Der englischsprachige Raum: Großbritannien und die USA/U.S.A.

 
Ein umfangreicher Text in englischer Sprache findet sich unter diesem Link.
Ein autobiographischer Text in englischer Sprache aus dem Jahr 1803 findet sich hier.
Siehe auch hier und hier.
 
 
 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
 
  
  
     
Thomas Carlyle äußert sich zur "Jugend" (auf dieser Seite meiner web-site.)

Jonathan Swifts „A Tale of a Tub“ und Jung-Stilling- siehe hier.

Samuel Francis Smith, (1808-1895), rezensierte 1844 Jung-Stillings Werke - siehe hier.

  
  
 

Großbritannien und die Bibelgesellschaft

Am 7. März 1804 wurde die British and Foreign Bible Society gegründet. Ihre Tochtergesellschaft war die am 31. Oktober 1804 entstandene Basler Bibelgesellschaft. – Ein Einblatt-Druck vom 28. November des Jahres hat sich erhalten, in dem es heißt:
  
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an
Bibel=Freunde.
- [eL]
An eine dieses Jahr erst neu und rühmlich entstandene Gesellschaft in London, welche mit einem ansehnlichen Fond Sechs und Dreißig tausend Bibeln und Neue Testamente von allerley Format zu verbreiten im Begriff ist, hat sich in den unten genannten und in andern Städten Deutschlands eine ähnliche Gesellschaft von Bibel=Freunden im Vertrauen auf Gott angeschloßen. Diese will in deutscher Sprache, wie jene in englischer, einen Versuchmachen, dem in mancher Gegend kaum glaublichen Mangel an Bibeln, insbesondere unter den Armen, durch eine große und wohlfeile Auflage möglichst abzuhelfen.
Wir hoffen getrost das Gelingen unsrer Unternehmung. Wenn in England, den neuesten Nachrichten zufolge, sogar Fabriken=Jungens freudig ihre Gaben der Bibel=Gesellschaft darbrachten – sollten wir den deutschen und schweizerischen Bibel=Freunden weniger Enthusiasmus für eine so gute Sache zutrauen?
O ihr Kenner und Verehrer der Bibel, die doch allen Partheyen Bibel bleibt, helft es fördern!
Die Beyträge, Pränumerationen sowohl als Geschenke, nehmen, als Haupt=Collecteurs, an: In Basel, Herr Emanuel Schnell=Huber, Handelsmann, zu Händen des dasigen Comitte der Bibel=Gesellschaft; - in Berlin, Herr Prediger Jänike; - in Frankfurt am Mayn, Herr Joh. Dietrich Hoppe; - in Hamburg, Herr J. H. V. L. Papet, in der Pilgerstraße N°. 86; - in Stuttgard, Herr Tobias Ludwig Lotter, Handelsherr; - in Nürnberg, Herr Diacon Schöner. – Die Haupt=Collecteurs können sich an andern Orten mehr Neben=Collecteurs wählen.
Von Nürnberg aus, den 28. Novemb. 1804.
  

Die deutsche Bibel=Gesellschaft.

