm selbst im Erdenleben zum theuersten Schatz geworden‘. Letzteres [hier = dies] that er auch durch eigene Schriften, von denen besonders eine, ‚Schreiben eines reisenden Juden aus der Vorzeit‘ große Verbreitung fand.

c) Das „Schreiben“ erschien in 17. Aufl. in Barmen: Druck und Verlag von D. B. & J. G. Wiemann (1887), 31 S., 16. Wiemann war, das zeigt sein Warenangebot, christlich (evangelisch) und er war bereit, Nachteile in Kauf zu nehmen: 1888 stand Diederich Bruno Wiemann (geb. Leer 5.12.1845) mit seinem Autor, dem Remscheider Pfarrer Friedrich Wilhelm Tümmel (geb. Barmen 6.05.1856, gest. Jena 9.08.1928) vor Gericht. Beiden Angeklagten wird wegen der im Kulturkampf erschienene Schrift „Rheinische Richter und römische Priester. Eine trostreiche Belehrung über die römische Messe“ (1887; 2. Aufl. 1888) der Prozess gemacht; sie sollen verschiedene Juristen beleidigt und die r.-k. Kirche beschimpft haben. Das Gericht verurteilte sie zu 6 Wochen bzw. 10 Tagen Gefängnis. Auf 317 Seiten stellte Wiemann im eigenen Verlag seinen Prozeß vor.

d) Ebenfalls gehört dieser Text zum Thema Jung-Stilling und die Juden; und: Mehrere Linien des Jung-Stillingschen Lebenslaufes berühren und kreuzen sich, wenn man es so sehen will, in diesem übernommenen Text. Zum einen ist es seine Auseinandersetzung, das heißt seine Meinungsverschiedenheit, mit Frédéric Rodolphe Saltzmann / Friedrich Rudolf Saltzmann (geb. Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) 8.03.1749 [n. A. 9.03.], gest. Straßburg 7.10.1821), dessen Ansicht über die Rückkehr der Juden nach Palästina er nicht teilen konnte. In einem umfangreichen Briefwechsel, den Saltzmann durch kleinere Publikationen ergänzte, tauschen die beiden Männer ihre Meinungen aus. Jung greift darin argumentierend zurück auf den „Heimweh“-Roman und den Besuch der Frankisten bei ihm (Lebensgeschichte, hrsgg. v. Benrath, S. 502 f.; siehe hier auf meiner Webseite = index.php?option=com_content&view=article&id=281). Bereits 1926 bat Anne-Louise Salomon eindringlich das Publikum um Hilfe für ihre Arbeit über Frédéric Rodolphe Saltzmann, denn dieser Briefwechsel war, obgleich er sich erhalten hatte, verschollen.

Im Jahr 2018 machte die Firma Reiss & Sohn in ihrem Katalog zur Auktion 187, 15.-16. Mai 2018 ein Angebot von Jung-Stilling-Handschriften: 118 Briefe von Jung-Stilling. Es handelte sich um das lange verschollene Konvolut der Korrespondenz zwischen Jung-Stilling und Frédéric Rodolphe Saltzmann / Friedrich Rudolf Saltzmann.

Der Text dieser Korrespondenz liegt transkribiert und annotiert vor und wurde vor einiger Zeit an kompetente Jung-Stilling-Forscherinnen weitergegeben. Aus diesen Dokumenten sind grundlegende Informationen zu den hier dargestellten Themen zu entnehmen.

e) Napoleon, Juden, Sanhedrin – Jung-Stilling

Im Zuge der Französischen Revolution hatten die Juden im Jahr 1790 durch die französische Nationalversammlung die vollständige bürgerliche Gleichberechtigung als Individuen erhalten; zunächst galt dies für die sephardischen Juden und kurz darauf auch für die aschkenasischen Juden. Die Gleichberechtigung als Individuen war geschaffen, die staatskirchenrechtlichen Verhältnisse der Juden waren nun noch zu ordnen. Zu diesem Zweck hatte Napoleon am 1806-05-30 den Sanhedrin wiederherstellen lassen. Einen Eindruck dieser Versammlung bietet der Kupferstich (Beaublé) von Michel François Damane Demartrais (geb. Paris 18.02.1757, gest. ebd., 19 quai Bourbon 26.04.1827):“ Grand Sanhédrin des Israélites de l'Empire français et du royaume d'Italie“ vom 1806-09-17.

