Schweiz (Burgdorf, Winterthur usw.)

     aus "St. Gallen in der Schweiz", 1807

  

Skandinavien

  

Niederlande (Holland)

   Einleitung

   Petrus Hofstede de Groot

   Übersetzung der "Blicke in die Geheimnisse ..."

   neuere Forschungsergebnisse

  

Italien

 

 

Schweiz

Nahe bei Bern liegt die Stadt Burgdorf, das "Tor zum Emmental". Die "Lehrjahre" (Lebensgeschichte, Hrsg. Benrath S. 569, 575) erzählen davon, wie Jung-Stilling seine zweite Schweizer-Reise im Herbst 1802 durchführte und hier bei Pfarrer Friedrich Ludwig König (1738-1807) und auf dessen Einladung Patienten behandelte.
F[ranz]. Della Casa: Burgdorf und seine "Stars". Herrn Prof. Dr. R. Witmer zum 65. Geburtstag gewidmet. - In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. Bd. 186, Stuttgart: Enke 1985, H. 3, S. 239-244. [M. 4 Abb.]
Wilhelm Güthling: Jung-Stilling in der Schweiz und ein unbekanntes Bildnis. - In: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimatvereins e. V. Bd. 48, 1971, H. 1, S. 30-31. (Text S. 30, Abb. Porträt aus Privatbesitz S. 31.)
Studer, Julius: Jung Stilling in der Schweiz. - In: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1914. Hrsg. m. Unterstützung der Antiquarischen Gesellschaft von einer Gesellschaft zürcherischer Geschichtsfreunde. Neue Folge: 37. Jg. Zürich: Beer 1914, S. 91-165.
Jung-Stilling berichtet in der "Lebensgeschichte" (Hrsg. Benrath, S. 579 f.) auch von dem "Erziehungs-Institut" des Herrn "Pestaluzzi", d. i. Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827). Hier findet man mehr zu Jung-Stilling und Pestalozzi.
  
Durch die Briefe und Tagebücher Jung-Stillings sind wir auch über andere Reisen in die Schweiz (Frühjahr 1801; Lebensgeschichte hrsg. Benrath S. 537 f.) informiert. Auf der Rückreise machte Jung-Stilling auch Station in Straßburg/Strasbourg, wo er Kontakte zu Salzmann und Oberlin hatte.
  
Für die Stadt Winterthur findet sich der Aufsatz
Werner Ganz: Pietismus und Erweckungsglaube im frühen 19. Jahrhundert Jung-Stilling und seine Freunde in Winterthur. – In: ?? [Kopie liegt mir vor] Nr. 156 v. Samstag, 10. Juli 1982 (m. 3 Abb.: Porträt Jung-Stilling nach Lips; Porträt Stadtpfarrer Johann Konrad Sulzer und Titelblatt der „Lehr=Jahre“)
  
Jung-Stilling besuchte Winterthur im Frühjahr 1802, wie die "Lebensgeschichte" (Hrsg. Benrath, S. 537 ff., bes. S. 543 f.) zeigt.
 
Neu erschienen ist (für Bibliophile besonders schön) die Jahresgabe des Hogrefe-Verlags zu Weihnachten 2005 und das Jahr 2006:
Johann Heinrich Jung-Stilling / Schweizer Reisen / (1801-1802) / Mit einer Einführung / von Klaus Bergdolt / Verlag Huber [verso:] ISBN 3-456-84334-8 (C) 2005 für diese Ausgabe: Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern, 94 S., Ill.
Leider ist das Buch unvollständig, es enthält nicht alle Reisen und Informationen, und auch der folgende beeindruckende Text aus dem Jahre 1807 fehlt:
  
St. Gallen im August.
Ich machte diesen Morgen einen kleinen Abstecher nach St. Gallen, theils um diese Kantonsstadt gleiches Namens zu besehen, theils um einen Mann kennen zu lernen, dessen Person in dieser Gegend so grosses Aufsehen erregte. Der Herr Hofrath Jung, von Heidelberg, genannt Stilling, der Verfasser der Siegsgeschichte und des grauen Mannes, – ja gleichsam der neueste Prophet unsrer Zeit, – der ist es, den ich meine. Aber ich kam zu spät, denn schon war er seit mehreren Wochen wieder abgereist.
 
Me: Die Reise begann am 1806-04-23 und endete am 1806-07-16 nach dem Grauen Mann, H. 19, S. 391.
 
