Vgl.  Mehnert, Gottfried: Juden in Jung-Stillings Leben und literarischem Werk.- In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung. Bd.64, 2013. Darmstadt u. Kassel: Selbstverlag 2013, S. 208-236 (m. 2 Abb.)
 

Zuruf
eines geistlichen Israeliten
an
die Jüdische Nation.
-
-
1814.
 
 
Am 5. Dezember 1813 hatte Jung-Stilling in sein Tagebuch geschrieben: "Heut fieng ich meinen zuruf an die juden an". Erst am 20. Dezember, nachdem er nahezu jeden Tag an diesem "Zuruf" geschrieben hatte, trägt er zufrieden in dieses Tagebuch ein: "ich vollendete den aufruf an die Juden". Am 26. Dezember 1813 läßt er seine Familie an dem neuen Werk teilhaben, wie sein Tagebuch unter diesem Datum deutlich macht: "ich las meiner frauen und tochter den aufruf an die juden" vor. Der Druck und das Erscheinen der kleinen 32seitigen Schrift verzögerten sich aus noch unbekannten Gründen. Aus einem Brief sind wir über das Erscheinen und den Ort und Verlag der durch einen Faden gehefteten Broschüre informiert, den Jung-Stilling schrieb am 11. September 1814 aus Karlsruhe an einen uns unbekannten Empfänger:
"Carlsruhe den 11. des Herbstmonats 1814 / Mein theuerster und innigst geliebter Bruder! / [...] / der Zuruf eines geistlichen Israeliten an die Juden, den ich ohne mich zu nennen, geschrieben habe, ist jetzt erst gedruckt. Er ist klein und enthält nur zwei Bogen; man kann dies Büchlein in der Johann Christian Hermannschen Buchhandlung [in Frankfurt a. M.] haben." (EDITION SCHWINGE S. 52)
War der Titel also schon bekannt, so ist es erst durch mich gelungen, auch den Text selbst aufzufinden. (Siehe auch die Zitate zum Copyright hier.)
 
In der Zeitschrift "Der graue Mann" finden sich Anklänge an diese Schrift, die sicherlich auch in der Auseinandersetzung mit Salzmann bzw. Klein in Straßburg entstanden ist.
 
Da der Text nicht uninteressant ist, sei er hier veröffentlicht.
 
--
 
In der zweiten Auflage der DBE wird bereits auf diesen Text von Jung-Stilling verwiesen. – In der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden findet sich ein gedrucktes, ausleihbares Exemplar des "Zurufs", wie es den Damen und Herren bei der Jahresversammlung der Jung-Stilling-Gesellschaft von mir vorgelegt worden war.
 
 
 
 
Zwei längere Texte aus den Jahren 1782 und 1788 zum Thema findet sich unter diesem Link.
 
 
Es ist anzunehmen, dass diese im folgenden Text abgedruckte Schrift auch in der Auseinandersetzung mit Friedrich Rudolf/Frédéric-Rodolphe Saltzmann/Salzmann (1749-1820) und Johann Georg Klein ([1751-?] sowie Leonhard Heinrich Kelber [1763-1838]) zu sehen ist. Gerade die beiden ersten hatten in diesem hier dargestellten Sachverhalt eine andere Meinung. Dies zeigt auch manche Stelle im Grauen Mann.
 
Die hebräischen Textstellen wurden hier durch # ersetzt.
 
 
Zuruf
eines geistlichen Israeliten
an
die Jüdische Nation.
- [eL]
- [eL]
1814.
 
 Beachtenswert: "geistlicher Israelit" --> Wortbedeutung: geistlich = zur Kirche gehörig, hier: im Geiste (in den Ansichten) zum Volk Israel gehörend; Judentum Wurzel des Christentums. – Ausdruck Nation = nach Abstammung, Sprache, Sitte, kultureller und politische Entwicklung zusammengehörige, innerhalb der gleichen Staatsgrenzen (!) lebende, bewusst und gewollt geformte politische Gemeinschaft. GM 27, S. 315: "die jüdische Nation, das fleischliche Israel" – Zuruf: = aufmunternde, auffordernde kurze Mitteilung über eine geringe Entfernung hinweg.
 
 verso = S. 2, Motto:
 
 
Siehe ich will sie aus dem Lande der Mitternacht brin=
gen, und will sie sammeln aus den Enden der Erde, beyde
Blinde, Lahme, Schwangere und Kindbetterinnen, daß sie
mit großem Haufen wieder hierher (nach Jerusalem und
ins gelobte Land) kommen sollen,
      Jerem. 31, V. 8.
 
 Luther 1912: Jes 31, 8: Siehe, ich will sie aus dem Lande der Mitternacht bringen und will sie sammeln aus den Enden der Erde, Blinde und Lahme, Schwangere und Kindbetterinnen, daß sie in großen Haufen wieder hierher kommen sollen. Jes 35,8-10
 
 S. 3:
---
Theure und in dem Gott Eurer
Väter herzlich geliebte Israe=
liten!
 
Erlaubt mir, daß ich im Namen des Gottes
Abrahams, Isaacs und Jacobs, ein Wort
der Liebe, der Ermahnung, der Aufmunterung und
der Bekehrung zu Euch rede; neiget Eure Ohren zu
meinen Worten, legt alle Vorurtheile ab, und höret
mir zu, oder leset diese Schrift mit Aufmerksamkeit;
der Geist des Herrn wolle Eure Herzen öffnen, damit
Ihr Euer Heil recht bedenken möget.
 
Es sind nun 1743 Jahre, daß Jerusalem
zerstöret und Euer Gottesdienst aufgehoben worden
ist; Ihr wurdet in alle vier Winde, unter alle Völker
zerstreut, und es giebt keine Leiden und keine Trübsal
die Ihr nicht habt erdulten und ausstehen müssen,
und dies alles um der Sünden Eurer Väter und um
Eurer eigenen Sünden willen. Während alle dieser
Zeit seyd Ihr dem Gesetz Mosis treu geblieben,
Ihr habt Euch nicht mit andern Völkern vermischt,
die Söhne Abrahams haben auch Abrahams
Töchter geheurathet, und Ihr seyd noch immer wahre
 
– 4 –
Israeliten, noch immer das Volk des Adonai;
ob Er gleich Euch scharf gezüchtiget hat, so seyd Ihr
doch noch immer seine Kinder, Er wird Euch wieder
annehmen, und wieder in Euer Land führen, wenn
Ihr Euch einmal wieder herzlich zu Ihm und Eurem
König David bekehren werdet, und dies wird und
muß nun bald geschehen. Erinnert Euch was der
Prophet Hosea, Cap. 3, V. 4 und 5 sagt: die
Kinder Israel werden lange Zeit ohne
König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne
Altar, ohne Leibrock und ohne Heilig=
thum bleiben, darnach werden sich die
Kinder Israel bekehren, und den Herrn
ihren Gott, und ihren König David su=
chen, und werden den Herrn und seine
Gnade ehren in der lezten Zeit.
 