Die Gründung dieser Bibelgesellschaft wurde gleich nach ihrer Entstehung von Jung-Stilling im "Grauen Mann" (Stück 13, 1803; Sämmtliche Schriften Bd. 7, S. 513) bekannt gemacht. Im 14. Stück schreibt er S. 119:
Im lezteren (13ten) Heft hab ich S. 59. der Englischen Tract Society (Erbauungs=Büchergesellschaft) gedacht; ich bitte diese Stelle noch einmal nachzulesen. Nachher hab ich noch mehrere Briefe von den Directoren erhalten, und ganz unerwartet bekam ich auch einen Wechsel von 27 Pfund Sterling, welche nach unsern Geld 312 Gulden ausmachen, mit dem Ersuchen für dieses Geld erbauliche Bücher unter das gemeine Volk zu vertheilen.
Da ich nun aus Erfahrung weiß, welchen Nutzen ehmals mein Volkslehrer, dann meine Erzählungen im Kurpfälzischen, und nachher im Kurhessischen Kalender, unter dem gemeinen Volk gestiftet haben, so entschloß ich mich auf der Stelle ein Büchelchen von etwa sieben gedruckten Bogen zu schreiben, und ihm den Namen: Erzählungen des Christlichen Menschenfreundes zu geben: dann bat ich auch Freund Raw diese Broschüre zu drucken, und zwar so viele Exemplare, als er für obiges Geld, ohne Profit und Schaden drucken könnte; er nahm diesen Auftrag an, ich hab umsonst geschrieben, und er hat umsonst drucken laßen, so daß also nur Papier, Druckerlohn, und Versendung mit jenem Geld bestritten, und also nun viele hundert Exemplare dieser Schrift ausgetheilt werden können, welches nun auch geschehen soll, so bald ich in Heydelberg angelangt seyn werde."
Durch seine Beziehungen zur Bibelgesellschaft in London gibt es Korrespondenzen mit deren Mitgliedern.
Siehe dazu auch:
Gerhard Schwinge: Steinkopf und Jung-Stilling, Sander und Hebel. Persönlichkeiten am Beginn der Bibelgesellschaft in Baden, 1804-1826. Hermann Erbacher zugeeignet. - In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Bd. 144 (= neue Folge Bd. 105). Hrsg. v. d. Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Stuttgart: Kohlhammer 1996, S. 429-439; sowie die Dissertation desselben Autors!
  
Jung-Stilling besorgte durch seine schriftstellerische Arbeit auch den Vertrieb der Bibeln und sonstigen geistlichen Schriften in Deutschland. Vielleicht sind auch seine "Biblischen Erzählungen" durch diesen Anlass entstanden. Aber Jung-Stilling war zu sehr Individuum, als dass er sich fest an eine solche Gesellschaft angeschlossen hätte.
 
 

John Wright's Bearbeitung nach Samuel Jackson 1847

Die Bearbeitung der Lebensgeschichte durch John Wright nach der Übersetzung von Samuel Jackson:
Life of Heinrich Stilling: abridged by John Wright, from the original translation by Samuel Jackson. London: Houlston u. Stoneman 1847.
Diese Ausgabe wurde angezeigt durch John Abraham Heraud (1799-1887) in
The / ATHENÆum / Journal / of / Litrature, Science, and the fine / for the year / 1847. London: J. Francis MDCCXLVII, Nr. 1039 (September 25, 1847), S. 1004 unten rechts.
Hier liest man:
OUR LIBRARY TABLE.
Heinrich Stilling. Abridged by John Wright from / the original translation by S. Jackson. – This ist one / of the most remarkable of German biographies; a / great favourite with the poeth Goethe – and written / in such a tone of genuine simplicity (especialle the / first portion) that it has been frequently and justly / compares with honest John Bunyan's 'Pilgrim's / Progress.'
 
 

Großvater und Enkel – Grandfather and his grandson

Siehe dazu ausführlich auf einer anderen meiner web-sites!

 
Unter dem URL findet sich auch eine englische Übersetzung „The Old Grandfather and His Grandson“; hier werden – wohl von Aarne-Thompson – noch folgende Anmerkungen gegeben: Source:
Jacob and Wilhelm Grimm, Der alte Großvater und der Enkel, Kinder- und Hausmärchen (Children's and Household Tales - Grimms' Fairy Tales), final edition (Berlin, 1857), no. 78. - The Grimms' immediate source was a story incorporated into Johann Heinrich Jung-Stilling's autobiographical novel, Heinrich Stillings Jünglings-Jahre (Berlin and Leipzig, 1778), p. 8. - This story was included in the first edition of the Grimms' Kinder- und Hausmärchen (1812). It underwent minor stylistic changes in succeeding editions. - Aarne-Thompson type 980B, The Wooden Bowl. - A heller is a small copper coin, similar to a farthing or a penny. – Vgl. hier zu diesem Text.
 
 

Joseph Henry Shorthouse

1883 veröffentlichte Joseph Henry Shorthouse (geb. Birmingham 9.09.1834, gest. ebd. 4.03.1903) die Erzählung "The Little Schoolmaster Mark, A spiritual romance".
  
