Max von Schenkendorf (1783-1817) 
 
Schenkendorff/Schenckendorff 
 
 
Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried (Schenk) von Schenkendorf/Schenckendorff
geb. Tilsit 11. Dezember 1783, gest. Koblenz 11. Dezember 1817. 
 
 
Der Name – Schreibweise und Namenszusatz "Schenk" 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zu Max von Schenkendorf und Varnhagen von Ense (1785-1858) siehe man hier.  
 
Zu Max von Schenkendorf und der Frau von Krüdener (1764-1824) siehe man hier.  
 
 
 Das nichtbestandene Examen 1808/09 (ganz unten zu finden)
 

Der Name 

Das "Schenk" findet sich nur 1808 auf der Titelseite der "Studien", 1812 in der Heirats-Urkunde im Karlsruher Kirchenbuch (Evangelisches Kirchengemeindeamt Karlsruhe, Trauungsbuch der Evang. Kirchengemeinde Karlsruhe, Jg. 1812, S. 63. – Abschrift: GLA Karlsruhe, Heiratsurkunden: Heiratsregister der evangelischen Gemeinde Karlsruhe vom Jahre 1812. S. 63, Nr. 49.) und 1817 als "Maximilian Gottfried Schenck von Schenckendorff" auf der Sterbeurkunde (Personenstands-Register Koblenz Nr. 406/1817, Bl. 3 verso oben); alles auf Grund der Überzeugung des Dichters, einer bestimmten Linie der Familie anzugehören. 
Die Schreibweisen des Namens differieren: ck und ff, k und ff, ck und f und auch das für den Dichter üblich gewordene "Schenkendorf" lassen sich finden. Die heute noch lebenden Glieder dieser alten Familie schreiben sich im Allgemeinen "v. Schenckendorff". 
 
Siehe auch unter diesem URL die web-Seite der Familie von Schenckendorff. Die Lücken in den dortigen Stammtafeln sind zum Teil durch meine Forschungen geschlossen (s. u.). 
 
 
 

Die Eheschließung 

Max von Schenkendorf ehelichte am 15. Dezember 1812 in Karlsruhe Henriette Elisabeth Dittrich (geb. Königsberg 26. Januar 1774, getauft 1. Februar 1774, gest. Koblenz 28. September 1840). Sie war die Witwe von David Barclay (Barckley/Barkley [of Pierston]). 
 
Jung-Stilling und Johann Ludwig Ewald waren Trauzeugen bei der Karlsruher Eheschließung, und Jung-Stilling verfasste zu diesem Anlaß ein dreistrophiges Gedicht (, das in Privatbesitz vorhandenen ist). Unterzeichnet ist es mit "Stilling und Elise". 
Die Gattin unterzeichnet sich – kurz nach dem Tod des Gatten ? – im Jahr 1817 einmal als "Freifrau von Schenkendorf, geb. Dieterich" in einer Subskriptionsliste. 
 
Frau von Schenkendorf folgte Karoline Jung im Amt der Vorsteherin des "v. Graimbergschen Instituts". Am 4. November 1834 wurde sie wiederum abgelöst durch Jung-Stillings Tochter Amalie, die bis 1860 amtete. Erstaunlicherweise findet sich der Name der Frau von Schenkendorf nicht in den Publikationen zum Institut. (So sind z. B. die 2008 Zöglinge seit 1819 namentlich verzeichnet in: „Zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Grossherzoglichen Instituts Mannheim in städtischer Verwaltung. April 1902.“, aber Henriette von Schenkendorf wird nicht erwähnt. - Zum Erziehungsinstitut siehe unter dem Jahr 1810 hier.) 
   
 

Zeitschriften 1807 und 1808 

Da Schenkendorf in Königsberg (Ostpreußen) intensiv an der antinapoleonischen Bewegung und der Vorbereitung der Befreiungskriege teilnahm, sei hier neben der Zeitschrift "Studien" auch die von ihm mit herausgegebene und viel bedeutendere Zeitschrift "Vesta" wiedergegeben. Sie wurde von Ferdinand Freiherrn von Schrötter initiiert. (Siehe dazu in der unten genannten Literatur.) 
 
