Auf den Spuren

  

Jung-Stillings

  

in seiner Heimat

  

 

"In Westphalen liegt ein Kirchsprengel in einem sehr bergichten Landstriche, auf dessen Höhen man viele kleine Grafschaften und Fürstenthümer übersehen kann. Das Kirchdorf heißt Florenburg; die Einwohner aber haben von Alters her einen großen Eckel vor dem Namen eines Dorfs gehabt, und daher, ob sie gleich auch von Ackerbau und Viehzucht leben müßen, vor den Nachbarn, die bloße Bauren sind, immer einen Vorzug zu behaupten gesucht, die ihnen aber auch dagegen nachsagten, daß sie vor und nach den Namen Florendorf verdrängt und an dessen Statt Florenburg eingeführet hätten. [...]

Eine Stunde von diesem Orte südostwärts liegt ein kleines Dörfchen Tiefenbach, von seiner Lage zwischen Bergen so genannt, an deren Fuße die Häuser zu beiden Seiten des Wassers hängen, das sich aus den Thälern von Süd und Nord her just in die Enge und Tiefe zum Fluß hinsammelt. Der östliche Berg heißt der Giller, geht steil auf, und seine Fläche nach Westen gekehrt, ist mit Maibuchen dicht bewachsen.

Von ihm ist eine Aussicht über Felder und Wiesen, die auf beyden Seiten durch hohe verwandte Berge gesperrt wird. Sie sind ganz mit Buchen und Eichen bepflanzt, und man sieht keine Lücke, außer wo manchmal ein Knabe einen Ochsen hinauf treibt und Brennholz auf halbgebahntem Wege zusammenschleppt.

Unten am nördlichen Berge, der Geissenberg genannt, der wie ein Zuckerhut gegen die Wolken steigt, und auf dessen Spitze Ruinen eines alten Schlosses liegen, steht ein Haus, worinnen Stillings Eltern und Voreltern gewohnt haben."

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Mit diesen Worten hebt "Henrich Stillings Jugend" (1777) an. Das von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) redigierte und herausgegebene Werk verband zum einen den Verfasser dauerhaft mit dem Namen "Stilling" (vgl. Ps 32, 20 u. a.), zum anderen ihn mit der deutschen Literatur(geschichte).

 

Diese Eröffnung hat in Jungs Inauguraldissertation "Specimen de Historica Martis Nassovico-Siegenensis" vom 24. März 1772 (22. April 1773) einen Vorgänger, wenn es dort heißt in

"§. I. Principatus Nassovico-Siegenensis, sub gradu 51 latitudinus borealis situs, versus septentrionem Westphaliam proprie sic dictam, versus orientem Comitatum Wittgensteinensem, versus meridiem Principatum Dillenburgensem, [...]".

  

Am 23. März 1817 wurden "die Kreise Siegen und Wittgenstein auf einen besonderen Wunsch des westfälischen Oberpräsidenten von Vincke [...] der Provinz Westfalen zugeteilt" [1]. von Vincke hatte als Schüler Jungs in Marburg – eigenhändige Eintragungen des Freiherrn in sein Exemplar des "Lehrbuchs der Fabrikwissenschaft" (1785) von Jung haben sich erhalten – von diesen Gegenden gehört. Auf der Reise zum weiteren Studium in Erlangen verirrte Vincke sich am 30. September 1793 zwischen Lützel und Erndtebrück und übernachtete "in Grund, dem Geburtsort Jung= Stillings, wo er bei freundlichen Leuten gut aufgenommen wurde."[2]

"Henrich Stillings Jugend" endet, mit "Florenburg" Hilchenbach meinend, mit den Worten:

"Sollte einer meiner Leser nach Florenburg kommen, gegen der Kirchthür über, da wo der Kirchhof am höchsten ist, da schläft Vater Stilling auf dem Hügel. Sein Grab bedeckt kein prächtiger Leichstein; aber oft fliegen im Frühling ein Paar Täubchen einsam hin, girren und liebkosen sich zwischen dem Gras und Blumen, die aus Vater Stillings Moder hervorgrünen."

 

In einem Lexikon liest man im Jahr 1831 unter dem Stichwort „Amt Hilchenbach“:

„Der Aufenthalt in den tiefen und engen Gebirgsthälern, die tägliche Beschäftigung in den Wäldern, Gruben und beim Hütten= und Hammerbetrieb haben ihnen [= den Einwohnern des Amtes Hilchenbach] einen eigenthümlich=schönen Charakter eingeprägt, in dem neben Geradheit, Biedersinn und Festhalten an alterthümlicher Sitte ein besonderes Aufgelegtseyn für ernste, geistige Thätigkeit hervortritt. Der bekannte Johann Henrich [!] Jung, genannt Stilling, ist unter ihnen im Dörflein Grund (er selbst führt es pseudonym Tiefenbach an) 1740, am 12. Sept. geboren.“

       

Die alte St.-Veits-Kirche [3] wurde 1839 wegen Baufälligkeit abgebrochen und erhielt einen Neubau. Auf Holztafeln im Chorraum gegenüber der Kanzel und am Ausgang der Kirche angebracht stehen zwei Sprüche Jung-Stillings: Neben dem "Heimweh"-Spruch findet sich noch "Die beiden schönsten Dinge im Leben sind die Heimat, aus der wir kommen, und die Heimat, in die wir wandern."

   

1879 hatte man auf dem aufgelassenen Friedhof eine "Klein=Kinderschule" errichtet und zur Erinnerung an Ebert Jung an der Ostwand eine Gedenktafel mit dem Text "Das Andenken des Gerechten bleibt im Segen; aber der Name der Gottlosen wird verwesen" (Spr 10, 7) angebracht. Im Juli 1933 beschloss das Presbyterium, diese Tafel neu in Erz zu gestalten.

  

Rechts neben der Kirchentür findet sich seit dem 17. September 1933 eine Tafel mit Zitaten aus der "Jugend" und dem Porträt des Kirchenältesten und Kohlenbrenners Ebert Jung, das nach der "Jugend" von Hermann Kuhmichel (1898-1965) angefertigt wurde. Pastor Dr. Hermann Müller (1887-1977) weihte die Tafel ein, "um das Gedenken an diese so ansprechende Gestalt aus Stillings Lebensgeschichte wach zu erhalten, daneben auch, um einen Hinweis auf seine Grabstätte zu schaffen, die nicht weit von der Kirche liegt aber in Vergessenheit gekommen ist."

  

Das Denkmal Jung-Stillings am Rande des Marktplatzes, vor der am 17. Dezember 1846 eingeweihten Kirche, wurde am 17. September 1871 der Öffentlichkeit übergeben, "nachdem die Friedensglocken auch den Geburtstag des neuen Deutschen Reiches eingeläutet" hatten. Es ist die erste eigenständige Arbeit des Künstlers Friedrich Reusch (1843-1906); sie setzte sich gegen das Relief-Porträt von Dr. Jacob Heinrich Schmick (1824-1905) durch. Pfarrer Johann Thomas Stähler (1800-1873) hielt die Festrede bei der Enthüllung dieses Werks. (Inschrift: "Es gibt keine Niedrigkeit des Standes, wenn die Seele geadelt ist." – Erste Bemühungen um ein Denkmal für Jung-Stilling entstanden schon 1836; s. u.). Katharina Diez (1809-1882) besuchte den Künstler und berichtet von ihm,[4] er habe "die Züge [Jung-Stillings] so viel idealisirt, als es dem Künstler erlaubt ist, der in einem öffentlichen Denkmal vor allen Dingen den Geist eines großen Mannes darstellen soll." 