Shorthouse soll hier von Jung-Stillings "Jugend", die er gelesen hatte, angeregt worden sein. Die Fachleute seien auf diese Verbindung hingewiesen.
 
  
 

Die USA / U.S.A.

  
In den Vereinigten Staaten von Amerika, den USA, war Jung-Stilling kein Unbekannter. Ein bisher kaum bekannter Brief an einen uns unbekannten Empfänger dort zeugt davon; er ist unten wiedergegeben.
  
Hier wurden Jung-Stillings Werke natürlich ebenso gelesen wie in Großbritannien. Ein Beispiel sei der 86 km nördlich von Philadelphia gelegene Ort Reading, ehemals Hauptstadt der Grafschaft Berks des nordamerikanischen Staates Pennsylvanien, auf der Hochfläche zwischen Penns Mountain und Neversink Mountain gelegen.
 
Jung-Stilling im Jahr 1805:
"und das ist auch natürlich: denn wer die Beschaffenheit in Amerika kennt, der weiß auch sehr gut; daß Geld und Freunde dort nöthig sind, um erträglich leben zu können, wer das nun nicht hat, dem gehts gewöhnlich sehr übel."
 
 

"Florentin von Fahlendorn"

Readings "Unpartheyische[r] Readinger Adler"/"Readinger Adler" vermerkt jeweils die neu angekommenen Schriften Jung-Stillings und berichtet ausführlich über die Übersetzungen. So schreibt "Der Unpartheyische / Readinger Adler. Num. 50. Dienstags, den 12 December. 1797."
Hat soeben die Presse verlassen und ist in die= / ser Buchdruckerey zu haben, / die schon lange von vielen / verlangte / Geschichte / Florentins v. Fahlendorn. / Dieses ist nicht nur eine anmuthige und zeitvertrei= / bende Geschichte, sondern auch ein solches Werk, / das sehr vieles beytragen kan zur Bildung des mensch= / lichen Herzens und Schärfung des Verstandes; / kurz, Sie [sic] ist ein wahres Museum für junge Men= / schen; sie ist von allen Gelehrten und Kennern der / Schriften, die sie je gesehen und gelesen haben, für / eine der besten Sittenlehren anerkannt worden - und / durch derer Anempfehlung wurden die Herausgeber / bewogen sie zum ersten male in America zu drucken / und herauszugeben. Ich will sie nicht mit viel Lob= / sprüchen überhäufen, sonst möchten vielleicht schiefe, / und hämische Gesichter mißgünstiger Menschen, die / gerne eines ihrer Augen darum gäben wenn der ande= / re keines hätte; und denen es ein nagender Wurm / ist, wann sie sehen müssen, daß sich ihr Nebenmensch / auf eine ehrliche Weise durch die Welt schlept [sic], widrige / Absichten der Herausgeber aufrechnen. Es ist Lob / genug daß diese Geschichte, oder dieser Roman aus der / Feder eines würdigen Gelehrten floß, dessen Na= / men in Europa, wie auch hier in unserem America, / auf der Liste der vornehmsten Schriftsteller mit oben / anstehet - Seine Verdienste sind viel zu hoch geschäzt, / und der Stillings Namen allerwärz [sic] zu wohl be= / kannt, als daß ich noch etwas zu dessen Lob beytra= / gen könnte. Dieses ist nur der Wunsch der Heraus= / geber: daß ein jeder zuerst selbst prüfe, und dann / richte; nicht aber richte nach dem fällen partheyi= / scher Menschen Urtheil, 'dann, dessen Herz welches / eingenommen ist mit Neid und Mißgunst, von dessen / Lippen fließen Lügen und Betrug.' / Des Publicums unterthänigste / Diener / Jacob Schneider u. Comp. / Reading, den 12ten December, 1797.
Dieser Roman
Die / Geschichte / Florentins v. Fahlendorn. / Eine lehrreiche / und / Anmuthige Begebenheit. / == / Von / Heinrich Stilling. / == / In drey Theil. [sic] / [Vignette] / Erster Theil. / == / Reading: / Gedruckt bey Jacob Schneider und Comp. / Im Jahr 1797.
ist jetzt vollständig im www vorhanden. Er ist vom Göttinger Digitalisierungs-Zentrum vorbereitet worden und nun "downloadbar" unter diesem URL.
 