Beide Zeitschriften wurden bisher nicht nachgedruckt. Um sie der Forschung jedoch (wieder) zur Verfügung zus tellen, habe ich sie unter diesen beiden Links neu ediert. Es handelt sich um eine zusammengefasste Version mehrerer Teile vom 2006-04-30, die später aus verschiedenen Gründen wieder aus dem web genommen wurde.
a) Vesta     = hier;
„Vesta. / -=- / Für / Freunde der Wissenschaft und Kunst. / Herausgegeben / von / Ferdinand Frh. von Schrötter / und / Max von Schenkendorf. / -=--°°°°°°°°°°--=- / Erster Band. / Junius. / -=--°°°°°°°°°°--=- / Königsberg, 1807. / Gedruckt bei Heinrich Degen.“
b) Studien  = hier.
„Studien. / Herausgegeben / durch / Ferdinand Max Gottfried Schenk / v. Schenkendorf. / Berlin, 1808. / Gedruckt auf Kosten des Herausgebers. / [Zweites Titelblatt:] Studien. / Erstes Heft. / Herausgegeben / zur / Unterstützung der abgebrannten Stadt Heiligenbeil / in Ostpreußen, / durch / Ferdinand Max Gottfried Schenk / v. Schenkendorf. / [Motto:] Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, gebe ich. / Berlin, 1808. / Gedruckt auf Kosten des Herausgebers.“
 

Literaturhinweise: 

Zu Schenkendorf siehe man die grundlegenden Aufsätze von Klaus Bruckmann: 
Max von Schenkendorf - Ein deutscher Dichter. I. Teil: Schenkendorfs Leben.- In: Nordost-Archiv. Zeitschrift für Kulturgeschichte und Landeskunde. 19 (Lüneburg 1986) H. 81, S. 36-88. (Mit 5 Ab. und 1 Karte.); ders.: Max von Schenkendorf - Ein deutscher Dichter. II. Teil: Das lyrische Werk – Eine Bestandsaufnahme. III. Teil: Exkurs zum Lied "Freiheit, die ich meine ...". In: ebd. 19 (Lüneburg 1986) H. 82, S. 73-104. (Mit 1 Porträt und 6 S. Faksimile der Handschrift an Goethe, Lobgesang nach der Schlacht; alle aus den NFG Weimar; nebst (fehlerhafter) Transkription. – Als Beilage die Abb. von S. 43 und 57 aus Teil 1, da deren Qualität schlecht gewesen war.) [An Goethe 1813-11-09.] 
Weiterhin siehe man: 
Erich Mertens: Neue Beiträge zu Max v. Schenkendorfs Leben, Denken und Dichten. Nachweis der Notwendigkeit einer historisch-kritischen Ausgabe der Werke des ostpreußischen Dichters der Befreiungskriege. Darstellung der Forschungslage. Überblick über die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der Werke. Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur. Archivverzeichnis. Chronologisches Werk- und Dokumentenverzeichnis. Erstveröffentlichung von sechs Briefen und zwei Gedichten. Stadtbibliothek Koblenz 1988. = Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Koblenz. Hrsg. v. Ulrich Theuerkauf. Heft 23. ISBN 3-926238-07-0.- ISSN 09 31-0894. [(2 Bde in 1 Bd, zus. 540 S. m. 6 Abb.: XXIV, 170 S.; VI, 340 S. [separate Zählung]) Zugl. phil. Diss. der Universität Dortmund. [Referent: Prof. Dr. Hartmut Riemenschneider; Korreferent: Prof. Dr. Horst Haller.] 
Erich Mertens: Die Familien von Schenckendorff/Schenkendorf. Ein Beitrag zur Geschichte des Dichters Max von Schenkendorf. (Zu dessen 200. Geburtstag am 11. Dezember 1983.) – In: Altpreußische Geschlechterkunde. Blätter des Vereins für Familienforschung in Ost-und Westpreußen. Neue Folge. 31. Jg., 1983, Bd. 14, S. 245-276. (ISSN 0344-5593) 
Erich Mertens: Die Familien von Schenckendorff/Schenkendorf. Ergänzungen und Neues aus der Sammlung König und dem Gerlach-Archiv. Die Stammbücher des Dichters von 1805 bis 1813 und von 1813 bis 1817. –In: Altpreußische Geschlechterkunde NF 37. Jg, 1989, Bd. 19, S. 273-283 (Mit 2 Abb. der Unterschrift. - Druckfehler zum Duell: statt 1810 muß es 1809 heißen.) 
Erich Mertens: Die gekränkte Ehre. Ein Beitrag zum Duell des Dichters Max v. Schenkendorf mit dem Generalmajor Hans Stephan v. Rouquette. – In: Peter [Werner] Wörster (Hrsg.): Festschrift für Karl-Heinz Weber, den ersten Vorsitzenden der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. Siegen: J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. Siegen 1989 = Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. Bd. 21. S. 65-121. 
 