   

1934 denkt man erneut an eine Umgestaltung des Marktplatzes, denn bereits 1930 trug Bäckermeister Paul Röchling (1894-1962) das Gedicht "Wo soll Jung=Stillings Denkmal stehen?" vor. Am 28. Juni 1947 fertigte dann der Architekt Karl Meckel (1892-1970) eine schöne Zeichnung vom Platz an: Der Obelisk soll nun ein Brunnenaufsatz werden.

  

 

Dies ist das vorläufige Ende der langen Denkmals-Geschichte: Da wo die B 62 aus Richtung Lützel in der Kurve Richtung Siegen sich wendet und dort die B 508 aus Richtung Ginsberg nach Siegen auf sie trifft, steht die Kronprinzeneiche; bis heute ein hervorragender Baum auf der Landkarte. Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, der spätere Friedrich Wilhelm IV. (1795/1840-1861) besuchte im Oktober 1833 das Siegerland und pflanzte den Baum. Bereits 1840 druckte man das "Programm zur Feier der Grundsteinlegung für Jung=Stillings Denkmal, am 13. September 1840, Sonntags, Nachmittags 2 Uhr, bei der Kronprinzen=Eiche am Kreuz." Streitigkeiten verhinderten, mehr als einen Pfahl aufzustellen, an dem ein Brett mit Jung-Stillings Namen angebracht war. Noch 1889 fanden sich dort die Fundamente dieses Denkmals. Oberpräsident v. Vincke und General-Postmeister Karl Ferdinand Friedrich von Nagler (1770-1846) gewähren am 12. Dezember 1840 Portofreiheit für "Angelegenheiten wegen Errichtung eines Denkmals für Jung=Stilling". Ein neuer Denkmals-Verein unter Leitung des Landrats Arnold Ludwig v. Holzbrinck (1811-1886) weigert sich 1849, die Schulden das alten zu übernehmen, denn dessen "vorgelegte Rechnung schloß ab mit einer Einnahme von 174 Tlr. 4 Sgr., einer Ausgabe von 178 Tlr. 11 Gr. 11 Pfg. und mit einem Vorschuß des Rendanten von 4 Tlr. 7 Sgr. 11 Pfg." Am 13. März 1857 klagt ein Anonymus: "Noch hat man diesem großen Siegener kein Denkmal gesetzt. Selbst das namhafte Geschenk eines Ausländers, des verstorbenen edlen v. Vincke, hat die Siegener bis jetzt noch nicht zur Ausführung eines kleinen Denkmals für ihren großen Landsmann bestimmen können: über 100.000 Tonnen Eisen liefern ihnen die Gruben, – für Jung Stilling haben sie keinen Zentner übrig."

  

 

1868 bemerkt die Siegener Kreissynode den Diebstahl der in den Grundstein des Denkmals eingelegten Dinge. 680 Taler sind jetzt in der Denkmals-Kasse und festverzinslich bei der Sparkasse angelegt. – Im November 1985 wird das Denkmal aufwendig restauriert: eine Bronzeplatte ersetzt die verwitterte Steininschrift. 29.000 DEM sind vorgesehen, der Heimatverein steuert 1.500 DEM bei. 

  

Stadtarchivar Reinhard Gämlich richtete im Museum Wilhelmsburg einen Jung-Stilling-Raum ein. Neben wenigen Ausgaben der Werke Jung-Stillings finden sich hier bedeutende Erinnerungsstücke: So Jung-Stillings Ohrensessel und die Grabsteine der Eheleute (seit 1790) Johann Heinrich und Elisabeth ("Elise") Jung, geb. Coing (1760-1817). Der Sessel ist abgebildet auf der Zeichnung "Jung-Stilling auf dem Totenbett" von G[...]. Schmidt und Theodor Rausche und seit 1992 im Museum ausgestellt. Auf diesem Kupferstich, links neben den drei Bildern über dem Bett, erkennt man drei (Taschen-)Uhren. Gerhard Friedrich Abraham Strauß (1786-1863) erzählte 1856 über Jung-Stilling, Heidelberg mit Marburg verwechselnd, "wie derselbe meist mehrere Taschenuhren getragen [habe], Geschenke von kurierten Patienten, um die Geschenkgeber dadurch zu ehren."[5] 1968 ließen die Karlsruher das Grab des Ehepaars Jung-Stilling auf dem Friedhof einebnen und schenkten die Steine der Stadt Hilchenbach: ein ca. zwei Meter hohes Kreuz mit zwei seitlich angelehnten Tafeln, alles aus Sandstein. Seit 1982 werden sie hier gezeigt, und es ranken sich in diesem Zusammenhang abenteuerliche Geschichten um die Umstände dieses Geschenks und Dr. Wilhelm Löw (1911-1974), dem Direktor des Jung-Stilling-Gymnasiums (s. u.).

   

Ein Kupferstich des Grabes mit Kreuz und Textplatten von "W[ilhelm]. Scheuchzer del." und "Th[eodor]. Rausche sculpsit." ist als "Stillings Grab." dem Band 2 der "Sämmtlichen Schriften" aus dem Jahr 1835 beigelegt.

  

Weiterhin befinden sich im Museum ein Modell des Denkmals und ein Porträt Jung-Stillings von Johann Heinrich Dannecker (1758-1841). – Im Februar 1807 bot man dieses Porträt-Medaillon, das der Jung-Stilling-Forscher Hans Kruse (1882-1941) "ein ganz vorzügliches Werk, eines der wertvollsten Stücke des [Siegener] Museums überhaupt" nennt, mit folgender Anzeige dem Publikum zum Kauf an:

"Hr. Hofrath Jung, genannt Stilling, wurde vor einigen Wochen von dem berühmten Prof. Dannecker dahier, in Gips nach dem Leben geformt und über alle Erwartung ähnlich ge= troffen; das Medaillon auf welchem der Kopf en bas relief befindlich, hat im Durchmesser 2 Schuh und die Abgüsse sind mit einem Firniß überzogen, daß die Unreinigkeit abgewaschen werden kann; das Stück kostet einen Dukaten und Unterzogener nimmt hierauf Bestellungen an. Stuttgart. Kfm. Kylius."

  

Nicht verschwiegen werden soll hier, dass Jung-Stilling wie auch Max von Schenkendorf (1783-1817) – und viele andere – im sog. "Dritten Reich" missbraucht worden ist: 1934 existierte in Hilchenbach im Rahmen des Jungvolks der Hitler-Jugend (HJ) eine "Jungenschaft Jung= Stilling".[6] Schon 1926 diente Jung als Beispiel für die dinarisch-nordische Rasse,[7] und am 7. September 1930 begann in Dahlbruch unter Leitung eines Bäckermeisters eine Wanderung nach Grund mit "Grund Heil" auf der Fahne und dem gleichen Ruf auf den Lippen.