Der Straßburger David Sintzheim oder Sinzheim (geb. Trier 16.11.1745, gest. Paris 9.11.1812), leitete später als Premier grand-rabbin de France diesen Sanhedrin. (Jung-Stilling gebrauchte die Form „Sanhedrin“ für das aramäische Syn(h)edrium; dieser Begriff wird erst in der herodianischen Zeit für dieses höchste jüdische Ratsgremium gebräuchlich.)

Bereits 1783, in der „Geschichte der Kinder Israel“ zeigt Jung-Stilling auf, wie durch Jethros Vorschlag Mose je sechs Richter über jeden einzelnen der 12 Stämme setzte. Zusammen mit Mose und Jethro waren es so 72 Älteste. „nimmt man Mose und Aaron davon ab, so bleiben 70. Diese siebenzig Männer heissen oft in der Bibel die Aeltesten in Israel, oft der grosse Rath; unter den Israeliten selber aber nannte man dies Kollegium das Sanhedrin, das war auch der grosse Rath, der den Herrn Christus zum Tode verdammte.“ (Volkslehrer, 3. Jg., 7. [= 28.] Stück, Juli 1783-07, S. 473). Jung-Stilling nahm Kenntnis von dem, was vorging und veröffentlichte im April 1807 in Bezug auf die Juden: „Der Morgen dämmert diesem armen Volk, und was aus den merkwürdigen Anstalten in Frankreich entstehen wird, das wird die Zeit lehren.“ (Der Graue Mann, H. 19, 1807, S. 424.)

In einem noch ungedruckten Brief in Privatbesitz vom 13. August 1806 schreibt Jung ähnlich; hier greift Jung auf ein Geschehen in Frankfurt am Main zurück, von dem der Münchener Zeitung berichtet:

„Allgemeine Zeitung. / Mit allerhöchsten Privilegien. / Donnerstag       Nro 182.       30 Jun. 1808. / […]“

Die Juden.

In den lezten Osterfeiertagen nahmen, wie aus öffentlichen Nachrichten bekannt ist, mehrere jüdische Familien zusammen in Frankfurt am Main die christliche Religion an. Es muß eine unausbleibliche Folge der Napoleonischen Gesezgebung seyn, daß dis immer häufiger geschieht, wenn auch nicht alle konvertirte Juden der Meinung seyn sollten, die der in französischen Militärdiensten stehende polnische Jude Paly=Rasch in seiner im vorigen Jahr erschienenen Schrift: Qu‘est ce qu‘un Israélite Chrétien? (1807, 8.) ausspricht, wo es mit klaren Worten heißt: „Ich glaube an das Heil von Israel, bewirkt durch den Gesalbten (Messias) Napoleon, den Korsen aus dem Abendlande, Jesai. 44. 45. Der Korse (Coresch, freilich eigentlich Cyrus), […] erfüllen." In derselben Schrift wird auch die Frage beantwortet, warum die Frankfurter Juden sich zur katholischen, nicht zur protestantischen Konfession wandten. Er sey, sagt Paly-Rasch, durch die Prophezeihungen von Jesaias und Jeremias überzeugt worden, daß die bessere Religion schon gekommen, und die christliche sey. Da er aber Ps. 132, 11 finde, daß Gott das Reich Davids nur durch die Mutter Jesu errichtete, so wähle er die Konfession, wo man ave Maria bete. – Die größten Fortschritte zur völligen Amalgamation mit dem Staat haben die Juden neuerlich im Königreich Westphalen gemacht. […].“

Im vierten Heft seiner Zeitschrift „Der Christliche Menschenfreund“ (1807, S. 88) weiß Jung: „sind sie nunmehr 1736 Jahr zerstreut, und im Elend, und ihr Land feyert eine sehr lange Brache, die aber nun bald aufhören wird.“

Wie sehr Jung-Stilling dies interessierte, zeigt sich in seinem Brief vom 1807-01-12 an den Buchhändler Johann Georg Zimmer (geb. Untermühle bei Heidelberg 11.01.1777, gest. Frankfurt 6.02.1853; imm. Heidelberg (nicht in der Matrikel)). Im Schloß bedarf man schnellstens dieser Ausgabe und wird sie sofort – postwendend – zurückschicken. Auffällig ist: niemand soll von diesem Brief erfahren; Zimmer soll nichts davon sagen; „auch nicht meiner Frau und Caroline“.