Doch sprach man fast überall noch mit Entzükken, ja mit Begeisterung, von diesem Manne, der sich in den Herzen eines grossen Theils der hiesigen Stadt Einwohner ein sehr bleibendes Andenken gestiftet hat, dessen sich oft der verdiesntvolleste Mann irgend eines Orts wohl schwerlich von den Seinen wird rühmen dürfen. Kurz man konnte mich nicht genugsam versichern, mit welcher Hochachtung, Liebe und Verehrung das hiesige Publikum an den Schriften und der Person dieses Mannes hänge, wie groß die Anzahl der Freunde – ich möchte fast sagen der Anbeter – sey, die Stilling unter allen Klasen von Einwohnern dieser Stadt zähle. Unzählige beeiferten sich bei seinem Aufenthalt zu St. Gallen ihn bei sich zu sehen, die angesehensten Familien achteten es für das grösseste Glück, den Seher in die Zukunft, den liebenswürigen Stilling in ihre Abendzirkel einführen zu können. Und so lange sein Aufenthalt dort währte, sprach nur Alles von ihm, Alles fragte und begehrte nach seinen Schriften, und wer ihn nur gesehen, nur etwas von ihm gelesen hatte, der schäzte sich schon glüklich. Sogar fremde Personen, geistlichen und weltlichen Standes, verließen das Land, und eilten in die Stadt, den Mann zu sprechen, dessen Ankuft die Zeitungen schon verheißen hatten; und Groß und Klein, Arm und Reich eilte aus seinem Munde ein Wort des Trostes, der Erbauung, kurz nur Etwas zu hören, und Viele konnten sich wirklich seines Anbliks, seiner Rede freuen. Fast keine Viertelstunfe des Tags bis in die späte Nacht war sein. Von einer Familie gieng er in die andere, und aus jeder wurde er mit Entzükken, mit Rührung, mit Thränen entlassen. Kam er in seine Wohnung zurük, so hatte sich auch hier ein Häuflein versammelt, das seiner mit Sehnsucht schon lange gewartet hatte, oder er fand doch eine so zahlreiche Menge von Einladungen und Bittschreiben, daß er oft über die Auswahl derselben unschlüssig ward.
 
Noch nie, wie es scheint, mag ein Mann nach St. Gallen gekommen seyn, der mehr fromme Herzen sich erworben, sich mehr der allgemeinen Liebe und Werthschätzung versichert hat, als Jung, der allgemein verehrte Menschenfreund. Einer solchen Aufnahme hatte sich der liebenswürdige Zollikofer, den Leipzig eine Zeitlang in seinen Mauern sah, und den nicht blos eine einzige Stadt, sondern ganz Teutschland nach Würden schäzte und liebte, und dessen Verdienste noch jezt vollkommen anerkannt werden, bei seinem Besuch in St. Gallen, seiner Vaterstadt, nicht völlig zu erfreuen, sondern hie und da als ein verdächtiger Neologe, dessen Meinungen gefährlich werden könnten, geschildert, sah er sich von so manchem Zionswächter die Achtung, auf die er in aller Rücksicht, auch unter seinen Amtsbrüdern, Rechnung machen konnte, entzogen. Und so gieng es dem edelen, bescheidenen, aber von Einigen verkannten Zollikofer, wie einst dem grössesten Lehrer der Wahrheit, der von sich selbst sagt: Ein Prophet gilt nirgends weniger, denn daheim bei den Seinen.
 
Me : Mt 13, 57 et par.
 
Aber wie – werden Sie fragen – erwarb sich Jung bei dem St. Galler Publikum, ein so gränzenloses Zutrauen, da man doch in Teutschland, wo er zwar auch nach Verdiensten geehrt, aber nicht so wie hier gleichsam in den dritten Himmel erhoben wird, keinesweges so aviel Wesens von ihm macht, als in St. Gallen. Der Grund liegt, nach dem, was ich hier erfahren habe, zunächst in seinen Schriften, die hier sehr eifrig gelesen, und begierig aufgesucht werden, und in denen, wie bekannt, ein ganz eigener Geist wehet, der mit den Empfindungen eines beträchtlichen Theils des hiesigen Publikums sympathisirt. Doch auch als ein ungemein glüklicher Staarstecher hat er sich so bleibende Verdienste zu St. Gallen erworben, daß man sich nicht wundern darf, wenn er damit viele Herzen gewann, da er diese edle menschenbeglükkende Kunst dort so wie bisher überall auf eine so uneigennüzzige Weise ausübte, daß er blos von denen eine Belohnung seiner Mühe annahm, die es wohl zu geben im Stande waren. Ein mehr als 70jähriger Greis und vormaliger Landprediger eines benachbarten Kantons, der noch in seinen alten Tagen einen der edelsten und köstlichsten Sinne verlohren hatte, bat ihn inständig um Hülfe und Rettung, und war auch so glüklich durch ihn sein verlohrnes Gesicht wieder zu erlangen, und dankt noch täglich seinem Retter für diese unschäzbare Wohlthat.
 