 

„The life of John Henry Stilling” translated by Ernest Lewis Hazelius (1777-1853)

Im Jahr 1831 erschien die folgende Übersetzung der Lebensgeschichte, die Hazelius auf den 1. Oktober 1831 im Vorwort datiert:
The / life / of / John Henry Stilling, / Doctor of medicine and philosophy, court-counselor and / professor of political economy in the univers- / ity of Marburg in Germany / and / Author of many religous Works, / translated by / E. L. Hazelius, D. D. / Professor of sacred Literature and Church-history in the Theological Seminary / of the General Synod of the Ev. Luth. Church in the U. St. / Gettyburg, Pennsylvania. / - / Gettyburg: / Printed at the press of the theol. seminary. / - / H. C. Neinstedt Printer. / 1831.
Diese Ausgabe ist gewidmet:
To / the Reverend Daniel Kurtz, D. D. / Pastor of the German Evangelical Lutheran / Church in Baltimore / this translation of Stilling’s life / is issued / by the translator / as a mark of his friendship and respect.”
VI, (1)-416 S.; Jugend S. (1)-60, Jünglingsjahe S. (61)-129; S. 130 valkat; Wanderschaft S. (131)-196, häusliches Leben S. (197)-265; S. 266 vakat; Lehr-Jahre S. (267)-365; S. 366 vakat; Rückblick S. (367)-386, Alter S. (387)-399; Vater Stillings / Lebensende. Lebensende, beschrieben von seinem Enkel Wilh. Heinrich El. Schwarz S. 399-413; Gedicht „Du, der du auf dem ewgen Throne“ S. 413-416.
  
Ein heute in den USA lebender Stillingsfreund, mütterlicherseits aus der Familie des bekannten Siegener Tambourmajors mit wallendem Vollbart Heinrich Käwel (1878-1964; Irle, Lexikon, 1974, S. 168) stammend, wurde in seiner Kindheit von seiner Mutter zur Lektüre von Jung-Stillings Lebensgeschichte ermuntert. Er charakterisierte diese Ausgabe im Jahr 2005 treffend so:
  
„Als Jung-Stilling Verehrer und ehemaliger Siegerlaender war ich ueberrascht und begeistert, auf eine Uebersetzung von Stilling's Lebensbericht ins Amerikanische zu stossen: „The Life of John Henry Stilling, [...]“ Ich habe das Buch mit grossem Vergnuegen gelesen, da mich eine deutsche Ausgabe seit meiner Studienzeit in Marburg auf manchen Umzuegen begleitet hat. Der Stil des Uebersetzers ist fluessig und angenehm lesbar, reflektiert natuerlich das Sprachkolorit der Zeit und die Empfindsamkeit des Autors Jung-Stilling. Stoerend wirkt nur (vielleicht mehr fuer den Deutsch-sprachigen als den Amerikanischen Leser) die Uebersetzung von Personen- und Ortsnamen ins Englische (z. B. "John Henry Stilling" oder "Manhime"fuer Mannheim).“
 
 

Ein "Fan-Club" in Amerika (?)

In Philadelphia hat es ebenfalls eine Art von "Fan-Club" gegeben wie sich ergibt z. B. aus einer Schrift, die unterzeichnet ist mit:
"Philadelphia, den 10. May 1815 / Der Verein der Stillen im Lande."
Dies ist die Schrift:
"Würdigungs-Beytrag zu der Emauel-Swedenborgschen Lehre des neuen apocalyptischen Jerusalems oder der neuen und ewigen Kirche." 109 S. 4°.
 
 

Ein Brief Jung-Stillings nach Amerika

Dieser undatierte [zwischen Juni und August 1805 geschriebene] und bisher nur 1812 gedruckte – und nicht in der Edition Schwinge genannte – Brief gibt einen interessanten Einblick in Jung-Stillings Beziehungen zu Amerika und seinen Aufgaben und Ansichten.
  