Gemeint ist das Buch:

« QU’EST-CE QU’UN / ISRAÉLITE CHRÉTIEN? / - [SL] / ( הכמה  לנו  אמונת  אברהם ) / (Notre philosophie est la foi d’Abraham). / - [SL] / [gekrönter Adler auf Schild mit Pfeilen stehend] / A PARIS, / A l’Imprimerie des Sourds-Muets de naissance, sous la / Direction d’Ange CLd; / Et chez BRAJEUX, Libraire, rue Saint-Séverin, no. 30. / == / 1806. »

Die „L‘Abeille du nord“ vom 12. Dezember 1806 fasst zusammen: es sei „une petite brochure en langue hébraique, avec la traduction française à coté“ ; « Notre philosophie est la réligion d’Abraham. Ensuite vient l’act de foi. L’auteur termine par exorter les jeunes israélites à se ranger sous les drapeaux de Napoléon, pour faire la conquête de Jérusalem et reconstruire le temple. »

Johann Joachim Bellermann (geb. Erfurt 23.09.1754, gest. Berlin 25.10.1842)

„Ihrer Originalität halber verdient sie [= diese Schrift] hier im kurzen Auszuge eine Stelle.“, weil sie „ein jüdisch=christlich=französisches Glaubensbekenntniß aufzustellen“ gedenkt. Auch versucht der Autor „zu beweisen, daß Kores nicht auf den persischen Konig Kores (Cyrus) gedeutet werden dürfe, weil im Buch Esra I, I. ff. von einer Prophezeihung des Jeremias gesprochen werde, die auf eine ferne Befreiung gehe, welches bei Cyrus nicht der Fall gewesen sey.“

Man sieht, dass die Zeitungen auf Paly Rasch aufmerksam sind. Es bleibt unklar, warum sich Jung ausgerechnet auf die „Zeitung für die elegante Welt“ konzentriert. Mit rund 1500 Wörtern ist der Artikel lang, jedoch nicht überlang. Der Inhalt entspricht der Meinung anderer Journalisten, gibt zudem kritisch die Glaubensbasis des Paly Rasch wieder.

Jung-Stilling will Nr. 150 des Jahrgangs 1806 der Zeitung für die elegante Welt (Spazier, Karl (Hrsg): Zeitung für die elegante Welt Mode, Unterhaltung, Kunst, Theater. Berlin 1806. Sollte der Bericht über Gall (vgl. 1807-01-08) ihn interessiert haben? Da er die Nr. 150 mit Paly-Rasch und dem Sanhedrin in Frankreich meinte ist dies wohl eher anzunehmen. Geht man vom Inhalt dieser 150. Ausgabe aus, so bleibt als interessierender Text nur der über Paly Raschs Buch übrig.

Zur Nr. 150: Ausgabe Sp. (1201)-1206-1208, Kupfer: 4 Seiten zu Paly Rasch, „Das Vorgebirge der guten Hofnung. [sic] / Seitdem der Seekrieg wieder ausgebrochen“, 1207-1208 Erklärung des Kupfers, Korrespondenz-Nachrichten, Kupfer: Vue du Cap de Bonne Esperance; LKap der guten Hoffnung.