Noch folgende wahrhafte Anecdote wurde mit von einem glaubwürdigen Augenzeugen über Stilling mitgetheilt. Herr Hofrath Jung war einst in eine angesehene Familie auf ein Soupé eingeladen worden, wo sich zugleich eine grosse Menge Hausund Familienfreunde mit eingefunden hatten, und da er, wie bekannt, an jede Versammlung, in die er eintritt, die Gewohnheit hat, erbauliche religiöse Anreden zu halten, je etwas Eigenes darinnen sucht, jedem, mit dem er spricht, etwas Verbindliches zu sagen, so hielt er es auch in dieser Gesellschaft für zwekmässig ein Tischgebet zu verrichten, welches nicht länger als eine halbe Stunde dauert.
 
 
 

Skandinavien

Jung-Stilling ist nie in Dänemark oder sonstigen nordischen Ländern gewesen.
  
Eine Fülle von Übersetzungen der Werke Jung-Stillings ins Schwedische und Dänische existiert jedoch. Nähere Untersuchungen liegen zurzeit noch nicht vor.
  
Gedruckt ist ein Aufsatz von Klaus Pfeifer auf der Grundlage der von mir entdeckten Briefe Jung-Stillings an einen Schweden in Lund in der Zeitschrift "Siegerland". Siehe hier.
Siehe auch den Artikel Jung-Stilling von (Erik Lunding:) - In: Nordisk Konversations Leksikon. Redigeret af Harald W. Møller. Bd. 7. Kopenhagen: Forlaget Danmark 1946, S. 395-396.
Umfangreich nach dem damaligen (!) Forschungsstand ist:
Jung-Stilling. Et kristeligt Levnedsløb. Fremstillet af Richard Petersen. – Kjøbenhavn. Karl Schønbergs Forlag. 1890 (2, 242, 1 S., Porträttafel Jung-Stillings von H. P. Hansen).
 
 

Niederlande (Holland)

Siehe auch hier und hier!  

Einleitung
  
Jung-Stilling berichtet und erzählt häufiger über die Niederlande. Bereits 1967 heißt es in
Alfred Lück: Siegerland und Nederland. Siegen: Siegerländer Heimatverein e. V. 1967 S. 158:
"Wer die Schriften des Siegerländer ‚National-Dichters' Jung-Stilling liest, weiß, daß sich dessen Helden immer wieder in den Niederlanden oder in den holländischen Kolonien befinden; er weiß auch, daß Jung-Stilling in seiner ‚Theorie der Geisterkunde' immer wieder Napoleon, den Mann, der sowohl nach den nassauischen Stammlanden als auch nach den Niederlanden griff, als Antichristen anprangert."
  
 
Vgl. Grote Winkler Prins Encyclopedie in 25 Delen. Deel 12: inka-kempen. Hoofdredactie: R. C. van Caenegem, Sj. Groenman, H. A. Lauwerier, R. F. Lissens, M. M. C. Mengelberg. Amsterdam u. Brüssel: Eslevier 1981, S. 383 der Artile Jung, Johann Heinrich, genaamd Jung-Stilling.
 
Nicht uninteressant ist auch, was Willem Bilderdijk (1756-1831) und Hendrik Willem Tydeman (1778-1863) von Jung-Stilling halten.
  
  
An der Universität zu Köln, Institut für Niederländische Philologie, machte Frau Prof. Dr. Maria-Theresia Leuker (Jg. 1957) in ihrem „Hoorcollege Geschiedenis van de Nederlandse literatuur in de 18e en 19e eeuw dl. 6“ auf den Einfluß von Jung-Stilling und Lavater auf Jacobus Bellamy (1757-1786) aufmerksam. Hier handelte es sich im dessen „Gezangen“ (Amsterdam/Amsteldam: A. Mens Jansz 1785 XVI, 78 p. ; 8º; Met titelvignet (portret) van R. Vinkeles).
   