Diese Weissagung ist pünktlich erfüllt, Ihr seyd
nun 1743 Jahr, und das ist schon eine lange Zeit,
ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar,
ohne Priesterthum und ohne Tempel gewesen, nun
muß aber auch das noch Uebrige erfüllt werden, Ihr
müßt Euch je eher je lieber bekehren, und den Herrn
Euern Gott und Euern König David suchen,
so wird er sich von Euch finden lassen. Eure Vor=
eltern haben Euer Vaterland, das Land Canaan,
von der Eroberung durch Josua, bis zur lezten Zer=
störung durch die Römer, das ist, bis zu Euerer Zer=
streuung unter alle Nationen, nur 1507 Jahr bewohnt,
und Ihr seyd nun 1743 Jahr vorstoßen gewesen,
 
– 5 –
daher kan es nun nicht lange mehr währen, so wird
Euch der Herr wieder annehmen, und sich wieder über
Euch erbarmen. Der Prophet Hosea sagt, dies
sollte in der lezten Zeit geschehen. Wer nun
klare und erleuchtete Augen hat, der kann nicht läug=
nen, daß wir würklich im Anfang der lezten Zeiten
leben. Auch die Christen haben eine Weissagung,
daß ganz Israel seelig werden würde, so=
bald der Heyden Zeit erfüllet seyn würde.
 
 GM 27, S, 315: "Die bekehrten Christen und Heiden sollen von nun an im Licht Israels wandeln; das ist: die zwölfmal zwölftausend Israeliten sind nun wieder die Stammgemeinde des Herrn, die in sichrem ehemaligen Vaterland in Palästina ihren Sitz hat, und an die sich nun alle Gläubigen aus allen Nationen anschliesen. Dann wird wieder aus Zion das Gesetz ausgehen, und Jerusa= [S. 316] lem die Rewsidenz des grosen Königs, die Hauptstadt der Welt seyn; wo auch die Könige, Fürsten, und Regenten hinreisen, und Verhaltungs=Befehle holen werden."
 
Diese Heyden sind die Christen, denn sie sind alle aus
heydnischen Nationen entstanden. Daß nun ihre Zeit
bald erfüllt ist, das sehen wir an allen Umständen:
 
 Siehe 2. Thess 2, 3 und dazu Graue Mann.
 
Denn sie haben noch eine Weissagung ihres eigenen
Lehrers, des Paulus, daß das Ende da seyn würde,
wenn sie von ihrem eigenen Glauben, von ihrem
Messias abfallen würden; daß dies aber jezt schon
häufig, und immer häufiger geschieht, das sehen wir
vor Augen, also, der Heyden Zeit ist bald erfüllt,
folglich wird auch nun bald ganz Israel seelig.
 
Ihr sollt Euch also bekehren, liebe Israeliten!
und Euern Gott und Euern König David suchen.
Ihr denkt vielleicht: Zu wem sollen wir uns bekehren,
wir glauben ja an den Gott Israels und halten
das Gesez Mosis, folglich sind wir ja bekehrt! –
Lieben Freunde! wenn Ihr würklich bekehrt wärt,
so sagte Euch der Prophet nicht, daß Ihr Euch
bekehren müstet; wenn Ihr einst lange in der Zer=
streuung gelebt hättet, daß Ihr dann Euern Gott
und Euern König David suchen müstet. Wärt
 
– 6 –
Ihr also wahrhaft bekehrt, wäre Euer Glaube an
Euern Gott rechter Art, so brauchtet Ihr Ihn ja
nicht zu suchen. Darum will ich Euch nun aufrich=
tig und nach der Wahrheit sagen, wie Ihr Euch
bekehren, und Eueren Gott, und Eueren König
David suchen müßt.
 
Ihr habt alle Euere Geschlechts=Register verloh=
ren, so viel wißt Ihr, daß Ihr alle aus den zwölf
Stämmen Israels, die mehresten aber doch aus
den Stämmen Juda, Benjamin und Levi,
aus den Priestern und Leviten, entsprossen sind, aber
keiner von Euch wird nur einen einzigen Nachkommen
des Königs Davids aufweisen, oder auch mit Wahr=
heit sagen können, daß er von ihm abstamme. Nun
sagt mir doch aufrichtig, wie wollt und wie könnt
Ihr da Euern König David suchen? – Ihr müßt
doch gestehen daß der wahre Messias, den der Pro=
peht Hosea hier den König David nennt, würklich
ein Sohn, ein Nachkomme Davids nach dem Fleisch
seyn müsse! – Denkt einmal hierüber nach! –
 
Ich will Euch nun sagen wie Ihr das Bekeh=
ren, und das Suchen Eueres Königs Davids
machen müßt, und wenn Ihr mir redlich folgt, so
findet Ihr Ihn gewiß – Ihr müßt Euch im
Gebet herzlich und kindlich zu Gott wenden, und
Ihn ernstlich anrufen, Er möchte Euch doch endlich
einmal in Gnaden ansehen und sich an den Bund
erinnern, den Er mit Euern Vätern gemacht habe –
Er möchte Euch doch den wahren Messias anzeigen,
 
– 7 –
damit Ihr Ihn von Herzen suchen und an Ihn glau=
ben könntet, u. s. w. Das Beten und Lesen in
Euern Synagogen tadele ich nicht, aber wenn es
nicht ernstlich geschieht, und mit wahrer Aenderung
der Gesinnung verpaart ist, so hilft es gar nicht. Alle
Euere Propheten sagen Euch ja häufig und deutlich,
was das heiße sich bekehren. Ihr müßt Euch einmal
genau prüfen, wie Ihr lebt und wandelt; in den
Psalmen Davids findet Ihr häufig, wie man leben
und was man thun müsse, wenn man Gott gefallen
will, auch alle Euere Propheten sagen es Euch; nun
prüft Euch, ob Ihr wahre fromme Israeliten seyd?
Daß Ihr das Gesetz Mosis, und alle die Gebräuche
beobachtet, die Euch Euere Rabbinen vorgeschrieben
haben, das ist bey weitem nicht genug, und es wird
Euch nichts helfen, wenn Ihr nicht auch gute from=
me Menschen geworden seyd. Nun überlegt einmal,
was sind denn gute fromme Menschen? – Wie lebten
Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Aaron,
Josua, Samuel, David, und alle heilige Pro=
pheten? Diese alle wußten von allen Verordnungen
Euerer Rabbinen nichts, die kamen erst nach der baby=
lonischen Gefangenschaft auf, sie hatten nur das
Gesez Mosis, das beobachteten sie, aber sie lebten
dabey heilig und fromm, und waren Gott angenehm.
 
Daß Ihr den wahren Gott, und keine Bilder
und Götzen anbetet, das ist bey weitem nicht genug,
sondern Ihr müßt auch Euern Gott von ganzem Her=
zen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth, und
 
– 8 –
aus allen Kräften lieben, und dann auch Euere Näch=
 
 Siehe 5. Mose 4, 29; 5. Mose 10, 12; Jos 22, 5; Mt 22, 37 et par.
 