  

1867 wurde in Hilchenbach das Lehrerseminar errichtet, dessen Nachfolger seit 1922 das Jung-Stilling-Gymnasium ist. Seit dem 5. November 1925 darf es sich mit Genehmigung des Ministeriums "Jung=Stilling=Schule" nennen. Selbstverständlich ist, dass der Lehrkörper auch wissenschaftlich über den Namenspatron gearbeitet hat. So der Direktor (1867-1872) zur Zeit der Denkmals-Errichtung, Karl Friedrich Wilhelm Böckler, und die hier genanten Personen.[8]

  

Im Jahr 1964 entstand "Ein Ärgernis bis auf den heutigen Tag" (1996), als die farbigen Kirchenfenster entfernt wurden. Sie zeigten neben Martin Luther, Johann Sebastian Bach und der "Krone" auch Johann Heinrich Jung-Stilling[9] nach Johann Heinrich Lips (1758-1817). Die meisten Bilder waren verschwunden. 1966/67 jedoch wurde das Evangelische Vereinshaus in Grund (Ortsteil von Hilchenbach[10]) mit dem Jung-Stilling-Fenster erbaut. Seit 2004 sind die Fenster jedoch wieder in der Kirche vorhanden!

  

In Grund, "dieser dem ganzen Siegerland heiligen Stätte"[11], steht das Geburtshaus des "großen Siegerländers", das 1841 in dem "Malerischem und romantischem Westfalen" von Ferdinand Freiligrath (1810-1876) und Levin Schücking (1814-1883) wie folgt vermerkt ist:

"Das Haus, worin Stillings Eltern lebten, ist eine bescheidene verfallene Dorfwohnung; an einem gegenüberstehenden Wirtschaftsgebäude sieht man den Namen Eberhard Stilling in den Stein gehauen."

Ähnlich berichtet Petrus Hofstede de Groot[12]. So ist es über das Elternhaus zu einer wissenschaftlichen Kontroverse zwischen Walter Menn (1890-1967), Arden Ernst Jung (1906-1983), Annemarie [Teepe-] Wurmbach (1925-1966) und anderen gekommen. Über das "Stöhlersch" genannte Haus informiert nun ausführlich Heinrich Prinz.[13]

  

 

Am 3. August 1928 gegen ½ 6 Uhr brennt infolge eines Kurzschlusses das Haus ab. Der Breslauer und der Bremer Zeitung und anderen Blättern war dies eine Meldung wert. Bereits am 4. September stand fest, dass das Haus wiedererrichtet werden sollte. Architekten waren Schenk aus Siegen und Maurermeister Schneider aus Dahlbruch, die Zimmermannsarbeiten führte die Firma Johannes Kolb (1847-1922) aus Ferndorf durch. Bei gleichem Grundriß wurden bauliche Veränderungen durchgeführt: Die Zimmer wurden höher, ein Keller wurde eingerichtet. Richtfest war am 19., am 20. Oktober 1929 die Einweihung des Hauses. – Wilhelm Schmidt (sicherlich Schmidt-Obersdorf; 1899-1965) schrieb an der alten kleinen Schule in Grund an:

"Wanderer, kommst du nom Grond, / Fehl deebe Ehrfurcht von Herzensgrond. / Grond es en Ort dr Adacht os worn: / Hie wor os Stilling geborn."

"Zur besonderen Zierde gereicht [… dem Neubau] die von der Friedrichshütte bei Laasphe meisterhaft gegossenen Tafel, die das wohlgelungene Reliefbildnis Stillings und das Jahr seiner Geburt und seines Todes trägt. Ihr Modell stammt vom Bildhauer Kuhmichel. Auch hat man den Stein, der über der Tür des alten Hauses angebracht und den Namen seines Erbauers trägt, dort wieder eingesetzt. Im unteren Stockwerk des Hauses ist ein Stilling= Gedächtnisraum eingerichtet worden, in dem einige den Flammen entrissene Möbelstücke der alten Wohnstätte sowie Bilder und Briefe Jung=Stillings untergebracht sind. Ein Fremdenbuch liegt auf, in das gestern die ersten Namen eingetragen wurden."

  

Seit dieser Zeit weiß man:

"Für die Pflege und Unterhaltung der Jung-Stilling-Stube im Geburtshaus von Jung-Stilling in Grund fühlt sich der Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein verpflichtet." [14]

  

Dieser renovierte 1984 und in jüngster Zeit mit großem Aufwand die Stube. Mit diesem Zimmer war auch der Plan eines Hilchenbacher Jung-Stilling-Hauses aufgegeben.[15]

 

Zum Siegerländer Heimatverein und seiner Arbeit zu Jung-Stilling siehe auch hier.

  

In seinem Merkbuch täuscht sich Jung, wenn er schreibt: "24.8. 1751 um diese Zeit fiel mein Grosvater Eberhard Jung von seinem Hausdach, es war Mittwochen, und am folgenden Freytag Abend starb er, er war 1680 gebohren und also 70 Jahre alt." Ebert hatte mit dem Decken des Strohdaches begonnen und musste nun nur noch die Soden darauf decken. Er stürzte (am 9. August) von der Leiter, stirbt am 11. August und wird am 16. begraben (s. o.) Diese Art des Dachdecken führte 1798 zu dem Aufsatz "Von den feuervesten Strohdächern der Nassau-Siegenschen Hütten und Hämmer" in den

"Staatswirthschaftliche[n] / Ideen. / - / Von / D. Johann Heinrich Jung, / Hofrath und Professor in Marburg. / - / Erstes [und einziges] Heft. / - / Marburg, / in der neuen Akademischen Buchhandlung",

wo es S. 123 heißt:

"Im Fürstenthum Nassau-Siegen, ein Ländchen, das kaum 12 Quadratmeilen enthalten wird, befinden sich 16 oder 17 hohe Oefen oder Eisenschmelzhütten, die entweder alle, oder doch grosentheils mit Stroh gedeckt sind; ich erinnere mich wenigstens nicht, eiu [sic, recte ein] anderes Dach gesehen zu haben, und doch hört man selten vom Abbrennen dieser Hütten; und kommt auch einmal Feuer ins Gebäude, so ist das Strohdach doch niemals die Ursache dieses Schadens, sondern er würde unter den nämlichen Umständen bey jedem anderen Dach entstanden seyn."

  

Bereits 1790 sorgte Jungs Aufsatz "Über eine neue Ziegelstreich-Maschine" für die Bekanntmachung der hiesigen Art, Häuser zu bauen.

  

Auf Anregung von Hans-Hermann Klein wurde im Juni 1999 der "Jung-Stilling-Pfad" angelegt, nachdem bereits 1995 auf dem "Viehhof" zwischen Lützel und Grund auf der Ginsberger Heide zwei Tafeln aufgestellt worden waren, die u. a. auf das Jung-Stilling-Geburtshaus hinwiesen. 1996 mussten sie wieder entfernt werden. – Ein bescheidenes, liebevolles Jung-Stilling-Denkmal am Eingang von Grund. Es zeigt ein Dorfmodell und so die Jung-Stilling-Lokalitäten, die man danach unschwer im Ort erreicht. Dieses Denkmal, hergestellt von Gottfried Heimel aus Irmgarteichen, ist eine Spende des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins und wurde 1989 vom Vorsitzenden des Vereins, Paul Steinebach, und Heimatgebietsleiter Walter Oerter aus Rinsdorf der Grunder Dorfgemeinschaft übergeben.

  

Sowohl 1917 als auch 1940 fanden zu den Jahrestagen Erinnerungsfeiern statt. Hieß es 1917 "Zucker muß jeder mitbringen.", so forderte Pastor Dr. Müller seine Gemeinde auf "Für Verpflegung [in Grund] wolle jeder selbst sorgen!" Die Feier in Siegen 1940 ist durch ein anderes Ereignis bemerkenswert:

"Ein aus Köln kommender Künstler namens Dombrowski hat den Kopf Heinrich Jung=Stillings in rötlichen Strichen gestaltet und damit seinem Werk den Charakter des Besonderen verliehen." Es war zugleich "das Kunstwerk dieser Woche im Schaufenster der Kunststube Lagemann [und dient] dem Stilling= Gedenken".