Petrus Hofstede de Groot und das Geburtshaus

Eine besondere Beziehung zu Jung-Stilling hatte Petrus Hofstede de Groot (geb. Leer (Ostfriesland) 8. Oktober 1802, gest. Groningen 5. Dezember 1886; sieh zu ihm P. C. Molhuysen/P. J. Blok: Nieuw nederlandsch biografisch woordenboek. Tl. 2, Leiden Sijthoff 1912, S. 530-531). Er unternahm im Juli 1872 eine "Wallfahrt" nach Grund, über die er auch berichtete:
Nederlandsch / Godsdienstig Traktaat-Genootschap. / - / N°. 618. / - / Een Bedevaart naar de Geboortsplaats / van Stilling. / door / P. Hofstede de Groot. / [Vignette] / Amsterdam, / D. B. Centen. / 1874
Auf deutsch erschien dies als:
Petrus Hofstede de Groot: Eine Wallfahrt zum Geburtsorte Stillings. Barmen: Wiemann 1876 = Schriften der Wuppertaler Traktat-Gesellschaft Nr. 590. [Datiert: "Groningen, 15. August 1875.", 22 S. (Nicht im GV alt Bd. 63 genannt.)
Hofstede de Groot macht eine interessante Bemerkung über die Tafel am Geburtshaus, die u. a. abgebildet ist S. 95 im Werk "Auf den Spuren von Jung-Stilling".
  
"Er baut Von Johan / ebert Jung margre / tha Eheleut Ao. 1730" (seit 1990)
  
"Er baut Joh. Johan / ebert Jung margre / tha Eheleut Ao. 1730" (seit 1955)
  
Hofstede de Groot erwähnt 1876, daß der Erinnerungsstein erst kürzlich (!) unter Schutt aufgefunden und nun wieder angebracht worden war. Arden Ernst Jung geriet auch über diese Stelle in eine Diskussion mit Annemarie Wurmbach (1925-1966), die ausführlich über dieses Haus berichtet hatte:
A[nnemarie]. Wurmbach: Aus den städtischen Sammlungen. – In: "Siegerländer Monatsspiegel", hrsg. v. Verkehrsverein Siegen e. V. Nr. 4, 1953, S. 8.
Einen ähnlichen Hinweis auf den ursprünglichen Ort des Steins gibt auch Ferdinand Freiligrath; siehe hier.
  
Interessant ist ebenfalls die Arbeit von
M[aarten]. van Rhijn: Jung Stilling en Nederland. - In: Nederlands Archief voor Kerkgeschiedenis (= Dutch review of church history) Bd. 45, Leiden 1963, S. 208-234.
(Rhijn geb. Groningen 29. April 1888, gest. Bilthoven 3. Oktober 1966; siehe Jaarboek van de Maatschappij der Nederlandse Letterkunde te Leiden 1971-1972, S. 259-263.)
 
  

Übersetzung der "Blicke / in die Geheimnisse"

Johann Samuel Ersch machte in seinem 1794 erschienenen Werk S. 265 auf Übersetzungen auch der Werke Jung-Stillings aufmerksam.
  
Besonders interessant, da bisher noch nicht nachweisbar, ist sein Hinweis auf eine Übersetzung der
"Blicke / in die Geheimnisse / der / Natur=Weisheit / denen Herren / von Dalberg Herdern und Kant / gewidmet / - / - / Berlin und Leipzig, / gedruckt bey George Jacob Decker. / 1787."
Übersetzer ist nach Ersch "J. H. van Dongen", und das Werk soll nach 1780 in Amsterdam erschienen sein.
Der "van Dongen" gibt es viele, und den Titel kann man auf verschiedenste Weise übersetzen. – Gibt es jemanden, der helfen kann?
Siehe auch die Werke Jung-Stillings unter diesem URL.
 

neuere Forschungsergebnisse

Jacob (Jacobus) Bellamy (Bellamij) geb. Vlissingen12.11.1757, gest. Utrecht 11. März 1786, dichtete im Jahre 1784 (oder Dezember 1785 ?) folgendes Gedicht, das in den “Gezangen van J. Bellamy. Amsterdam: Jamsz MDCCLXXXV [1785]” nicht enthalten ist. (Dafür findet sich „An Lavater.“) In der Ausgabe
Gezangen mijner Jeugd en Naagelaaten Gedichten door J. Bellamy. Tweede Druk. Haerlem: Plaat en Loosjes MDCCLXXXX [1790].
steht es an letzter Stelle, vor dem Inhaltsverzeichnis, S. (172)-172. Es lautet:
 
Aan Stilling.
 
