Im zweiten Band der "Szenen aus dem Geisterreiche" (1801) findet sich die "Erste Scene. Die Selbstmörder".
 
Arthur Schopenhauer (1788-1849) schreibt dazu in "Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15: Über Religion, § 177 "Ueber das Christenthum." über den Tierschutz:
 
"Aber wirklich empörend ist es, wenn der so überaus christlich gesinnte und fromme Jung-Stilling, in seinen "Scenen aus dem Geisterreich" Bd. 2. Sc. 1. S. 15, folgendes Gleichniß anbringt: "plötzlich schrumpfte das Gerippe in eine unbeschreiblich scheußliche, kleine Zwerggestalt zusammen; so wie eine große Kreuzspinne, wenn man sie in den Brennpunkt eines Zündglases bringt und nun das eiterähnliche Blut in der Glut zischt und kocht." Also eine solche Schandthat hat dieser Mann Gottes verübt, oder als ruhiger Beobachter mit angesehn, - welches, in diesem Falle, auf Eins hinausläuft; - ja, er hat so wenig ein Arges daraus, daß er sie uns beiläufig, ganz unbefangen erzählt! Das sind die Wirkungen des ersten Kapitels der Genesis und überhaupt der ganzen Jüdischen Naturauffassung."
 
 Auch zu den Prophezeihungen von Cazotte und zur Theorie der Geister-Kunde äußerte Schopenhauer sich; siehe hier, wo der folgende Text wiederholt wird.
 
Auch Arthur Schopenhauer (1788-1860) hat sich mit dieser Erzählung über Cazotte beschäftigt: Über das Geistersehn und was damit zusammenhängt. Leipzig: Brockhaus 1891. Vorwort von Wilhelm Gwinner. – Ursprl. als Abhandlung Schopenhauers "Versuch über das Geistersehn und was damit zusammenhängt", im ersten Bande der "Parerga und Paralipomena"; Bd. 1-2, 1851 erschienen.
Schopenhauer schreibt:
"6) Visionen, welche gar nicht mehr den Seher derselben betreffen und dennoch künftige, kürzere oder längere Zeit darauf eintretende Begebenheiten, genau und oft nach allen ihren Einzelheiten, unmittelbar darstellen, sind die jener seltenen Gabe, die man second sight, das zweite Gesicht, oder Deuteroskopie nennt, eigenthümlichen. Eine reichhaltige Sammlung der Berichte darüber enthält Horst's Deuteroskopie, 2 Bände, 1830: auch findet man neuere Thatsachen dieser Gattung in verschiedenen Bänden des Kiefer'schen Archivs für thierischen Magnetismus. Die seltsame Fähigkeit zu Visionen dieser Art ist keineswegs ausschließlich in Schottland und Norwegen zu finden, sondern kommt, namentlich in Bezug auf Todesfälle, auch bei uns vor; worüber man Berichte in Jung-Stillings Theorie der Geisterstunde §. 153 u. s. f. findet. Auch die berühmte Prophezeiung des Cazotte scheint auf so etwas zu beruhen. Sogar auch bei den Negern der Wüste Sahara findet das zweite Gesicht sich häufig vor. (S. James Richardson, narrative of a mission to Central Africa, London 1853.) Ja, schon im Homer finden wir (Od. XX, 351-57) eine wirkliche Deuteroskopie dargestellt, die sogar eine seltsame Aehnlichkeit mit der Geschichte des Cazotte hat. Desgleichen wird eine vollkommene Deuteroskopie von Herodot erzähl, L. VIII, c. 65. &emdash; In diesem zweiten Gesicht also erreicht die, hier wie immer zunächst aus dem Organismus entspringende Vision den höchsten Grad von objektiver, realer Wahrheit und verräth dadurch eine von der gewöhnlichen, physischen, gänzlich verschiedene Art unserer Verbindung mit der Außenwelt. Sie geht, als wachender Zustand, den höchsten Graden des somnambulen Hellsehns parallel. Eigentlich ist sie ein vollkommenes Wahrträumen im Wachen, oder wenigstens in einem Zustande, der mitten im Wachen auf wenige Augenblicke eintritt. Auch ist die Vision des zweiten Gesichts, eben wie die Wahrträume, in vielen Fällen nicht theorematisch, sondern allegorisch, oder symbolisch, jedoch, was höchst merkwürdig ist, nach feststehenden bei allen Sehern in gleicher Bedeutsamkeit eintretenden Symbolen, die man im erwähnten Buche von Horst, Bd. 1, S. 63-69, wie auch in Kiefer's Archiv, Bd. VI, 3, S. 105-108 specificirt findet. "
 

Vgl. zu den Juden auch unter diesem Link.

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