Schenkendorfs Stammbücher: 

Ekkehard P[aul]. Langner/Hans-Josef Schmidt (Bearb.): Stammbuch des Dichters Max von Schenkendorf [1813-1816]. Stadtbibliothek Koblenz 1983 = Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Koblenz. Hrsg.: Ulrich Theuerkauf. H. 15/1.,2. [Faksimile; Reproduktion: Karl-Heinz Schmidt.] 
Erich Mertens (Bearb.): Stammbuch des Dichters Max von Schenkendorf 1805-1813 aus dem Privatbesitz von Eberhard Luetjohann [19.11.1902-18.12.1995]. Stadtbibliothek Koblenz 1987 = Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Koblenz. Hrsg.: Ulrich Theuerkauf. H. 22/1.,2. [Faksimile:] ISBN 3-926238-05-4 [Kommentarband (VIII, 89 S. mit 2 Abb. und einer Karte):] ISBN 3-926238-06-2. - ISSN 0931-0894. 
 

Weitere Literaturhinweise: 

Erich Mertens: Max von Schenkendorf und Johann Heinrich Jung-Stilling. - In: Jung-Stilling-Studien von Johannes Harder und Erich Mertens. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Siegen: Selbstverlag der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. 1987. S. [26-] 27-114. = Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. Bd. 15. (126 S. m. 5 Abb.) 
Erich Mertens: IV Betrachtungen zur Kultur. Klug wie die Schlangen. Ein Asyl für die Freiheit 1808 und ein Kampf um die Freiheit 1810. - In: Hamburger Hefte. Vierteljahreszeitschrift für Kultur und Politik hrsg. v. Werner Vomfelde, Juni 1996, 1. Jg., Großhansdorf: Vomfelde 1996, H. 2, S. 32-37. [ISSN: 1432-7538. - Zu den Gedichten "An den Prinzen von Brasilien" (Ein frischer Wind mag deine Segel schwellen) und "Ein Hymnus des Mittelalters" (Hör auf deines Volkes Flehen).] 
Erich Mertens: Drei Königsberger Huldigungen. - In: Königsberg. Beiträge zu einem besonderen Kapitel der deutschen Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts. Begr. u. hrsg. von Joseph Kohnen. Frankfurt am Main usw.: Lang 1994 (ISBN3-631-47313-3), S. 375-398. 
Erich Mertens: Die Königsberger Zeitschrift Der Spiegel von 1810, Schenkendorfs Freiheitsgesänge von 1810 und andere Gelegenheitsschriften. - In: Königsberg-Studien. Beiträge zu einem besonderen Kapitel der deutschen Geistesgeschichte des 18. und angehenden 19. Jahrhunderts. Hrsg. v. Joseph Kohnen. Frankfurt a. M. usw.: Lang (1998. - ISBN 3-631-32677-7.) S. 387-418. 
 
Siehe dazu ergänzend: 
Petra Thurner: Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift "Der Spiegel", Königsberg: Degen 1810. - In: Germanistik. Publications du Centre Universitaire de Luxembourg. Lettres Allemandes. Fascicule X, [ISBN 2-87971-156-8.], Luxembourg 1997, S. 39-52.  
Erich Mertens: Königsberger Zeitungen und Publikationen 1785 bis 1816. Neue Funde. Mit biographischen und bibliographischen Hinweisen. - In: Altpreußische Geschlechterkunde. Blätter des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen. Neue Folge. Bd. 15, 32./33. Jg., 1984/85, S. 563-606. (ISSN 0344-5593). 
Erich Mertens: Jung-Stilling in der Dichtung Max von Schenkendorfs. – In: Michael Frost (Hrsg.): Blicke auf Jung-Stilling. Festschrift zum 60. Geburtstag von Gerhard Merk. (Kreuztal:) verlag die wielandschmiede (1991. - ISBN 3-925498-35-4), S. 135-159; dieser Text ist "downzuloaden" unter diesem Link = www.uni-siegen.de/~stilling. 
Erich Mertens: Zur „Vereinnahmung“ von Dichtern im Sinne der politischen Herrscher – Das Beispiel Schenkendorf 1933. – In: Germanistik. Publications du Centre Universitaire de Luxembourg.. Fascicule XIII, Luxembourg 1998, S. 31-115. [ISBN 2-87971-216-5.] Behandelt die Feierlichkeiten in Ostpreußen im Jahre 1933 unter ausführlicher Zitation (z. T. Nachdrucke) der damaligen Zeitungen (Tilsiter Zeitung, Tilsiter Allgemeine Zeitung, NS-Grenzwacht, Ostfunk) und der Festschriften. 
 