Stilling, ik heb ed’le traanen
Om uw duister lot geschreid!
’t Lezen van uw fling’rend leven
Was mijn hart een zaligheid.
Schoon, door duizend hindernissen,
Immer, in uw’ gang, gestuit,
Breekt gij eindlijk, door die struiken,
In een lagchend landschap uit.
ô Die eed’le, vroome zielen!
(Niets ontheilige ooit hun graf!)
Zij, wier vriedschap, in uw zwerven,
U zo seel verkwikking gas!
Ed’le zielen, ‘k moet danken!
‘k Leer van u, wat godsdienst is!
In uw Jesus na te volgen
Toont gij uw belijdenis!
Stilling! ‘k wil op God vertrouwen,
Hem Beminnen, zo als gij!
‘k Wil hem vuurig bidden, fineeken,
Dat Hij ook mijn Vader zij!
Ook de stormen van dit leeven
Hebben mij om ’t hoofd geloeid!
‘k Heb wel eens met heete traanen
Ook mijn beete broods besproeid!
Stilling! ach! ik ben ondankbaar:
‘k Heb niet immer storm gevoeld –
Zagte windjes van Gods liefde
Heb ik meer dan eens gevoeld. –
Laat dan ’t onweêr al eens woeden:
‘k Wandel ook in zonneschijn:
Stilling, ‘k wil mijn God ook vreezen,
En gij zult mijn voorbeld zijn.
 
1785. Dec.
 
In dem späteren
Letterkransje: Door P[ieter]. J[ohanes]. Heron [1778-1803]. Middelburg: van Bentheim MDCCCIII [1803].
heißt es S. 33-34:
 
AAN STILLING.
Heil u Stilling! eindlijk lacht nu,
Na een’ zwaren ramporcaan, –
Na een lang en rustloos zwerven,
‘t Vaderland der ruste u aan.
Werdt een sterfling immer zichtbaar
Door Gods vaderhand geleidt?
Gij verstrekt ten sprekend toonbeeld,
Stilling! der Voorzienigheid.
Hoe de donder ook mocht buldren
En zijn bliksems op u schoot;
Altijd, wachtet gij, vertrouwend,
Redding uit den bangsten nood.
Heil u Stilling! eindlijk ziet gij
Dat vertrouwen mild beloond,
En uw zwaar en bitter ftrijden
Met de schittrendste eer bekroond.
Nu herdenkt gij, als de zeeman,
Vrolijk, aan een veilge reê;
Hoe de golven eens uw scheepjen
Beukten, op de waereldzee.
Nu smaaakt ge, ongestoord, de vreugde,
Die een heilrijke echt u biedt,
Daar ge u, door uw kunde en Godsvrucht,
Overal, beminnen ziet.
O! hoe groot is niet het goede,
Dat ge, in zoo veel kringen, sticht!
Al uw poogen is, bestendig,
Naar ‘t verhevendst doel, gericht.
Altijd fla de ware Christen,
‘t Zij ‘t hem wel of kwalijk ga,
U, in alle levenskringen,
Als een treffend voorbeeld, gaê.
Lieve Stilling! ook mijn harte
Acht, bemint, eerbiedigt u.
‘k Wijde, bij zoo veler loffpraak,
Deze klankjes ook aan u.
 
 
 
Siehe dazu z. B. auch folgende Werke, die ebenfalls dieses Gedicht zitieren:
 
Gedichten. Jacobus Bellamy. Met inleiding en aantekeningen door P[etrus]. J[acobus]. [Adrianus Maria] Buijnsters [1933-]. Amsterdam: University Press 1994, ISBN 9053561072, 9789053561072; VIII, 64 S. : Ill. Reihe Alfa.
 
J[ohanna] Aleida Nijland: Leven en werken van Jacobus Bellamy (1757-1786). Uitg. vanwege de Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde te Leiden. Tl. 1-2. Leiden: Brill 1917.
 
 
Unbekannt waren bisher in der Forschung folgende meiner Ergebnisse:
 
- dass Sebald Fulco Johannes Rau (geb. Utrecht 16.10.1765, gest. Leiden 1.12.1807) aus dem Kreis um Johann Bellamy (1757-1786) der Übersetzer – zumindest einiger – Werke Jung-Stillings war.
 