Brief vom Stilling.
Mein theuerster und geliebter Freund und Bruder!
Sie glauben, es wundere mich, Briefe aus Nord=Amerika zu erhalten; nein, Lieber! das wunder mich gar nicht: denn der Ihrige ist nicht der Erste aus diesem Welttheil, und überdem bin ich gewohnt, aus Asien und aus den mehresten Ländern Europens Briefe zu bekommen; meine Correspondenz ist ungemein groß, und ich halte sie auch für einen sehr wesentlichen und nützlichen Theil meines Wirkungskreises: denn wie vieles lerne und erfahre ich dadurch, womit ich hernach auch wieder andern dienen kann? – und wie sehr stärkt es den Muth und den Eifer in der Heiligung fortzuringen, wenn man mit wahren Christen in einer solchen wechselseitigen angenehmen Verbindung steht. Sie können also denken, geliebter Bruder! daß mir ein Brief von Ihnen große Freude machte.
Ich möchte mich allemal vor dem Herrn der Herrlichkeit in den Staub schmiegen, wann mir solche Zeugnisse des Segens, den meine Schriften verbreiten, zugeschrieben werden, und es geschieht auch wirklich in meinem Innersten – Mein himmlischer Führer und ich wissen am besten, daß mein armes Ich durchaus keinen Antheil an dieser großen Wirksamkeit, und an diesem Segen hat, es ist lediglich Gnade, und des Herrn Sache. Mein heißes Sehnen und Verlangen ist: ich möchte mich gern so ganz in Christo verlieren, daß man mich ganz und gar nicht mehr, sondern nur Ihn bemerkte! –
Ich wollte Sie könnten den 5ten Theil meiner Lebensgeschichte, Heinrich Stillings Lehrjahre lesen; dies Buch ist im verflossenen Herbst bey Rottmann in Berlin herausgekommen, Sie würden staunen und anbeten! – So wie dies auch wirklich in Deutschland von allen geschieht, die es lesen, und noch an den alten Bibel=Gott glauben. Das Resultat meiner wunderbaren und heiligen Führung ist bis dahin: daß mich der fromme Kurfürst von Baden von Marburg wegberufen hat, und mich nun von allen irdischen Geschäften und Verbindlichkeiten befreyt, blos dafür besoldet, daß ich zum Besten des Reichs Gottes, so gut ich kann und mag, nach bestem Wissen und Gewissen, durch Schriften und Correspondenz wirken soll; ausser diesem hab’ ich durchaus kein Amt und keine Verbindlichkeit.
Wir haben jetzt drey merkwürdige Zeichen der Zeit, an welchen wir genau erkennen können, wie viel Uhr es ist.
Der von Paulo 2 Thess. 2. so bestimmt und deutlich geweissagte Abfall, der auch noch durch mancherley Winke der andern Apostel schärfere ausgezeichnet und schattirt wird, ist unverkennbar allgemein da, und noch immer am Steigen. Folglich kann der Sohn Satans nicht mehr fern seyn.
Das [… grch. Text; Aufsteigen] des Thiers aus dem Meer ist eben so unverkennbar, und daß die Hure – das geistliche Rom, die abgefallene ehebrecherische römische Kirche – jetzt auf ihm reitet, es zügelt, und spornt, wohin sie es haben will – wer kann das läugnen? – und
Daß das Eingehen [... grch. Text] vorbereitet werde, muß jeder bemerken der Augen und Ohren zum Sehen und Hören hat – Die Anstalten zur Bekehrung der Heiden gehen ins Grosse, und fangen auch an fruchtbar zu werden und zu wirken.