 Siehe zum folgenden Text: Mt 15, 1 ff.; Mt 22, 37 ff. usw. – Die Zehn Gebote 2. Mose 20, 1 ff. et par. – Vgl. auch Jung-Stilling und seine Beziehungen zum Heidelberger Katechismus! Vgl. Ulrich Weiß: Für Hans Helmut Esser (Münster) Jung-Stilling und der Heidelberger Katechismus. – In: Siegener Beiträge. Jahrbuch für regionale Geschichte (Hrsg.: Geschichtswerkstatt Siegen) 4, November 1999 (ISSN 1431-6684), S. 23-40.
 
sten so wie Euch selbst, dies hat Euch ja schon Mose
gesagt, und befohlen. Dies Lieben aber besteht
darinnen, daß Ihr seine Gebote haltet, gegen alle
Euere Mitmenschen liebevoll und wohlthätig seyd; es
ist nicht genug, daß Ihr blos Juden liebt, gerecht
und wohlthätig gegen sie seyd, sondern Ihr müßt es
gegen alle Menschen seyn, Christen, Türken, und
Heyden sind auch Menschen wie Ihr; Christen und
Türken beten den nämlichen Gott an, den auch Ihr
 
 den nämlichen Gott: nämlich pronominal verwendet; veraltet: eben der, die, das, der-, die-, dasselbe.
 
 GM 27, S. 315: "Daß der Prophet hier die jüdische Nation, das fleischliche Israel meint, und anredet, erhellet daraus, daß er die Heiden unterscheidet: es giebt nur Juden und Heiden, die Heiden sind nun entweder Christen, oder Mahomedaner, oder Götzendiener, alle stammen von den alten heidnischen Nationen ab."
 
anbetet, wenn Ihr nun auch liebreich, und dienstfer=
tig, gegen alle Menschen seyd, so wird man Euch
wieder lieb haben, und Euch gern dienen.
 
Daß Ihr den Namen Gottes nicht mißbraucht
ist recht und gut, aber nicht genug; Ihr müßt auch
diesen Euern Gott fürchten. Ihr wollt seinen
wahren hochheiligen Namen nicht aussprechen, sondern
nennt Ihn an dessen statt Adonai; aber was
hilft das, wenn Ihr in seiner Gegenwart sündiget
und sündliche Gedanken habt, die Er ja alle weiß?
 
Ihr feyert Euern Sabbath im Aeussern streng,
aber wie steht es mit der wahren innern Sabbaths=
feyer? Man soll am Sabbath ruhen von allen Geschäf=
ten, aber warum? – Damit man Zeit habe zu beten,
an Gott den ganzen Tag zu denken, und sich auf die
folgenden Arbeitstage im Guten zu stärken; wenn dies
nicht geschieht so ist die gewöhnliche Sabbathsfeyer ein
Gräuel in den Augen Gottes.
 
Ihr sollt Vater und Mutter, Euere Eltern,
 
– 9 –
lieben, ehren, ihnen dienen, und alles Gute erzeigen;
wenn das nun auch geschieht, so ist das bey weitem nicht
genug, Gott ist Euer wahrer eigentlicher Vater, und
Ihr seyd seine Kinder; wenn Ihr den Vater nicht ehrt,
nicht liebt, so hilft Euch das andere alles nichts.
 
Ihr sollt niemand tödten; glaubt nur nicht daß
Ihr dies Gesetz haltet, wenn Ihr niemand todschlagt,
oder sonst umbringt: Denn wenn Ihr jemand feind
seyd, es sey mit Recht oder mit Unrecht, so prüft Euch
genau, ob es Euch nicht lieb wäre, wenn der Mensch
aus der Welt wäre? – Und ist das nicht eben so gut
als wenn Ihr ihn todgeschlagen hättet? Denn Ihr wür=
det es vielleicht thun, wenn Ihr keine Obrigkeit, oder
sonst Rache zu fürchten hättet. Jeder Haß gegen irgend
einen Menschen, ist vor Gott eine Art von Todschlag.
 
Ihr sollt die Ehe nicht brechen; nun prüft Euch
genau, ob Ihr nicht zu Zeiten unerlaubte Wünsche
gegen das weibliche Geschlecht habt? Ob Euch nicht
diese oder jene Frau, oder einer Frauen dieser oder
jener Mann gefällt, und daß es nur an Gelegenheit,
oder gegenseitiger Uebereinstimmung fehlt, daß das
Verbrechen nicht würklich begangen wird? Und dies
ist vor Gott schon wahrer Ehebruch, denn der sieht
das Herz an, bey Ihm ist der Wille schon That.
 
Es heist ferner: Du sollst nicht stehlen; es ist
aber wiederum nicht genug, daß man dem Nächsten
das Seinige nicht öffentlich oder heimlich stiehlt, son=
dern jeder Vortheil, den man sich mit Unrecht im
Handel und Wandel zueignet, ist schon ein Diebstahl.
 
– 10 –
Oder wenn ein Anderer etwas hat, das mir gefällt,
und der Wunsch steigt in mir auf, das möchte ich
wohl nehmen, wenn es nur nicht der Eigenthümer,
oder auch sonst niemand erführe, so ist das schon vor
Gott ein wahrer Diebstahl.
 
Man soll kein falsch Zeugniß geben gegen seinen
Nächsten. Glaubt nur ja nicht, daß Ihr dies Gebot
haltet, wenn Ihr vor der Obrigkeit keinen falschen Eid
schwört. Wenn ein Mensch dem andern etwas als
Wahrheit sagt, so ist das ein Zeugniß, und
wenn er nun weiß, daß das, was er sagt, falsch
ist, so hat er ja gegen seinen Nächsten ein falsch Zeug=
niß gegeben; jede Lüge ist ein falsches Zeugniß.
 
In dem zehnten Gebot wird das Alles, was ich
bis daher gesagt habe, von Gott selbst bestät=
tigt, denn Er sagt: Laß dich nicht gelüsten
alles dessen, was nicht dein ist, es sey des Nächsten
Haus, Weib, Knecht, Magd, Vieh u. s. w., also,
die Lust ist schon so schlimm als wie die That.
 
Jezt prüft Euch, Meine lieben Israeliten!
prüft Euch genau und unpartheyisch, ob Einer unter
Euch, nur Eins von diesen Geboten, die Gott Euren
Vätern in der Arabischen Wüste unter Donner und
Blitz im Posaunen=Ton vom Berg Sinai herunter
publizirte, gehalten, und ob nicht jeder unter Euch gegen
alle zehen gesündigt hat und noch sündigt? – und diese
Zehen Gebote sind doch die Hauptsache des ganzen
Gesetzes, alle Eure Gebräuche in und außerhalb der
Synagoge, alle Eure Festtage und Sabbathe gelten
 
– 11 –
nichts vor Gott, wenn ihr die Zehen Gebote nicht
haltet. Bedenkt doch, wie ernstlich Gott durch Mose
spricht: Verflucht ist, wer nicht alle Worte
dieses Gesetzes hält!!! – Ihr habt also nach
diesem Leben nichts anders zu erwarten, als die ewige
Verdammniß in Gehinnom, wenn Ihr Euch nicht
bekehrt. Ihr werdet mir vielleicht einwenden: in
diesem Sinn hätte keiner von allen Heiligen die Gebote
gehalten und halten können, hierauf antworte ich:
Alle Heiligen, die in Eurer Bibel vor=
kommen, glaubten an den zukünftigen
Messias. Dieser Glaube stärkte sie zu allem Guten;
und Ihre Hoffnung belebte sie, daß sie vest versichert
waren, der Messias werde sie dereinst zu Gnaden
annehmen, und ihnen ihre Sünden vergeben: und
das wird auch gewiß geschehen, und bey ihrem Tod
schon geschehen seyn. Jezt werdet ihr mir sagen:
Ihr glaubtet auch an den künftigen Mes=
sias. Wenn das wahr ist, daß Ihr an den künfti=
gen Messias glaubt, so kommt alles darauf an, daß
Ihr Euch einen richtigen wahren Begriff von Ihm
macht. – Ihr müßt Ihn Euch so vorstellen, wie
Ihn Euch David, Jesajah und die Propheten
beschrieben haben; und so glaubten sie auch an Ihn,
und ihr Glaube wurde ihnen zur Gerechtigkeit gerech=
net, durch ihn wurden sie heilig und selig.
 