- die Arbeiten von Johannes Hermanus Krom (geb. Tiel 8.03.1768, gest. Gouda 23.12.1827) zur „Theorie der Geisterkunde“. Bereits in zweiter Auflage ist bekannt seine Schrift, die 1816 erstmals erschien:
[Schmutztitel:] Ernst en luim, ? of ? brieven aan eene vriendin. [Titel:] Ernst en luim, ? of ? brieven aan eene vriendin. [Ter gelegenheit der lezing van de Theörie ? der Geestenkunde van Dr. I. H. Jung, / gezegd Stilling.] ? Waaren eene ? Leerrede ? over ? Hand. XIX: 11 – 20. ? Door ? Jo. Herm. Krom, ? Predikant te Gouda. ? Tweede Uitgaaf, vermeerderd met een Naschrift ? van den Schrijver. ? = ? Te Amsterdam, bij ? G. van Dyk. ? MDCCCXVIII.
 
 
- dass die „Theorie der Geisterkunde“ in holländischer Sprache das Gedicht von Francijntje de Boer (geb. Harlingen 18.10.1784, gest. Heerenveen 7.03.1852)
hervorrief:
 
OP DE
THEORIE DER GEESTENKUNDE,
VAN DEN HEER
JUNG STILLING.
 
---
 
Al doet ge, o Jung! in ‘t Geestenrijk
De stoutste reuzenstappen,
Waarom toch onzen geest vermoeid,
Met zulke wetenfchappen?
 
Wat dreef u, ‘k vraag dit met gevoel,
Toch aan, om zoo te fchrijven?
Had flechts uw Theorie ten doel,
Het bijgeloof te stijven ?
 
Rampzalig doel, wie huivert niet,
Wie voelt geen schrikb’re rilling?
En vraagt niet vol verwondering,
Schreef dit de schrand’re Stilling?
 
O! wat men ook van voorgevoel
Of geesten heeft te denken,
Wat voordeel toch kon dit gefchrift
Ooit aan de menschheid fchenken?
 
Want schoon bij ‘t opgeklaard verftand
Uw doel u moet mislukken,
Waarom ‘t meer zwakke weiflend hart
Zijn kalmte en rust te ontrukken?
 
Waarom, in ‘t stille nacht’lijk uur,
‘t Gerust weldadig flapen,
Dien zachten balsem der natuur,
In angst en vrees herschapen?
 
Is moed in ‘t menigvuldig leed
Onmisbaar voor ons wezen?
Waarom dan ‘t aak’lig voorgevoel,
Als waarheid aangeprezen?
 
Waarom? Maar neen, ‘t ontstelde brein
Moog’ schimmen rond zien dwalen;
‘t Gezond verftand zal, te allen tijd,
Op spoken zegepralen.
 
 
 
- die Fülle der Rezensionen zu den Werken Jung-Stillings und die Übersetzung von Ewalds Werk:
Leven en sterven van een christelijk paar; Johan Heinrich Jung, genaamd Stilling, en deszelfs echtgenoote. (Naar het Hoogduitsch van J. L. Ewald.)
Viele weitere Informationen sind vorhanden; gern teile ich sie mit. - Siehe auch hier
 
  

Italien

Jung-Stilling ist nie in Italien gewesen.
  
In Italien gibt es eine längere Tradition der Jung-Stilling-Forschung. So erschienen verschiedene Ausgaben der “Jugend” in italienischer Sprache.
Giovinezza di Enrico Stilling [Jugend.] Trad. di Oreste Ferrari. Napoli, Riccardo Ricciardi 1949.
Giovinezza di Henrich Stilling. Hrsg. v. Matteo Galli, 1993, ISBN 88-7166-141-1.
  
Die Forschung lieferte auch Untersuchungen. So z. B.
  
Rodolfo Paoli: Goethe e Stilling ovvero Pietismo e romanticismo nella prima autobiographica romantica. Roma: Edizioni di storia e letteratura 1949 = Letture di pensiero e d’arte (hrsg. v. A(lfredo). Schiaffini u. G. De Luca) Bd. 14. (Der Autor widmete ein Exemplar – bis heute unaufgeschnitten – Ernst Beutler (1885-1960.)
Heute existieren verschiedene Editions- und Forschungsarbeiten zu Jung-Stilling aus der Feder von Erminio Morenghi sowie die Arbeit von Elena Paganuzzi; zu den Arbeiten der beiden Gelehrten siehe hier.
  
Das Faltblatt mit den wichtigsten Informationen zu Jung-Stilling in italienischer Sprache verdanke ich Elena Paganuzzi; es findet sich hier.