Vielleicht handelte es sich hierbei um Ernst von Dombrowski (1896-1985), 1938 – 1945 Professor an der Akademie für angewandte Kunst in München.

  

Noch immer ist in Grund der Eingang (das Mundloch) eines Bergwerk-Stollens zu sehen. Erhalten hat sich eine Urkunde, in der August Stahlschmidt (1834-1897) am 14. Januar 1862 ein Kux an der Blei-, Silber-, Zink- und Kupfergrube "Jung Stilling" in Grund aus dem Nachlass von Friedrich Hüttenhein übertragen wird. Am 26. April 1938 wird für die Grube in Hilchenbach eine Zwangsvollstreckung durchgeführt.

  

Als Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers besuchte 1961 Willy Brandt, früher Herbert Ernst Karl Frahm (1913-1992), Grund, interessierte sich aber mehr für den (Kuh-)Glocken-/Schellenschmied Friedrich Wilhelm Krämer (1877-1966) als für Jung-Stilling.

Jung-Stillings Kirchweg ging entweder nach Hilchenbach oder aber auch nach Stift Keppel. Sein Schulweg führte sowohl von Grund als auch von Allenbach aus nach Hilchenbach in die Lateinschule. Denn in Allenbach war 1749 sein Vater Johann Helmann Jung (1716-1802) Schullehrer geworden und wohnte hier.

  

"1750 fieng ich an um diese Zeit, bey dem Praeceptor [Johann Jacob] Weigel [1692-1769] zu Hilgenbach in die lateinische Schule zu gehen, ich gieng von der Allenbach morgens dahin und abends wieder nach Haus eine halbe Stunde weit."

"1751 nach meines Grosvaters Tod auf Martini wurde mein Vater Schulmeister im Grund, wo er vier Jahr diesem Amt vorstund, während dieser Zeit half ich ihm nähen, die Kinder unterrichten, gieng täglich eine Stunde weit auf die lateinische Schule nach Hilgenbach, machte Sonnenuhren und Knöpfe und half ihm auch bei dem Landmessen im Cöllnischen und Märkischen." – und er las auch neben Homer z. B. "Neu verbesserter Colerus oder neues Land- und Hauß-Wirtschaftsbuch worinnen alles, was ein Haußwirth und Landmann in seiner Haushaltung bey dem Ackerbau … zu wissen von nöthen hat, … enthalten ist, nebst einem bewährten Artzeney-Bucher … Leipzig: Fritsch 1711, 892 S., [23] Bl. : Ill. ; 8°. (Johann Coler/Colerus, gest. 1639).

  

Lapidar heißt es von der Zeit davor: Am "11. 11. 1747 auf Martini fieng ich an im Grund auf die Dorfschule zu gehen, welche ein Ofen des Elends für mich war, weil ich vom Schullehrer sehr mishandelt wurde".

  

Auch Allenbach erinnerte sich Jung-Stillings: Im Rahmen einer "Feier zur Pflege kirchlichen Heimatgefühls" wird am 26. Februar 1922 ein Vorspruch "An Heinrich Jung genannt Stilling!" verlesen und danach "Jung Stillings Jugend" als "Dramatische Handlung in 3 Aufzügen" (von Nikolaus Waldstatt) aufgeführt. Ort der Veranstaltung war die "Turnhalle zu Allenbach (am Bahnhof)"; Zeitpunkt: "nachmittags 3 Uhr und abends 1/2 8 Uhr". Der Reinertrag war "für kirchliche Zwecke bestimmt." Einlasskarten gab es für 4 Mark, Kinder, die am Abend keinen Zutritt hatten, zahlten 2 Mark.

  

Stift Keppel hat kaum Erinnerungen an Jung-Stilling aufzuweisen. In seinem Brief vom 8. Juli 1813 schreibt Jung-Stilling, daß er in "das schöne Stift Keppel, [...] oft als Schulknabe in die Kirche" gegangen sei. Hier hat er Pfarrer Johann Philipp Henrich Muzelius (1721, gest. Panamaribo 1785) gehört, der von 1749 bis 1750/51 hier amtete. Muzelius spielt eine Rolle in Jung-Stillings Roman "Florentin von Fahlendorn" (Bd. 1-3, 1781-1783). Johann Heinrich Jung war es eine "Wonne"[16], nach Helberhausen zu laufen, wo er es liebte, sich "von meinen lieben Vettern und Basen herzen und küssen zu lassen". Dies geschah jedoch immer nur für kurze Zeit. Später verwendete er seine hier gemachten Eindrücke für einen in seinen Aussagen nicht ganz richtigen Aufsatz in den "Bemerkungen der Kuhrpfälzischen physikalisch =ökonomischen Gesellschaft, vom Jahre 1781", der sogar in dem "Geographischen und historischen Handbuch" von Gerhard Philipp Heinrich Norrmann (1753-1837) Bd. 5, S. 2320 f. zu Helberhausen genannt ist: "Über die Nassau=Siegensche hölzerne Löffel=Manufaktur zu Helberhausen" (gedruckt 1780 und 1802).

  

In einem Brief vom 8. Juli 1813 gibt Jung-Stilling eine genaue Reiseanweisung: Ihr müsst

"auf das Geisenberger Schloß, eigentlich heißt es Ginsberg, steigen. Ihr tut wohl, daß Ihr diesen Berg besteigt, wenn Ihr aus dem Grund weg nach der Lützel (Zellberg) geht; Ihr erspart Euch dann die Mühe, auch noch aus dem Grund den hohen Berg hinan oder den Giller zu besteigen. Vom Geisenberg geht Ihr südostwärts durch eine kleine Bergschlucht auf das Viehhöfer Feld und gerade vorwärts zwischen dem Gillerkopf rechts und dem Gänsgesberg, welches der höchste Gipfel des ganzen Gebirges ist, links nach der Lützel, wo ich zuerst den Homer las; dort ist auch kein Mensch mehr, den ich kenne."

  

Hier sind der Giller und die Ortschaft Lützel (= "Zellberg") genannt. Johann Heinrich Jung wird – etwa neunjährig – erstmals mit zum Gottesdienst genommen, und das Erlebnis vor dem Ginsberger ["Geisenberger" nach Jung-Stilling] Schloß mit der Gravur auf dem Messer ereignet sich in dieser Zeit. Das "Siegerländer Wörterbuch" von Jakob Heinzerling (1846-1941) und Hermann Reuter (1880-1970) aus dem Jahre 1968 nennt etliche Beleg-Stellen zu Jung-Stilling. Einer davon ist das "Gesderschdelches", ein Taschenmesser mit nur einer Klinge und hölzernem Griff von gelber Färbung und mit Messingstiften besetzt, wo es dann heißt "vgl. Jung-Stilling, Jugend S. 111: ein Zulegemesserchen mit gelben Buckeln" "und grünen Stiel" (LG S. 51). – Ein weiterer Hinweis nur: Jung-Stilling spricht von der Straßburger "Ill" als "Preusch", nicht als Breusch. Auch in der Sprache zeigt er sich als Siegerländer![17]

  

Vom Giller sagt Jung: "Dort wonen die Kolenbrenner beisammen; dort ist der Ort zum Verkolen."[18] An diesem Ort lässt Katharina Diez in ihrem Märchen "Die Uhr" Ebert Jung das Köhlerlied singen und fasst eigene Eindrücke in dem Gedicht "Auf der Ruine Ginsberg" in der von August Gertner (1827-1884) herausgegebenen Gedichtsammlung 1855 zusammen.[19] – Im Jubeljahr 1990 gaben die Briefmarkenfreunde des BSV Ginsburg einen Post-Sonderstempel heraus, während eine Sonderbriefmarke nicht erlangt werden konnte. (Postminister war zur dieser Zeit Christian Schwarz-Schilling, ein Verwandter Jung-Stillings über dessen Schwiegersohn Friedrich Heinrich Christian Schwarz (1766-1837).)