Porträts: 

Siehe z. B. 
 
Über die Ikonographie Max von Schenkendorfs einschließlich der Büsten und Denkmale kann gern Auskunft gegeben werden. Siehe auch diesen Aufsatz hier oben. 
 
Das Museum für Literatur am Oberrhein bewahrt in seinen Beständen auch ein Porträt Max von Schenkendorfs auf. Im Internet findet es sich im Online-Katalog zur ständigen Ausstellung unter dem URL http://www.karlsruhe.de/Kultur/MLO/katalog/index.htm. 
 
Möglicherweise handelt es sich bei dem hier verzeichneten und abgebildeten Porträt Schenkendorfs um die bei Hagen S. 239 erwähnte – als Karikatur bezeichnete – Silhouette, die der Geheime Regierungsrat von Stockhorn [Karl Ludwig Wilhelm Christian Heinrich Franz Freiherr von Stockhorner von Starein (1773-1843)] in Karlsruhe zum Geschenk erhielt. Könnecke druckte das Bild erstmals ab, danach Motekat und Keil. 
Hagen: (Hagen, Ernst August:) Max von Schenkendorf's Leben, Denken und Dichten. Unter Mittheilungen aus seinem schriftstellerischen Nachlaß dargestellt von Dr. A. Hagen, Professor der Universität Königsberg. Berlin 1863, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. Decker). [VIII, 252 S. – Auch in BDL.] 
Könnecke: Könnecke, Gustav: Deutscher Literaturatlas. Mit einer Einführung von Christian Muff. 826 Abbildungen und 2 Beilagen. Erstes bis zwanzigstes Tausend. Marburg: Elwert, Wien: Konegen, New York: Stechert & Co 1909. [S. 125. Porträt Jung-Stilling S. 80: Porträt und Abb. der Jugend-Titelseite; zusammen mit Lavater und Friedrich Müller.] 
Motekat: Motekat, Helmut: Ostpreußische Literaturgeschichte mit Danzig und Westpreußen. (München:) Schild (1977) = Bd. 2 der Publikationsreihe von der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern "Prof. Dr. Ernst Ferdinand Müller" e. V. ISBN 3-88014-053-1. (456 S., 12 farb. u. 250 einfarb. Abb., darunter 4 Karten. Anmerkungen, Register und Bildverzeichnis.) – Danach in: 
Keil: Ostdeutsche Gedenktage 1984. Persönlichkeiten und historische Ereignisse. [Hrsg.:] Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. (Redaktion: Ernst-Edmund Keil. Druck: Wienand, Köln 1983. ISBN 3-88557-027-0.) 
Zu Schenkendorfs Aufsatz über die Marienburg, der diese letztlich vor der Zerstörung rettete, siehe man (mit Druck dieses und eines ergänzenden Aufsatzes): 
Hartmut Riemenschneider: Joseph von Eichendorff und die Denkmalpflege – Zwischen Marienburg und Kölner Dom. Eine Skizze. – In: Eichendorffs Inkognito. Hrsg. v. Konrad Ehlich. Wiesbaden: Harrassowitz 1997 (ISBN 3-447-03996-5. ISSN 0179-6356.) S. 29-62. = Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund. Hrsg. v. Johannes Hoffmann Bd. 22. 
 
 

Lyrik-Ausgabe 

Als brauchbare Ausgabe der Lyrik ziehe man – neben der BDL und den Originalausgaben – heran: 
Max von Schenkendorfs Gedichte herausgegeben mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Edgar Groß. Mit Schenkendorfs Bildnis in Gravüre und einer Faksimilebeilage. Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co o. J. [1912] = Goldene Klassiker Bibliothek [Gustav] Hempels Klassiker Ausgaben in neuer Bearbeitung Bd. 46 
 
 
 

Die "Christlichen Gedichte" von 1814 

Christliche / Gedichte. / [engl. Linie] / Frommen Jungfraun und Mägdlein / zur Weihnachtsgabe. /[engl. Linie] / 1814. 
Diese seltene Ausgabe erschien ohne Ort und Autor tatsächlich in Frankfurt/Main bei Eichenberg und enthält folgende Gedichte Max von Schenkendorfs: 
 