Dies alles ist gegenwärtig – Da sind wir jetzt, aber auch noch nicht um einen Schritt weiter: denn der Mensch der Sünden ist noch nicht offenbar – So lang kein Regent auftritt, der nach der allgemeinen Herrschaft strebt, die geistliche Gewalt mit der Weltlichen vereinigt, die christliche Religion verläugnet, allen wahren Verehrern Jesus bürgerliche Freyheit und Gewerbe untersagt, und sie grimmig verfolgt, und damit auch keiner heimlich Jesum Christum verehren, und ihm dienen könne, ein Mahlzeichen vorschreibt, das jeder an sich tragen muß, wenn er nicht vogelfrey werden will, daß aber dann auch ein Beweis ist, daß derjenige, der es trägt, seinen Erlöser abgeschworen hat. Ich sage, so lang noch kein Regent existirt, der das alle veranstaltet, so lang ist auch der Mensch der Sünden noch nicht offenbar. Es ist zwar möglich und auch wahrscheinlich, daß dieser Sohn Satans schlangenlistig dabey zu Werk gehen wird, und daß er alles das auf eine feine Art auszuführen sucht, allein in der Hauptsache wird doch meine Schilderung ähnlich seyn.
Die Nachrichten von den dortigen Erweckungen, besonders das Aufmerken der Wilden auf die Stimme des Herrn, sind herzerhebend; von den Predigten unter freyem Himmel, hatte ich schon ausführliche Nachrichten in einer deutschen Amerikanischen Zeitung gelesen; über das Niederfallen und Ohnmächtigwerden wage ich nicht zu urtheilen – Wenn nur das Werk des Herrn gefördert wird, so kann man mit solchen Nebensachen Geduld haben.
Was die Würtemberger Separatisten und ihren Zug nach Amerika betrift, so muß ich, leider! gestehen, daß sehr viel Unlauteres mit unterläuft – ich hab’ schon seit einigen Jahren öffentlich im grauen Mann, und auch besonders in meiner Correspondenz ernstlich vor solchen Abwegen gewarnt, aber es hilft nicht. Kein Volk in Deutschland hat weniger Ursache sich abzusondern als die Würtemberger; denn die haben noch eine große Menge erweckter und rechtschaffener Prediger, und die Orthodoxie herrscht noch immer über Neologie und Unglauben; aber da giebt es betrügende oder betrogene Schwätzer, die den gemeinen Mann irre führen, und unglücklich machen; ich hab’ noch im letztgeschriebenen 16ten Heft des Grauen Mannes gegen alle dergleichen Partheymacher ernstlich geeifert, aber es hilft nicht. Dergleichen Leute hindern die Einigkeit des Geistes, und die Gemeinschaft der Heiligen außerordentlich, und eben dies wird ihnen schwer auf dem Gewissen lasten, und schwer geahndet werden.
Sie äußern auch eine Bedenklichkeit in Ansehung meiner öffentlichen Aeusserungen über die [… grch.; Apokatastasis] – Lieber Bruder! das ist schon von mehreren lieben Seelen geschehen, und ich verdenke es keinem Einzigen der es thut, wenn es nur in der Liebe geschieht.
Meinen herzlichen Brudergruß an alle wahren Verehrer des Herrn. – Seine Gnade, sein Friede, und in die innigste Gemeinschaft seines Geistes sey und bleibe das Element Ihres Lebens und Wirkens.
Meiner innigsten Bruderliebe können Sie versichert seyn, mit welcher bin Ihr
ewiges Mitglied am Leibe J. C.
Dr. Jung Stilling
Kurbadenscher Hofrath.
Zur Apokatastasis/Wiederbringung aller Dinge siehe man auch auf dieser web-site im Lebenslauf (Langform) unter 1811 den Brief an Rhenius und die Ergänzungen zur Briefediition zu van Goens /Cunningham van Goens. 
 