Jezt wollen wir nun sehen, was sich die heiligen
Männer für eine Vorstellung vom Messias mach=
ten, und dann auch untersuchen, ob Euere Idee mit
 
– 12 –
den ihrigen übereinkommt? – Der Prophet Jesa=
 
jah spricht unter Allen am deutlichsten vom Messias.
 
 GM 27, S. 302: "unter allen Propheten ist Jesaja am erhabensten und deutlichsten".
  
Das Kapitel aber, aus welchem man ihn am deutlichsten
kennen lernen kann, ist das 53ste. Daß dies ganz gewiß
vom Messias handelt, daran kann man nicht zweifeln;
wir wollen es einmal mit einander durchgehen.
 
 
 [... hebräischer Text, 1 Zeile:]
 #
Auf deutsch: Wer hat unserer Rede ge=
glaubt? und an wen ist der Arm des Herrn
geoffenbart?
 
 
Dies sagte Jesajah schon damals, und wir
können es jezt noch vielmehr sagen: Welcher Jude
glaubt dieser Rede? und welchem unter ihnen ist das
offenbar, was der Arm des Herrn würkt?
 [... hebräischer Text, 2 Zeilen:].
 #
Er ist aufgeschossen wie ein zartes
Reiß vor seinem Angesicht, und wie eine
Wurzel aus dürrer Erde. Er hatte kein
Ansehen und keine Zierde. Als wir ihn
sahen, so hatte er keine Gestalt die uns
zu ihm gingezogen hätte.
Daß der Prophet hier vom Messias spricht, das
wird sich gegen das Ende des Kapitels immer klärer
zeigen. Er wird einer schwachen Pflanze verglichen,
die aus einem magern dürren Boden emporwächst,
dieses soll aber vor dem Angesicht Gottes geschehen.
Dies bedeutet, daß Er aus einer armen Familie ent=
 
– 13 –
stehen muß, doch aber so, daß der Herr eine ganz
besondere Vorsehung über Ihm walten läßt, denn die
schwache Pflanze wächst vor seinem Angesicht.
Wenn Er erscheint, so finden seine Zeitgenossen kein
Ansehen, keine Herrlichkeit an ihm; es ist nichts an
ihm, das ihnen gefällt.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:] V. 3.
 #
Er war verachtet und der Verworfen=
ste unter den Menschen, ein Schmerzens=
mann, versucht in Krankheit; man verbarg
das Angesicht vor ihm; er war verachtet
und wir hatten keine Hochachtung vor ihm.
 
Wenn der Messias erscheint, so wird er äußerst
verachtet und verspottet werden. Er wird in einen
Zustand gerathen, worinnen er die schrecklichste
Schmerzen ausstehen muß; er wird elend und krank
seyn, und man wird ihn verachten und verspotten.
Denkt diesem nach, liebe Israeliten! Ihr erwartet
ihn noch; wenn er noch nicht gekommen ist, so muß
er noch erscheinen, wie er hier beschrieben ist.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Warlich! Er hat unsere Krankheit
auf sich genommen, und unsere Schmerzen
getragen. Wir betrachteten ihn als einen
Geplagten, als einen von Gott Geschlage=
nen und in Betrübniß Versezten.
 
– 14 –
Hiermit will der Prophet sagen: Man wird den
Messias als den größten Sünder betrachten und be=
handeln. Man wird glauben, seine schwere Leiden
seyen Strafen seiner Sünden, und bedenkt nicht, daß
er unsre Leibes und Seelenkrankheit auf sich genom=
men hat, und sie für uns trägt. Wenn also der
Messias noch zukünftig ist, so muß er um die Sünden
der Welt zu versöhnen, das Alles leiden, dulden und
tragen, was der Prophet hier von ihm geweissagt hat.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Aber er ist um unserer Widerspenstig=
keit Willen durchbohrt, und um unserer
Ungerechtigkeit Willen zertreten worden.
Er übernimmt die Züchtigung, damit wir
Friede hätten, und durch seine Striemen
sind wir geheilt worden.
Wie genau, wie richtig und wie bestimmt kennt
und beschreibt hier der Prophet, wie und wodurch der
Messias seinen Erlösungsplan ausführt!
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Wir alle irrten umher wie Schaafe,
wir wendeten uns ein jeder zu seinem
eigenen Weg, aber der Herr hat unser
aller Missethat auf Ihn anlaufen lassen.
 
Der Messias soll die irrende Schaafe sammeln,
 
 
– 15 –
und die Sünden aller Menschen büßen, als ob Er
sie selbst begangen hätte.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Er wurde geängstigt und betrübt,
aber er that seinen Mund nicht auf, wie
ein Lamm das zur Schlachtbank geführt
wird, und wie ein Schaaf das vor dem
Angesicht seines Scheerers verstummt,
und seinen Mund nicht öfnet.
 
Weil der Messias die Sünden aller Menschen
so auf sich genommen hat, als ob er sie selbst begangen
hätte, so muß er nun auch die Strafe dafür leiden,
und darf nichts zu seiner Entschuldigung sagen.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Er ist aus der Angst und aus dem
Gericht weggenommen worden; wer wird
die Währung seines Lebens aussprechen?
Denn er ist vom Land der Lebendigen abge=
sondert. Wegen der Uebertretung meines
Volks hat die Plage auf ihm gelegen.
 
Nachdem der Messias mit dem Tod bestraft wor=
den ist, so ist er der menschlichen Gesellschaft entwi=
chen, von da an lebt er ewig. Der Messias muß
ein Israelit seyn; wenn er nun noch nicht gekommen,
noch zukünftig ist, so muß er von seinem Volk, dessen
Sünde er trägt, wieder hingerichtet werden.
 
– 16 –
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Man bestimmt ihm sein Grab bey den
Gottlosen, aber er ist bey dem Reichen in
seinem Tod: weil er kein Unrecht gethan hat,
und kein Betrug in seinem Munde war.
 