Das Intelligenzblatt Nr. 55 enthält neben kleineren Anzeigen größere:

Französische Briefmuster; Johann Heinrich Meynier; Hof: G. A. Grau 1806

Lehrer-Autobiografie; nach 14 Jahren in Oldenburg entlassen, Johann Christian August Heyse (geb. Nordhausen 21.04.1764; gest. Magdeburg 27.06.1829)

„Ankündigung der Fortsetzung des Kameral=Korrespondenten“ [= Johann Paul Harl (geb. Hof bei Salzburg 9.07.1772, gest. Nürnberg 21.11.1842, Suizid), Hrsg.: Der Allgemeine Kameral- [, Oekonomie-, Forst- und Technologie-] Korrespondent. Bearb. von e. Gesellschaft Theoretischer und Praktischer Kameralisten, Oekonomen, Forstwirthe und Technologen. Erlangen: Johann Jakob Palm 1806. – Allgemeiner Kameral-, Oekonomie-, Forst- und Technologie-Korrespondent 1806, 1/7 = Nr. 1/2 - 91/92 (1. Jan. - 1. Aug.)]

Ein Auszug aus dieser „Zeitung für die elegante Welt“:

„Der Israelitische Christ.

… Folgende in Paris öffentlich erschienene, mithin mit Bewilligung der obrigkeitlichen Behörden gedruckte Schrift, ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen der jetzigen wundervollen Zeit. – …

M.

„Der Israelitische Christ.

… Folgende in Paris öffentlich erschienene, mithin mit Bewilligung der obrigkeitlichen Behörden gedruckte Schrift, ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen der jetzigen wundervollen Zeit. – …

M.

      ––––

Paris, den 30sten Nov. 1806.

… welche theils des Verfassers, theils ihres Inhalts, theils der Zeitumstände wegen, unter denen sie erscheint, einer Erwähnung verdient.

Der Titel ist: Qu’est-ce qu’un Israélite-Chretien? (was ist ein Israelitischer Christ? oder ein christlicher Israelit? denn man kann es auf beide Arten übersetzen) und zum Motto liest man die Worte: Notre philosophie est la foi d’Abraham (unsere Philosophie ist der Glaube Abrahams).

Er hatte sich seit einiger Zeit dem Studium der orientalischen Sprachen vorzüglich gewidmet, und dadurch Bekanntschaft mit Herrn

Audran, dem Prof. der hebräischen Sprache im Collège de France gemacht.

[Prosper-Gabriel Audran [vereinzelt Andran], geb. Paris 4.02.1744, gest. ebd. 23.06.1819; Zeichner und Radierer, dann Richter, danach Prof Grammaire hébrai͏̈que en tableaux, Paris 1805; Grammaire arabe en tableaux. Paris: Mequignon 1818.]

Dieser, ein liebenswürdiger Mann, ist eifriger katholischer Geistlicher; er glaubte also Gott einen Dienst zu leisten, wenn er Hrn. Rasch, der sich bisher zur lutherischen Kirche bekannt hatte, zur römischkatholischen Kirche übergehen machte. Die Ideen welche dieser brave Mann Rasch’n in den Kopf setzte, müssen damals starke Wurzel gefaßt haben, denn er wollte in jener Zeit alle seine Bekannte unter den hiesigen Lutheranern zum Uebertritt zum Katholizismus bereden.

Endlich überschnappte er vollends und die Polizei sah sich gezwungen, ihn von der Straße wegnehmen und

[Me: Charenton gegründet 1641; Pierre Sevestre: La Maison de Charenton. De la fondation à la reconstruction (1641-1838). (Vortrag 199+0-10-27 vor der Société française d’1Histoire de la Médecine. – In: Histoire des sciences médicales, vol. 25, 1991, S. 61-71.

François de Coulmiers (geb. Dijon 30.09.1741, gest. Paris 4.06.1818): François Simonnet de Coulmier, auch François Simonnet de Coulmiers genannt, Geistlicher und Politiker ; „Régisseur général“ im Hospiz zu Charenton (1797–1814).]

nach Charenton in das unter des verdienstvollen Coulmier’s Direkzion stehende Irrenhospital bringen zu lassen, wo er nach einiger Zeit wieder ganz hergestellt wurde.

… Nicht so sicher ist er gegen Rückfall in Rücksicht seiner religiösen Ideen, und davon ist die ersterwähnte Schrift ein neuer Beweis.