  

Als 15jähriger wurde Jung-Stilling Lehrer in Lützel. Er trat sein Amt am 1. Mai an und musste "auf Befehl des H. Pastor Seelbach" [= "Stollbein", Johann(es) Seelbach, 1687-1768] die Schule in Lützel am 11. November des Jahres verlassen. Während oder kurz nach dieser Zeit erfuhr Jung-Stilling hier vom Bauern Kraft die "Sage vom Kindelsberg", die mit dem Lied "Zu Kindelsberg auf dem hohen Schloß, Steht eine alte Linde" endet.[20] In der von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803-1869) veranstalteten Sammlung deutscher Volkslieder[21] finden es sich ebenso wie in der "Sammlung deutscher Volkslieder mit einem Anhange Flammländischer und Französischer; nebst Melodien" von Johann Gustav Gottlieb Büsching (1783-1829) und Friedrich Heinrich von der Hagen (1780-1856).[22] In der Vierteljahrsschrift "Die Jahreszeiten" (1811 und 1814), von Friedrich Baron de la Motte Fouqué (1777-1843) herausgegeben, steht es mit Noten. — Ein schreckliches Erlebnis in Lützel blieb Jung unvergessen.

  

1756 hat Jung-Stilling einen erster Aufenthalt weit von der Heimat entfernt: Er wird am 1. Januar Hauslehrer bei Jost Henrich Stahlschmidt (1708-1784) in Himmelmert ("Dorlingen"; Hof Huxoll) bei Plettenberg und bleibt dort bis Mitte April des Jahres. Hier wird sein Unterricht "zum polnischen Reichstag", was damals sprichwörtlich für eine chaotische Versammlung stand. (Siehe die informative Web-Site http://www.stahlschmidt.ch). Er wird danach vom 29. September 1756 an Schulmeister zu Kredenbach und bleibt hier bis zum Herbst 1757. – Als Schulentlassgabe wird 1965 in Kredenbach der gerahmte Prospekt[23] mit dem Bild Jung-Stillings ausgegeben. Handschriftlich für jede(n) Einzelne(n) unter dem Familiennamen und dem "Heimweh"-Spruch unterzeichnet "Zum Tag Deiner Schulentlassung!" vom späteren Schulamtsdirektor Karl Hermann Hein (1931-?). Am 9. Juni 1995 weiht man den neuen Dorfplatz an der Ecke Kredenbacher Straße Jung-Stilling-Straße mit einer Feierstunde ein, der Ortwin Brückel mit einem Vortrag über "Johann Heinrich Jung-Stilling und Kredenbach" das historische Fundament gibt. An diesem Platz stand bis 1983 das Wohnhaus von Jung-Stillings Eltern, bis es einer Straßenverbreiterung weichen mußte. (Johann Helmann Jung ehelichte am 24. Februar 1756 in zweiter Ehe in Ferndorf Anna Margaretha Klappert geb. Feldmann (1725/6-1796). fünf Töchter und zwei Söhne gehen aus dieser Verbindung hervor, Anna Margaretha brachte zwei Kinder mit in die Ehe.)

  

Aus Dreis-Tiefenbach wird den Lesern der Siegener Zeitung am 20. April 1943 mitgeteilt, daß die auf 700 Jahre geschätzte Jung-Stilling-Linde aus konservatorischen Gründen ihrer Krone teilweise beraubt wurde, um im Sturm ein Unglück zu verhüten. Zum Schluss heißt es: "Bereits vor vielen Jahren hat man der Linde einen Halt aus Mauerwerk gegeben, doch würde auch dieser Behelf auf die Dauer versagt haben, wenn man nicht durch das oben gedachte Vorgehen die drohende Gefahr des Windbruchs abgewendet hätte." 1979 wird sie gefällt, um der B 62 zu weichen. Der Heimatverein Alte Burg in Dreis-Tiefenbach nimmt im Juli 1997 mit der Gemeinde Netphen Kontakt auf, um den Gedenkstein für die Jung-Stilling-Linde und diese selbst zu planen. Am 2. Oktober 1998 wird am Platz der alten Linde ein neuer Baum gepflanzt. Im Februar 1999 titelt die Siegener Zeitung: "Volksmund setzt sich durch / Der Dreisber 'Stillingsplatz' wurde nun offiziell benannt". – In Dreis-Tiefenbach bediente Jung "die Preysinger Schule" und wohnte bei der "Frau Schmoll" (d. i. Maria Katharina Solms verw. Irle geb. Fuchs (1714-1761). Deren Töchter aus erster Ehe, Anna Maria (1736-1814) und Maria Elisabeth (1738-?), verliebten sich in ihn, heirateten dann aber doch 1761 bzw. 1757 andere Männer (Johann Hoffmann; Heinrich Berg).

  

Siegen, von Jung-Stilling "Salen" genannt, ist als Zentralort natürlich auch für Jung-Stilling von Bedeutung.[24]

  

Das Siegerlandmuseum im Oberen Schloß beherbergt eine "Jung-Stilling-Stube", in der u. a. Stillings Schneiderschere, sein Merkbuch, originale Werkausgaben ausgestellt sind. Hermann Kuhmichel fertigte 1950 die farbige Stickerei "Jung-Stilling bei der Starbehandlung", die ebenfalls im Museum gezeigt wird. – Ein Markscheidegerät des Oberbergmeisters aus Privatbesitz findet sich ebenfalls hier.[25] Das Stadtarchiv hütet unter Ludwig Burwitz etliche Autographen und einige Briefentwürfe von Johann Georg Siebel (1770-1816 d. Ä. oder 1777-1853 d. J.) an ihn.(Vgl. zu den Briefen auch hier.)

  

Allen bekannt ist das Jung-Stilling-Krankenhaus, das 1947 zunächst im ehemaligen Wehrmachtslazarett, seit 1962 im Neubau im Minnerbach eingerichtet wurde und seines Namenpatrons jährlich gedenkt. Alfred Lück (1912-1982) stellt 1973 fest: Die Siegerländer sagen, man liege "im Jung-Stilling" bzw. "im Stilling" und lässt dabei das Wort Krankenhaus weg: Geborgenheit in Jung-Stilling! – Unter dem URL www.Jung-Stilling.de ist das Krankenhaus zu erreichen.