Weil der Messias als ein Uebelthäter hingerichtet
wird, so ist auch sein Grab auf der Gerichtsstätte
bestimmt; aber weil er unschuldig gestorben ist, und
nun die Erlösung vollbracht hat, so nimmt sich ein
Reicher seiner Leiche an, und läßt ihn bey sich ruhen.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Aber seine Zerknirschung und seine
Krankheit war dem Herrn wohlgefällig.
Wenn er seine Seele zum Schuldopfer
wird dargestellt haben, so wird er Saa=
men sehen, [sic; sähen] und seine Tage verlängern,
und das Wohlgefallen des Herrn wird in
seiner Hand glücklich von statten gehen.
 
Der wohlgefällige Rathschluß Gottes hat den
Zweck, daß durch die tiefe Verachtung, das schwere
Leiden, und den schmählichen Tod des Messias die
Sünden der Welt versöhnet werden sollen. Wenn er
also sein Leben zum Schuldopfer hingegeben hat, dann
erst wird er die herrliche Frucht davon sehen, und der
Rathschluß Gottes zur Seligkeit der Juden und Hey=
den wird durch ihn ausgeführt werden. Hier zeigt
 
– 17 –
sichs, daß der Prophet vom Messias spricht: Denn
der ist ja der Mann, der ganz Israel und auch die
Heyden die ihn annehmen, beseeligen soll.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:].
 #
Darum daß seine Seele gearbeitet
hat, soll er es sehen, und gesättiget wer=
den. Durch seine Erkenntniß wird mein
Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen,
denn Er trägt ihre Sünde.
 
Weil der Messias so schrecklich schwer geduldet
hat, so soll Er auch nun Freude an seinem Erlösungswerk
haben, mit Freude gesättiget werden. Und eben dadurch,
daß Er die Sünden der Menschen auf sich genommen
hat, werden alle diejenigen gerecht, die von Herzen an
ihn glauben, und ihn für den Messias anerkennen.
 [... hebräischer Text 3 Zeilen:].
 #
Darum werde ich ihm in vielem sein
Theil geben, und er soll die Mächtigen
als Beute austheilen, darum daß er seine
Seele im Tod ausgegossen hat, dem Uebel=
thätern zugezählt worden ist, die Sünden
vieler getragen, und für die Missethäter
gebeten hat.
 
Der Messias soll nun für alles Große, das er
geleistet hat, aus vielen Nationen Verehrer bekommen,
      2
 
– 18 –
und die Mächtigen, die Könige der Erden überwin=
den und zur Beute austheilen. Es ist hier besonders
merkwürdig, daß er, als er die Sünden der Welt
trug, auch für die Missethäter gebetet hat.
 
-----------
 
 
Nun frag ich Euch, liebe Israeliten! Ob der
Prophet Jesajah hier vom Messias redet, oder
nicht? Wenn er nicht vom Messias spricht, von wem
spricht er dann? Wir finden in der ganzen Geschichte
nur einen einzigen Mann, an dem die ganze Weissa=
gung pünktlich und wörtlich bis auf die kleinste Klei=
nigkeit erfüllt worden, und dieser ist – Jesus von
Nazareth. Dieser wohlthätige Mann hat sich durch
Lehre und Wunder als der größte aller Propheten
auszeichnete, war unter den damaligen Juden der
ärmste und verachtetste Mensch; es war nichts an
Ihm, das ihnen gefiel, er nahm die Sünden der
Welt auf sich, und büßte sie durch unsägliche Leiden
am Kreuz. Die Juden glaubten das sey eine wohl=
verdiente Strafe, sie wußten aber nicht, daß Er sich
freywillig in ihre Hände gab, denn Er hätte gar
leicht entweichen können, aber Er wollte einmal sein
Leben zum Schuldopfer geben, und das that Er auf
die vollkommenste Weise. Von da an sind nun seine
Tage verlängert. Er sieht den Saamen, die Frucht
seiner Leiden, seiner Lehre und seiner Wunder. Wie
viele Millionen Christen haben seit 1800 Jahren
gelebt, und wie viele leben ihrer noch! Diese gehören
ja alle zu dem Saamen den Ihm hier der Prophet
 
– 19 –
verspricht, und diese alle hat Er mit seinem Blut aus
Juden, und aus allen Nationen der Heyden erkauft.
Er betete noch im größtem [sic] Jammer, und in den größ=
ten Schmerzen für die damaligen Juden, die seine
grimmigsten Feinde und Mörder waren, Er seufzte
vom Kreuz herunter: Vater, vergieb ihnen,
denn sie wissen nicht was sie thun. Für
dies Alles sizt Er nun zur Rechten seines Vaters im
Himmel. Von diesem Jesus weissagt hier Jesa=
jah – und warum weissagt er von Ihm, wenn Er
nicht die wichtigste Person für sein Volk und für die
Menschheit ist? Denn wer der ganzen Menschheit
ihre Sünden tilgt, so bald sie nur an Ihn glaubt,
und ihr Leben nach seinen Geboten einrichtet, der also
den Seinigen die ewige Seligkeit verschaft, der ist
doch wohl der wichtigste Mensch unter allen; der
ist doch wohl der Messias.
 
Aber daß Jesus von Nazareth der Messias
gewiß und in der That ist, das will ich nun so bewei=
sen, daß Ihr nothwendig sagen und bekennen müßt;
ja, es ist wahr, Jesus von Nazareth ist
der Messias, von dem die Propheten ge=
weissagt haben.
 
Der Prophet Daniel ist mein gültiger Zeuge;
ich will Euch hier die ganze Stelle hinsetzen und erklä=
ren: Daniel betete Kap. 9. um die Erlösung des
Volks Israel aus der babylonischen Gefangenschaft
sehr ernstlich. Nach der Endigung des Gebets erschien
ihm der Engel Gabriel, der ihn tröstete, und ihm
 
– 20 –
nun die göttliche Offenbarung mittheilte. Er sprach:
 [... hebräischer Text 3 Zeilen:].
 #
Siebenzig Wochen sind bestimmt über
dein Volk, und über deine heilige Stadt,
um der Uebertretung ein Ende zu machen,
die Sünde zu versiegeln, die Missethat
zu versöhnen, eine ewige Gerechtigkeit zu
bringen, Gesichte und Weissagung zuzu=
siegeln, und den Heiligen der Heiligkeiten
zu salben.
 
Zuerst kommt es darauf an, was der Engel hier
für Wochen meint – Wochen von sieben Tagen
können es nicht seyn. Dann wären 70 Wochen ein
ein [sic] Jahr und achtzehn Wochen. Siebenzig Monate
können es auch nicht seyn, diese machen fünf Jahre
und zehn Monathe; da aber das siebete Jahr immer
ein Sabbathjahr war, so kann man füglich sieben
Jahr für eine Woche annehmen, und dann kommen
490 Jahr heraus; nun wird uns auch die Geschichte
zeigen, daß in diesem Zeitraum obige Weissagung
pünktlich erfüllet worden.
 