Er will in derselben sein Glaubensbekenntniß als Israël-Yessite (so nennt er sich, und erklärt dieß durch Israelit und Christ) ablegen.

Nun kommt aber das eigentlich Merkwürdige und eine Probe von des Verfassers Exegese:

„Ich glaube an das Heil Israels, welches bewirkt wird durch den Gesalbten des Herrn, durch Napoleon Bonaparte, den Corsen des Occidents, nach dem 44sten und 45sten Kapitel des Propheten Jesajas, wo es heißt: Der Corse ist mein Vielgeliebter, sagt der Ewige; …

„Gegeben zu Paris am 1sten des Monats Eloul 5566; 15ten August 18o6.“

„(Unterz.) Samuel-Yessite (Christ) Paly-Rasch, von dem Hause David’s, Lieutenant im Kaiserl. Invali-denhotel.“

Daß diese Schrift vorzüglich für die Juden bestimmt ist, erhellt daraus, daß dem französ. Text gegenüber eine hebräische Uebersetzung steht. Es scheint also eine besondere Absicht auf die jetzigen Zeitumstände, wo der jüdischen Nazion große Dinge bevorstehn sollen, dabei obzuwalten.

Durch die Umstände, unter welchen diese Schrift erscheint, wird sie als Zeichen der Zeit höchst merkwürdig.

               C. F.“

  

< fehlendes Kapitel folgt. >

 

  
Jahrgang 4, 1808:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [eL 25 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1808. / welches [sic] das zweyte SchaltJahr [sic] dieses Jahr= / hunderts ist, und 366 Tage enthält. / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / Stilling / Grosherzoglich Badenscher Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
S. (1)-162.
F: 59 x 101 (104) mm; Bognsign.: S. 3: "A 2", S. 155: "E 6".
S. (2): Motto und Korrektur zu Jg. 1807, S. 126.
 
Kupfer: Carl Ludwig Fürst zu Anhalt-Bernburg-Hoymb und Schaumburg (Carl Ludwig Fürst zu Anhalt-Bernburg, geb. 16.05.1723, gest. 20.08.1806). – Schlemmer in Nürnberg 1807.
 
S. 3-55: Rätsel und Tagessprüche je Monat
 
S. 56-75: Erklärung der Rätsel. – Zu den bisherigen 60 Kurzbiographien; von nun an nur noch weniges zu ausgewählten Personen, dafür länger; nun dafür unterhaltendere und belehrende Texte. – Der Bergfall in der Schweiz, Unglück in Leyden in Holland
 
S. 76-92: "Saroni, Hiel, und Adoniel. / - / Eine Scene aus der Geisterwelt."
 
S. 93-136: "Sulamith. / - / Eine orientalische Erzählung."
 
S. 137-142: "Einige Merkwürdigkeiten aus dem / geheimen Cabinet des Welt= / Regenten."
 
S. 143-156: "Wunderbare / Bewahrung Gottes." - / Auszug aus einem Brief eines redliche / und glaubwürdigen Mannes vom / 7ten November 1806."
 
S. 157-159: "Das / Gebet des Herrn."
 
S. 159-162: "Ein Gebeth / für die Bedürfnisse der gegenwärtigen / Zeit, in eben dieser Reimart."
 
 
 
Jahrgang 5, 1809:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 29 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1809. / - [SL 40 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
S. (1)-179, S. 180 vakat.
 
Kupfer: Martin Luther. – Schlemmer in Nürnberg 1808.
 
S. (3)-4: Vorrede S. 4 datiert "Carlsruhe den 20sten October / 1808." über das verspätete Erscheinen und die Gründe für das Weglassen des Kalendariums.
 