  

Weniger bekannt ist, dass die Nicolaikirche 1947 eine neue Glocke als Ersatz für die im zweiten Weltkrieg eingeschmolzene bekam. Mit 765 kg Gewicht nimmt sie – gegossen aus den Resten der am 16. Dezember 1944 verglühten Glocke aus dem Jahr 1491 und einer Hitler-Büste aus dem Landgericht – den dritten Platz der Glocken dieser Kirche ein.[26]

  

In Littfeld, dem "Lichthausen" der Lebensgeschichte, wird am 24. September 1994 eine Plakette zu Ehren des Ober-Bergmeisters Johann Heinrich Jung (1711-1786) übergeben. Dieser Patenonkel Jung-Stillings ist in seiner Bedeutung für den späteren Großherzoglich Badischen Geheimen Hofrat Professor Dr. med., Dr. phil. h. c. Johann Heinrich Jung kaum zu überschätzen.

Littfeld gehört zu Kreuztal, wo im Dezember 1947 der "Buchdienst W. Schmidt" neue "Bücher der Verlage Buchdienst-Verlag und Jung-Stilling-Verlag" anbietet, "so weit sie am Tage des Altpapiereingangs noch nicht vergriffen bzw. schon erschienen sind:". Dies hieß, dass man die Bücher "als Prämie gegen Altpapier (3 kg Altpapier = etwa 1 kg dieser Bücher)" geliefert bekam. Angeboten wurde u. a. die Reihe "Volks= und Jugendschriften" (je 0, 50 Reichsmark) der Erzählungen Jung-Stillings, der Roman "Florentin von Fahlendorn" (6, 80 RM) und "Unter den Sternen des Morgenlandes" (2, 80 RM). Dieser Jung-Stilling-Verlag war lange Zeit der Sammelpunkt der Jung-Stilling-Forscher/innen, wie der Briefkopf zeigt.

  

1988 beginnen die Vorbereitungen für das Jung-Stilling-Jubeljahr 1990: 250. Geburtstag Johann Heinrich Jung-Stillings.

Der Kirchenkreis Siegen gründet ein Jung-Stilling-Komitee zur Vorbereitung der Feiern, und am 3. September findet die Gründungssitzung der Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. Siegen statt. Präsident der Gesellschaft wird Professor Dr. Gerhard Merk, Geschäftsführer wird Dipl.-Volkswirt, Dipl.-Kaufmann Michael Frost.

  

Die Sparkasse Siegen und die Stadtsparkasse Hilchenbach geben eine "Jubiläumssonderprägung zum 250. Geburtstag Johann Heinrich Jung-Stilling 1740-1990" zum Preis von 59, 90 DM heraus. "Feinsilber 999 - Durchmesser 40 mm / Gewicht 30 G - Polierte Platte" als "Numismatische Besonderheit". Bereits 1961 erschien eine Siegerland-Medaille mit dem Bildnis Jung-Stillings nach Dannecker. "Der Heimatverein würdigt damit das Lebenswerk des großen Sohnes unserer Heimat und mit diesem auch den literarischen und geistesgeschichtlichen Beitrag des Siegerlandes zum deutschen Kulturerbe", wie Erich Schleifenbaum formuliert.

Auf der Vorderseite steht "I H Jung / Stilling", auf der Rückseite um das "Krönchen" herum: [außen:] "Heimatliebe pocht im Blut / Eintracht unser Herzensgut / [innen:] Siegerländer Heimatverein", die Rändelung zeigt den Text "Ja Nodda Ka dat da Riewekoche Dat dat det ka". 1983 erhält Karl Eckmann (1910-1987) für seine Verdienste um die Idee des Heimatgedankens die goldene Jung-Stilling-Medaille überreicht.

  

Das Jung-Stilling-Gymnasium in Hilchenbach führte vom 24. bis 27. September eine Projektwoche zum Thema Jung-Stilling durch. Eine 27seitige (inkl. Umschlag) bebilderte Projektzeitung entsteht: "Die Prowo News Die Projektwochenzeitung des J. S. G. Projektwoche vom 24.-27.9.1990". Neben dieser Zeitung sind erhalten drei Arbeitssammlungen: "Jung-Stillings Methode, Sprachen (u. a. auch das Französische) zu lernen und zu lehren" (4 S.), "Jung-Stilling und die französischeRevolution", "Französische Wörter in Jung-Stillings Lebensgeschichte (ein Ratespiel)" und ein Video-Film. Im Jahr 2008 wurde dieses Gymnasium aufgelöst.

  

Aber auch nach dem Jubeljahr ist Siegen Zentrum der Jung-Stilling-Freund/inn/en und Jung-Stilling-Forscher/innen. Schon zuvor war zu hören von Treugott Stillingsfreund, Gotthold Untermschloß, Glaubrecht Andersieg, Haltaus Unverzagt, Bleibfest Kirchentreu, Liebmunde Kirchentreu, Achtnicht Ihrenhohn, Tubrav Immergern, Frohbänich Dütschzesie, Achtnicht Aufdenschimpf, Freimund Biederwacker, Christlieb Himmelfroh, Martin Landmann, Frommherz Siegmann, die sich in Lichthausen (!) und Salen (!) aufhielten. Ihre Werke wurden oft belächelt, enthalten jedoch auch viele neue Forschungsergebnisse zu Jung-Stilling. Besonders die Anmerkungen sind voller Neuigkeiten. Unter "Andersieg, Glaubrecht" sind diese Autoren in "Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2000/2001." zusammengefasst.[27]  

  

 

War bisher unbekannt, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, so existiert nun eine "Bekenner"-E-Mail vom 24. Oktober 2003 an Frau Klara (Claire) Badorrek-Hoguth, die an einer "Geschichte der Pseudonyme des 20. Jahrhunderts aus Literatur, Kunst und Zeitgeschichte" arbeitet. Hier werden wir demnächst den Namen des Pseudonymus erfahren!

  

Am 19. Oktober 1999 eröffnet der Mainzer Universitäts-Professor Dr. theol. Gustav Adolf Benrath, Litt. D. h. c., mit einem Vortrag die Jung-Stilling-Ausstellung in der Universitäts-Bibliothek in Siegen. Dazu erschien als Band 3 der "Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek Siegen" der [Katalog]

Universitätsbibliothek Siegen. Goethes Jugendfreund Johann Heinrich Jung-Stilling im Siegerland und im Bergischen Land. Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Jung-Stilling-Gesellschaft e. V. vom 19. Oktober bis zum 26. November 1999. Siegen 1999.[28]

  

Eine Folge dieser Ausstellung ist, dass das sogenannte "Jung-Stilling-Archiv" ein Depositum der Universitäts-Bibliothek wurde. Grundlage dieses "Archivs" ist die Sammlung zu Johann Heinrich Jung-Stilling, die von Wolfgang Rasch, Wiesbaden, und dem Verfasser dieses Prospekts angelegt und für den Computer vorbereitet wurde. Damit ist ein direkter Zugriff auch auf "am abgelegenen Orte" (a. a. O. = am angegebenen Orte) gedruckte Werke möglich. Das Archiv enthält so die Jung-Stilling-Literatur im Original oder in Kopie, wobei die Bibliographie mehr als 1500 Seiten umfasst; die der Desiderata über 300 Seiten. Da die Literatur auch für die sog. "Chronik" ("Johann Heinrich Jung-Stilling: Sein Leben von Jahr zu Jahr – von Tag zu Tag"; vgl. z. B. hier) aufgearbeitet ist und die Primärliteratur immer mehr als Volltext eingearbeitet wird, steht hier ein umfangreiches Werk der Forschung zur Verfügung: über 20.000 Seiten Text zuzüglich der Scannungen der Primärliteratur. Das Material ist in das Eigentum der Jung-Stilling-Gesellschaft gelangt, die Auswertung dagegen blieb Eigentum des Erstellers.