Der Engels sagt: Es wird noch 490 Jahr mit
deinem Volk und deiner heiligen Stadt währen, dann
wird der Uebertretung ein Ende gemacht, die Sünde
versiegelt, die Missethat versöhnt, eine ewige Gerech=
tigkeit erworben, Gesichte und Weissagung zugesiegelt,
 
– 21 –
und der Allerheiligste gesalbt werden. Ist das nun
nicht das nämliche was auch Jesajah in oben erklär=
ter Stelle geweissagt hat? Der Mann von dem er
spricht soll die Sünde der ganzen Welt tragen, sein
Leben zum Schuldopfer hingeben, dadurch wird also
eine ewige Gerechtigkeit zuwege gebracht, und dann
sollen Gesichte und Weissagungen versiegelt werden,
das ist: das Volk Israel wird dann keine Prophe=
ten mehr haben, und der Allerheiligste soll alsdann
gesalbt werden. Dieser Allerheiligste ist doch wohl
kein anderer als der Messias, der der nun
 [... hebräischer Text, 1 Wort:]
gesalbt werden soll, und wozu anders, als zum König
Himmels und der Erden? – Dies Salben geschah
vorzüglich nachdem Er sein Erlösungswerk vollendet
hatte. Nun fährt der Engel fort:
 [... hebräischer Text 3 Zeilen:].
 #
So wisse dann und verstehe: Von dem
Ausgang des Wortes, um wiederzukehren,
und Jerusalem zu bauen, bis auf den Mes=
sias, den Fürsten, sind sieben Wochen, und
zwey und sechzig Wochen, so werden die
Gassen und die Wallgraben wieder herge=
stellt werden, aber in kümmerlicher Zeit.
 
Jezt wollen wir nun die Geschichte zu Rath ziehen,
so wird sich finden daß dies alles richtig ist erfüllet
worden: Cyrus oder Cores König in Persien
 558 Cyrus König von Persien, seit 553 König von Meiden; 538 Edikt des Cyrus, erste Rückkehr der Exulanten nach Jerusalem, Beginn des Tempelbaus. – 1. April 514 Einweihung des Tempels.
 
– 22 –
war der Erste welcher erlaubte, oder befahl, daß die
Juden wieder in ihr Land kehren, und den Tempel
und die Stadt Jerusalem bauen sollten, aber die
Sache gerieth ins Stecken. [sic] Sie fanden viele Feinde
in der Nähe, die sie hinderten. Späterhin gab
Darius Hystaspis wieder Erlaubniß fortzubauen,
 Darius I., Sohn des Hystaspes, König der Perser von 521-486; Haggai 1, 1 ff., 15 ff; 2. 10 ff. und Sacharja 1, 7 ff., in seinem 2. Regierungsjahr wurde der unter Cyrus unterbrochen Bau fortgesetzt und in seinem 6. Jahr (Esra 6, 15 usw.) infolge seiner tatkräftigen Unterstützung vollendet.
aber es wurde abermals hintertrieben; endlich aber
schickte der König Artaxerxes Longimanus, der
 Artaxerxes (= Arthahsastha = ehrender Titel der persischen Könige), 464-424; siehe Esra 7, 1.11. – Nehemia 2, 1 usw. Artaxerxes Longimanus besteigt 464 den Thron, regiert bis 425; vgl. Paulys Realenzykl.
jüngste Sohn des Königs Ahasverus oder
Xerxes der die Esther zur Gemahlin hatte, den
Propheten und Priester Esra und zwölf Jahr her=
 458 oder 398 Esra
nach auch den Nehemia nach Jerusalem – hier
 445433 Nehemia
fangen also die sieben Wochen, oder 49 Jahr an,
in welchen Stadt und Tempel wieder gebaut wurden,
aber in kümmerlicher Zeit, denn es gieng den Juden
während der Zeit übel: die Samariter und andere
benachbarte Völker suchten sie auf alle Weise zu hin=
dern und zu necken, bis sie endlich den ganzen Bau
unter dem König Darius Nothus zu Stand brach=
ten, und jezt waren auch die 7 Wochen, oder 49 Jahre
verflossen, und die 62 Wochen fangen nun an. Diese
machen 434 Jahre aus, rechnet man nun obige 7 Wo=
chen oder 49 Jahre dazu, so erhalten wir 483 Jahre,
woran also noch eine Woche fehlt bis die 70 Wochen
oder 490 Jahre erfüllt sind. Der Engel fährt fort:
 [... hebräischer Text 3 Zeilen:].
 #
 
– 23 –
Und nach den 62 Wochen wird der
Messias vertilgt werden, aber nicht um
seinetwillen; und die Stadt und das Hei=
ligthum wird das Volk des Fürsten ver=
derben, und sein Ende wird seyn wie eine
überströmende Fluth. Bis zum Ende
wird Krieg, eine vollständige Verwü=
stung seyn.
 
Nun bitte ich Euch, liebe Juden! folgendes
wohl zu merken: Der Engel sagt: Der Messias
sollte nach den 62 Wochen ausgetilgt, also umge=
bracht werden. Als diese 62 Wochen, oder mit den
ersten sieben, 69 Wochen, folglich 483 Jahre ver=
flossen waren, da war Jesus von Nazareth
im 27sten Jahr, im 30sten fieng Er sein Lehramt an,
und als Er im 34sten war, wurde Er gekreuzigt, also
ausgetilgt, genau in dem Zeitpunkt als die siebenzig
 
 
Wochen verflossen waren. Die Worte heißen
 [... hebräischer Text, 2 Wörter:]
eigentlich, und nicht Ihm; - um seinetwil=
len, seiner Verbrechen wegen wurde Er nicht hinge=
richtet, sondern Er gab sein Leben zum Schuldopfer
für die ganze Menschheit. Nach den siebenzig Wo=
chen fieng nun der Krieg an; im Jüdischen Land ent=
stund eine Empörung über die andere, bis endlich, 36
Jahre nach der Kreuzigung des Messias, die Römer das
Land wie eine Fluth überschwemmten, die Stadt Jeru=
salem und den Tempel so gänzlich, so entschieden ver=
wüsteten, daß kein Stein auf dem andern geblieben
ist, wie dieses Jesus lange vorher geweissagt hatte.
 
– 24 –
Gegen diese meine Erklärung kann auch der ge=
lehrteste Rabbiner nichts Gegründetes einwenden.
Wenn Ihr also dem Propheten Daniel und dem
Engel Gabriel glauben wollt, und das müßt Ihr
wenn Ihr wahre Israeliten seyn wollt, so müßt Ihr
auch glauben, daß der Messias am Ende der 70 Wo=
chen vor der Zerstörung der Stadt Jerusalem
gekommen, und hingerichtet worden ist. Nun wollen
wir auch sehen, wie der Engel diese Offenbarung voll=
endet; Er sagt ferner:
 [... hebräischer Text 3 Zeilen:].
 #
Und Er wird Vielen den Bund eine
Woche lang bekräftigen; in der Hälfte der
Woche läßt Er die Schlachtopfer und
Speisopfer aufhören. Und über dem Flü=
gel werden Gräuel der Verwüstung stehen,
und über die Verwüstung wirds ausgegos=
sen werden, bis zur gänzlichen Vol=
lendung.
 