S. 5-66: Rätsel, Sprüche auf jeden Tag des Monats.
 
S. 67-82: Erklärung der Rätsel.
 
S. 83-104: "Merkwürdige Züge / der Vorsehung."
 
S. 105-113: "Die strafende Vorsehung." Aus dem Straßburger "hinkendem Boten am Rhein".
 
Dies ist "Der Hinkende Bott am Rhein", mit vollem Titel: "Verbesserter und alter Kalender / genannt der / Hinkende Bot / am Rhein / darinnen / der gregorianische Kalender der Katholiken und Protestanten, der Kalender / der Juden, ein vollständiger Garten=Kalender, der zwölf Monate Natur / und Eigenschafte, des Mondes Ab= und Zunehmen und andere gewöhnliche / astronomische und astrologische Verfassungen, darneben ein richtiges Verzeich= / nis der Posten, Postwägen, Nachtwägen, Messen, Jahrmärkte, Boten, auch / andere kuriose, lehrreiche und kurzeweilige Sachen enthalten; auch eine gründ= / liche Erzählung alles dessen, was sich im vorigen Jahre bis itzt in Frank= / reich, Deutschland, England, Italien, Ost= und Westindien &. auch sonst / Merkwürdiges zugetragen hat, in möglichster Kürze, mitgetheilt wird. / Auf das Schalt=Jahr nach Christ Geburt / 1808. / Durch einen besondern Liebhaber der mathematischen Wissenschaften / und denkwürdigen Geschichten. / - / Erklärung der Zeichen. / […] / - / Straßburg, gedruckt bey Joh. Heinr. Silbermann, in der Kettengasse No. 2."
 
Dieser "Bote" wird noch mehrfach von Jung-Stilling genannt; die Vorlagen sind alle nachweisbar.
 
S. 114-127: "Merkwürdiger Beytrag / zur / Geschichte der Ahnungen."
 
S. 127-130: Einleitung zum folgenden Chrysäon.
 
S. 136-136: "Prolog."
 
S. 137-179: S. /137) "Erster Gesang. / - [8 mm", S. 138 vakat, S. 139-140 "Inhalt / des ersten Gesangs. / - [8 mm]". S. 141 ff. der erste Gesang des Chrysäons.
 
 
 
Jahrgang 6, 1810:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 27 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1810. / - [SL 38 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw'schen Buchhandlung.
 
Kupfer: Philipp Melanchthon. Schlemmer 1809.
 
S. (1)-180 S.
 
F: 59 x 101 (106) mm; Bogensign.: S. (3): "A 2", S. 169 "E 12".
S. (2) Motto
 
S. (3)-4: Bemerkung des Hrsg., dass er von nun an die Rätsel aus der Bibel nimmt und nun die Auflösungen der Rätsel jetzt sofort mitdruckt.
 
S. 5-66: Rätsel, Tagessprüche.
 
S. 66-74: "Erklärung der Räthsel vom / Jahr 1809."
 
S. 75-83: "Erklärung der Räthsel des gegenwär= / tigen 1810ten Jahrs." – S. 76 Bochart (um 1600).
 
S. 84-96: "Einige Bemerkungen über die äussere / menschliche Gestalt Christi."
 
S. 96-101: "Darf man für Verstorbene beten?"
 
S. 101: Begründung für den Abdruck der folgenden Scene aus dem Geisterreich, die ihm zugesandt wurde.
 
S. 102-124: "Samuel, eine Scene aus dem Gei= / sterreich."
 
S. 125-180: S. 125: "Chrysäon. / Zweyter Gesang. / - [8 mm]"; S. 126 vakat, S. 127-128: "Inhalt / des zweyten Gesangs. / - [8 mm]"; 2. Gesang Chrysäon.
 
 
 
Jahrgang 7, 1811:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 40 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1811. / - [SL 36 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw'schen Buchhandlung.
 
Kupfer: Johannes Huss. Schlemmer 1810.
 
S. (1)-178 S.
 
F: 58 x 100 (104) mm; Bogensign.: S. (3): "A 2"; S. 169 "E 13".
S. (1) Titelblatt
 
S. (2) Motto
 
S. (3-4) eine Vorrede: statt Rätsel nun Betrachtung biblischer Stellen in sechsfüßigen Versen usw.
 
S. 5-89: Kalender, Rätsel, Sprüche auf jeden Tag des Monats. Erklärung der Rätsel.
 
S. 89-96: Zur Berechnung zur Parusie.
 
S. 96-125: "Eine Parabel."
 
S. 126-130: "Auszug aus einem Brief von einem / erleuchteten und gelehrten Theologen / im nördlichen Teutschland."
 
S. 131-178: S. (131) "Chrysäon. / - [18 mm] / Dritter Gesang. – [8 mm]", S. 134 vakat. – S. 133: "Inhalt / des dritten Gesangs. / - [18 mm]", 3. Gesang: Chrysäon.
 