Es handelt sich um die Gedichte: 
 
Zueignung 
An die h. Jungfrau 
Charfreitag 
Christabend 
Christ, ein Gärtner 
Christ, ein Schäfer 
Die Schülerin Maria 
Die Zürnende 
Einladung 
Heller Tag. Sacrament 
Von der dreifachen Geburt 
Herberge 
Himmelfahrt 
Im Winter 
Mitternacht 
Von der dreifachen Geburt 
Morgenroth 
Morgen- und Abendandacht 
Muttersprache 
Ostern 
Pfingsten 
Sehnsucht 
Sonntagsfrühe 
Vaterland 
Weihnachtslied. 
 
Der Text der "Christlichen Gedichte" findet sich hier.
  
Die 48 Text-Seiten sind in einen Umschlag eingebunden. Man findet diese Ausgabe auch angebunden an „Weyhnachtslieder. / 1816. / -“ 
Gedichtet wurden die "Christlichen Gedichte" für das Weihnachtsfest des Jahres 1814. Sie waren bestimmt für das Institut der Frau von Graimberg. Über das Weihnachtsfest in diesem Institut, an dem auch die Familie Jung teilnahm, gibt es die schöne Schilderung durch Sophie von Hahn, geb. Graimberg. 
 
In einem noch ungedruckten Brief der Gattin Schenkendorfs an den Gemahl vom 26. Dezember 1814 heißt es: 
"Es hat mich / lange nichts so erfreut als die Erscheinung jener Gedichte, aus denen / dein liebenes Herz mich so rührend anspricht, es ist eine wahre / Schmerzensfreude die ich dabey habe - Fr v Gr hat sich unbeschreiblich / gefreut über diese deine Weihnachtsgabe, und die jungen Mädchen haben sich gerissen um die Exemplare - Eichenberg hat mir 40 broschirte / Expl auf Postpapier, und einige Tage später 100 Expl auf schlechtem / Papier ungebunden, abermal von einem freundlichen Brief begleitet / übersandt - In der Pension habe ich 30 zum Vertheilen gegeben / weil ich doch noch einige auf Postpapier zum Verschenken behalten / wollte - Außerdem habe ich an Fr v Gr noch 25 Expl gegeben / weil sie es sehr wünschte –" 
 
Fälschlich werden die "Christlichen Gedichte" S. 137 zu "Christliche Gedichte für christliche Jungfrauen" in
Hartmut Lehmann (Hrsg.): Glaubenswelt und Lebenswelten. In Zusammenarbeit mit […]. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht (2004 [erschienen Dezember 2003], ISBN 3-525-55349-8) = Geschichte des Pietismus. I. A. der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus hrsg. v. Martin Brecht, Klaus Deppermann †, Ulrich Gäbler und Hartmut Lehmann Bd. 4. 
 
 

Das nichtbestandene Examen 1808/09

 

Mit der Einrichtung der Landesdeputation, die die Kriegskosten verteilte, arbeitet er auch dort als Hilfsarbeiter. Max von Schenkendorf bereitete sich zugleich auf das nächste Examen vor; hätte er doch nur das damalige Angebot von Adolf Christian David Olszewski annehmen können!

Am 1808-07-24 stellte ihm das Präsidium der Königlich Preußischen Kriegs= und Domainen-Kammer das zur Meldung zur Prüfung notwendige Attest aus. Man bescheinigt dem „Cammer Referen­darius“ Max von Schenkendorf, dass er „diejenigen theoretischen und praktischen Cameral=Kenntniße gezeiget hat, die von einem Kriegs= und Domainen Rath, Land= oder SteuerRath gefordert werden“. Die Prüfungsfragen werden übersandt, und der Kandidat bearbeitet die drei Aufgaben und legt zusätzlich aus dem Sommer 1808 sein Promemoria aus dem Geschäftsgang der Landesdeputation zur Begutachtung bei. Mit ihm werden Besser, Ewald und Kurella examiniert.

Zu bearbeiten hatte Max von Schenkendorf

o   eine polizeiliche Relation: „Relation aus den Acten der Litthauischen Justitz Deputation, in Sachen der Aelterleute der Tilseschen Kaufmanns Zunft, wider den Ober Amtmann Mielich zu Baublen.“

o   eine juristische Relation: Ehescheidungsfolgen Carpari ./. von Steinwehr; gegenseitige Forderungen

o   das Gutachten zum Ertrag des Amtes Subkau im Kreis Dirschau seit 1800.