Der erste Theil dieses Verses, und Er wird
Vielen den Bund stärken oder bekräfti=
gen; in der Hälfte der Woche läßt Er die
Schlachtopfer und Speisopfer aufhören;
müssen wohl vom zweyten Theil desselben unterschie=
den werden. Die Woche von der hier die Rede ist,
fängt mit dem Lehramt Jesu an; in der Mitte die=
 
– 25 –
ser Woche wurde Er gekreuzigt; da nun dieses das
große Schuldopfer war, wodurch Gott für die Sün=
den der gefallenen Menschheit versöhnt wurde, so
hatten nun fernerhin die Schlacht= und Speisopfer
der Juden keinen Werth mehr. Die Juden sezten sie
freilich noch fort, allein im wahren eigentlichen geist=
lichen Reich Gottes, welches nun zu den Christen aus
Juden und Heyden übergieng, waren sie abgeschaft.
Der Bund, dessen hier der Engel Gabriel gedenkt,
ist der neue Bund, wodurch Jesus Christus sein
neues Messias=Reich gründete, dieses Gründen ge=
schah eine Woche, ungefähr sieben Jahr lang, die
erste Hälfte bekräftigte Er selbst den Bund, durch
seine Lehre, Leben und Leiden, und in der andern Hälfte
seine Schüler die Apostel. In dieser Woche wurden
viele Juden zu Christo bekehrt, aber hernach fanden
die Apostel keinen Eingang mehr bey ihnen, daher
wendeten sie sich nun zu den Heyden, wodurch die
Juden noch erbitterter wurden, und die Christen
grausam verfolgten.
 
Der zweyte Theil dieses Verses: Und über
oder bey dem Flügel werden Gräuel der
Verwüstung stehen, und über die Verwü=
stung wirds ausgegossen werden, bis zur
gänzlichen Vollendung, stehen in keiner Ver=
bindung mit den siebenzig Wochen Daniels. Sie
sind ein Wink des Engels, der das fernere Schicksal
der Jüdischen Nation betrifft: durch den Flügel
wird der Tempel, wenigstens ein Theil desselben ver=
 
– 26 –
standen; so haben auch die siebenzig Dollmetscher,
 Septuaginta
welche selbst Juden waren, das übersezt, auch
 [... hebräischer Text, 1 Wort:]
Jesus sagt zu seinen Jüngern, wenn ihr den Gräuel
der Verwüstung an der heiligen Stätte sehen
werdet, dann flieht von hier, und führt dabey den
Propheten Daniel an. Dieser Gräuel der Ver=
wüstung stund an heiliger Stätte, als die Zeloten das
Innere des Tempels wie eine Vestung gebrauchten,
und sich gegen den Hohenpriester Ananus wehrten.
Dies war ein oder anderthalb Jahr vor der Zerstörung
durch die Römer. Nicht diese, sondern die Juden
selbst haben ihren Tempel, ihr Heiligthum zum Gräuel
der Verwüstung gemacht, die Römer wollten das
herrliche Gebäude gern schonen, allein die Jüdischen
Partheien waren so rasend, daß an kein Schonen mehr
zu denken war. Damals als die Zeloten den Tempel
zu einem Tummelplatz des Raubes und des Mordes
machten, da stand der Gräuel, das Scheusal der
Verwüstung, an der heiligen Stätte, und der Bischof
der Christen in Jerusalem, Simon, der Sohn
Cleophä, eingedenk der Weissagung Jesus, führte
sie alle aus der Stadt, über den Jordan, nach
Pella, wo sie nun sicher waren, so daß kein einziger
Christ in der Belagerung und Zerstörung Jerusa=
lems umgekommen ist.
 
Ueber diese Verwüstung, die nun 1743 Jahr ge=
währt hat, ist der Zorn des Allmächtigen noch bis dahin
ausgegossen, und es wird bis zur gänzlichen Vollen=
dung des gegenwärtigen Zeitlaufs auch so bleiben.
 
– 27 –
Diese Vollendung beruht auf Euerer Bekehrung,
liebe Israeliten! Ihr sollt Euch zu Eurem Gott
und Eurem König David bekehren. Daß nun dieser
König David Jesus Christus ist, davon muß
Jeder von Euch überzeugt seyn, wenn er anders den
Weissagungen Euerer Propheten glauben will. Ihr
werdet Euch aber gewiß zu Ihm bekehren, leset nur
einmal aufmerksam das 37ste Kapitel der Propheten
Ezechiel, da werdet Ihr finden, daß Ihr Euch nicht
allein bekehren, sondern auch wieder in Euer Vater=
land nach Palästina ziehen, Jerusalem und
Euern Tempel bauen, und dann unter Euerm König
David sehr glücklich leben werdet. Wir wollen dies
merkwürdige Kapitel miteinander betrachten: Der
Prophet Ezechiel sah in einem göttlichen Gesicht
ein großes weites Feld, auf welchem unzählbar viele
Todtengebeine oder Knochen zerstreut umher lagen;
diese Knochen waren sehr dürre. Nun fragte der Herr
den Propheten, ob er wohl glaube, daß diese Knochen
wieder könnten lebendig werden? Der Prophet ant=
wortete: Herr, Herr, das weist Du wohl! Nun
mußte er weissagen, dadurch wurden die Knochen mit
Adern und Fleisch überzogen, die Gebeine fügten sich
zusammen und es wurde ein großes Heer Menschen
daraus. Nun gab ihm der Herr eine Erklärung über
dieses Gesicht, und er versprach ihm, daß dereinst das
ganze Israel, alle zwölf Stämme, wieder in ihr
Land kommen, und da glücklich unter ihrem König
David leben sollten, sie würden sich dann auch be=
  
– 28 –
kehren, und die Gebote Gottes und ihres Königs
David treulich halten. Daß diese Weissagung bey
der Wiederkehr aus der babylonischen Gefangenschaft
nicht erfüllet worden, daran ist kein Zweifel, denn da
kamen nur die Stämme Juda, Benjamin und
Levi, und nur ein kleiner Theil derselben nach Ca=
naan zurück, hier steht aber ausdrücklich, daß auch
Ephraim mit den dazugehörigen übrigen Stämmen
Israels wieder nach Palästina kommen soll. Die
Juden lebten nach der babylonischen Gefangenschaft
auch nicht treulich nach den Geboten Gottes, auch
hatten sie nicht lange mehr Fürsten aus dem Hause
David, sondern die Hohenpriester bekamen auch die
weltliche Regierung, bis endlich gar ein Ausländer der
Edomiter Herodes ihr König wurde. Hier erinnert
Euch, Ihr lieben Juden! an das was Euer
Stammvater Jacob auf seinem Todtenbette sagte:
 1. B. Mose 49, V. 10.
 [... hebräischer Text 2 Zeilen:]
 #
Das Scepter wird von Juda nicht
weichen, und kein Gesezlehrer zwischen
seinen Füßen, bis dahin, daß der Schiloh
 Siehe dazu Graue Mann.
 Schiloh: Vgl. 1 Mose 49, 10: Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. 4.Mose 24,17; 1.Chron 5,2; Hebr 7,14 – auch: bis der von SYLH He ("Shiloh" in Hebräisch TaNaCh) Schiloh kommt und ihm wird der Gehorsam der Stämme. – Vgl. Jes 9, 5 f. zu "Held". – Gehört zu den Namen und Worten, die auf den Messias hinweisen.
kommt, bey dem die Versammlung der
Nationen seyn wird.
 