 
 
Jahrgang 8, 1812:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 35 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1812. / - [SL 36 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw'schen Buchhandlung.
 
Kupfer: Nicolaus Ludwig Graf von Zinzendorf und Pottendorf. Schlemmer in Nürnberg
 
S. 1-176.
 
F: 61 x 100 (104) mm; Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 169 "E 13".
 
S. (1) Titelblatt
 
S. (2) Motto
 
S. (3)-16 zu Zinzendorfs Lebenslauf.
 
S. 17-105: Kalender, Rätsel, Sprüche auf jeden Tag des Monats. Erklärung der Rätsel.
 
S. 105-116: Eine Geschichte aus dem Straßburger "hinkendem Boten am Rhein" wird angekündigt und anschließend abgedruckt.
 
"Verbesserter und alter Kalender / genannt der / Hinkende Bot / am Rhein / darinnen / der gregorianische Kalender der Katholiken und Protestanten, der Kalender / der Juden, ein vollständiger Garten=Kalender, der zwölf Monate Natur / und Eigenschafte, des Mondes Ab= und Zunehmen und andere gewöhnliche / astronomische und astrologische Verfassungen, darneben ein richtiges Verzeich= / nis der Posten, Postwägen, Nachtwägen, Messen, Jahrmärkte, Boten, auch / andere kuriose, lehrreicheund kurzeweilige Sachen enthalten; auch eine gründ= / liche Erzählung alles dessen, was sich im vorigen Jahre bis itzt in Frank= / reich, Deutschland, England, Italien, Ost= und Westindien &. auch sonst / Merkwürdiges zugetragen hat, in möglichster Kürze, mitgetheilt wird. / Auf das Jahr nach Christ Geburt / 1810. / Durch einen besondern Liebhaber der mathematischen Wissenschaften / und denkwürdigen Geschichten. / - / Erklärung der Zeichen. / […] / - / Straßburg, gedruckt bey J. H. Silbermann, Kettengasse No. 2." Die Erzählung, die sich jeweils in der äußeren rechten Spalte des jeweiligen Monats befindet, trägt den Titel: "Das Familienbild. / (Aus dem Französ. des Hrn. Adrien de S.. [)]".
0
 
S. 117-124: "Ein Gespräch über die Gebäts= / Erhörungen."
 
S. 125-176: S. (125) "Chrysäon. / - [18 mm] / Vierter Gesang. / - [8 mm]", S. (126) vakat. S. 127 "Inhalt / des vierdten Gesangs. / - [8 mm]". 4. Gesang Chrysäon.
 
 
 
Jahrgang 9, 1813:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1813. / - / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - / Nürnberg, / im Verlag der Rawischen Buchhandlung.
 
Kupfer: Menno Simonis. Schlemmer 1812.
 
S. (1)-159, S. 160 vakat.
 
F: 61 x 102 (106) mm; Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 157 "E 7"
S. (1) Titel
 
S. (2) Motto
 
S. (3)-13: "Menno Simonis Lebensgeschichte."
 
S. 14-105: Kalender, Rätsel, Sprüche auf jeden Tag des Monats. Erklärung der Rätsel.
 
S. 106-112: Aus den "Anekdoten für Christen und auch für solche die es nicht sind." eine "Wundervolle Errettung."
 
S. 113-119: "Auch im grösten Elend waltet die Gna= / de des Herrn über denen die Ihn / lieben."
 
S. 119-126: "Merkwürdiger Kampf zärtlicher Liebe."
 
S. 126-127: Gebet Karl Friedrichs von Baden vom 8. März 1784, aufgeschrieben von ihm am 19. März 1805.
 
S. 128-135: "Einige meiner frühern / noch ungedruckten Gedichte."
 
S. 136-138: "Das Gebeth des Herrn."
 
S. 139-140: dasselbe, aber "Auf eine kürzere Art."
 
S. 140-142: "Ein Frühlingslied." – "Wenn der Lenz in allen Thälern blühet,"
 
S. 143-159: "Der / erlößte Werkgerechte, / eine Scene / aus dem Geisterreich."
 
 
 
Jahrgang 10, 1814:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 38 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1814. / - [SL 36 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw'schen Buchhandlung.
 