  

***

  

Nach diesem Überblick über "Jung-Stilling und seine Heimat" sei es erlaubt noch einen Hinweis zu geben:

Der Touristikverband Siegerland-Wittgenstein e. V. vermittelt wie der Hilchenbacher Verkehrs- und Verschönerungsverein e. V. umfangreiches Informationsmaterial zu dieser Gegend mit allen erdenklichen Hinweisen. So hat ersterer auch die kleine Schrift von Ortwin Brückel herausgeben:

"Biken auf den Spuren von Jung-Stilling … eine Literatur-Radwanderung (2. Auflage 1999)".

Damit wird die Heimat Jung-Stillings "er-fahrbar"! Nutzen Sie die Gelegenheit, Jung-Stillings Heimat zu erwandern, zu erleben!

  

Notwendiger Nachtrag:

Siegen ist auch der Ort, von dem Jung-Stillings Abschied vom Siegerland ausging: Hier amtete seit 1744 Johann Ludwig Winckel (1698-1762; "Meinhold", "Weinhold") als Superintendent (Inspektor). Um Michaelis (29. September) 1760 wurde Johann Heinrich Jung "von dem Inspektor Winkel zu Siegen von Clafeld verdrängt". Er zieht zunächst zu seinem Vater und "verlebt ein paar traurige Jahre". Eine Reise nach Hadamar ("Rothhagen", "Rothagen") zu Richter Göbel und nach Oranienstein ("Lahnburg") zu Hofprediger Johann Samuel Winter († 1804). Anfang Januar des Jahres 1762 soll Johann Heinrich Jung "praeceptor der lateinischen Sprache zu Hilgenbach werden, weil aber der Prediger Seelbach und die Bürgerschaft nicht einig werden konnten", wird Johann Heinrich Jung "einstweilen Hauslehrer bey dem Schöffen Friedrich Wirth ("Keylhof") im Bruch daselbst", wo er bis Ostern bleibt. Nach einer gerade noch verhinderten körperlichen Auseinandersetzung mit seinem Vater geht Johann Heinrich Jung am Ostermontag (12. April) 1762 aus seinem "Vaterland Nassau-Siegen fort ins Bergische nach Solingen" und arbeitet "daselbst bey dem Meister Stöcker auf dem Schneider Handwerck bis in den August". Damit hat er endgültig seine Heimat verlassen.

Vgl. Erich Mertens: Jung-Stilling im Bergischen Land. Siegen: Jung-Stilling-Gesellschaft (1995. - ISBN 3-928984-14-4) = Jung-Stilling-Studien Bd. 3.

 

 

 

 

 

 

Einen wichtigen Beitrag zu Jung-Stillings Heimat liefern auch die Briefe seines Vaters, die sich unter den Texten finden.

 

Literatur.

 

Gustav Adolf Benrath (Hrsg.): Johann Heinrich Jung-Stilling Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen. Darmstadt: Wiss. Buchges. (3., durchges. u. verb. Aufl. 1992. ISBN 3-534-07476-9. Best.-Nr. 07476-9.)

  

Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Hrsg. u. eingel. Kreuztal: verlag die wielandschmiede (1989. ISBN 3-925498-30-3.)

  

Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung (1711-1786). Ein Lebensbild. Kreuztal: verlag die wielandschmiede (1989. ISBN 3-925498-32-X.)

  

Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. v. Gerhard Schwinge. Giessen und Basel: Brunnen (2002, ISBN 3-7655-9405-9; 637 S.)

  

Ortwin Brückel: Jung-Stilling im Siegerland Jugend in Grund – Erste Lehrerstellen – Spätere Besuche. – In: Siegerland. Blätter der Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 77, 2000, H. 1, S. 63-70 (m. 1 Abb. des Geburtshauses; hier noch mit dem Schuppen, der heute abgerissen worden ist.)

  

Ortwin Brückel: Heimatgeschichtliche Aspekte in Jung-Stillings Roman "Theobald oder die Schwärmer". – In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e. V. Jg. 86, Bad Laasphe 1998, H. 3, September, S. 78-83.


[1] Hans Kruse: Zur hundertjährigen Zugehörigkeit des Siegerlandes zu Preußen. (Nach einem am 29. Juli 1915 im Kreishaus zu Siegen in Gegenwart des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen gehaltenen Vortrage.) – In: Siegerland Bd. 3, H. 1, Siegen 1915, S. 22-40, hier S. 29. – Detailliert dazu: Lothar Irle: Nassau-Siegen kam vor 150 Jahren zu Preußen. Das Siegerland vor und nach dem Wiener Kongreß. – In: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, mit Praktischer Forschungshilfe. Jg. 31, H. 17, Februar 1965, S. 22-24 (S. 22, Sp. 2: "Als Schüler des Marburger Professors [...] Jung-Stilling [...] kannte er den Wert des Siegerlandes und bemühte sich, es für seinen Verwaltungsbezirk zu gewinnen. Er brachte den Siegerländern auch großes Verständnis entgegen, so daß es diesen leicht wurde, sich in die neuen Staatsverhältnisse einzufügen." – Franz Petri, Otto Lucas, Peter Schöller: Das Siegerland. Geschichte, Struktur und Funktionen. Münscher 1955 = Veröff. d. Provinzialinstitus f. Westf. Landes- u. Volkskunde. Reihe 1, Heft 8. – Friedrich Wilhelm Ludwig Philipp Freiherr v. Vincke, 1774-1844; imm. Marburg 25. April 1792.

[2] [Heinrich] Kochendörffer: Vincke. Erster Teil (1774-1807). Soest: Rochol 1932. Zweiter Teil (1807-1816). Soest: Rochol 1933, Bd. 1, S. 41.

[3] Hermann Müller: Florenburgs Kirche. Geschichte und Leben einer reformierten Gemeinde Nassau-Oranischen Landes. Hilchenbach: Ev. Kirchengemeinde 1960; hier Tafel 1 von Marcell Becker; vgl. S. 384 b.

[4] Erzählungen für die Jugend und das Volk von Katharina Diez. Fünftes Bändchen. Mit einem Titelbild. Stuttgart u. Leipzig [1873], S. 4-106, bes. S. 8, 11 und Anm. S. 106.

[5] H[einrich]. Stähler: Ein berühmter Schneider. (Erinnerungen, Heimatliches, von H. Stähler.) – In: Evangelisch=kirchliches Sonntags=Blatt für Siegerland und Wittgenstein. 11. Jg., Nr. 41 v. 11.10.1908, S. 323-324, hier S, 323.

[6] Hilchenbacher Zeitung Nr. 9 v. 31.01.1934.

[7] Westdeutsches Heimatbuch. Hrsg. in Verb. m. Freunden und Kennern der westdeutschen Heimat von Reinhard Lüster in Weidenau-Sieg. 1926. Verlag "Heimatbuch" in Weidenau/Sieg., S. 209-218; S. 213, Abb. 52, lfd. Nr. f.

[8] Vgl. Helmut Busch: Aus der Geschichte des Lehrerseminars und des Jung-Stilling-Gymnasiums in Hilchenbach [.] Diese Schrift erscheint anläßlich des Stadtjubiläums 300 Jahre Stadtrechte Hilchenbach 1687-1987. Hilchenbach 1987. – Leben und Lernen in Hilchenbach. Fünfundsiebzig Jahre Jung-Stilling-Gymnasium Hilchenbach 1922-1997. Herausgegeben im Auftrag des Fördervereins des Jung-Stilling-Gymnasiums von Georg Sallen unter Mitarbeit von Hans-Georg Huda, Wolfgang Müller, Horst Otto Wunderlich. Hilchenbach 1997.