Daß hier unter dem Schilo der Messias
verstanden werde, glauben auch die Rabbinen; aber
war denn nicht bey der Geburt Jesus das Scepter
 
– 29 –
von Juda gewichen, als der Idumäer Herodes
König in Judäa und nach dazu ein Vasall vom
römischen Kaiser war? und ehe Jesus als Lehrer
auftrat, war schon Judäa eine römische Provinz,
und wurde durch den Statthalter Pontius Pila=
tus regiert, damals hatten auch die Juden keinen
Gesezgeber mehr, dieser war der Kaiser Augustus.
Ist nun nicht Jesus Christus der Messias?
 
Daß Ihr einen Messias erwartet, der Euch
wieder in Euer Vaterland führt, das kann Euch nie=
mand übel nehmen, denn das hat Euch Gott durch
seine Propheten oft und vielfältig fest versprochen.
Wir wissen aber, daß Jesus Christus in verklärter
Herrlichkeit wiederkommen, und Euch entweder selbst,
oder durch einen seiner Getreuen in Euer Land, das
Euere Vorfahren besessen haben, führen wird. Dann
wird Er – der wahre Sohn Davids, ewig Euer
König seyn, und alle wahre Christen werden sich an
Euch anschließen. Dann wird die Scheidewand zwi=
schen Juden und Heyden weggethan werden, und Ihr
werdet dann wieder das auserwählte Volk des Herrn
seyn, und werdet es auch ewig bleiben. Wenn Ihr
einst Jesum Christum in seiner Herrlichkeit sehen
werdet, so wirds Euch zu Muth seyn, wie Euern
Stammvätern, als sich ihnen ihr Bruder Joseph
in Egypten zu erkennen gab, dann wird Er auch
zu Euch sagen, Euere Väter gedachten es übel mit
mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen,
denn durch meine Leiden hab ich Euch und die ganze
 
– 30 –
Menschheit erlöset. Ich bin Euer Bruder Jesus, der
Sohn Davids, und ich werde von nun an Euer
ewiger König in dem Lande seyn, das Er Euern Vä=
tern zum immerwährenden Eigenthum gegeben hat.
 
Ihr werdet mich fragen, was Ihr denn
nun jezt thun sollt? Das will ich Euch aufrichtig sagen:
Ihr sollte Euch zu dem Herrn Euerm Gott
bekehren Das fordert Er durch seine Propheten
von Euch. Dies Bekehren besteht aber nicht darin
daß Ihr es macht, wie es heut zu Tage mehrere Juden
machen, denen die Religion ihrer Väter eckelhaft,
und zu beschwerlich, denen der Gott Israels fremd
geworden ist, diese lassen sich taufen und wollen Chri=
sten heißen, um die nämlichen bürgerlichen Freyheiten,
und Schweinefleisch genießen zu dürfen, wie auch
andere Christen, aber um den Messias, seine Wahr=
heit und sein Reich bekümmern sie sich wenig, auch ist
es ihnen nicht drum zu thun, nach Jerusalem zu
ziehen, sie mögen gerne bleiben wo sie sind, aber der
Messias wird sich auch um sie wenig bekümmern,
wenn Er kommt. Dieser Nicht=Juden und Nicht=
Christen Schicksal wird dann schrecklich seyn. Dies
ist also nicht die Bekehrung die Gott von Euch fordert,
sondern Ihr sollte Euch von Herzen zu Ihm bekeh=
ren; das ist: Ihr müßt nun endlich einmal aufhören
todte Knochen zu seyn, sondern Euch vor Euerm bis=
her über Euch erzürnten himmlischen Vater niederwer=
fen, Ihm alle Euere Sünden bekennen, und Ihn
herzlich und ernstlich bitten, Er möchte Euch nun end=
 
– 31 –
lich einmal gnädig seyn, Ihr wollet so gerne Jesum
von Nazareth als den versprochenen Messias anneh=
men, und gern an Ihn glauben, wenn Ihr nur ganz
gewiß wüßtet, daß Er der wahre Messias sey. Wenn
Ihr dies von Herzen betet, und mit dem Gebet immer=
fort anhaltet, so wird Euer Herz allmählig weich wer=
den, Jesus Christus wird Euch lieb werden, und alle
Vorurtheile gegen Ihn werden verschwinden. Dann
wendet Euch auch in Euerm Gebet an Ihn, den wah=
ren Messias, den wahren König David, zu dem Ihr
Euch ja auch bekehren sollt, so wie es der Prophet
Hosea in oben angeführter Stelle geweissagt hat.
Wenn Euch dann Euere Bekehrung ein wahrer Ernst
ist, so werdet Ihr endlich erhöret werden, und dann
werdet Ihr Euch mit unaussprechlicher Freude freuen.
Ihr werdet dann ganz andere Menschen werden,
als Ihr jezt seyd.
 
Es ist sehr traurig, daß Euch die Christen so
schlechte Beyspiele geben. Ihr habt recht, wenn Ihr
sagt: was gewinnen wir dabey, wenn wir Christen
werden, sie sind ja keine bessere Menschen als wir?
Allein Ihr müßt wissen, daß sehr wenige unter denen
die Christen heißen, auch wahre Christen sind.
Daß der Mensch, der von Herzen an Christum
glaubt, und sein Leben nach seinen Geboten einrich=
tet, unter allen der beste Mensch ist, das kann und
wird niemand läugnen der sich die Mühe giebt, diese
wichtige Sache zu untersuchen.
 
Die gesammte Christenheit ist grundverdorben,
 
– 32 –
aber es giebt doch noch allenthalben eine große Anzahl
frommer Christen, die der Herr Messias recht wohl
kennt, und die Er zu Euch versammeln, und mit
Euch zu einem Volk verbinden, und durch sie sein
herrliches Messias=Reich gründen wird; dann aber
werden alle Juden und Christen, die die Gnadenzeit
versäumt und verträumt haben, durch ein schreckliches
Gericht vom Angesicht Gottes verstoßen, und mit
ewigen Quaalen gequält werden.
 
Wir leben jezt in einer sehr merkwürdigen Zeit,
die göttlichen Gerichte sind schon seit 20 Jahren in
einem sehr ernsten Gang, und die Ankunft des
Messias ist nicht weit mehr entfernt, deswegen habe
ich diesen Zuruf an Euch geschrieben, um Euch zur Be=
kehrung zu Euerem Gott, und zu Euerem König
David aufzufordern, und aufzumuntern; dies muß
vorhergehen, ehe Ihr ans Ziehen in Euer Vater=
land denken dürft, dazu ist es noch zu früh. Es wird
sich zu rechter Zeit ein Mann finden, der im Geist
und in der Kraft des Propheten Elia ganz Israel
aufrufen, sammeln, und dem Messias entgegen führen
wird. Glücklich sind dann alle diejenigen, die sich schon
bekehrt, und zu seinem Empfang vorbereitet haben.
 
Liebe Israeliten! Prüft und überlegt wohl
was ich in diesen Blättern geschrieben habe; der Gott
Abrahams, Isaaks und Jakobs segne Euch und
verleihe Euch seinen heiligen Geist, damit meine
Worte bey Euch Eingang finden mögen, Amen!
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