Kupfer: Ulrich Zwingli; Asper pinx., Schlemmer sculp.
 
F: 59 x 102 (106) mm; Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 155 "E 6".
S. (1)-156, S. 156 bei engem Zeilendurchschuss
 
S. (1) Titelblatt
 
S. (2) Motto
 
S. (3)-13: "Ulrich Zwingli's Lebensgeschichte."
 
S. 14-72: Tagessprüche, Rätsel.
 
S. 72-120: "Erklärung der in diesem Taschenbuch / enthaltenen Räthsel."
 
S. 120-140: "Einige merkwürdige / Anekdoten."
 
S. 140-142: "Eine merkwürdige Anekdote / den Apostel Paulus betreffend."
 
S. 143-156: "Auszug aus einem merkwürdigen / Brief, des Herrn Baron von Sal= / za, königlich schwedischen würk= / lichen Kammerherrn zu Söderkö= / ping in Schweden vom 4ten De= / zember 1812."
 
 
 
Jahrgang 11, 1815:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 36 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1815. / - [eL 38 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [eL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw'schen Buchhandlung.
 
S. 1-177, S. 178 vakat.
F: 58 x 93 (104) mm. (59 x 98 (106) mm). Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 169 "E 13".
Erschienen im Oktober 1814.
 
Kupfer: Alexander I. Pawlowitsch, "Alexander / der / Gesegnete."
 
S. (1) Titelblatt
 
S. (2) Motto
 
S. 3-6: Erklärung des Bildes Alexanders.
 
S. 7-86: Tagessprüche, Rätsel.
 
S. 87-90: "Bemerkungen über die Sprüche jedes / Tages in diesem Taschenbuch."
 
S. 90-130: "Erklärung der Räthsel."
 
S. 131-175: "Kurze Geschichte der Königin Maria / Leckzinska, Grosmutter des jezzigen / Königs von Frankreich / Ludwig XVIII."
 
S. 175-177: Nachwort Jung-Stillings.
 
 
 
Jahrgang 12, 1816:
 
Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 36 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1816. / - [SL 40 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.
 
S. (1)-162. Engerer Zeilendurchschuss ab S. 156.
 
F: 59 x 102 (106) mm, Bogensign.: S. (3) "A 2"; S. 155 "E 6".
Kupfer: Franz I. von Österreich.
 
S. (1) Titelblatt
 
S. (2) Motto
 
S. (3)-8: Jung-Stilling über das merkwürdige Jahr 1816.
 
S. 9-84: Monatsgedicht, Frage, Tagessprüche.
 
S. 85-106: "Beantwortung der Monathlichen / Fragen."
 
S. 106-118: nach Einleitung Jung-Stillings dann J. P. Hebel: "Der Schneider in Pensa." nach dem Carlsruher Kalender
 
S. 118-119: Nachwort Jung-Stillings dazu. Offiziere bestätigen ihm die Geschichte.
 
Unter diesem Link finden Sie weitere Angaben zu diesem Text Hebels aus dem Taschenbuch!
 
S. 120-121: "Legenden." - Einleitung zu den folgenden "Legenden."
 
S. 121-138: "Das Leben der heilgen Jungfrau / Euphrosyne."
 
S. 138-150: "Das Leben des heiligen Johannes / Calybita."
 
S. 151-158: "Das Leben der heiligen Jungfrau und / Märtyrin Dorothea.".
 
S. 159-160: " Auf den Tod eines frommen Kapu= / ziners, der im Junius 1815 in Ba= / den bey Rastatt starb." ("Was schwebt dort in dem Morgenrothe?"; Gedicht) [= Vater Dominik].
 
S. 161-162: "Der Blumenstrauß." (Gedicht). ("Ich möchte meinem Seelenfreund").