[9] Das schönste Haus. 150 Jahre evangelische Kirche in Hilchenbach. Hrsg. v. Presbyterium und erschienen im Selbstverlag der evangelischen Kirchengemeinde Hilchenbach 1996, S. 94; hier auch Abbildungen der Fenster.

[10] Siehe z. B.: Wilhelm Güthling: [Art. Ginsberg, Grund] – In: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. 3: Nordrhein-Westfalen. Landesteil Nordrhein. Hrsg. [...] Teil Westfalen. Hrsg. v. Friedrich von Klocke † u. Johannes Bauermann. 2., neubearb. Aufl. 8 Karten, 18 Stadtpläne, 2 Burgenpläne. Stuttgart (1970), S. 257 bzw. 272. – Walter Gödden/Iris Nölle-Hornkamp: Dichter. Stätten. Literatouren. Münster 1992 = Kulturlandschaft Westfalen Bd. 1; Landschaftsverband Westfalen-Lippe; S. 67-69.

[11] Siegener Zeitung vom 22. August 1944.

[12] Petrus Hofstede de Groot: Eine Wallfahrt zum Geburtsorte Stillings. Barmen: Wiemann 1876 = Schriften der Wuppertaler Traktat-Gesellschaft Nr. 590. [Datiert: "Groningen, 15. August 1875." 1874 in holländischer Sprache u. d. T. "Een bedervaart naar de geboorte plats van Stilling" erschienen. Hofstede de Groot geb. Leer (Ostfriesland) 8.10.1802, gest. Groningen 5.12.1886.]

[13] (Heinrich Prinz:) Stöhlersch und ihre Nachbarn. Die Geschichte eines bekannten Siegerländer Hauses. Heimatvortrag von Heinrich Prinz im Dorfgemeinschaftshaus Grund [2000 ff.; als immer wieder ergänztes Manuskript neu gedruckt.]

[14] Siegener Zeitung vom 14. Juni 2003. - Zur Arbeit des Vereins in Bezug auf Jung-Stilling vgl. auch hier.

[15] Jung-Stilling. Eine Erinnerungsgabe zum Gedächtnis seines 100. Todestages. * Herausgegeben vom Westfälischen Preßverband. * Preis 40 Pfennig. Der Erlös ist für das geplante Stillinghaus in Hilchenbach bestimmt. * Lutherverlag Witten.

[16] Vgl.: TSG Helberhausen 1898 E.V. Festbuch zum Jubiläum. 100 Jahre in Bewegung TSG Helberhausen 1898–1998 unser Motto: 100 Jahre in Bewegung (Hrsg.: TSG Helberhausen 1898 e.V. Verantwortl. für Text u. Gestaltung: Helmut Busch, Heike Fuchs, Heiner Menn, Ehrenfried Scheel, Juliane Scheel, Joachim Stötzel, Burkhard Wagener. Hilchenbach-Helberhausen im Dezember 1997; S. 47-51: "VII. Löffelschnitzerei". Vgl.: Deutsches Familienarchiv. Ein genealog. Sammelwerk. Hrsg. v. Gerhard Geßner, Schriftleitung: Heinz F. Friederichs Bd. 82, Neustadt a.d. Aisch 1984, der Aufsatz "Die Familie Claus/Klaus", darin S. 203 ff.: "2. Kapitel: Die Löffelmacher".

[17] Vgl. Leo Reidel: Goethes Anteil an Jung-Stillings 'Jugend'. Neu überarb. u hrsg. v. Erich Mertens. Siegen: J. G. Herder-Bibliothek Siegerland e. V. 1994 = Schriften der J. G. Herder-Bibliothek e. V. Bd. 29. (Ergänzter Neudruck der Dissertation von 1906/07.)

[18] S. 84 in "August Ludwig Schlözer's Professors in Göttingen der kaiserl. Rußischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, der königl. Schwedischen in Stockholm, und der kurfürstl. Bayrischen in München, Mitglieds Briefwechsel meist historischen und politischen Inhalts - Zehender Theil, Heft LV-LX. Nebst vollständigen Registern über das ganze Werk. [Vign.] - Göttingen, im Verlage der Vandenhoekschen Buchhandlung 1782."

[19] August Gertner: Sage und Geschichte des Siegerlandes in einer Sammlung von Gedichten nebst einem Anhange, Anmerkungen über die Gedichte sowie über das Wichtigste aus der Landesgeschichte und biographischen Notizen. Siegen 1855. 192 S. [Umschlagt.:] August Gertner: Mythen und Blüthen aus dem Siegerlande, S. 38.

[20] Vgl. Sigrid Vierck: Die Sage vom Altenberg. – In: Claus Dahm, Uwe Lobbedey, Gerd Weisegerber: Der Altenberg. Bergwerk und Siedlung aus dem 13. Jahrhundert im Siegerland. Mit Beiträgen von [...]. Bd. 1. Die Befunde. Bonn 1998 = Denkmalpflege u. Forschung in Westfalen. I. A. des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hrsg. v. Landeskonservator Eberhard Grunsky [....] Bd. 34, S. 8-14. – Gerhard Scholl: Zur Geschichte der Wüstungen Altenberg und Heiminghausen. – In: Siegerland Bd. 42, H. 2, 1965, S. 55-61.

[21]  Berlin: Friedrich Braunes 1807. Ein reprogr. Nachdruck dieser Sammlung erschien Hildesheim u. a.: Olms 1969.

[22] Vgl. Erich Mertens: Zuccalmaglio, Jung-Stilling und die Musik. – In: Leiw Heukeshoven. Mitteilungsblatt Nr. 41 des Bergischen Geschichtsvereins – Abteilung Hückeswagen e. V., 2002, S. 35-50.

[23] Wahrscheinlich: Alfred Lück: Wer war Jung-Stilling? (Nachdruck der 1981 für die Krankenhausseelsorge am Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus zusammengestellten Lebensdaten Johann Henrich [sic] Jung-Stillings für die Siegerländer Heimatverein e. V.) Faltblatt A 4.

[24] Dieter Pfau: Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein. Hrsg. d. Kreis Siegen-Wittgenstein. Der Landrat. Heimatbund Siegerland-Wittgenstein e. v. Siegen (November) 2001.

[25] Unser Heimatland 1967, S. 25, Sp. 1.

[26] (Hermann Eberhardt:) Die Nikolaikirche zu Siegen. Ihre Geschichte und was es an ihr und in ihr zu sehen gibt. (Siegen 1996.)

[27] 62. Jahrgang. Bd. 1: A-Q. München u. Leipzig: Saur 2001, S. 20.

[28] Konzept und Redaktion: Ortwin Brückel, Erich Mertens unter Mitwirkung von Rudolf Heinrich; Katalog: Erich Mertens; Layout: Petra Thurner, XVI, 75 S., 97 Abb., Titelporträt und Titelbild der "Jugend" auf dem Rückeneinband. – Darin: "Vorwort" von UB-Direktor Werner Reinhardt; "Zum Geleit" von Gerhard Merk; S. XI-XVI: Gustav Adolf Benrath: Jung-Stilling im Herbst 1799.