Übersetzungen

Dieter Cunz schreibt S. 385 f. in seinem Nachwort zur Reclam-Ausgabe der Lebensgeschichte Jung-Stillings (unter Auslassung der Anmerkung 9):
"Für die deutschen Drucker jenseits des Atlantik, in Pennsylvania, Maryland und Virginia 9 waren die Stillingschen Romane und Erbauungsbücher unschätzbare Fundgruben, denen sie die literarischen Beiträge für ihre deutschen Bauernkalender und Almanache entnahmen."
Leider fehlt (noch) eine Bibliographie dieser Publikationen!
  
Als weitere Beispiele von Übersetzungen und Neuausgaben seien genannt:
  
(*) Scenes in the world of Spirits. New-Market, Va: Printed by Ambrose Henkel & Co 1815.
  
(*) Theobald / oder Die Schwärmer. / - [eL] / Eine wahre Geschichte, / von / Heinrich Stilling. / - [eL] / Zweyter Band. / - [eL] / Mittelmaß die beste Straß. / - [eL] / – Erste amerikanische Auflage.– / Libanon, (Penn.) / Gedruckt bey Jacob Stöver, für J. Schnee. / ............. / 1811.
  
(*) Der Christliche / Menschenfreund, / in / Erzählungen / für / Bürger und Bauern, / von Dr. Johann Heinrich Jung, / Hofrath und Professor in Marburg, / sonst auch / Heinrich Stilling / genannt. / - / Erstes Heft. / Nürnberg gedruckt, 1803: / Hägerstaun, (Märyland) / Nachgedruckt durch Johann Gruber. 1807.
Siehe auch unten weitere Literatur!
 
 

Nicht von Jung-Stilling sind "Die sieben letzten Posaunen oder Wehen"

Das Werk:
"Die / sieben lezten / Posaunen oder Wehen / Wann sie anfangen und aufhören / und von den / 70 Danielischen Wochen / und / 42 prophetischen Monaten: / von der / Zahl 666 als das Mahlzeichen des Thiers; von dem / gläßernen Meer; von den zwey Zeugen; von der / Zukunft Christi, in welchem Jahr und Monat / dieselbe erfolgen soll; von dem tausend= / jährigen Reich und ewigen Evangeli= / um; Gog und Magog und jüng= / stem Gericht; aus der / Heil. Schrift bewie= / sen. / Von Heinrich Jung-Stilling. / - / Reading: / Gedruckt für Charles M'Williams. / 1820."
stammt nicht von Jung-Stilling, auch wenn das Titelblatt (hier in Virginia/USA; mit dem URL) seinen Namen nennt! Siehe auch hier auf meiner Seite!
 
 

Literatur

Neu ist erschienen:
Gerhard Schwinge: [Artikel] Jung-Stillin, Johann Heinrich. – In: The Encyclopedia of Protestantism. Ed.: Hans J. Hillerbrand. New York, NY [u. a.]: Routledge 2004, ISBN 0-415-92472-3, Vol. 2, S. 549 – 1046, S. 1000-1001.
Leider war zuvor nur ein weniger guter Artikel über Jung-Stilling in die englische Sprache übersetzt worden:
A[lbert]. Freybe: [Artikel:] Stilling. - In: Realencyclopädie für protestantische Theologie und Kirche. Begr. v. J[ohann]. J[akob]. Herzog. In 3. verb. u. verm. Aufl. [...] hrsg. v. Albert Hauck. 19. Bd. Stephan III. - Tonsur. Leipzig: Hinrichs 1907, S. 46-51. [Freybe geb. Waldeck 8.02.1835; gest. 1910 in Parchim.]
Schaff, Philip (1819-1893): The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, based on the third ed. of the Realencyklopädie founded by J. J. Herzog an ed. by Albert Hauck, Samuel Macauley Jackson, ed. in chief. Vol. VI: Innocents – Liudger. New York u. a.: Funk and Wagnall 1910, XV, 505 S. – Diesen Text findet man unter dem URL http://www.ccel.org/php/disp.php3?a=schaff&b=encyc11&p=97.
 
Grundlegend ist noch immer:
Klaus Wust: Jung-Stilling and the American backwoods. – In. The Report, A Journal of German-American History (Society for the History of the Germans in Maryland, Baltimore/Md.) 34, 1970. S. 35-39.
  
York-Gothart Mix, Bianca Weyers, Gabriele Krieg: Deutsch-amerikanische Kalender des 18. und 19. Jahrhunderts / German-American Almanacs of the 18th and 19th Centuries. Bibliographie und Kommentar / Bibliography and Commentary. Berlin: de Gruyter 2011. ISBN 3110253534, 9783110253535.