Zusätzlich reichte er das im Sommer 1808 verfasste Promemoria aus dem Geschäftsgang der Landesdeputation

o   „Ueber diejenigen Punkte der englischen Parlaments=Bill vom 5 Aprill. 1806. wodurch dem Könige von Großbrittanien die Erhebung einer Einkommens=Taxe bewilligt wird, welche bei dem Geschäfts=Kreise der mit Erhebung der Kriegs=Steuer beauftragte Behörden einige Anwendung finden könnten.“

All diese Arbeiten reichen den Prüfern noch nicht aus, und am 1809-03-08 muss Max von Schenkendorf einen philosophischen Aufsatz abgeben. Dieser trägt den Titel „über die Verbindung des Lebens für Wissenschaft und Kunst mit dem Geschäfts=Leben.“ Im Anschreiben ergänzt der Autor: und „da ich in dem unter dem Titul Studien ohnlängst von mir herausgegebene Büchlein dieselbe Materie in etwas berührt und zwar in der Abhandlung ‚der Menschheit veränderter Standpunkt‘ S. 75., und in der ‚Nachschrift‘ S. 119. so bin ich dreust genug auch dieses zur geneigten Ansicht beyzufügen.“ All dies steht im Gegensatz zu dem, was Hagen mitteilt, und geben dem Studenten S. -sicherlich Johann Daniel Symanski – recht.

Die mündliche Prüfung fand am 1809-03-11 um 16 Uhr im Konferenzsaal des Finanz­depar­tements statt. Friese, Hoffmann und Süvern als die Glieder der königlich preußischen Ober-Examinations-Kommission führen sie durch und kommen für Max von Schenkendorf für alle Prüfungsteile zu einem vernichtenden Urteil, das sie Klewitz am 1809-03-17 zusammen mit dem guten Zeugnis für v. Besser übermitteln. Für Max von Schenkendorf resümieren die Examinatoren:

„Wir gestehen Ihnen zwar gern gute natürliche Anlagen u Fähigkeiten, ingleichen einen lebhaften Geist u rege Phantasie zu. Sie sind aber noch nicht zu deutlichen und bestimmten Begriffen, sowohl in den allgemeinen, als in den besondern u Hülfs=Wissenschaften Ihres Fachs gelangt, Ihre Kenntnisse scheinen uns nicht geordnet zu sein, u wir haben auch bei Ihnen die Fertigkeit vermißt, helle Gedanken schnell und richtig zu fassen.“

Da hatte es auch nicht geholfen, dass Hoffmann am 1809-01-21 Klewitz wissen ließ, dass Max von Schenkendorf in Verhältnisse verwickelt sei, die die Aussetzung der Prüfung vermuten lassen. –

Wie nach seinem empörten Aufsatz über die Zerstörung der Marienburg ergreift Max von Schenkendorf die Feder und macht am 1809-03-19 in einem Beschwerdebrief an Klewitz seinem Her­zen Luft. Um eine zeitnahe Wiederholung der Prüfung ohne die Wartezeit eines Jahres bittet er und droht zugleich:

„weil ich mich mit Ihnen darüber einverstanden glaube, daß Pflicht und Ehre es mir verbieten, dem Staate auch nur als Referendarius länger zu dienen und zu schaden, wenn die oberste Prüfungs-Behörde mich für unfähig hält, einen Aufsatz der Materien und Form nach logisch zu ordnen, teutsch zu schreiben, und einen hellen Gedanken zu fassen.“

Es blieb bei dem Beschluss der Kommission, und der durchgefallene Prüfling, dessen Bewerbung vom 1808-07-09 um eine Stelle als Deputierter der Stadt Memel gescheitert war, dachte nun nicht daran, das Examen zu wiederholen, sondern auf dem Gut der Mutter Sand zu verkaufen. So schreibt noch Henriette Hendel-Schütz in Tilsit am 1811-12-26 an Johanna Motherby: „Ich sagte ihm [Georg Motherby] darauf, was ich gehört hätte, daß Schenckendorf nämlich seinen Nesselbecker Sand künftig selbst bewirthschaften, und sich dazu aus der Ferne die Wirthschafterin holen würde“.

 

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